{"id":10384,"date":"2014-12-04T18:21:23","date_gmt":"2014-12-04T17:21:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=10384"},"modified":"2014-12-04T18:22:34","modified_gmt":"2014-12-04T17:22:34","slug":"kranker-wald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=10384","title":{"rendered":"Kranker Wald"},"content":{"rendered":"<p><em>Waldzustand gegen\u00fcber Vorjahr verschlechtert<\/em><\/p>\n<p><strong>Der Patient Wald leidet unter dem Klimawandel<\/strong><\/p>\n<p>Der j\u00e4hrliche Waldzustandsbericht dokumentiert den Gesundheitszustand des Waldes. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Ergebnisse bei fast allen Baumarten verschlechtert. <!--more-->\u201eDer j\u00e4hrliche Waldzustandsbericht ist vergleichbar mit einem Blutbild. In diesem Jahr zeigt sich, dass es dem Patienten Wald wieder etwas schlechter geht. Bei vielen Baumarten, insbesondere der Fichte und der Buche, haben sich die Kronensch\u00e4den verst\u00e4rkt. Wir m\u00fcssen leider davon ausgehen, dass hier bereits Auswirkungen der Klimaerw\u00e4rmung im Wald sichtbar werden\u201c, sagte Forstminister Alexander Bonde, am Donnerstag (4. Dezember) bei der Vorstellung des Waldzustandsberichtes 2014 in Stuttgart.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7591\" alt=\"Winter_baum_84FB8547\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Winter_baum_84FB8547.jpg\" width=\"320\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Winter_baum_84FB8547.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Winter_baum_84FB8547-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Winter_baum_84FB8547-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Besonders die warme und trockene Fr\u00fchjahrswitterung und das insgesamt sehr warme Jahr 2014 haben dem Wald zugesetzt. Zudem f\u00fchrten Schadinsekten und ein starker Fruchtbehang zu weiteren Belastungen. \u201eDie Luftreinhaltema\u00dfnahmen der letzten Jahrzehnte haben gewirkt, sie sind nicht die Ursache der heutigen Schadbilder. Was unser Wald jetzt dringend braucht, sind weitere Anstrengungen im Klimaschutz. Gr\u00fcn-Rot hat mit dem Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept ein umfangreiches und engagiertes Ma\u00dfnahmenpaket vorgelegt. Wir ben\u00f6tigen endlich auch auf nationaler und internationaler Ebene eine Klimaschutzpolitik, die diesen Namen verdient. Es reicht nicht aus, die Folgen des Klimawandels nur zu verwalten, wie es die Bundesregierung derzeit tut, indem sie Kohlendioxidschleudern wie Kohlekraftwerke unver\u00e4ndert weiterlaufen l\u00e4sst\u201c, so Bonde.<\/p>\n<p><strong>Mehr Waldfl\u00e4che gesch\u00e4digt<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDer Anteil der Waldfl\u00e4che in Baden-W\u00fcrttemberg, der als deutlich gesch\u00e4digt einzustufen ist, nahm im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozentpunkte auf 42 Prozent zu. Besonders deutlich ist die Abnahme der nicht gesch\u00e4digten Waldbest\u00e4nde von 33 Prozent auf aktuell 24 Prozent. Der mittlere Nadel-\/Blattverlust der B\u00e4ume erh\u00f6hte sich um 4 Prozentpunkte auf 26 Prozent. Damit hat sich die tendenzielle Verbesserung des Waldzustandes der letzten Jahre nicht fortgesetzt\u201c, so der Minister. Die vorteilhaften \u00f6kologischen Eigenschaften gegen\u00fcber dem Klimawandel zeigen sich bei der Tanne. \u201eDurch ihr Wurzelsystem kann die Tanne auch tiefere Bodenschichten erschlie\u00dfen und ist damit weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Trockenphasen. Dementsprechend hat sich der mittlere Nadelverlust um vergleichsweise moderate 2 Prozentpunkte auf 25 Prozent erh\u00f6ht \u2013 deutlich weniger als bei der flach wurzelnden Fichte\u201c, so Bonde. Die Fichte ist zwar weiterhin die Hauptbaumart mit den geringsten Nadel-\/Blattverlusten. Der Nadelverlust der Fichte erh\u00f6hte sich jedoch dieses Jahr um vier Prozentpunkte auf 23 Prozent. Nachdem die Eiche in den letzten Jahren unter verschiedenen Raupen und Mehltau gelitten hatte, verbesserte sich ihr Zustand nun um knapp einen Prozentpunkt auf 29 Prozent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sorgenkind Buche \u2013 auffallend viele Bucheckern<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4838\" alt=\"baum_totholz_IMG_0731\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/baum_totholz_IMG_0731.jpg\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/baum_totholz_IMG_0731.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/baum_totholz_IMG_0731-160x120.