{"id":12565,"date":"2017-06-05T10:14:08","date_gmt":"2017-06-05T08:14:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=12565"},"modified":"2017-07-05T10:46:10","modified_gmt":"2017-07-05T08:46:10","slug":"vogelsterben-deutschland-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=12565","title":{"rendered":"Vogelsterben Deutschland 2017"},"content":{"rendered":"<p>M\u00f6gliche Ursachen: Insektensterben, Agrargifte, Neonicotinoide, Naturzerst\u00f6rung, Vogelschlag, Katzen, Verkehr oder Windr\u00e4der und\u00a0Rabenv\u00f6gel.<!--more--><\/p>\n<h3><span style=\"color: #ff6600;\">Eine Er\u00f6rterung des BUND<\/span><\/h3>\n<p><em><span style=\"color: #ff6600;\">Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz (BUND) e.V. Regionalverband S\u00fcdlicher Oberrhein<\/span><\/em><\/p>\n<p>Im Winter 2016\/2017 riefen\u00a0im Freiburger BUND-B\u00fcro immer h\u00e4ufiger besorgte Menschen an, die von deutlich geringeren Zahlen beobachteter V\u00f6gel und einem Vogelsterben berichten. Einige aktuelle Studien belegen<br \/>\ndiese Beobachtungen und nennen vielf\u00e4ltige Gr\u00fcnde f\u00fcr den R\u00fcckgang einiger Vogelpopulationen.<\/p>\n<h3><strong>Die aktuelle NABU-Z\u00e4hlaktion \u201eStunde der Winterv\u00f6gel im Winter 2016\/2017&#8243;, ergab:<\/strong><\/h3>\n<p>Durchschnittlich 17 Prozent weniger Tiere als in den Jahren zuvor. Vor allem bei h\u00e4ufigen Winterv\u00f6geln und Futterhausbesuchern, darunter unter anderem allen Meisenarten, wurden die niedrigsten Zahlen seit Beginn der Aktion 2011 verzeichnet. Dieser Trend gilt zwar bundesweit, aber der Vogelmangel im S\u00fcdwesten Deutschlands ist ausgepr\u00e4gter als im Norden und Osten.<\/p>\n<p><strong>Es gibt daf\u00fcr verschiedene m\u00f6gliche Gr\u00fcnde:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Zum einen seien einige V\u00f6gel in diesem Jahr besonders \u201ezugfaul\u201c gewesen und h\u00e4tten aufgrund der zu dieser Zeit sehr milden Wintertemperaturen auf halber Zugstrecke Halt gemacht. Ein weiterer m\u00f6glicher Faktor ist der schlechte Bruterfolg der Meisen und anderer Waldv\u00f6gel im Fr\u00fchjahr 2016.<\/p>\n<p>Diese Aussagen machen zwar Sorgen,\u00a0dennoch w\u00e4re es falsch, von einem \u201eakuten Vogelsterben\u201c zu sprechen. Tempor\u00e4re R\u00fcckg\u00e4nge bei einzelnen Arten gab es immer wieder. Auch Witterungsfragen k\u00f6nnen bei Z\u00e4hlungen eine Rolle spielen. Wichtig sind die langfristigen Trends und die sind bedrohlich. Nur wissenschaftliche Studien und Forschungen k\u00f6nnen Auskunft dar\u00fcber geben, ob sich das langj\u00e4hrige Vogelsterben aktuell beschleunigt.<\/p>\n<p>Fast die H\u00e4lfte aller Brutv\u00f6gel in Deutschland stehen auf der Roten Liste, viele weitere Vogelarten auf der Vorwarnliste. Vor allem die ganz gew\u00f6hnlichen, fr\u00fcher weit verbreiteten V\u00f6gel sind gerade im Schwinden begriffen. 248 Vogelarten br\u00fcten in Deutschland, doch nicht einmal die H\u00e4lfte davon ist ungef\u00e4hrdet. So die erschreckende Bilanz der Roten Liste f\u00fcr Brutv\u00f6gel in Deutschland, die im August 2016 erschienen ist.