{"id":10073,"date":"2022-12-20T17:28:28","date_gmt":"2022-12-20T16:28:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=10073"},"modified":"2022-12-09T12:13:51","modified_gmt":"2022-12-09T11:13:51","slug":"feldstetten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=10073","title":{"rendered":"Feldstetten"},"content":{"rendered":"<p><b><\/b><b><span class=\"Apple-style-span\" style=\"font-weight: normal;\"><b>Der Schatz im H\u00f6llenloch<\/b><\/span><\/b><\/p>\n<p><b><!--more--><\/b><\/p>\n<p><strong><b>\t\t<div id=\"maps-marker-pro-56469a1b\" class=\"maps-marker-pro\" style=\"width: 100%;\">\n\t\t\t<div id=\"mmp-map-wrap-56469a1b\" class=\"mmp-map-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-panel-56469a1b\" class=\"mmp-panel\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-map-56469a1b\" class=\"mmp-map\" style=\"height: 400px;\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/b><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span style=\"color: #800000;\"><b><\/b><b>Der Schatz im H\u00f6llenloch<\/b><\/span><\/h2>\n<p>Vor langer, langer Zeit begegneten Leute aus Feldstetten einem Fremden, dessen Verhalten ihnen recht seltsam erschien. Der Mann war gekleidet wie ein Gelehrter und lief Tag und Nacht auf den Feldern umher, seine W\u00fcnschelrute in der Hand, als ob er etwas suchen wollte. Auch murmelte er immerfort sonderbare Gebete und machte eigenartige Zeichen dazu. Schlie\u00dflich kam er an jene Stelle, wo sich heute das H\u00f6llenloch befindet. Da warf er pl\u00f6tzlich die W\u00fcnschelrute beiseite und begann wie wild zu graben. Und wirklich, bald stie\u00df er auf eine eiserne Truhe voller Gold. Die Bauern meinten, der Schatz geh\u00f6re dem Teufel. Der fremde aber k\u00fcmmerte sich nicht um das Gerede, lud die Truhe auf seinen Wagen und fuhr davon.<\/p>\n<p>Erst nach vielen Jahren kehrte der Mann wieder zur\u00fcck zu der Stelle, wo er einst den Schatz gefunden hatte. Sein Anblick erschreckte die Leute zutiefst: Der Fremde war alt und gebrechlich geworden, voller Unruhe und Angst. Aus hohlen Augen blickte er scheu und furchtsam um sich, ging den Menschen aus dem Weg und strich nur immer um das Loch, das er einst gegraben hatte. In der Nacht zu einem Freitag, als es im nahen Feldstetten zw\u00f6lf Uhr schlug, h\u00f6rte ein Sch\u00e4fer, der in der N\u00e4he jenes Platzes seine Herde h\u00fctete, pl\u00f6tzlich ein herzzerrei\u00dfendes Jammergeschrei und sah aus dem Loche Flammen schlagen, als ob Blitze gen Himmel fahren w\u00fcrden. Er wagte es nicht, in der Finsternis die Stelle aufzusuchen und erst, als der Tag anbrach, versah er sich mit heiligen Dingen, einem Kreuz und einem Weihwasserkesselchen, und schaute nach dem Loch. Da entdeckte er, dass der Boden sich tief gesenkt hatte. Schaudernd blickte er in den dunklen Schlund und als er einen Stein hinabwarf, h\u00f6rte er ihn wohl von Fels zu Fels springen, konnte aber nicht wahrnehmen, ob er am Grunde der H\u00f6hle aufschlug. Die Leute vernahmen mit Grauen die Schilderung des Sch\u00e4fers und glaubten, jener Fremde habe dem Teufel einst seine Seele verschrieben, um den Schatz zu erlangen und sein nun von ihm geholt worden. Fortan nannte man den Erdspalt das \u201eH\u00f6llenloch\u201c.