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/baum_totholz_IMG_0731-140x105.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Auch der Zustand der Buche verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich, der mittlere Blattverlust erh\u00f6hte sich auf 35 Prozent \u2013 plus 6 Prozentpunkte. \u201eSorgebereitet uns auch dieses Jahr die Buche. Sie ist die aktuell die am st\u00e4rksten betroffene Baumart. Dies ist im langj\u00e4hrigen Vergleich umso besorgniserregender. Bis kurz vor der Jahrhundertwende waren die Ergebnisse der Buchen immer deutlich besser als der Durchschnitt. Seither beobachten wir einen deutlichen Anstieg der Sch\u00e4den mit starken j\u00e4hrlichen Schwankungen. Die Ursachen hierf\u00fcr sind noch nicht klar. Auffallend ist die h\u00e4ufige, extrem starke Fruchtbildung bei der Buche, die zu einem schlechten Kronenzustand beitr\u00e4gt. Waldbesucherinnen und Waldbesucher sehen in diesem Jahr auff\u00e4llig viele Bucheckern. Dies konnten wir in der Vergangenheit nicht in diesem Ma\u00dfe beobachten\u201c, sagte Bonde. Ein Grund k\u00f6nnten die deutlich steigenden Jahresdurchschnittstemperaturen und die dadurch verl\u00e4ngerte Vegetationszeit sein. Weitere Gr\u00fcnde f\u00fcr den Zustand der Buchen sind Insektensch\u00e4den und regionale Sp\u00e4tfrostsch\u00e4den.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Waldumbau muss weitergehen<\/strong><\/p>\n<p>In den vergangenen 20 Jahren wurde der Anteil an Laubb\u00e4umen in den W\u00e4ldern Baden-W\u00fcrttembergs von etwa 36 Prozent kontinuierlich auf knapp 47 Prozent erh\u00f6ht. \u201eDas ist eine sehr positive Entwicklung in einer f\u00fcr den Wald sehr kurzer Zeit. Denn Laub- und Laubmischw\u00e4lder erschlie\u00dfen den Boden mit ihren Wurzeln tiefer und intensiver als Nadelbaumarten. Sie sind damit auch stabiler gegen\u00fcber Umwelteinfl\u00fcssen und Witterungsschwankungen. Zum Waldumbau gibt es auch angesichts des Klimawandels keine Alternative. Wir ben\u00f6tigen daf\u00fcr weiter einen langen Atem\u201c, so Bonde. Dass man auch hierbei nicht vor allen Risiken gefeit ist, zeigt die Entwicklung bei der Buche und der Esche.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span style=\"color: #800000;\">Sph\u00e4re-Wissen:<\/span><\/h2>\n<p>Der j\u00e4hrliche Waldzustandsbericht ist aus den Waldschadensberichten der 1980er Jahre hervorgegangen. Heute ist dies ein umfassender Umwelt- und \u00d6kosystembericht, der den Zustand unserer W\u00e4lder, den auf gro\u00dfer Fl\u00e4che naturnahsten Lebensr\u00e4umen, umfassend darstellt. Der Bericht wird j\u00e4hrlich von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg erstellt.<\/p>\n<p>Der Waldzustandsbericht stellt eine breite Synopse der Entwicklungen der S\u00e4ure- und Stickstoffbelastung, der Bodenentwicklung, der N\u00e4hrstoffversorgung der B\u00e4ume und des Nadel-\/Blattverlusts als Indikator f\u00fcr die Waldgesundheit vor. Damit werden die in unterschiedlichen fachlichen Bereichen des forstlichen Umweltmonitorings erhobenen Datenreihen miteinander in Beziehung gesetzt und Wechselwirkungen zwischen diesen interpretiert. Der Waldzustandsbericht erm\u00f6glicht langj\u00e4hrige Entwicklungen aufzuzeigen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Kurzzeitige \u00c4nderungen des Vitalit\u00e4tszustandes einzelner Baumarten treten dabei in den Hintergrund.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zu den Themen Naturschutz und Waldbewirtschaftung sowie den Waldzustandsbericht 2014 finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums f\u00fcr L\u00e4ndlichen Raum und Verbraucherschutz unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de.<\/p>\n<p>Der Bericht und weitere Informationen zur Arbeit des Landesbetriebs ForstBW und der FVA sind unter www.forstbw.de oder www.fva.de sowie auf der Seite des Ministeriums f\u00fcr L\u00e4ndlichen Raum und Verbraucherschutz unter\u00a0www.mlr-bw.de im Bereich Brosch\u00fcren abrufbar.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/mlr.baden-wuerttemberg.de\/fileadmin\/redaktion\/m-mlr\/intern\/dateien\/PDFs\/Wald\/Waldzustandsbericht_2014.pdf\" target=\"_blank\">Hier k\u00f6nnen Sie den Waldzustandsbericht 2014 (7,18 MB) als PDF abrufen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Waldzustand gegen\u00fcber Vorjahr verschlechtert Der Patient Wald leidet unter dem Klimawandel Der j\u00e4hrliche Waldzustandsbericht dokumentiert den Gesundheitszustand des Waldes. 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