{"id":12302,"date":"2016-11-06T12:15:43","date_gmt":"2016-11-06T11:15:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=12302"},"modified":"2017-03-07T18:18:20","modified_gmt":"2017-03-07T17:18:20","slug":"landwirtschaft-ist-nitratquelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=12302","title":{"rendered":"Landwirtschaft ist Nitratquelle"},"content":{"rendered":"<p><em>Jahresbericht 2015 zur Grundwasser\u00fcberwachung in Baden-W\u00fcrttemberg<\/em><\/p>\n<p><strong>Die mittlere Nitratkonzentration im Grundwasser nimmt zu, aber auch ab. Das zeigt der Jahresbericht der Landesanstalt f\u00fcr Umwelt, Messungen und Naturschutz 2015. Bei 47 Prozent der Messstellen im Land hat die Konzentration abgenommen. Bei 44 Prozent gab es jedoch eine Zunahme. Die Zahl der stark belasteten Fl\u00e4chen ist aber weiter r\u00fcckl\u00e4ufig.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Die Landesanstalt f\u00fcr Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-W\u00fcrttemberg (LUBW) in Karlsruhe hat heute den Jahresbericht 2015 zur Grundwasser\u00fcberwachung in Baden-W\u00fcrttemberg ver\u00f6ffentlicht. Demnach ist die mittlere Nitratkonzentration im Land im Jahr 2015 um 0,6 Milligramm pro Liter (mg\/l) gesunken. Dies stellt gemeinsam mit dem Jahr 2012 das niedrigste Belastungsniveau seit Beginn der Datenreihe 1994 dar.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-12055\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/klaer_anlage_wasser.jpg\" alt=\"klaer_anlage_wasser\" width=\"320\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/klaer_anlage_wasser.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/klaer_anlage_wasser-160x94.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/klaer_anlage_wasser-150x88.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>\u201eEs ist gut, dass die Nitratgehalte an 47 Prozent der Messstellen im Land abgenommen haben\u201c, erkl\u00e4rte Umweltminister Franz Untersteller. \u201eLeider gab es aber auch an 44 Prozent der Messstellen Zunahmen\u201c, betonte Untersteller. Der Bericht verdeutliche, dass die Hauptbelastung f\u00fcr das Grundwasser im Land weiterhin von Nitrat ausgehe und daher auch k\u00fcnftig Schutzma\u00dfnahmen notwendig seien. \u201eUnser Ziel ist es, die Nitratbelastungen in ganz Baden-W\u00fcrttemberg dauerhaft zu reduzieren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Landwirtschaft als Nitratquelle<\/strong><br \/>\nDer Schwellenwert der Grundwasserverordnung von 50 mg\/l wurde im Jahr 2015 an jeder zehnten Messstelle \u00fcberschritten. Nach wie vor sind die h\u00f6chsten Nitratkonzentrationen in der n\u00f6rdlichen und s\u00fcdlichen Oberrheinebene, in Teilen des Kraichgaus, im Neckarraum zwischen Stuttgart und Heilbronn sowie in der Region Oberschwaben zu finden. Dort sind die Gr\u00fcnde vor allem in einem hohen Anteil an Ackerfl\u00e4chen sowie in den dort g\u00e4ngigen Sonderkulturen wie Reben oder Gem\u00fcse zu suchen.<\/p>\n<p>\u201eDie Belastung des Grundwassers mit Nitrat ist in den letzten 20 Jahren um rund 22 Prozent zur\u00fcckgegangen. Ma\u00dfgeblichen Anteil daran haben die Steuerungsinstrumente des Landes zur Verminderung der Stickstoffeintr\u00e4ge. Dies sind in Wasserschutzgebieten die Schutzgebiets- und Ausgleichverordnung SchALVO sowie das freiwillige F\u00f6rderprogramm f\u00fcr Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl FAKT\u201c, erkl\u00e4rte der Minister f\u00fcr L\u00e4ndlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk. F\u00fcr die SchALVO stelle das Land den Landwirtinnen und Landwirten j\u00e4hrlich rund 20 Millionen als Ausgleichsleistungen f\u00fcr die eingeschr\u00e4nkte landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Fl\u00e4chen und die damit verbundenen h\u00f6heren Kosten oder Erl\u00f6seinbu\u00dfen zur Verf\u00fcgung. Mit FAKT werden dar\u00fcber hinaus auch au\u00dferhalb von Wasserschutzgebieten freiwillige Ma\u00dfnahmen von Landwirtinnen und Landwirten zur Verringerung von Nitrateintr\u00e4gen in Boden und Grundwasser abgegolten.