<\/p>\n<blockquote><p>Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Steffi Lemke, Harald Ebner, Annalena Baerbock, weiterer Abgeordneter und der Fraktion B\u00dcNDNIS 90\/DIE GR\u00dcNEN mit dem Titel &#8222;Stummer Fr\u00fchling \u2013 Verlust von Vogelarten&#8220; vom 02. Mai 2017:<\/p>\n<p>\u201e [\u2026] \u00dcber den 12-Jahres-Zeitraum zeigte ein Drittel aller Brutvogelarten (84 Arten) signifikante Bestandsabnahmen, \u00fcber den 25-Jahres-Zeitraum war es lediglich ein Viertel der Arten (65 Arten). Dies deutet auf einen in den letzten 12 Jahren insgesamt zunehmenden Druck auf die Brutvogelbest\u00e4nde hin. Arten des Offenlandes und des Siedlungsbereiches zeigten die st\u00e4rksten R\u00fcckg\u00e4nge. [\u2026]<\/p>\n<p>Auf einen Verlust von rund 300 Millionen Brutpaaren werden die R\u00fcckg\u00e4nge in der Agrarlandschaft der Europ\u00e4ischen Union zwischen 1980 und 2010 veranschlagt. [\u2026]<\/p>\n<p>Arten der Agrarlandschaft mussten die st\u00e4rksten Bestandseinbu\u00dfen hinnehmen. Bei rund der H\u00e4lfte dieser Arten nahm der Bestand zwischen Mitte der 1980er Jahre und 2009 ab. In den letzten 12 Jahren hat sich die Situation mit einem geringeren Anteil moderater und starker Abnahmen nur punktuell verbessert (z. B. Gro\u00dftrappe, Raubw\u00fcrger). Verschlechtert hat sich gleichzeitig die Situation bei Feldlerche und Goldammer. [\u2026]<\/p>\n<p>Besonders prek\u00e4r ist die Situation der typischen Gr\u00fcnlandbewohner. Bei diesen nehmen nach Wahl et al. (2015) f\u00fcnf von sieben Arten ab. Bei den Arten, die mehrere Hauptlebensraumtypen nutzen, gibt es insbesondere bei den Bewohnern halboffener Landschaften Verschlechterungen vom 25- zum 12-Jahrestrend (z. B. Stieglitz, Star, Gelbsp\u00f6tter). [\u2026]<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df den Bestandsangaben, aus denen der Teilindikator Agrarland berechnet wird (BfN 2017), zeigen folgende drei Arten dieses Teilindikators die gr\u00f6\u00dften negativen Trends seit dem Jahr 1990 bis zum Jahr 2013: Kiebitz: Bestandsabnahme um 80 Prozent, Braunkehlchen: Bestandsabnahme um 63 Prozent, Uferschnepfe: Bestandsabnahme um 61 Prozent. [\u2026]<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df den Bestandsangaben, aus denen der Teilindikator Agrarland berechnet wird, zeigte die Feldlerche im Zeitraum von 1990 bis 2013 einen Bestandsr\u00fcckgang um 35 Prozent. [\u2026]<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df Angaben des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten sind die Best\u00e4nde des Rebhuhns in Deutschland von 1990 bis 2015 um 84 Prozent zur\u00fcckgegangen. [\u2026]<\/p>\n<p>Besonders heben die Autoren folgende Faktoren f\u00fcr die R\u00fcckg\u00e4nge hervor: Lebensraumver\u00e4nderungen, Verringerung des Nahrungsangebotes (insbesondere R\u00fcckgang der Insektenbiomasse) und direkte Verfolgung (Pr\u00e4dation). [\u2026]&#8220;<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/18\/121\/1812195.pdf\" target=\"_blank\">hier (als PDF-Datei)<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Es gibt eine Vielzahl von Gr\u00fcnden warum die Zahl der V\u00f6gel global, bundesweit und regional seit Jahrzehnten abnimmt.\u00a0Im folgenden Beitrag sollen\u00a0\u00a0einige m\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr den R\u00fcckgang von Vogelpopulationen genannt werden.