{"id":11841,"date":"2017-12-30T12:30:42","date_gmt":"2017-12-30T11:30:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=11841"},"modified":"2021-03-10T10:22:00","modified_gmt":"2021-03-10T09:22:00","slug":"naturpark-hohes-venn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=11841","title":{"rendered":"Naturpark: Hohes Venn"},"content":{"rendered":"<p><em>Naturparkportrait: Hohes Venn \u2013 Europas gewaltigstes Hochmoor erhebt sich in den Himmel \u00fcber Belgien<\/em><\/p>\n<p><strong>Europas gr\u00f6\u00dftes Hochmoor taugt als Kulisse f\u00fcr feiste Gruselfilme. Allerdings nur bei Nacht und Nebel scheint die bis zu acht Meter dicke, wabbelige Torfschicht des Hohen Venns verirrte Reisende magisch anzuziehen. Allein die Bewohner der Unterkunft \u201eBaraque Michel\u201c retteten im 19. Jahrhundert 120 Personen. Sie l\u00e4uteten seinerzeit allabendlich eine Glocke, um verirrten Menschen im Nebel den Weg zu weisen.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"border: 0px initial initial;\" title=\"pdf\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/pdf.gif\" alt=\"PDF-Download: Print-Artikel runterladen\" width=\"39\" height=\"18\" \/><em><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Naturpark_Hohes_Venn_Sphaere_Verlag.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Print runterladen<\/a><!--more--><\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-11844\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Moor_Hehes_Venn_100.jpg\" alt=\"Moor_Hehes_Venn_100\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Moor_Hehes_Venn_100.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Moor_Hehes_Venn_100-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Moor_Hehes_Venn_100-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<h2><span class=\"Apple-style-span\" style=\"color: #ff6600;\">Schaurige Sch\u00f6nheit<\/span><\/h2>\n<p><i>Europas gr\u00f6\u00dftes Hochmoor taugt als Kulisse f\u00fcr feiste Gruselfilme. Allerdings nur bei Nacht und Nebel scheint die bis zu acht Meter dicke, wabbelige Torfschicht des Hohen Venns verirrte Reisende magisch anzuziehen. Allein die Bewohner der Unterkunft \u201eBaraque Michel\u201c retteten im 19. Jahrhundert 120 Personen. Sie l\u00e4uteten seinerzeit allabendlich eine Glocke, um verirrten Menschen im Nebel den Weg zu weisen.<\/i><\/p>\n<p>Vor knapp 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg mit der vernichtenden Niederlage des deutschen Kaiserreiches. W\u00e4hrend der Kaiser wie seine f\u00fchrenden Milit\u00e4rs sich vor ihrer Verantwortung dr\u00fcckten, war es der bedauernswerte Zentrumspolitker Matthias Erzberger aus Buttenhausen auf der Alb, der in schw\u00e4rzester Stunde seinen Kopf hinhielt. Er unterschrieb die Kapitulation und erkl\u00e4rte dem Volk, dass es keine Alternative dazu gab, die harten Friedensbedingungen der Sieger anzunehmen. Teil jener Bedingungen, bekannt als \u201eDiktat von Versailles&#8220;, war die Abtrennung von 13 Prozent der deutschen Reichsgebiete, unter anderem auch die 1036 Quadratkilometer gro\u00dfe Gegend um Eupen und Malmedy s\u00fcdlich von Aachen. 1920 hatten die Sieger die Region nach einer fragw\u00fcrdigen Volksentscheidung Belgien zugeschlagen. Von nun bestand das K\u00f6nigreich aus drei Sprachgruppen: Flamen, Walonen und 76000 Deutsche (unter 1 Prozent Stand 2016).<\/p>\n<p><strong>Fotos &amp; Text Marco Heinz, Sph\u00e4re-Verlag<\/strong><\/p>\n<p>Noch viele Jahrzehnte sp\u00e4ter konnte manch ein Sch\u00fcler, der \u00fcber einer Geschichtsklausur schwitzte, Punkte sammeln, indem er die nach dem Kriege abgetrennten Gebiete aufz\u00e4hlte. Eines klang so exotisch und interessant, dass es die junge Phantasie anregte: Eupen-Malmedy. Heute ist Europa frei. Verkehr ohne Grenzen und gemeinsame W\u00e4hrung \u00fcberlassen es ganz der Vorstellungskraft des Reisenden, welche Euroregionen er erkunden will. Warum nicht Eupen und Malmedy? Zwischen den beiden St\u00e4dten spannt sich, gesch\u00fctzt vom internationalen Naturpark Eifel &#8211; Hohes Venn, eine Landschaft von einmaliger Sch\u00f6nheit.