Wissen, wo´s lang geht

Biosphärengebiet Schwäbische Alb übergibt Rahmenkonzept an Minister Alexander Bonde

Nach knapp zwei Jahren intensiver Arbeit in unterschiedlichen Gremien und bei verschiedenen Veranstaltungen liegt das Rahmenkonzept für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb nun vor. In festlichem Rahmen in der Schillerhalle in Dettingen an der Erms hatte die Verwaltungsorganisation des Biosphärengebietes Schwäbische Alb am 15. Juli 2012 den zukünftigen Handlungsrahmen für dieses Großschutzgebiet offiziell an Herrn Minister Alexander Bonde übergeben.

 Der Weg als Teil des Ziels: Die Eckpunkte der Marschrichtung für das Biosphärengbiet stehen fest. Das Rahmenkonzept wurde Minster Alexander Bonde feierlich übergeben. Das Konzept – sozusagen das künftige Arbeitshandbuch für das Großschutzgebiet – fordert die UNESCO von jedem Biosphärenreservat. Um zu klären, welche Entwicklungen zukünftig im Biosphärengebiet Schwäbische Alb angestoßen und gefördert werden sollen, entschied sich die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets für einen partizipativen Weg. Daher wurden mit rund 200 Akteuren neun Arbeitskreise gebildet und die Bevölkerung ausgerufenen an einem Ideenwettbewerb teil zu nehmen.

 

Sphäre-Wissen 

Alle von der UNESCO anerkannten Biosphärenreservate müssen sich ein so genanntes Rahmenkonzept geben. Im Rahmenkonzept für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb wird festgehalten, welche Entwicklungen zukünftig angestoßen und gefördert werden sollen. Es werden Leitbilder und Ziele für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb allgemein und für jedes Handlungsfeld entwickelt, aber auch konkrete Projekte vorgeschlagen, die umzusetzen sind, um diese Ziele zu erreichen. Die Aufstellung des Rahmenkonzeptes im Biosphärengebiet Schwäbische Alb wird ganz bewusst nicht als verwaltungsinterne Fachplanung erarbeitet, sondern kooperativ und konsensorientiert unter Einbeziehung der Menschen auf unterschiedlichen Beteiligungsebenen.

Im Herbst 2011 wurden Leitbilder und Entwicklungsziele für die neun verschiedenen Themenfelder Naturschutz, Tourismus und Gastronomie, Bildung, Wald und Holz, Umwelt- und Klimaschutz, Kommunale Entwicklung, historisch-kulturelles Erbe, Landwirtschaft sowie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit von den jeweiligen Arbeitskreisen des Rahmenkonzepts definiert. Die Bürgerinnen und Bürger sowie alle mitwirkenden Akteure konnten in den vergangenen vier Monaten die Ergebnisse auf der offiziellen Internetseite des Biosphärengebiets Schwäbische Alb unter www.biosphaerengebiet-alb.de einsehen.

Projektbeispiele

· Naturschutz, z.B. seltene und stark gefährdete Arten und Lebensräume der Schwäbischen Alb schützen, den Bestand sichern und ausbauen

· Tourismus und Gastronomie, z.B. Biosphärengebiet nach innen und außen durch hohe Regionalität, Servicequalität und nachweislich praktizierten Natur- und Umweltschutz auszeichnen

· Bildung für nachhaltige Entwicklung, z.B. Start einer Junior-Biosphären-Akademie

· Wald-Holz-Jagd, z.B. Biosphärenholz-Kollektion entwickeln, herstellen und vermarkten und dabei sowohl Naturschutzkriterien als auch die Idee des „Holzes der kurzen Wege“ berücksichtigen

  • · Historisch-kulturelles Erbe, z.B. Vermessung und Erfassung sämtlicher Burgen im Landkreis Esslingen und Veröffentlichung der Ergebnisse
  • · Landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten und Regionalvermarktung, z.B. Zusammenführung der Biosphären-Produkte unter einem einheitlichen Erscheinungsbild (z.B. Verpackungen) und Erschließung neuer Absatzwege
  • · Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, z.B. Biosphärengebiet Schwäbische Alb nach innen und außen gemeinsam professionell vermarkten
  • · Umwelt- und Klimaschutz, z.B. Entwicklung und Umsetzung von „Bürgerenergie“ mit Tüftlern und Forschern als Kombination verschiedener dezentraler erneuerbarer Energiegewinnungsverfahren
  • · Kommunale Entwicklung, Planung und Verkehr, z.B. Mobilitätsangebote erweitern, verbessern und neue Angebotsformen entwickeln und umsetzen

