{"id":11516,"date":"2016-01-28T15:18:26","date_gmt":"2016-01-28T14:18:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=11516"},"modified":"2016-01-28T15:19:23","modified_gmt":"2016-01-28T14:19:23","slug":"steinzeitmensch-schlauer-als-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=11516","title":{"rendered":"Steinzeitmensch schlauer als gedacht"},"content":{"rendered":"<p><em>Der fr\u00fche Mensch wurde lange untersch\u00e4tzt<\/em><\/p>\n<p>Die Fundstelle Sch\u00f6ningen ver\u00e4nderte unser Bild der menschlichen Evolution in der Altsteinzeit\u00a0 \u2012 Im Sonderband des\u00a0Journal of Human Evolution\u00a0ziehen Wissenschaftler Bilanz.<!--more--><\/p>\n<div id=\"attachment_11517\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11517\" class=\"wp-image-11517 size-full\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Jordi_Serangeli_Schoeningen_Menschheitsgeschichte.jpg\" alt=\"Jordi_Serangeli_Schoeningen_Menschheitsgeschichte\" width=\"320\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Jordi_Serangeli_Schoeningen_Menschheitsgeschichte.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Jordi_Serangeli_Schoeningen_Menschheitsgeschichte-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Jordi_Serangeli_Schoeningen_Menschheitsgeschichte-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><p id=\"caption-attachment-11517\" class=\"wp-caption-text\">Die Schichtenabfolge auf der Fundstelle Sch\u00f6ningen f\u00fchrt bis zu 300.000 Jahre in die Menschheitsgeschichte zur\u00fcck. Foto: Jordi Serangeli<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Menschen der Altsteinzeit waren dem modernen Menschen sehr viel \u00e4hnlicher als lange angenommen: Der\u00a0Homo heidelbergensis\u00a0verf\u00fcgte bereits \u00fcber die Techniken f\u00fcr ausgefeilte Waffen und Werkzeuge. Er lebte in einem Sozialgef\u00fcge, in dem man gemeinsam jagte, Arbeitsteilung praktizierte und kommunizierte \u2012 alles Eigenschaften, die sonst nur dem modernen Menschen zugeschrieben wurden. Dass wir den\u00a0Homo heidelbergensis\u00a0heute nicht l\u00e4nger untersch\u00e4tzen, ist einem Fundplatz im nieders\u00e4chsischen Sch\u00f6ningen zu verdanken: Der ehemalige Braunkohletagebau gilt weltweit als Schl\u00fcsselfundplatz f\u00fcr das Pal\u00e4olithikum und hat unser Bild der damaligen Zeit grundlegend ver\u00e4ndert. Seit 1994 geben hier zahlreiche Funde Aufschluss \u00fcber Klima, Umwelt und Leben vor 300.000 Jahren. Seit 2008 f\u00fchrt die Universit\u00e4t T\u00fcbingen unter der Leitung von Professor Nicholas J. Conard und Dr. Jordi Serangeli in enger Kooperation mit dem Nieders\u00e4chsischen Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege dort Ausgrabungen durch.<br \/>\nErstmals pr\u00e4sentiert nun ein Sonderband des renommierten\u00a0Journal of Human Evolution\u00a0 umfassend die Grabungsfunde. So werden die \u00e4ltesten, vollst\u00e4ndig erhaltenen Speere der Welt, deren Fund als einmalig gilt, einzeln und im Kontext mit Stein- und Knochenartefakten vorgestellt. Sie wurden auf einem altsteinzeitlichen Schlachtplatz gefunden und zeigen, dass die Menschen in Sch\u00f6ningen als erfolgreiche J\u00e4ger in der Lage waren, zu planen und gemeinsam vorzugehen.<br \/>\nHolz-, Stein- sowie Tierknochenartefakte geben Aufschluss dar\u00fcber, wie die Menschen vor 300.000 Jahren wirtschafteten. Unter den bearbeiteten Knochen fand sich auch ein Oberarmknochen der eurasischen S\u00e4belzahnkatze (Homotherium latidens), der als Schlagwerkzeug diente. Damit ist er der weltweit einzige Knochen eines solchen Tieres, der vom Mensch zu einem Werkzeug umfunktioniert wurde. Nicht zuletzt konnten durch die Funde Natur- und Klimaver\u00e4nderungen \u00fcber die Jahrtausende hinweg rekonstruiert werden.<\/p>\n<p>Lange ging man davon aus, dass in Sch\u00f6ningen die fr\u00fchesten Belege f\u00fcr Feuernutzung in Europa gefunden wurden. Die T\u00fcbinger Wissenschaftler kommen nach dem Einsatz von modernen Untersuchungsmethoden (Mikromorphologie, Fourier-Transformations-Infrarotspektrometer, organische Petrologie und Thermolumineszenz) nun aber zu dem Schluss, dass es sich bei den Fundst\u00e4tten nicht um Feuerstellen handelt. \u201eDies wirft die Frage auf, ob die Menschen das eiszeitliche Mitteleuropa eventuell auch ohne Feuernutzung besiedelt haben k\u00f6nnten\u201c, sagt Professor Christopher Miller vom Institut f\u00fcr Naturwissenschaftliche Arch\u00e4ologie der Universit\u00e4t T\u00fcbingen und dem Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP).<br \/>\n\u201eDie einzigartigen und in hoher Qualit\u00e4t erhaltenen Grabungsfunde haben zu einem Paradigmenwechsel \u2013 dem sogenannten Sch\u00f6ningen-Effekt \u2013 in unserer Sicht auf die menschliche Evolution in der Altsteinzeit gef\u00fchrt\u201c, sagt Professor Nicholas J. Conard, Leiter der Abteilung f\u00fcr \u00c4ltere Urgeschichte und Quart\u00e4r\u00f6kologie der Universit\u00e4t T\u00fcbingen und Mitglied des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der fr\u00fche Mensch wurde lange untersch\u00e4tzt Die Fundstelle Sch\u00f6ningen ver\u00e4nderte unser Bild der menschlichen Evolution in der Altsteinzeit\u00a0 \u2012 Im Sonderband des\u00a0Journal of Human Evolution\u00a0ziehen Wissenschaftler Bilanz.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11517,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-11516","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11516","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11516"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11516\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11521,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11516\/revisions\/11521"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11517"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11516"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11516"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11516"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}