{"id":11822,"date":"2016-07-07T09:43:16","date_gmt":"2016-07-07T07:43:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=11822"},"modified":"2016-07-07T09:45:14","modified_gmt":"2016-07-07T07:45:14","slug":"glyphosatrueckstaenden-im-urin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=11822","title":{"rendered":"Glyphosatr\u00fcckst\u00e4nde im Urin"},"content":{"rendered":"<p>Der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat bleibt in Europa f\u00fcr weitere 18 Monate zugelassen. Einen Tag vor Ablauf der Zulassung Ende Juni 2016 hat die EU-Kommission die weitere Verwendung genehmigt. <!--more--><\/p>\n<p><em>Glyphosat-Untersuchung: 75 Prozent der Deutschen deutlich belastet<\/em><\/p>\n<p>Eine am 4. M\u00e4rz 2016\u00a0in Berlin vorgestellte Datenerhebung zu Glyphosatr\u00fcckst\u00e4nden im Urin weist eine deutliche Belastung von \u00fcber dreiviertel der Bundesbev\u00f6lkerung mit Glyphosat nach.<br \/>\nDemnach liegt bei 75 Prozent der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger die Belastung mit mindestens 0,5 ng\/ml um ein F\u00fcnffaches h\u00f6her als der Grenzwert f\u00fcr Trinkwasser mit 0,1 ng\/ml zul\u00e4sst. Ein Drittel der Bev\u00f6lkerung hat sogar eine 10-fache bis zu 42-fache Menge der f\u00fcr Trinkwasser zul\u00e4ssigen Grenzwerte im Urin.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2393\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/blumenwiese_IMG_9900.jpg\" alt=\"blumenwiese_IMG_9900\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/blumenwiese_IMG_9900.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/blumenwiese_IMG_9900-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/blumenwiese_IMG_9900-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Die h\u00f6chsten Belastungen lie\u00dfen sich nach Altersgruppen aufgeschl\u00fcsselt bei Kindern von 0-9 und Kindern\/Jugendlichen von 10-19 Jahren nachweisen, nach Berufsgruppen vor allem bei Landwirten. Fleischessende Studienteilnehmer, sogenannte Mischk\u00f6stler, wiesen h\u00f6here Belastungen als Vegetarier und Veganer auf. Bio-Esser sind weniger belastet als Menschen, die sich konventionell ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>Insgesamt lie\u00dfen sich bei 99,6 Prozent von insgesamt 2009 Probanden eindeutig verifizierbare Glyphosatr\u00fcckst\u00e4nde nachweisen. An der Erhebung nahmen Freiwillige aus allen Postleitzahlenbereichen der Republik im Rahmen der Urinale 2015 teil, einer Aktion der B\u00fcrgerinitiative Landwende und der Bio-Supermarktkette Basic. Die Analyse der Proben wurde von den Teilnehmern mit jeweils 50 Euro (??) selbst bezahlt.<\/p>\n<p>Johannes Heimrath von der B\u00fcrgerinitiative Landwende erkl\u00e4rte:&#8220;Mit dieser Aktion wollten wir herausfinden, wie weit Glyphosat bereits in die Umwelt vorgedrungen ist. Bisherige Untersuchungen basierten stets nur auf kleinen Datenmengen im zweistelligen Bereich. Nun haben wir \u00fcber 2000 Datens\u00e4tze, und 99,6 Prozent der Proben enthalten Glyphosat \u2013 das hei\u00dft, wir alle sind belastet. Bei Bier kann ich entscheiden, ob ich Alkohol zu mir nehme oder nicht. Diese Freiheit habe ich demnach bei Glyphosat nicht \u2013 und ob das gesundheitsgef\u00e4hrdend ist oder nicht, kann bis heute niemand mit Sicherheit sagen. Da die Beh\u00f6rden es bisher vers\u00e4umt haben, so eine Feldstudie zu machen, musste es eben die Zivilgesellschaft selbst in die Hand nehmen.&#8220;<\/p>\n<p>Die von der emeritierten Veterin\u00e4rmedizinerin Prof. Monika Kr\u00fcger betreute und vom akkreditierten Labor BioCheck-Holzhausen\u00a0 durchgef\u00fchrte Untersuchung ist die weltweit gr\u00f6\u00dfte bisher durchgef\u00fchrte Felduntersuchung zum Nachweis von Glyphosat in Urinen.