Das Rahmenkonzept gliedert sich in drei Bände. Band eins beinhaltet eine Bestandsanalyse sowie die in der Region vorhandenen Entwicklungspotentiale. Leitbilder, Entwicklungsziele und Leitprojekte sind als Kurzfassung in Band zwei dargestellt. Band drei bündelt die ausführlichen Daten zu den Leitprojekten, den Projekten und den Projektideen.

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Zum Artikel: 350 Projektideen für das Rahmenkonzept des Biosphärengebiets gesammelt >>

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1 Kommentar von "Wissen, wo´s lang geht"

  1. Hannes Huber, Pressesprecher NABU Baden-Württemberg's Gravatar Hannes Huber, Pressesprecher NABU Baden-Württemberg
    16. Juli 2012 - 08:22 | Permalink

    Zur heutigen Übergabe des Rahmenkonzeptes des Biosphärengebietes Schwäbische Alb

    NABU: Gutes Rahmenkonzept – jetzt beginnt die Arbeit
    Bürgerbeteiligung, Finanzierung und Stellenausstattung nach wie vor offen

    Dettingen an der Erms – Ambitionierte Ziele und eine gelungene Beteiligung von Bürgern und Verbänden an der Entstehung – das bescheinigt der NABU Baden-Württemberg dem neuen Rahmenkonzept des Biosphärengebietes Schwäbische Alb. Regierungspräsident Hermann Strampfer hat das Konzept heute (15.7.12) offiziell an Minister Alexander Bonde übergeben. „Der NABU hat am Rahmenkonzept mitgearbeitet und ist mit dem Ergebnis zufrieden. Damit kann das Biosphärengebiet in eine gute Zukunft starten“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann. „Es muss jedoch allen klar sein: Das Rahmenkonzept ist nur der Anfang. Jetzt gilt es, das Konzept mit Leben zu füllen und Prioritäten zu setzen, welche der Ziele und Leitprojekte zuerst angepackt werden sollen.“

    Um das Rahmenkonzept erfolgreich umzusetzen, brauche es zunächst eine klare Aussage der Landesregierung darüber, wie es nach dem Auslaufen von PLENUM (Projekt des Landes zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt) weitergehen soll. „Noch ungeklärt ist, wie Bürger und Verbände zukünftig an der Entwicklung des Biosphärengebietes beteiligt werden. Ungeklärt ist, welche Finanzmittel bereit stehen, um Leitprojekte umzusetzen. Und ungeklärt ist, wann weitere Personalstellen im Biosphärenteam geschaffen werden“, sagt Ingrid Eberhardt-Schad, Naturschutzreferentin des NABU Baden-Württemberg. Ohne zusätzliches Personal sei das Rahmenkonzept nicht umsetzbar. Bislang würden beispielsweise die Themen Land- und Forstwirtschaft, Streuobst und Schäferei von PLENUM-Mitarbeitern bearbeitet und müssten nun neu zugeordnet werden. Auch für die Themen Klimaschutz sowie Verkehr und Kommunalentwicklung gäbe es derzeit kein Personal im Biosphärenteam.

    Eberhardt-Schad erinnerte zudem daran, dass bei allen Themen Naturschutzbelange zwingend als Querschnittsaufgabe berücksichtigt werden müssen. Das sehe auch das Rahmenkonzept vor. Nur so könne das Biosphärengebiet seinem Anspruch als Modellregion für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur gerecht werden. Der NABU hoffe auf eine breite Akzeptanz und aktive Beteiligung seitens der Bevölkerung und der Besucher des Biosphärengebietes gerade auch bei der Umsetzung der Naturschutzziele, damit der besondere Wert der Region sichtbar und erlebbar wird.

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