<\/p>\n<div id=\"attachment_11848\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11848\" class=\"size-full wp-image-11848\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Moor_Wolken.jpg\" alt=\"Weitblick \u2013 \u00fcber 1400 Hektar Fichtenbest\u00e4nde fielen, damit nat\u00fcrlicher Mischwald nachw\u00e4chst.\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Moor_Wolken.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Moor_Wolken-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Moor_Wolken-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><p id=\"caption-attachment-11848\" class=\"wp-caption-text\">Weitblick \u2013 \u00fcber 1400 Hektar Fichtenbest\u00e4nde fielen, damit nat\u00fcrlicher Mischwald nachw\u00e4chst.<\/p><\/div>\n<p>Eupen, die einst durch ihre Tuchfabriken zu Wohlstand gekommene Kleinstadt liegt tief im Tal der Weser, so dass der Reisende von den Jugenstil- und Rokokofassaden zun\u00e4chst nur die D\u00e4cher sieht. Hinter den Kircht\u00fcrmen von Eupen aber ersp\u00e4ht er schon das ganz und gar eigene Landschaftsbild. Es scheint, als habe zwischen Eifel und Ardennen irgend ein Zeus im G\u00f6tterkampf seinen Schild verloren, der etwa drei\u00dfig Kilometer breit und fast 500 Meter hoch war. Am Rande dieses Schildes w\u00e4chst heute ein Mischwald, der das Attribut \u201eTiefe&#8220; wahrlich noch verdient \u2013 der Hertogenwald. Wer dort eintaucht, glaubt sich fast verloren. Der Einstieg zum \u201eG\u00f6tterschild&#8220; gestaltet sich ruppig steil, bald aber gehen Wege und Stra\u00dfen fast nur geradeaus, steigen nicht mehr steil, aber stetig. Zudem fordert der fast stets vorhandene Wind seinen Schwei\u00df.<\/p>\n<p>So bezahlt der Wanderer einen ehrlichen Preis f\u00fcr eine Erkenntnis, die doch logisch schien: Alles hat ein Ende auch dieser scheinbar ewige Wald. Droben ist der \u201eG\u00f6tterschild&#8220; beinahe kahl, man f\u00fchlt sich ausgesetzter als auf manchem Alpenpass. Da oben liegt das Hohe Venn (fl\u00e4misch Moor), die gr\u00f6\u00dfte Hochmoorlandschaft Europas.<\/p>\n<div id=\"attachment_11849\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11849\" class=\"size-full wp-image-11849\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Fischbachkapelle.jpg\" alt=\"Leuchtturm \u2013 Fischbachkapelle als Notretter.\" width=\"320\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Fischbachkapelle.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Fischbachkapelle-160x104.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Fischbachkapelle-150x97.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><p id=\"caption-attachment-11849\" class=\"wp-caption-text\">Leuchtturm \u2013 Fischbachkapelle als Notretter.<\/p><\/div>\n<p>Eindringlich klein wirken die Gasth\u00e4user in dieser Weite. Ein im nahen Dorf Jalhay ans\u00e4ssiger Rheinl\u00e4nder namens Michel Schmitz soll im Jahre 1811 beinahe im Moor umgekommen sein, und seine H\u00fctte (Baraque Michel) an jener Stelle erbaut haben, wo er der Verzweiflung am n\u00e4chsten war. Schmitz und seine Nachfahren wurden in Zukunft noch zu Rettungsengeln manches im Moor Verirrten, auch des Kaufmannes Henry de Rodch\u00e9ne aus Malmedy. Dieser lie\u00df aus Dankbarkeit 1830 auf der Fischbachkapelle neben der Baraque ein Leuchtfeuer errichten, das 26 Jahre lang jeden Abend versp\u00e4teten Reisenden im Venn heimleuchtete. Zudem erscholl bei Nebel oder Schneesturm das Notgl\u00f6cklein an der Kapelle. Heute ist die Baraque l\u00e4ngst ein Hotel. Ein St\u00fcck s\u00fcdlicher liegt das Restaurant \u201eMont Rigi&#8220;, dessen Geb\u00e4ude auch eine Forschungsstation der Universit\u00e4t L\u00fcttich unterh\u00e4lt, welche die einmalige Natur des Venn erforscht. Trotz aller Ernsthaftigkeit der Landschaft, bietet der dritte Einkehrort auch Grund zum Schmunzeln. Der Turm \u201eSignal de Botrange&#8220; wacht auf dem h\u00f6chsten Berge Belgiens, der eigentlich nur die Kuppe des \u201eG\u00f6tterschildes&#8220; darstellt. 