{"id":10145,"date":"2010-10-22T12:00:25","date_gmt":"2010-10-22T10:00:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=10145"},"modified":"2014-10-22T12:44:48","modified_gmt":"2014-10-22T10:44:48","slug":"dettingen-teck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=10145","title":{"rendered":"Dettingen Teck"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sibylle von der Teck<\/strong><\/p>\n<p><strong><!--more--><\/strong><\/p>\n<p><b>\t\t<div id=\"maps-marker-pro-3c0425b0\" class=\"maps-marker-pro\" style=\"width: 100%;\">\n\t\t\t<div id=\"mmp-map-wrap-3c0425b0\" class=\"mmp-map-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-panel-3c0425b0\" class=\"mmp-panel\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-map-3c0425b0\" class=\"mmp-map\" style=\"height: 400px;\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span style=\"color: #800000;\">Sibylle von der Teck<\/span><\/h2>\n<p>Vor uralten Zeiten, so wird erz\u00e4hlt, wohnte in einem pr\u00e4chtigen Felsenschloss auf dem Teckberg eine Frau, die \u00fcber besondere F\u00e4higkeiten verf\u00fcgte: Sie hatte die Macht, Krankheiten und Gebrechen zu heilen, und besa\u00df die Gabe, Ereignisse vorhersagen zu k\u00f6nnen, die anderen Menschen die dunkle Zukunft noch verh\u00fcllte.<br \/>\nSibylle von der Teck hie\u00df die Frau, und da sie ein g\u00fctiges Herz hatte, kamen viele zu ihr, um Rat, Trost und Hilfe zu holen. Sie besa\u00df viele Reicht\u00fcmer und Sch\u00e4tze, und wenn sie Menschen in Not und Armut Wusste, so z\u00f6gerte sie nicht, herzuschenken, was sie entbehren konnte.<br \/>\nIhre Liebe und G\u00fcte schienen unersch\u00f6pflich, und die Leute, denen sie beigestanden war, sprachen oft von ihr, Gewiss, sie hatten die Hilfe erhalten, die sie brauchten, aber mit Betroffenheit und leisem Grauen erinnerten sie sich der Augenblicke, in denen Sibylle still und verschlossen ihren Blick auf sie richtete, so, als ob sie durch sie hindurch in eine weite, unbekannte Ferne blickte. Dann wussten sie, dass sie versuchte, zu erkennen, was die Zukunft den Augen der anderen noch verbarg.<br \/>\nAuch in ihrem Aussehen unterschied sie sich von den Bauersfrauen, die sie besuchten. Sie war von hoher, stolzer Gestalt und trug ein einfaches wei\u00dfes Gewand, das bis zur Erde reichte. Das Besondere an ihr aber waren die Augen, die traurig sein konnten, weil sie oft Kummer und Sorgen der Zukunft erkannten, die aber auch g\u00fctig und heiter blicken konnten, wenn Sibylle den verwirrt und unbeholfen gestammelten Dank der Beschenkten entgegennahm.<br \/>\nDie Menschen, die im Land um die Teck wohnten, waren zufrieden und gl\u00fccklich, bis sich eines Tages zeigte, dass die drei S\u00f6hne der weisen Frau nur B\u00f6ses im Sinne hatten. Sie wohnten zuerst in ihrem Schloss auf dem Wielandstein, bekamen dann aber Streit und schieden im Unfrieden. Der \u00c4lteste baute sich auf dem Teckberg eine Burg, der zweite blieb auf dem Wielandstein, und der dritte errichtete eine Burg auf dem Diepoldsfelsen. Eines hatten aber alle drei gemeinsam: Es gefiel ihnen, andere zu berauben, zu \u00e4ngstigen, zu qu\u00e4len. \u00c4ngstlich verschlossen die Bauern die T\u00fcren, denn sie waren nie sicher vor einem \u00dcberfall. Oft mussten sie<br \/>\nfronen und hatten kaum Zeit, die eigenen Felder zu bestellen. Und trug der Acker reiche Fr\u00fcchte, so wurde ihnen der Lohn ihrer Arbeit weggenommen. Schlimmer noch aber erging es den Kaufleuten, die mit ihren Handelswagen durchs Lenninger Tal zogen. Pl\u00f6tzlich brachen aus Verstecken Kriegsleute hervor, rissen die Knechte von den Wagen, erschlugen und erstachen, was sich wehrte, und f\u00fchrten die Beute in ihre Burg. Die Kaufherren wurden in dunkle Verliese geworfen, wo sie oft lange ausharren mussten, bis ihre Angeh\u00f6rigen L\u00f6segeld zahlten. Und waren diese dazu nicht in der Lage, so mussten die Gefangenen ihr ganzes Leben lang im Kerker schmachten.<br \/>\nAm \u00e4rgsten trieb es der j\u00fcngste, der auf dem Diepoldsfelsen hauste. Er war noch habgieriger und grausamer als seine beiden Br\u00fcder, und das Volk f\u00fcrchtete ihn am meisten. Man nannte ihn und seine Burg den Rauber. Er schreckte auch nicht davor zur\u00fcck, seine eigene Mutter zu bestehlen.<br \/>\nSibylle sch\u00e4mte sich ihrer missratenen S\u00f6hne. Sosehr sie sich bem\u00fchte, das von ihnen begangene Unrecht gutzumachen, so sehr erf\u00fcllten sie Kummer und Verzweiflung. Endlich fasste sie den Entschluss, ihre Heimat zu verlassen.<br \/>\nEines Abends, so wird erz\u00e4hlt, fuhr sie mit einem feurigen Wagen, der von riesigen wilden Katzen gezogen wurde, zum Felsentor hinaus. Durch die Luft ging die Fahrt hinunter ins Tal. Ihre roten Haare flatterten im Fahrtwind und spr\u00fchten Funken. Quer \u00fcber die Talaue lenkte sie den Wagen hin\u00fcber nach Beuren, und dort auf einem H\u00fcgel wurde sie zum letzten Mal gesehen. Seitdem hei\u00dft der Ort \u201eSibyllenkappel\u201c.<br \/>\nSelbst auf ihrer Flucht tat sie Gutes: Heute noch ist ihre Wagenspur zu sehen, denn dort tr\u00e4gt das Korn mehr Frucht, und sogar das Laub der B\u00e4ume und Weinreben, \u00fcber die sie fuhr, ist das sch\u00f6nste der ganzen Gegend.<br \/>\nWie ihre S\u00f6hne endeten, wei\u00df niemand. Sicher aber haben die Unterdr\u00fcckten sich schlie\u00dflich zusammengetan und sich gewehrt, und heute zeugen nur noch traurige Mauerreste von den einst so m\u00e4chtigen Burgen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"Apple-style-span\" style=\"color: #888888;\"><em>Zur Verf\u00fcgung gestellt vom\u00a0<span style=\"color: #000000;\"><a href=\"http:\/\/www.albengel-otto-hoffmeister-haus.de\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #000000;\">Albengel am Schopflocher Moor<\/span><\/a><\/span>, besser als Otto-Hoffmeisterhaus bekannt<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sibylle von der Teck<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[82],"tags":[],"class_list":["post-10145","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anekdoten-sagen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10145"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10145\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10166,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10145\/revisions\/10166"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}