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Die Zahl der Insekten hat in manchen Gebieten Deutschlands\u00a0schon um bis zu 80% abgenommen<\/strong> und das hat nat\u00fcrlich auch Auswirkungen auf die Vogelwelt. V\u00f6gel wie Schwalben oder Mauersegler leben von Insekten. F\u00fcr eine Vielzahl von Kleinv\u00f6geln in der Aufzuchtphase sind Insekten besonders wichtig. Das massive und erschreckende globale und bundesweite Insektensterben nimmt (nicht nur) Schwalben, Mauerseglern und Flederm\u00e4usen die Nahrungsgrundlage und f\u00fchrt zu einem massiven R\u00fcckgang der Populationen. Wenn ein wichtiger Teil der Nahrungsgrundlage wegbricht, dann hat das extreme Auswirkungen auf alle Arten am Ende der Nahrungskette. Die Lobbyisten der Agrargift-Industrie haben ein massives (und gut organisiertes) Interesse daran, dass dies nicht zum Thema wird.<\/li>\n<li><strong>Der Verlust an Natur und Lebensr\u00e4umen<\/strong>\u00a0und die im Rahmen von Globalisierung und Freihandel immer intensiver wirtschaftende Landwirtschaft gef\u00e4hrdet die Vogelwelt besonders stark.<\/li>\n<li><strong>Vogelschlag an Glas<\/strong>, an verglasten und verspiegelten Geb\u00e4uden\u00a0Mindestens 18 Millionen V\u00f6gel sterben j\u00e4hrlich durch Vogelschlag an Glas. Es ist mehr als befremdlich, dass die 100.000 bis 200.000 Opfer der Windenergie so intensiv diskutiert werden, die Hauptursachen des Vogelsterbens aber nicht. \u201eGlas t\u00f6tet unspezifisch also potentiell alle Vogelarten, denn es wird in fast jeder Flugh\u00f6he verbaut. Es t\u00f6tet V\u00f6gel unabh\u00e4ngig von Art, Alter, Geschlecht und Uhrzeit. Das belegen Studien aus den USA. Man kann nat\u00fcrlich sagen, dass V\u00f6gel, die oft vorkommen (&#8222;Allerweltsarten&#8220;) nat\u00fcrlich auch oft betroffen sind, V\u00f6gel, die selten vorkommen nicht so oft, was aber nur an der vorhandenen Anzahl der V\u00f6gel liegt. Viele Vogelstationen haben regelm\u00e4\u00dfig Glas-Vogelschlag-Opfer aus verschiedensten Arten: Greifv\u00f6gel, Spechte (sogar sehr oft), Singv\u00f6gel, Waldschnepfen, Zugv\u00f6gel, standorttreue V\u00f6gel&#8230; einfach alles &#8230; bis hin zu einem Storch, bei dem die Kollision sogar live beobachtet wurde.&#8220; sagt Dr. Judith F\u00f6rster, Projektleiterin des Projektes &#8222;Vermeidung von Vogelschlag an Glas&#8220; des BUND NRW.<\/li>\n<li><strong>Vogelschlag an Eisenbahnz\u00fcgen:<\/strong> \u201eSieben verschiedenartige Untersuchungen (an deutschen und anderen europ\u00e4ischen Bahnstrecken), die 70 Tage bis mehrere Jahre dauerten und zwischen 1982 und 2002 publiziert wurden, zeigten, dass es pro Streckenkilometer(!) und Jahr zu 0,29 bis 61 Vogelschl\u00e4gen kommt. Auf Strecken, die nur mit bis zu 160 km\/h Geschwindigkeit befahren wurden war dieser Wert maximal 20, an Strecken mit 200 km\/h und mehr Maximaltempo zumindest 38,1. Die Aussagen zu Vogelschlag an Z\u00fcgen sind auch auf Flederm\u00e4use zu erweitern. Als Ursache hoher Vogelschlagfrequenz an Z\u00fcgen wird gesehen, dass Z\u00fcge mit Stromabnehmer 8 m \u00fcber Schienenoberkante hoch sind und damit doppelt so hoch wie Kfz auf Autobahnen.&#8220; schreibt Wikipedia und bezieht sich auf das Eisenbahnbundesamt. Dieses sagt: &#8222;Auf den Streckenkilometer bezogen ist die Mortalit\u00e4tsrate im Schienenverkehr offenbar h\u00f6her als im Stra\u00dfenverkehr. Im Vergleich zur Gesamtindividuenzahl sind Eulen und Greifv\u00f6gel \u00fcberdurchschnittlich betroffen. Besonders gef\u00e4hrdete Arten sind Bussard, Schleiereule, Steinkauz und Seeadler.