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FREIZEIT: Die Lauter gilt als Synonym für Natur und Erholung

Das schöne Lautertal der Biosphärenalb ist bei weitem kein Unikat. 17 mal fließt ein Bächlein mit diesem Namen durch die Republik, alleine 5 mal entsprungen der Alb.

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Wer kennt es nicht – das schöne Lautertal. Durch ein traumhaftes Stück Natur windet sich das klare Bächlein über die Biosphären-Alb durch Gomadingen der Donau entgegen (Foto oben). Doch nicht jeder, der von der Lauter schwärmt, denkt automatisch an das von Ruinen gesäumte Idyll auf der Alb. Vielleicht ist jene Lauter gemeint, die in den Rhein mündet, nachdem sie gemächlich durch das Biosphärenreservat Pfälzer Wald geplätscherte war? Auch Lenningen besitzt sein eigenes Lautertal und sogar einen geschichtsträchtigen Lauter-Limes, der pfeilgerade in Donnstetten endet. Ebenso stolz sind die Blausteiner bei Ulm, auf ihr Lautertal. Die schwäbischen Flüsse Neckar, Rems, Murr und Fils werden ebenso von lauter Lautern gespeist.

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Umgangssprachlich bedeutet „lauter“ soviel wie „alles, nur“. Lauter kann auch „ehrlich, redlich“ heißen oder „rein und klar“, wie eben jene Lauter-Bächlein, in der zur Sommerszeit unsere Kleinen so gerne naturrein baden. Besonders unsere von Allergien geplagten Kinder schätzen das Wasser der Naturseen, Talsperren und eben das der glasklaren Lauter. Im Jahr 2011 warnte sogar das Umweltbundesamt: „Für Kinder unter zwei Jahren, die familiär mit Allergien vorbelastet sind, vorerst kein Babyschwimmen.“ Einer belgischen Studie zur Folge soll in schlecht belüfteten Schwimmbädern bei Kindern eine höhere Gefährdung bestehen, dass durch Chlor Asthma oder Allergien ausgelöst werden.

Also warum nicht „zurück zur Natur“ mit einem Sprung in eine Lauter? Bisweilen rümpfen unsere vom Draußen sein entfremdeten Kleinen die Nase, wenn Wasserpflanzen oder aufgewühlter Sand die klare Sicht auf den Seegrund trüben. Doch so wie im Gemüseregal die eine oder andere Schnecke im Salat den Biostatus einer Ware unterstreicht, gelten Pflanzen im Wasser als Anzeiger für sauerstoffreiches sauberes Nass – ganz ohne die gesundheitsbedenkliche chemische Keule.

Die Lauter-klare Sommerfreude gibt´s in 17 Ausführungen – vornehmlich im Süden der Republik verteilt. Sieben Mal in Baden-Württemberg, davon fünf Mal auf der Alb. In Bayern gibt es vier Lautertäler, drei in Hessen, zwei in Rheinland-Pfalz und eine Lauter in Thüringen. Ortschaften mit dem klingenden Namen Lauter gibt es sechs, nicht gerechnet das schöne Lauterach, dass sich seit 2013 wegen seines Infozentrums zum touristischen Topziel gemausert hat. Ein „Jahrhundertprojekt“ sei das gewesen, schwärmt Schultes Bernhard Ritzler von der Meisterleistung seiner Gemeinde Lauterach nahe der Donaumündung. Für die 620 Einwohner sind 240000 Euro eine Menge Geld. 40 Prozent von den 600000 Euro Gesamtkosten stemmte das kleine Dorf selbst, um das alte Sporthaus, samt Fußballplatz in eine Spiel-, Erholungs- und Erlebniswelt zu verwandeln.

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Ein kleine, wilde Welt hat die Weiße Lauter bei Gutenberg gemeinsam mit der Schwarzen Lauter bei Schlattstall erschaffen (Foto oben) – im weiteren Verlauf schlicht Lenninger Tal genannt. Besonders der Quelltopf im Kernzonenbereich bei Schlattstall ist eine Wanderreise wert. Die von Sphäre für die Gemeinde Römerstein entwickelte GPS-Tour ist an Urwald-Ambiente kaum zu überbieten: Erleben Sie die felsige Natur im dunklen und engen Erdtal. Der Trail führt vorbei am Lauter-Ursprung in Schlattstall hinauf durch die wilde und dunkle Lange Steige – gesäumt von Blockhalden und alten Baumriesen. Hier können Wanderer Kernzone erleben – Biosphäre pur. Der weite Weg der Lauter durchs Lenninger Tal übrigens ist auch für Wanderradler bestens erschlossen. Nicht verkehrslaut, sondern leise wie das Surren einer Fahrradkette führt eine asphaltierte Biker-Strecke am Fuße der malerischen Burg Teck vorüber.

Ebenso scheinbar von Künstler Hand arrangiert wirkt das Naturidyll Lauter bei Blaustein. Steile, felsdurchsetzte Hänge begleiten den Flusslauf, teils mit naturnahen Waldbeständen, teils mit artenreichen Halbtrockenrasen und Steinschuttfluren. Oberhalb des Ortes Lautern entspringt in einem Karstquelltopf die Kleine Lauter. Mit 600 Litern pro Sekunde ist sie eine der stärksten Quellen der Alb. Das klare Wasser schlängelt sich durch Wiesen, um sich später bei Herrlingen in die Blau zu ergießen. Die herrliche Landschaft, aber auch das Vorkommen zahlreicher gefährdeter Tier- und Pflanzenarten macht das Gebiet zu einem Kleinod. Daher gilt eine Fläche von rund 280 Hektar seit 1995 als Naturschutzgebiet.

Einen publikumsträchtigen Schutzstatus genießt auch die Lauter entlang der deutsch-französischen Grenze im Pfälzerwald. Diese Region ist wie die Alb mit dem UNESCO-Titel Biosphärenreservat schon seit 1992 geadelt. Fahrvergnügen pur verspricht hier der deutsch-französische Radweg von Hinterweidenthal mit seinem markanten Teufelstisch über das elsässische Grenzstädtchen Wissembourg bis nach Neuburg am Rhein.

Printausgabe: Sphäre 2/2014, Seite 6-7 / WEBcode #14207

Weiterführende Links

Schönes Lautertal zwischen Gomadingen und der Donau

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