<\/p>\n<p>&#8222;Die durchgef\u00fchrte Untersuchung best\u00e4tigt die Ergebnisse des Umweltbundesamtes, dass Glyphosat im Urin bei einem Gro\u00dfteil der deutschen Probanden nachweisbar ist&#8220;, stellte Monika Kr\u00fcger fest. &#8222;Es ist die zahlenm\u00e4\u00dfig bisher gr\u00f6\u00dfte Untersuchung dieser Art weltweit und mit Probanden aus ganz Deutschland. Die nachgewiesenen Glyphosatkonzentrationen in den Urinen belegen eine erhebliche Belastung der Probanden. Zur gesundheitlichen Bedeutung dieser Ergebnisse m\u00fcssen weitergehende wissenschaftliche Untersuchungen durchgef\u00fchrt werden, um Zusammenh\u00e4nge zwischen der Belastung mit Glyphosat durch Lebensmittel, durch Trinkwasser, durch beruflichen Kontakt etc. und dem Gesundheitsstatus sowie bestimmten Erkrankungen in der Bev\u00f6lkerung zu erkennen&#8220;, so Kr\u00fcger.<\/p>\n<p>Der Sprecher f\u00fcr Gentechnik- und Bio\u00f6konomiepolitik der gr\u00fcnen Bundestagsfraktion und Agrarexperte Harald Ebner MdB sagte: &#8222;Bei Glyphosat darf es kein Weiter-So geben. Dass fast jeder von uns das Pflanzengift im K\u00f6rper hat, hei\u00dft f\u00fcr mich ganz klar, dass es jetzt keine \u00fcberst\u00fcrzte Neuzulassung bis 2031 geben darf. Denn die gesundheitlichen Folgen von Glyphosat sind umstrittener denn je.&#8220;\u00a0 Laut Ebner sei der Expertenstreit noch in vollem Gange, denn die Glyphosat-Bewertungen der Europ\u00e4ischen Chemikalien-Agentur (ECHA) und der gemeinsamen Pestizid-Komission (JMPR) der UN-Weltgesundheits- und Ern\u00e4hrungsorganisationen WHO und FAO st\u00fcnden noch aus.<\/p>\n<p>Auch das Umweltbundesamt sieht weiteren Forschungsbedarf zur Glyphosatbelastung der Bev\u00f6lkerung. \u201eWahrscheinlich krebserregende\u201c Stoffe d\u00fcrfen nach aktuellem EU-Recht nicht als \u201ePflanzenschutzmittel\u201c zugelassen werden.<\/p>\n<p>\u201eDie Bundesregierung muss in Br\u00fcssel das Vorsorgeprinzip nach vorne stellen und ein voreilige Zulassung von Glyphosat stoppen. Christian Schmidt darf dem Vorschlag der EU-Kommission kommende Woche daher keinesfalls zustimmen, notfalls muss Umweltministerin Barbara Hendricks ihn stoppen.\u201c, so Ebner.<\/p>\n<p>Die Untersuchungen wurden mit dem Abraxis-ELISA-Test im akkreditierten Labor BioCheck-Holzhausen nach Angaben des Herstellers durchgef\u00fchrt. Die Validierung des ELISA-Tests erfolgte mit einer f\u00fcr den Glyphosatnachweis zugelassenen Methode (GC-MS\/MS, Kr\u00fcger et al. 2014). Mit den Untersuchungen sollten folgende Fragestellungen beantwortet werden: 1. Sind die Probanden mit R\u00fcckst\u00e4nden belastet? 2. Gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern? 3. Spielen Essverhalten, Alter, Wohnort, BMI sowie haupts\u00e4chlicher Kontakt zu Glyphosat eine Rolle f\u00fcr die Konzentrationen im Urin?<\/p>\n<p>Die vollst\u00e4ndige Studie ist als Download unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.urinale.org\" target=\"_blank\">www.urinale.org<\/a>\u00a0verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Meldung vom 8. Oktober 2015<\/p>\n<h3><span style=\"color: #ff6600;\">Gr\u00fcnfl\u00e4chenpflege auf Kosten von Gesundheit und Umwelt?<\/span><\/h3>\n<p><em>Der BUND Regionalverband Neckar-Alb f\u00fchrte eine Umfrage zum Glyphosateinsatz bei Gemeinden durch.<\/em><\/p>\n<p><strong>Wer setzt sich noch gerne auf eine Parkbank, deren Umfeld mit vermutlich krebserregenden Mitteln bespr\u00fcht wurde? Wie sch\u00f6n ist eine Blumenbeet, wenn man wei\u00df, dass vor der Aussaat s\u00e4mtlichem Leben mit Glyphosat der Garaus gemacht wurde?