&#8220;<\/li>\n<li><strong>Vogelschlag im Verkehr an Stra\u00dfen und Autobahnen:\u00a0<\/strong>Wer mit dem Auto unterwegs sein muss, der sieht &#8222;links und rechts der Autobahn&#8220; erschreckend viele tote V\u00f6gel, darunter viele gro\u00dfe Greifv\u00f6gel. Erstaunlicherweise haben wir zu diesem Gro\u00dfthema keine konkreten, belastbaren Aussagen und Zahlen gefunden. Wenn Sie solche Studien kennen, dann teilen Sie uns diese bitte mit.<\/li>\n<li><strong>Stromleitungen als Verlustursachen:\u00a0<\/strong>Die Vogelverluste durch Stromschlag und Leitungsanflug an Stromleitungen sind mit abnehmender Tendenz leider immer noch gro\u00df. Betroffen sind u.a. Greifv\u00f6gel, Eulen, Kraniche, Wei\u00df- und Schwarzst\u00f6rche. In Europa wurden bislang Opfer von 179 Vogelarten registriert, neben h\u00e4ufigen Arten sind auch seltene Durchz\u00fcgler, Winterg\u00e4ste und stark bedrohte Brutv\u00f6gel betroffen.\u00a0\u201eHeijnis (1980) registrierte an einem 2,85 km langen Kontrollabschnitt in f\u00fcnf Jahren insgesamt 2968 verletzt oder tot gefundene V\u00f6gel (davon 522 Bl\u00e4ssh\u00fchner und je 245 Stock- und Krickenten), Grosse et al. (1980) z\u00e4hlten innerhalb von neun Jahren \u00fcber 4000 Freileitungsopfer (davon ca. 900 Lachm\u00f6wen, 884 Stockenten, 678 Bl\u00e4ssh\u00fchner, 420 Bekassinen und 202 Krickenten). Hoerschelmann et al. (1988) suchten in 4 aufeinanderfolgenden Zugperioden (Herbst 1982-Fr\u00fchjahr 1984) eine 4,5 km lange Strecke ab und sammelten 867 Freileitungsopfer auf (darunter 112 Kiebitze, 46 Stockenten, 39 Bl\u00e4ssh\u00fchner, 36 Lachm\u00f6wen und 33 Bekassinen).\u201c<br \/>\nQuelle:Naturschutz in Recht und Praxis &#8211; online.\u00a0Bei den Freileitungen hat der Druck der Umweltbewegung in den letzten Jahrzehnten zu Verbesserungen f\u00fcr die Vogelwelt gef\u00fchrt und die Forderung des BUND nach einer Trassenb\u00fcndelung f\u00fcr Hochspannungsleitungen n\u00fctzt V\u00f6geln und dem Landschaftsschutz.\u00a0Eine neue NABU-Studie aus dem Jahr 2017 sagt, \u201edass es in Deutschland j\u00e4hrlich zu Kollisionsopfern an V\u00f6geln in der Gr\u00f6\u00dfenordnung zwischen 1,5 bis 2,8 Millionen Individuen kommt\u201c und dass durch geeignete Ma\u00dfnahmen bis zu 90 Prozent der Verluste vermieden werden k\u00f6nnten. \u201eIm Hoch- und H\u00f6chstspannungsnetz sind Kollisionen f\u00fcr V\u00f6gel die fast ausschlie\u00dfliche Todesursache an oberirdischen Stromleitungen, w\u00e4hrend im Mittelspannungsbereich der Stromschlag auf ungesicherten Strommasten die gr\u00f6\u00dfte Gefahr darstellt.\u201c Quelle: Sonnenseite: &#8222;1,5 Millionen V\u00f6gel sterben pro Jahr an Stromleitungen&#8220;<\/li>\n<li><strong>Der tropische Usutu-Virus und die Vogelgrippe<\/strong>\u00a0sind bei einigen Vogelarten ein Grund f\u00fcr den R\u00fcckgang. Die ernstzunehmende Debatte, in wie weit die Massentierhaltung f\u00fcr manche Krankheiten verantwortlich ist, steht noch am Anfang.<\/li>\n<li><strong>Vogelfang:<\/strong> \u201eJedes Jahr fallen in den Staaten rund um das Mittelmeer mindestens 25 Millionen Zugv\u00f6gel der meist illegalen Jagd zum Opfer.