<\/p>\n<p><strong>Stark belastete Fl\u00e4chen werden weniger<\/strong><br \/>\nIn Wasserschutzgebieten mit hoher Nitratbelastung, den sogenannten Problem- und Sanierungsgebieten, hat sich die mittlere Nitratkonzentration seit 2001 um etwa elf Prozent in den Problemgebieten und um 15 Prozent in den Sanierungsgebieten verringert. Betrachtet man den Umfang der Fl\u00e4chen, so waren 2001 noch rund 45.500 Hektar Sanierungsgebiet, im Jahr 2015 waren es nur noch rund 13.400 Hektar, das ist ein R\u00fcckgang um etwa 71 Prozent. \u201eNeben der Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung ist dies als ein Erfolg der Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe durch das Land zu werten. Die Anstrengungen der B\u00e4uerinnen und Bauern zum Schutz der Umwelt sind ein wesentlicher Bestandteil\u201c, sagte Landwirtschaftsminister Hauk. Um die Situation weiter zu verbessern, befassten sich vielseitige Projekte im Land mit der nachhaltigen Verbesserung der Stickstoffausnutzung beim Anbau von Gem\u00fcse, der optimierten Bodenpflege und D\u00fcngung im Weinbau oder der Erstellung und Nutzung von Hoftorbilanzen als Instrument zur Beurteilung einer grundwasserschonenden Landbewirtschaftung.<\/p>\n<p>Die sinkende Nitratbelastung sei f\u00fcr die Trinkwasserversorgung in Baden-W\u00fcrttemberg erfreulich, auch wenn das Wasser bei der Gewinnung aus Grund- und Quellwasser h\u00e4ufig aufbereitet werden m\u00fcsse, sagte Verbraucherschutzminister Hauk. \u201eTrinkwasser in hoher Qualit\u00e4t steht uns in Baden-W\u00fcrttemberg jederzeit praktisch uneingeschr\u00e4nkt zur Verf\u00fcgung. Daf\u00fcr sorgen die Wasserversorgungsunternehmen und die \u00dcberwachungsbeh\u00f6rden gemeinsam\u201c, betonte Hauk.<\/p>\n<p><strong>Grund- und Quellwasser sind wichtigste Trinkwasserquellen<\/strong><br \/>\nKnapp drei Viertel des Trinkwassers wird in Baden-W\u00fcrttemberg aus Grund- und Quellwasser gewonnen. Die LUBW Landesanstalt f\u00fcr Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-W\u00fcrttemberg in Karlsruhe \u00fcberwacht daher regelm\u00e4\u00dfig das Grundwasser an bis zu 2.000 Messstellen. Zus\u00e4tzlich kontrollieren die Wasserversorgungsunternehmen an weiteren rund 1.600 Messstellen in Wasserschutzgebieten die Grundwasserqualit\u00e4t. Neben Nitrat und Pflanzenschutzmitteln wird das Grundwasser hierbei regelm\u00e4\u00dfig auch auf organische Spurenstoffe untersucht. \u201eDas Messnetz gibt uns einen guten \u00dcberblick \u00fcber unser Grundwasser, sowohl was die Menge als auch die Qualit\u00e4t angeht. Stellen wir Probleme fest, k\u00f6nnen wir zeitnah handeln und Gegenma\u00dfnahmen auf den Weg bringen\u201c, sagte Umweltminister Untersteller.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ff6600;\">Weitere Ergebnisse der Grundwasser\u00fcberwachung 2015<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong>Grundwasservorr\u00e4te allgemein<\/strong><br \/>\nDer Jahresniederschlag 2015 war mit 75 Prozent des langj\u00e4hrigen Mittels stark unterdurchschnittlich. In den letzten 15 Jahren war nur der Extremsommer 2003 mit 68 Prozent noch trockener. Nach sehr hohen Niederschl\u00e4gen im Januar folgten mehrere unterdurchschnittliche Monate im Fr\u00fchjahr und im Sommer\/Herbst. Dadurch war auch die Grundwasserneubildung \u00fcber das gesamte Jahr gesehen um etwa 30 Prozent geringer als im langj\u00e4hrigen Mittel. Die hohen Grundwasserst\u00e4nde der ersten Jahresh\u00e4lfte sanken ab Juni deutlich auf ein im Mittel sehr niedriges Niveau gegen Jahresende. Erst Niederschl\u00e4ge im November und im Dezember sorgten teilweise f\u00fcr eine leichte Erholung. Die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser war dabei jederzeit gesichert.