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Freizeit: Imagekampagne für naturverträgliches Geocaching

Elektronische Schnitzeljagd für Junggebliebene

Geocaching fördern und Natur schützen – Der Deutsche Wanderverband, seine Jugendorganisation und GARMIN Deutschland kooperieren miteinander und werben für naturverträgliches Geocaching.

Immer mehr Menschen entdecken den Spaß daran, mit Hilfe von GPS-Geräten auf Schatzsuche zu gehen. Damit diese Freizeitaktivität nicht zur Belastung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt wird, geben der DWV – unterstützt von der Deutschen Wanderjugend (DWJ) – und GARMIN Deutschland gemeinsam Empfehlungen für naturverträgliches Geocaching heraus. Die Kooperationspartner begrüßen die zunehmende Nutzung von GPS-Geräten für das Geocaching. Mit ihrem Positionspapier wollen der Deutsche Wanderverband als anerkannter Naturschutzverband und GARMIN Deutschland die Geocacher zu einem Naturerlebnis im Einklang mit den Belangen des Naturschutzes ermuntern.

Die wesentlichen Aussagen des Positionspapieres machen deutlich, dass schützenswerte Lebensräume, insbesondere von bedrohten Pflanzen- und Tierarten, nicht durch das Geochaching gefährdet werden dürfen. So sind Naturschutzgebiete abseits der Wege sowie gesetzlich geschützte Biotope kein Ort für Schatzverstecke. Höhlen und Baumhöhlen sind ebenfalls nicht für Caches zu nutzen. Auch wenn sie unbewohnt erscheinen, können sie doch lebenswichtiger Rückzugsraum für viele Tierarten sein. Es wird dafür geworben, dass sich die Geocacher im Frühjahr und Frühsommer während der Brut- und Setzzeiten von Vögeln und Wildtieren besonders rücksichtsvoll in der Natur verhalten.

Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, Präsident des DWV, erklärt: „Wir freuen uns, wenn Menschen durch das Geocaching den Weg in die Natur finden. Gerade Jüngere werden durch diese Outdoor-Aktivität angesprochen. Wir machen uns dafür stark, dass dies ohne Konflikte mit dem Naturschutz erfolgt.“ Der Deutsche Wanderverband will, so der Präsident, das Geocaching als positive Form der Naturerfahrung fördern und gleichzeitig die Geocacher für Naturschutzbelange sensibilisieren und über schützenswerte Lebensräume informieren. „Wir wollen mit dem starken Partner GARMIN Brücken schlagen und möglichst viele Mitstreiter für den Naturschutz bei den Geocachern gewinnen“, so der Verbandspräsident. „Daher freuen wir uns über die Akzeptanz unserer Ziele beim Unternehmen GARMIN.“

„Das Thema Geocaching als Freizeit-Aktivität für die gesamte Familie ist höchst interessant“, sagt Tom Mühlmann, Manager Marketing Communications GARMIN Deutschland. „Daher unterstützen wir es durch vielfältige Aktionen. Wir sind uns aber auch der Umwelt-Problematik bewusst, die eine Ausbreitung dieses Trends mit sich bringen kann. Daher haben wir uns gerne entschieden, den Deutschen Wanderverband bei seiner Initiative ‚Naturverträgliches Geocaching‘ zu unterstützen und einen Beitrag zu leisten, so dass Geocaching und Naturschutz gut miteinander harmonieren.“

Die DWJ wirbt für das Geocaching und unterstützt das Freiwilligenteam „Geocaching.de“. Dieses Team betreut in seiner Freizeit die Informationsplattform www.geocaching.de und die Schatzversteck-Datenbank www.opencaching.de. Dort sind die Koordinaten vieler Schatzverstecke veröffentlicht, unter anderem auch kindgerechte und familienfreundliche. Die Seite www.geocaching.de gibt Hinweise zum umweltverträglichen Verhalten und stellt in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) die deutschen Naturschutzgebiete vor, in denen der Schutz der Natur Vorrang vor den Freizeitaktivitäten der Menschen hat. Jörg Bertram, Geschäftsführer der DWJ, sagt: „Es sind überwiegend Individualisten, die allein, zusammen mit Freunden oder der Familie diese schöne Form der Schatzsuche betreiben. Die Freunde des Geocaching sind nicht in Vereinen organisiert und erfreuen sich gleichermaßen wie die Wanderer daran, draußen in der Natur unterwegs zu sein. Über die Infoplattform geocaching.de und die automatischen Naturschutzinfos in der Schatzversteck-Datenbank opencaching.de können wir die wachsende Anzahl der Geocacher erreichen und sie noch besser sensibilisieren.“