1920 wollte der neue Gouverneur Baltia die auf 694 Meter gelegene Erhebung mit Bruchsteinen um sechs Meter erh\u00f6hen. Doch erst seit j\u00fcngerer Zeit d\u00fcrfen die Belgier\u00a0 in albtypischen 700 Meter Meeresh\u00f6he verweilen. Sie bauten eine ins Nichts f\u00fchrende Treppe.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich aber l\u00e4dt das Hohe Venn zum Verweilen, zum Wandern und Nachdenken ein. Es ist trotz des \u00f6kologischen Wertes seiner beeindruckenden Natur allein durch den Eingriff des Menschen in heutiger Form gewachsen. Noch im Mittelalter h\u00e4tte der tiefe Wald am \u201eG\u00f6tterschild&#8220; eben nicht aufgeh\u00f6rt. Damals schimmerten die Moore noch heimt\u00fcckisch zwischen den B\u00e4umen. Die Menschen f\u00fcrchteten das Venn, gleichsam nutzten sie das Land zum \u00dcberleben. Sie waren bettelarm, wussten nichts von Nachhaltigkeit und ahnten nicht, dass sie quasi die Kuh t\u00f6teten, die sie n\u00e4hrte. Brandrodung, Torfstich und Kahlschlag waren ihre Methode, das Land urbar zu machen. Sp\u00e4ter gelang es den Preu\u00dfen, denen das Land nach den \u201eKarlsbader Beschl\u00fcssen&#8220; 1815 zugeschlagen wurden, tats\u00e4chlich auch den W\u00e4ldern so etwas wie soldatische Disziplin aufzuerlegen. In Reih und Glied stand nun die Fichte, die am schnellsten wuchs und die h\u00f6chs\u00adten Holzpreise erzielte. Die Fichte aber wurzelt nicht tief, weshalb sie im Sturm als erste f\u00e4llt. Gleichsam trocknet sie die Moorb\u00f6den aus, zerst\u00f6rt das sensible biologische System der Urw\u00e4lder. Heute stehen wieder gesunde Mischw\u00e4lder um das Venn, in denen auch die \u00f6konomisch weiter wichtige Fichte noch Platz hat.<\/p>\n<div id=\"attachment_11846\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11846\" class=\"size-full wp-image-11846\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Treppe_021.jpg\" alt=\"Gipfel \u2013 dank Treppe ist\u00b4s ein 700-Meter-Berg.\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Treppe_021.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Treppe_021-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Treppe_021-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><p id=\"caption-attachment-11846\" class=\"wp-caption-text\">Gipfel \u2013 dank Treppe ist\u00b4s ein 700-Meter-Berg.<\/p><\/div>\n<p>Schon seit 1960 besteht der Naturpark , der heute drei L\u00e4nder umfasst. Die tiefgreifenste Ver\u00e4nderung aber brachte das gesamteurop\u00e4ische \u201eLife&#8220;- Projekt von 2007 bis 2012. Hier zeigte sich, dass Abholzungen durchaus der Natur helfen k\u00f6nnen. \u00dcber 1400 Hektar Fichtenbest\u00e4nde fielen droben am \u201eG\u00f6tterschild&#8220;. So entstand die grandiose Kahlheit dieser Moorhochfl\u00e4che, die aber nicht f\u00fcr ewig bleibt. Die nun sich selbst \u00fcberlassene Natur wird gesunde Laubw\u00e4lder bilden.<\/p>\n<div id=\"attachment_11850\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11850\" class=\"size-full wp-image-11850\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Moor_Frosch.jpg\" alt=\"Moorbewohner \u2013 Grasfrosch und Erdkr\u00f6te sind h\u00e4ufig.\" width=\"320\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Moor_Frosch.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Moor_Frosch-160x94.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Moor_Frosch-150x88.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><p id=\"caption-attachment-11850\" class=\"wp-caption-text\">Moorbewohner \u2013 Grasfrosch und Erdkr\u00f6te sind h\u00e4ufig.