<\/strong><\/p>\n<p>Der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) fordert seit langem ein Verbot des hei\u00df diskutierten Wirkstoffs, welcher\u00a0 in vielen Unkrautvernichtungsmitteln wie z.B. \u201eRoundup\u201c und \u201eUnkraut Ex\u201c enthalten ist.\u00a0 Glyphosat vernichtet die Bodenvegetation vollst\u00e4ndig und schafft somit \u201esaubere Fl\u00e4chen\u201c. Allerdings ist es nach einer aktuellen IARC-Studie (Krebssachverst\u00e4ndigenrat der WHO) wahrscheinlich krebserregend, zudem sch\u00e4digt es als Totalherbizid die Bodenorganismen. Es befindet sich trotz der oben genannten Nebenwirkungen und der Kritik, auch des BUND, im Moment europaweit in der Wiederzulassung.<\/p>\n<p>Konventionell wirtschaftende Landwirte nutzen glyphosathaltige Mittel zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit, doch welchen Grund gibt es f\u00fcr das Spritzen auf \u00f6ffentlichen Fl\u00e4chen? Der BUND Regionalverband Neckar-Alb befragte alle Kommunen in den Landkreisen T\u00fcbingen, Reutlingen und im Zollernalbkreis zu ihrem Umgang mit dem umstrittenen Herbizid, um sich ein Bild der Situation zu machen: Von 28 Gemeinden, die auf die Umfrage reagierten, verwenden 18 nach eigenen Angaben keine glyphosathaltigen Herbizide, sie setzen auf Alternativen wie Hei\u00dfdampf oder mechanische Verfahren. Einige streben an, in naher Zukunft auf den Einsatz zu verzichten. Eine Bilanz, die dennoch besser ausfallen k\u00f6nnte. Zumal bei einer Zahl von ca. 40 Gemeinden, die trotz Nachfrage nicht antworteten, eine nicht unerhebliche Dunkelziffer zu erwarten ist.<\/p>\n<p>R\u00fcckmeldungen von 28 Kommunen in der Region Neckar-Alb:\u00a0Davon setzen im Landkreis Reutlingen 3 Kommunen (bei 11 R\u00fcckmeldungen) Glyphosat zum &#8222;Fl\u00e4chens\u00e4ubern&#8220;\u00a0 ein, im Landkreis T\u00fcbingen 2 Kommunen (bei 7 R\u00fcckmeldungen) und im Landkreis Zollernalb 5 Kommunen (bei 10 R\u00fcckmeldungen).<\/p>\n<blockquote><p>Die BUND-Umfrage ergab, dass Glyphosat u. a. zur \u201eBereinigung\u201c von Gehwegen und Parkpl\u00e4tzen, selbst zur Vorbereitung der Aussaat von Blumenwiesen verwendet wird.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nach Forderung des BUND hat Alexander Bonde, Minister f\u00fcr l\u00e4ndlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden-W\u00fcrttemberg, erfreulicherweise am 24.08.2015 angek\u00fcndigt, man habe \u201eaus Vorsorgegr\u00fcnden die Genehmigungsbeh\u00f6rden im Land angewiesen, keine neuen Genehmigungen von Glyphosat mehr zu erteilen.\u201c Der BUND RV Neckar-Alb fordert von Gemeinden und Stra\u00dfenmeistereien, die noch Ausnahmegenehmigungen zur Anwendung von glyphosathaltigen Mitteln haben, diese, auch zum Schutz ihrer Mitarbeiter, nicht mehr einzusetzen.<\/p>\n<p>Mittlerweile haben mehrere Bau- und Gartenm\u00e4rkte angek\u00fcndigt, den Wirkstoff aus dem Sortiment zu nehmen. \u201eSehr begr\u00fc\u00dfenswert\u201c, so Barbara Lupp vom BUND RV Neckar-Alb, \u201edenn schlie\u00dflich kommt das Totalherbizid auch auf privaten Gr\u00fcnfl\u00e4chen und in G\u00e4rten immer noch zum Einsatz.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ratgeber pestizidfreie Kommunen <span style=\"color: #ff6600;\"><a style=\"color: #ff6600;\" href=\"http:\/\/www.bund.net\/fileadmin\/bundnet\/publikationen\/chemie\/130411_bund_chemie_broschuere_pestizidfreie_kommunen.pdf\" target=\"_blank\">PDF-Download &gt;&gt;<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">WEBcode #162471<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der umstrittene Unkrautvernichter Glyphosat bleibt in Europa f\u00fcr weitere 18 Monate zugelassen. 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