Der DWV als Fachverband für Wandern und Naturschutz will – unterstützt von der DWJ – mit seinem Kooperationspartner GARMIN Infomaterial zu Geocaching und Naturschutz erstellen, Veranstaltungen anbieten und im Internet für einen sensiblen Umgang mit der Natur werben. Die Kooperation ist zunächst für drei Jahre angelegt und möchte dazu beitragen, dass Konflikte zwischen Naturnutzern und Naturschützern minimiert werden.

Weiterführende Info:

Ein Hobby, das immer mehr Anhänger findet, ist das Geocaching (sprich: „Geokäsching“, englisch: Geo = Erde, Cache = Speicher oder geheimes Lager). Dabei handelt es sich um die moderne Form der Schatzsuche. Aus Schatzversteck-Datenbanken im Internet holt man sich die Koordinaten für einen versteckten Schatz, den „Cache“. Meist handelt es sich dabei um eine Plastikdose, gefüllt mit einem Logbuch und an sich wertlosen Tauschgegenständen, wie beispielsweise einer Figur aus einem Überraschungsei. Die Koordinaten werden in ein GPS-Gerät eingegeben, das Satellitensignale empfängt und eine genaue Positionsbestimmung ermöglicht. Meist müssen bei der Suche auch kleine Aufgaben oder Rätsel gelöst werden. Der Schatz befindet sich oft in natürlichen oder künstlichen Hohlräumen wie Baumwurzeln, Felsnischen oder Mauerlücken. Wer den Schatz findet, trägt sich in das „Logbuch“ ein. Dabei handelt es sich um einen Papierstreifen oder ein kleines Heft. Eventuell wird dann die Figur gegen ein anderes kleines Mitbringsel getauscht. Zuhause wird dann im Internet in der Schatzversteck-Datenbank dokumentiert („geloggt“), dass man den Schatz gefunden hat. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als 110.000 Caches. Weltweit sind es schon knapp eine Million.


Infos zum naturverträglichen Geocaching geben auch die Internetseiten: Link >>


SPHÄRE-Wissen: Geocaching ist eine moderne Schnitzeljagd

Caches (geheime Verstecke) werden mithilfe des GPS gesucht, die Verstecke über das Internet weiter verbreitet. Allein in Deutschland soll es etwa 110.000 Verstecke geben. Die Schwerpunkte liegen im Umkreis der Großstädte. Auch kommerzielle Anbieter nutzen mittlerweile das Interesse. Positiv ist, dass sich Men- schen vermehrt oder überhaupt wieder in der Landschaft bewegen. Problematisch ist, wenn dadurch Lebensgemeinschaften und Lebensstätten insbesondere von gefährdeten und bedrohten Tier- und Pflanzenarten beeinträchtigt werden. Der Deutsche Wanderverband mit seiner Jugendorganisation Deutsche Wanderjugend und Garmin Deutschland GmbH, Marktführer von GPS-Outdoorgeräten, haben Empfehlungen und Hinweise für ein naturverträgliches Geocaching erarbeitet, für die sich die Partner gemeinsam einsetzen. Das empfohlene Verhalten gilt als Hinweis für alle verantwortungsvollen Geocacher, die wir zu einem Naturerlebnis im Einklang mit den Belangen des Naturschutzes ermuntern möch- ten. Mit unseren Empfehlungen und Hinweisen möchten wir möglichst so viel Geocacher wie möglich erreichen und sie motivieren, uns bei einem nachhaltigen Umgang mit der Natur zu unterstützen.

Geocaching ist Freizeit, Sport, Abenteuer und Naturgenuss
Geocaching kann Menschen wieder vermehrt nach draußen in die Landschaft bringen – und wird daher von den Wandervereinen unterstützt. Geocaching wird in der Gesellschaft aber nur so lange unterstützt und akzeptiert, wie der Schutz der Natur und das Interesse der Flä- cheneigentümer gewährleistet bleiben. Das freie Betretungsrecht der Landschaft ist in Deutschland ein Gewohnheitsrecht und ist in den entsprechenden Bundes- und Landesge- setzen niedergeschrieben. Naturschutz-, Wald- und Forstgesetze lassen – mit wenigen Ein- schränkungen – das Betreten von Wald und Flur zum Zwecke der Erholung (und auf eigene Gefahr) zu.