&#8220; schreibt www.spektrum.de<\/li>\n<li><strong>Hauskatzen, verwilderte Hauskatzen und V\u00f6gel:\u00a0<\/strong>Katzen und V\u00f6gel sind ein h\u00f6chst emotional besetztes Thema, wie Millionen Katzenvideos auf Youtube zeigen. \u00dcber 8 Millionen Katzen in Deutschland t\u00f6ten viele Millionen V\u00f6gel. Amerikanische Studien kamen zu dem Ergebnis, dass jedes Jahr in den USA zwischen 1,4 und 3,7 Milliarden V\u00f6gel und zwischen 6,9 und 20,7 Milliarden kleine S\u00e4ugetiere von Katzen get\u00f6tet werden. Diese Zahlen lassen sich nicht so einfach auf Deutschland \u00fcbertragen und viele Fachleute gehen bei uns von geringeren Zahlen aus. Doch j\u00e4hrlich 5 bis weit \u00fcber 20 V\u00f6gel t\u00f6ten viele &#8222;Hauskatzen mit Ausgang&#8220; und diese Zahlen sind sehr niedrig angesetzt. Das gr\u00f6\u00dfte Problem f\u00fcr Natur und V\u00f6gel ist die zunehmende Zahl von verwilderten Hauskatzen. Allein in Deutschland gibt es sch\u00e4tzungsweise 2 Millionen verwilderte Katzen. Wenn es gel\u00e4nge, die Best\u00e4nde verwilderter Hauskatzen zu reduzieren, k\u00f6nnte das Problem auf ein ertr\u00e4gliches Ma\u00df verringert werden. Eine Hauskatze f\u00e4ngt zwar keinen Rotmilan, die extrem gro\u00dfe Zahl an get\u00f6teten Kleinv\u00f6geln ist dennoch ein massives Problem. Mit den Ausgleichszahlungen aus dem Windradbau sollten auch Kastrationskampagnen f\u00fcr verwilderte Katzen finanziert werden.<\/li>\n<li><strong>Auch Eichh\u00f6rnchen, Marder und Rabenv\u00f6gel<\/strong>\u00a0gehen die Gelege von Singv\u00f6geln an. Wenn zur Brutzeit Eier und Jungv\u00f6gel erreichbar sind, nehmen sie auch diese Nahrungsquelle wahr. Doch so hart es klingt: Das ist Natur. Es ist erstaunlich, dass im Zusammenhang mit dem Vogelschutz immer nur das Problem der Rabenv\u00f6gel heftig diskutiert wird und Hauskatzen, verwilderte Katzen, Eichh\u00f6rnchen und Marder in der \u00f6ffentlichen Debatte fast keine Rolle spielen. Das hat m\u00f6glicherweise auch mit alten \u00c4ngsten vor den \u201eschwarzen V\u00f6geln\u201c zu tun.<\/li>\n<li><strong>Die gr\u00f6\u00dften Artenverluste wird der Klimawandel bringen:<\/strong> \u201eDie globale Erw\u00e4rmung bedroht jede sechste Art&#8220; schreibt die Zeit.<br \/>\n&#8222;Fast 700 Arten von V\u00f6geln und S\u00e4ugetieren zeigten bereits negative Reaktionen aufgrund h\u00f6herer Temperaturen und anderer dadurch bedingten \u00c4nderungen in den \u00d6kosystemen sowie im langfristigen Wettergeschehen&#8220; steht in der S\u00fcddeutschen Zeitung vom 14.2.2017. Alternative Energien sind eine wirksame Waffe gegen den Klimawandel.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcber die 100.000 bis 200.000 von Windr\u00e4dern get\u00f6teten V\u00f6gel wird interessengeleitet viel diskutiert, denn jede privat gebaute Energieerzeugungsanlage bedroht das wankende Monopol der alten Energieversorger. Die wesentlich h\u00f6heren Zahlen, ausgel\u00f6st durch Insektensterben, Agrargifte, Lebensraumverlust, Glasscheiben, Freileitungen, Stra\u00dfen, Katzen, Bahnstrecken und durch Vogelfang spielen in der ver\u00f6ffentlichten Meinung fast keine Rolle.