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter h\u00fcteten einmal Buben aus Feldstetten ihre Rosse auf dem Weideplatz beim H\u00f6llenloch. Aus Kurzweil warfen sie Steine in den Schlund und lauschten dem Aufprall. Da war ihnen, als ob die Steine auf Eisen tr\u00e4fen. Der Frieder erinnerte sich, vom krummen Hannes die Geschichte der Schatzsuche vernommen zu haben und meinte, da unten warte die Goldtruhe nur darauf, geborgen zu werden. Den Buben schwindelte bei dem Gedanken an den Reichtum, den man erlangen konnte und schlie\u00dflich erbot sich der kecke Frieder, in das Loch zu steigen. Sie banden die Z\u00e4ume der Pferde aneinander und lie\u00dfen an diesen den Buben in die H\u00f6hle hinab. Der Frieder glitt in das Dunkel und schon f\u00fcrchteten sie, er bliebe f\u00fcr immer verschwunden, da r\u00fcttelte er am Strick und sie zogen ihn wieder ans Tageslicht. Der Schatz sei da, man brauche ihn nur zu holen, sagte er, als die andern ihn aufgeregt umringten und begann zu erz\u00e4hlen: Als sich seine Augen an die Dunkelheit gew\u00f6hnt hatten, sah er auf dem Grunde des Loches eine gro\u00dfe Eisenkiste stehen, auf der sa\u00df ein schwarzer Pudel mit feurigen Augen. Er aber zeigte keine Furcht und lie\u00df sich weiter hinab. Als er dem Tier nahe kam, wich dieses knurrend zur\u00fcck und sprang von der Truhe herab. Fast konnte er den Schatz ber\u00fchren, aber da war der Strick zu Ende.<\/p>\n<p>Die Buben verabredeten, \u00fcber alles zu schweigen und anderntags mit einem l\u00e4ngeren Strick das Wagnis zu wiederholen. Als sie aber an den Ort kamen, hatte sich \u00fcber Nacht das Loch geschlossen. Da sprach der Frieder: \u201eTu dich auf in Gottes Namen!\u201c Aber die Felsen blieben beieinander. \u201eTu dich auf in keines Namen!\u201c sagte daraufhin der Bub. Wieder blieb alles still. Erst als er zum Entsetzen der anderen rief: \u201eTu dich auf in Teufels Namen!\u201c, wichen die Felsw\u00e4nde auseinander. Wieder wurde der Frieder in die Tiefe hinabgelassen. Die Buben oben warteten lange Zeit auf das verabredete Zeichen, aber sie h\u00f6rten nur ein dumpfes Ger\u00e4usch im Erdinneren, wie wenn es in weiter Ferne donnert. Pl\u00f6tzlich flog eine Schar Raben wild kr\u00e4chzend \u00fcber ihre K\u00f6pfe hinweg. Da erschraken sie, warteten nicht l\u00e4nger und zogen am Strick. Doch der war ganz leicht und als sein Ende aus dem Dunkel tauchte, da war gewiss, was sie bef\u00fcrchtet hatten: Der Frieder blieb verschwunden.<\/p>\n<p>Seither meiden Menschen und Tiere den Ungl\u00fccksort und man erz\u00e4hlt, des Nachts k\u00f6nne man zuweilen ein dumpfes Rollen und kl\u00e4gliches Heulen aus dem H\u00f6llenloch heraufdringen h\u00f6ren. Dann qu\u00e4le der B\u00f6se seine beiden Opfer.<\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\">Aus: Der Schatz im Berg. Sagen aus den Kreisen Reutlingen und T\u00fcbingen (2007)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #888888;\">Zusammengestellt von: Steffen Dirschka, Stadtarchivar M\u00fcnsingen<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Schatz im H\u00f6llenloch<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[82],"tags":[],"class_list":["post-10073","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anekdoten-sagen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10073","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10073"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10073\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10121,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10073\/revisions\/10121"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10073"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10073"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10073"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}