Erholung und Sport in der Natur
Das freie Waldbetretungsrecht zum Zwecke der Erholung ist in Deutschland ein unantastba- res Gut. Unser Verhalten in der Natur muss dabei die gültigen Gesetze beachten und Le- bensräume, Lebensstätten und Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen bewahren und schützen! So wird auf Dauer der Freiraum für alle Lebewesen erhalten.

Hinweise für naturverträgliches Geocaching
Der Deutsche Wanderverband und GARMIN geben folgende Hinweise, die ein naturverträgliches Geocaching gewährleisten und ein gemeinsames Miteinan- der in der Natur möglich machen: Naturschutzgebiete sind für Caches abseits der Wege tabu Naturschutzgebiete werden ausgewiesen, um einen besonderen Schutz von Natur und Landschaft zu gewährleisten. In einer Verordnung wird das Betreten geregelt. Sofern dies gestattet ist, ist es auf die Wege beschränkt. Daher werden Caches nur unmittelbar am oder auf dem Weg platziert!

Gesetzlich geschützte Biotope sind kein Ort für Caches
Gesetzlich geschützte Biotope sind Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die allein aufgrund ihrer Existenz gesetzlich geschützt sind und keiner rechtlichen Schutzgebietsausweisung bedürfen. Beispiele hierfür sind: natürliche Gewässerufer, Moore und Quellbereiche, offene Block-, Schutt- und Geröllhalden (wie z. B. Karstgebiete), Lehm- und Lösswände, Sumpf- und Auewälder oder offene Felsbildungen sowie Feucht- und Trocken-Wiesen und Weiden. Diese mittlerweile seltenen Lebensräume bieten besondere Lebensbedingungen, die eine Vielzahl von geschützten und bedrohten Moosen, Blütenpflanzen, Insekten, Reptilien, Vö- geln oder anderen Wildtieren einen wichtigen Lebensraum bieten. Eine Beeinträchtigung oder gar Zerstörung dieser Biotope ist gesetzlich verboten und daher sind sie kein Ort für Caches (weitere Infos unter www.bfn.de/natursportinfo oder www.portalU.de).

Baumhöhlen dürfen nicht als Caches genutzt werden
Baumhöhlen sind seltene und wichtige Lebensstätten vieler geschützter Arten wie Spechte, Eulen sowie Fledermäuse und Siebenschläfer. Viele dieser Arten sind in Deutschland hoch- gradig gefährdet und inklusive ihrer Wohnquartiere geschützt und dürfen daher nicht gestört werden.

Höhlen, auch scheinbar von Tieren unbewohnte, werden nicht mit Caches besetzt
Dies gilt auch für Höhlen und Erdfälle / Dolinen in Karstgebieten. Sie sind besonders seltene Lebensräume für viele Tierarten, zum Beispiel von Fledermäusen. Meist sind die Vorkom- men von kleinen Fledermausarten, die sich auch einzeln in Ritzen aufhalten, nicht einfach zu entdecken. Und hat man sie entdeckt, sind sie auch schon gestört, was insbesondere wäh- rend der Jungenaufzucht und während des Winterschlafs ihren sicheren Tod bedeutet (Infos unter www.bfn.de/natursportinfo).

Brut- und Setzzeiten sind besonders sensibel und zu beachten
Die Brut- oder Aufzuchtsphase, also insbesondere der Zeitraum zwischen Mitte März bis Juli, ist eine besonders kritische Zeit für Vogel- und andere Wildarten. Störungen können schnell den Tod der Jungtiere zur Folge haben, weil z.B. Vogelgelege auskühlen. Das Aufschrecken eines Wildschweins mit Frischlingen kann auch für den Störer zum Risiko werden. Das Ver- lassen der Wege bleibt daher die Ausnahme. Nachts sollten Wege grundsätzlich nie verlas- sen werden! Außerdem sind Störungen der Tiere im Unterholz durch starke Taschenlampen zu vermeiden (Infos unter www.bfn.de/natursportinfo oder www.portalU.de).

Der Deutsche Wanderverband mit der Deutschen Wanderjugend und GARMIN Deutschland GmbH setzen sich für das naturverträgliche Geocaching ein. Sie verpflichten sich, die Inhalte des Positionspapiers in der Öffentlichkeit zu verbreiten und möglichst viele Freunde für das naturverträgliche Geocaching zu finden.


 

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