<\/p><\/div>\n<p>Noch aber schweift das Auge herrlich weit \u00fcber das leuchtgr\u00fcne Pfeifengras, \u00fcber T\u00fcmpel, die wie Erdaugen in den Himmel schauen. Libellen umschwirren Wollgrasb\u00fcschel, \u00fcber Glockenheiden, Heidegestr\u00fcpp hinweg. Wer Gl\u00fcck hat, beobachtet den spiralf\u00f6rmigen Flug des Baumpiepers. Das scheue Birkhuhn, Wappenvogel des Naturparks, gibt sich nur selten die Ehre. Erst weit am Horizont verliert sich das Auge in den grandiosen W\u00e4ldern von Eifel und Ardennen.<\/p>\n<p>Das Wandern an jenem sensiblen Ort ist streng reglementiert, meist f\u00fchrt der Weg \u00fcber Holzstege, unter den F\u00fc\u00dfen gluckert das Moor. Wenn markierte Wege einmal \u00fcber den Boden verlaufen, meint der Wanderer Federn unter den Schuhen zu haben. Er sieht, wie die bis zu acht Meter tiefen Torfschichten unter den Tritten des Vordermannes wanken. Im Hohen Venn gibt sich das Klima \u2013 wie auf unserer Alb \u2013 stets einen Kittel k\u00e4lter. Im Gegensatz zum Schwabengebirge, das der Schwarzwald und die Alpen wie Schutzw\u00e4lle vor den Meerwinden sch\u00fctzt, ragt der Schild des Hohen Venn in die Sturmbahnen des etwa 200 Kilometer entfernten \u00c4rmelkanals hinein. Noch eine Gemeinsamkeit besitzt das schwammartige Venn mit der karstig-trockenen Alb: Die Gebirge sind keine auf den ersten Blick spektakul\u00e4ren, auf den zweiten Blick aber umso eindringlichere Natursch\u00f6nheiten, liebevoll bis ins Detail vom Sch\u00f6pfer gestaltet. Wer sie einmal sah, wird sie niemals vergessen.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3><span style=\"color: #808000;\">\u00dcbersichtskarte<\/span><\/h3>\n\t\t<div id=\"maps-marker-pro-464e0404\" class=\"maps-marker-pro\" style=\"width: 100%;\">\n\t\t\t<div id=\"mmp-map-wrap-464e0404\" class=\"mmp-map-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-panel-464e0404\" class=\"mmp-panel\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-map-464e0404\" class=\"mmp-map\" style=\"height: 400px;\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<blockquote>\n<h3><span style=\"color: #808000;\">Naturschutz europ\u00e4isch ohne Grenzen gedacht<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-11845\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/fahnen_flaggen_europa_027.jpg\" alt=\"fahnen_flaggen_europa_027\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/fahnen_flaggen_europa_027.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/fahnen_flaggen_europa_027-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/fahnen_flaggen_europa_027-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p><strong>Naturpark Hohes Venn:<\/strong> Aller Sch\u00f6nheit der Landschaft zum Trotz: Rund um das Hohe Venn entdeckt der Reisende auch, was man nie vergessen sollte: die Soldatenfriedh\u00f6fe. Gerade in der Zeit des \u201eBrexit&#8220; und der europakritischen Diskussionen, des Aufbl\u00fchens rechtsradikaler Parteien ersch\u00fcttert dies wieder besonders. Hat man schon vergessen, dass Europa die Antwort auf solches Massenmorden ist? Gerade der \u201eWilde Osten Belgiens&#8220;, wie sich die Gegend heute nennt, lag immer im Brennpunkt. Die Forts um das nahe L\u00fcttich waren Schl\u00fcsselstellen f\u00fcr den Verlauf beider Weltkriege. Der \u00dcberraschungsangriff der deutschen Wehrmacht 1941 Richtung Westen lief ausgerechnet durch die waldreichen Ardennen, gleichsam die letzte Offensive im Winter 1944, die nochmals solch grausigen Blutzoll forderte. Die Alliierten marschierten hier auf Aachen (16 Kilometer von Eupen), das sie als erste deutsche Gro\u00dfstadt eroberten. Heute ist das Land wunderbar bunt. Die Leute in Eupen sprechen \u201eEifeler Platt&#8220;, das dem Rheinl\u00e4ndischen sehr \u00e4hnlich, vielleicht etwas nasaler klingt. Sie mischen einzelne franz\u00f6sische