<br \/>\nDas Thema Vogel- und Artengef\u00e4hrdung sollte nicht nur in der Nische der Windr\u00e4der gef\u00fchrt werden, die nur f\u00fcr einen kleinen Teil des Vogelsterbens verantwortlich ist. Wer mit der L\u00f6sung eines Problems nur in der Nische ansetzt, kann keine echten Fortschritte erzielen. Dennoch ist bei bedrohten Arten wie dem Schreiadler, dem Rotmilan oder seltenen Flederm\u00e4usen jedes get\u00f6tete Tier eines zu viel und darum wird der BUND aus Gr\u00fcnden des Artenschutzes auch in Zukunft nicht jeder Windradplanung zustimmen. Die erfreulichen Fortschritte und Erkenntnisse, die bei der Gefahrenminimierung f\u00fcr V\u00f6gel bei Windr\u00e4dern erreicht wurden, sollten aber endlich auch auf den wesentlich bedrohlicheren Vogelschlag an Glas \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Mal gab es in den vergangenen 540 Millionen Jahren gewaltige Artensterben, zeigen Fossilienfunde. Forscher sehen eine aktuelle, menschengemachte, sechste Welle in vollem Gange. Allein seit dem Jahr 1500 seien mehr als 320 terrestrische Wirbeltiere ausgestorben, die Best\u00e4nde der verbliebenen seien im Schnitt um ein Viertel geschrumpft, schreiben Wissenschaftler um Rodolfo Dirzo von der Stanford University in der Zeitschrift &#8222;Science&#8220;. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen zur Artenvielfalt sterben bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten t\u00e4glich aus.<br \/>\nDer Mensch im Anthropoz\u00e4n hat auf die Artenvielfalt also langfristig eine &#8222;\u00e4hnlich verheerende&#8220; Wirkung wie der gro\u00dfe Meteor-Einschlag vor 65 Millionen Jahren.<\/p>\n<p><strong>Vogelsterben, Insektensterben, Artensterben&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Unsere globale und bundesweite Raubbauwirtschaft und der unerf\u00fcllbare und zerst\u00f6rerische Traum vom unbegrenzten Wachstum f\u00fchren zu immer massiveren Sch\u00e4den, nicht nur in der Vogelwelt. Hier muss der BUND und die Umweltbewegung ansetzen.<\/p>\n<p><strong>In Sachen Vogelsterben kann die Umweltbewegung durchaus auch auf Erfolge zur\u00fcckblicken.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>In der Mitte des letzten Jahrhundert wurde festgestellt, dass DDT dazu f\u00fchrte, dass Greifv\u00f6gel Eier mit d\u00fcnneren Schalen legten, was zu erheblichen Bestandseinbr\u00fcchen f\u00fchrte. DDT geriet auch unter Verdacht, beim Menschen Krebs ausl\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Auch wegen des Drucks der Umweltbewegung wurde die Verwendung von DDT von den meisten westlichen Industriel\u00e4ndern in den 1970er-Jahren verboten. Artenschutz ist immer auch Menschenschutz.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>WEBcode #217473<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6gliche Ursachen: Insektensterben, Agrargifte, Neonicotinoide, Naturzerst\u00f6rung, Vogelschlag, Katzen, Verkehr oder Windr\u00e4der und\u00a0Rabenv\u00f6gel.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-12565","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12565","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=12565"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12565\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12568,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/12565\/revisions\/12568"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=12565"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=12565"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=12565"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}