<\/p>\n<p><strong>Wasserschutzgebiete<\/strong><br \/>\nEtwas mehr als ein Viertel der Landesfl\u00e4che ist als Wasserschutzgebiet ausgewiesen; dort gilt die Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung (SchALVO), wonach die Wasserschutzgebiete in Abh\u00e4ngigkeit von der Nitratbelastung in sogenannte \u201eNormalgebiete\u201d (79 Prozent der Wasserschutzgebietsfl\u00e4che) sowie \u201eProblemgebiete\u201d und \u201eSanierungsgebiete\u201d (21 Prozent der Wasserschutzgebietsfl\u00e4che) eingeteilt werden. Die Nitratbelastung des Grundwassers wird insbesondere durch Auswaschung des Stickstoffs in Form von Nitrat aus landwirtschaftlich genutzten B\u00f6den verursacht.<\/p>\n<p><strong>Pflanzenschutzmittel<\/strong><br \/>\nDie Belastung mit Pflanzenschutzmitteln wird haupts\u00e4chlich durch Wirkstoffe und deren Abbauprodukte verursacht, die schon seit rund 25 Jahren verboten sind. Diese Substanzen werden im Grundwasser nur sehr langsam abgebaut und werden daher noch lange nachzuweisen sein. Die Konzentrationen sind \u00fcberwiegend r\u00fcckl\u00e4ufig.<\/p>\n<p><strong>Organische Spurenstoffe<\/strong><br \/>\nBelastungen mit Leichtfl\u00fcchtigen Halogenkohlenwasserstoffen (LHKW) sind haupts\u00e4chlich im Einflussbereich von Siedlung und Industrie zu finden, wobei sich die Verursacher meist zuordnen lassen. So wurde bei der Untersuchungskampagne 2013 bis 2015 der einschl\u00e4gige Schwellenwert der Grundwasserverordnung von 10 Mikrogramm pro Liter (\u00b5g\/l) f\u00fcr die \u201aSumme Tri- und Tetrachlorethen\u2018 im Gesamtmessnetz an 4,4 Prozent der Messstellen \u00fcberschritten, an den industriell beeinflussten Messstellen an 12,3 Prozent. Aufgrund erh\u00f6hter Sicherheitsma\u00dfnahmen seitens Industrie und Gewerbe sind die Konzentrationen in den letzten 20 Jahren merklich zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p>Stoffe wie Benzol und Toluol wurden im Grundwassermessnetz nur in Einzelf\u00e4llen gefunden. Die Benzinzusatzstoffe Methylterti\u00e4rbutylether (MTBE) und Ethylterti\u00e4rbutylether (ETBE) stellen im Bereich von Tankstellen, Benzinlagern und Altlasten punktuell ein Problem f\u00fcr das Grundwasser dar. Gegen\u00fcber den beiden vorherigen Beprobungskampagnen haben die Belastungen weiter abgenommen.<\/p>\n<p>S\u00fc\u00dfstoffe und Benzotriazole haben sich in den letzten Jahren als geeignete sogenannte \u201eTracer\u201d f\u00fcr kommunale Abw\u00e4sser erwiesen. Dabei wurden an rund einem Drittel der Messstellen S\u00fc\u00dfstoffe und an rund einem Sechstel der Messstellen Benzotriazole gefunden. Die Konzentrationen sind zwar \u00fcberwiegend sehr gering und f\u00fcr den Menschen unbedenklich. Sie deuten aber darauf hin, dass vielfach Abwasser in das Grundwasser gelangt, sei es durch direkten Eintrag aus undichten Abwasserkan\u00e4len oder durch Uferfiltrat. Deswegen unterst\u00fctzt das Land zum Beispiel St\u00e4dte und Gemeinden dabei, schadhafte Abwasserkan\u00e4le zu sanieren und somit das Grundwasser zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Bei den PFC (per- und polyfluorierte Chemikalien) konnten eine oder mehrere Verbindungen an rund 40 Prozent der 524 beprobten Grundwassermessstellen nachgewiesen werden. An vier Messstellen wurden die f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg geltenden Orientierungswerte (Quotientensumme) \u00fcberschritten. Dabei handelt es sich um bereits bekannte lokale Belastungsschwerpunkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">WEBcode #171051<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jahresbericht 2015 zur Grundwasser\u00fcberwachung in Baden-W\u00fcrttemberg Die mittlere Nitratkonzentration im Grundwasser nimmt zu, aber auch ab. Das zeigt der Jahresbericht der Landesanstalt f\u00fcr Umwelt, Messungen und Naturschutz 2015. Bei 47 Prozent der Messstellen im Land hat die Konzentration abgenommen. 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