Vokabeln darunter, was sehr angenehm und auch etwas lustig wirkt. Kassiererinnen m\u00fcssen oft von Kunde zu Kunde die Sprache wechseln. Jugendliche beginnen ab und an S\u00e4tze auf Deutsch, beenden sie auf Franz\u00f6sisch. Die Menschen in den Grenzregionen w\u00e4ren die ersten, aber keineswegs die letzten, die litten, wenn Europa zerfiele. So viele Probleme machen nicht an Grenzen halt, auch nicht die Sorgen um den Erhalt unserer Sch\u00f6pfung. Zwei L\u00e4nder pflegen gemeinsam den rund 270000 Hektar gro\u00dfen deutsch-belgischen \u201eNaturpark Hohes Venn \u2013 Eifel\u201c. Mit 4100 Hektar Fl\u00e4che liegen im Hohen Venn die gr\u00f6\u00dften Naturschutzgebiete Belgiens.<\/p>\n<p><span style=\"color: #808000;\">Naturpark Hohes Venn: 4100 Hektar. Vergleich: Biosph\u00e4rengebiet Schw\u00e4bische Alb 85300 Hektar, Nationalpark Schwarzwald 10062 Hektar, Ehemaliger Truppen\u00fcbungsplatz M\u00fcnsingen 3700 Hektar.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_11847\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11847\" class=\"size-full wp-image-11847\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Kirchturm_Eupen.jpg\" alt=\"Vorposten \u2013 Eupens T\u00fcrme sp\u00e4hen ins Moorlands. \" width=\"320\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Kirchturm_Eupen.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Kirchturm_Eupen-160x103.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Hohes_Venn_Kirchturm_Eupen-150x96.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><p id=\"caption-attachment-11847\" class=\"wp-caption-text\">Vorposten \u2013 Eupens T\u00fcrme sp\u00e4hen ins Moorlands.<\/p><\/div>\n<p><span class=\"Apple-style-span\" style=\"color: #808080;\"><i>\u00a0<\/i><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #888888;\">WEBcode #16335<\/span><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"pdf\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/pdf.gif\" alt=\"PDF-Download: Print-Artikel runterladen\" width=\"39\" height=\"18\" \/><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Naturpark_Hohes_Venn_Sphaere_Verlag.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>PDF-Download: <\/em><em>Print-Artikel runterladen<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Printausgabe: Sph\u00e4re 3\/2016, Seite\u00a032-35<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Naturparkportrait: Hohes Venn \u2013 Europas gewaltigstes Hochmoor erhebt sich in den Himmel \u00fcber Belgien<\/p>\n<p>Europas gr\u00f6\u00dftes Hochmoor taugt als Kulisse f\u00fcr feiste Gruselfilme. Allerdings nur bei Nacht und Nebel scheint die bis zu acht Meter dicke, wabbelige Torfschicht des Hohen Venns verirrte Reisende magisch anzuziehen. Allein die Bewohner der Unterkunft \u201eBaraque Michel\u201c retteten im 19. Jahrhundert 120 Personen. Sie l\u00e4uteten seinerzeit allabendlich eine Glocke, um verirrten Menschen im Nebel den Weg zu weisen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11844,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[64,22,66,61],"tags":[],"class_list":["post-11841","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nationalpark-portrait","category-printausgabe-archiv","category-qr-code-link","category-tipps-urlaubsreisen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11841","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11841"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11841\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16490,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11841\/revisions\/16490"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/11844"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11841"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11841"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11841"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}