{"id":12696,"date":"2017-10-24T07:02:57","date_gmt":"2017-10-24T05:02:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=12696"},"modified":"2017-10-27T07:40:00","modified_gmt":"2017-10-27T05:40:00","slug":"reaktionen-woelfen-reissen-schafe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=12696","title":{"rendered":"Reaktionen: W\u00f6lfe rei\u00dfen Schafe"},"content":{"rendered":"<p><em><span style=\"color: #ff6600;\">Arbeitsgemeinschaft (AG) Luchs &amp; Wolf<\/span> Baden-W\u00fcrttemberg fordert klare Empfehlungen f\u00fcr Management von Wolf und Luchs<\/em><\/p>\n<p>\u201eDer Wolf kehrt zur\u00fcck, ob wir das wollen oder nicht. Die aktuellen Schafrisse durch einen Wolf bei Widdern im Kreis Heilbronn zeigen, wie wichtig es ist, dass wir uns auf die R\u00fcckkehr der W\u00f6lfe nach Baden-W\u00fcrttemberg vorbereiten <!--more-->und unsere Weidetiere besser sch\u00fctzen\u201c, fasst NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle die Einsch\u00e4tzung der Arbeitsgemeinschaft (AG) Luchs &amp; Wolf zusammen. \u201eBaden-W\u00fcrttemberg ist als Wolfserwartungsland gefordert, seine Landwirtinnen und Sch\u00e4fer dabei bestm\u00f6glich zu unterst\u00fctzen.\u201c Das Land m\u00fcsse dringend eine Reihe von Hindernissen beseitigen, um den Weg f\u00fcr effektiven und praxistauglichen Herdenschutz frei zu machen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6175\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/wolf_3BFW4507.jpg\" alt=\"wolf_3BFW4507\" width=\"320\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/wolf_3BFW4507.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/wolf_3BFW4507-160x116.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/wolf_3BFW4507-140x101.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Angesichts der R\u00fcckkehr von Luchs und Wolf in den S\u00fcdwesten hat die AG Luchs &amp; Wolf Baden-W\u00fcrttemberg eine gemeinsame Empfehlung an die Landespolitik formuliert. In dem 8-Punkte-Papier fordert die Arbeitsgemeinschaft unter anderem eine Konzeption zur Unterst\u00fctzung von Betrieben beim Herdenschutz, eine bessere finanzielle F\u00f6rderung und Beratung betroffener Betriebe sowie die Novellierung der Tierschutzhundeverordnung, um den rechtssicheren Einsatz von Herdenschutzhunden zu erleichtern.<\/p>\n<blockquote><p>Chronologie der W\u00f6lfe in Baden-W\u00fcrttemberg <a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=11035\" target=\"_blank\">hier &gt;&gt;<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Die AG Luchs &amp; Wolf setzt sich als Interessenvereinigung in Baden-W\u00fcrttemberg seit zehn Jahren f\u00fcr einen sachlichen und l\u00f6sungsorientierten Dialog der verschiedenen Interessengruppen in Bezug auf die R\u00fcckkehr von Gro\u00dfraubtieren wie Luchsen und W\u00f6lfen nach Baden-W\u00fcrttemberg ein. Alfons Gimber, Vorsitzender des Landesschafzuchtverbands (LSV), kennt die Sorgen der Weidetierhalterinnen und -halter gut: \u201eDie Betriebe brauchen mehr Unterst\u00fctzung bei der Umsetzung des Herdenschutzes, zu viele Fragen sind noch ungekl\u00e4rt und bed\u00fcrfen dringend einer L\u00f6sung\u201c, fordert Gimber. So empfiehlt das Papier der AG Luchs &amp; Wolf beispielsweise, den Einsatz von Herdenschutzhunden aus kontrollierter Zucht durch qualifizierte Halterinnen oder Halter zu erm\u00f6glichen, f\u00f6rderrechtliche Restriktionen bei der finanziellen Bezuschussung von Herdenschutzma\u00dfnahmen zu beseitigen und Haftungsrisiken auf ein tragf\u00e4higes Ma\u00df zu beschr\u00e4nken: \u201eWer haftet, wenn eine Schafherde bei einem Wolfs\u00fcbergriff aus dem Zaun ausbricht und dann auf der Stra\u00dfe steht? Diese Frage muss dringend gekl\u00e4rt werden, das Haftungsrisiko darf nicht auf den Tierhalter \u00fcbetragen werden\u201c, sagt der Sch\u00e4fer.<\/p>\n<p>Eine sichere finanzielle Unterst\u00fctzung und Rechtssicherheit f\u00fcr die Weidetierhalterinnen und -halter ist auch der der Rinderunion Baden-W\u00fcrttemberg (RBW) ein Anliegen. \u201eF\u00f6rdermittel f\u00fcr Herdenschutz d\u00fcrfen nicht im Konflikt mit anderen F\u00f6rdergeldern stehen, sondern m\u00fcssen wirklich bei den Betrieben ankommen. Die Tierhalter d\u00fcrfen nicht diejenigen sein, die f\u00fcr die Folgekosten des Wolfs gerade stehen m\u00fcssen. Dies ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe\u201c, sagt Dr. Torsten Sommer, Herdenschutzbeauftragter der RBW.<\/p>\n<p>\u201eEs ist wichtig, dass die Akteure an einem Tisch sitzen und im Dialog bleiben\u201c, betonen alle Beteiligten. Die von Umwelt- und Landwirtschaftsministerium gemeinsam eingerichtete AG Luchs &amp; Wolf sei das richtige Format daf\u00fcr. Erfolgreiche Projekte zur Erprobung des Herdenschutzes in der Praxis sollten weitergef\u00fchrt werden. \u201eBis wir in Baden-W\u00fcrttemberg wirklich auf den Wolf vorbereitet sind, m\u00fcssen wir alle noch ein gutes St\u00fcck des Weges gemeinsam gehen\u201c, sind sich die in der AG vertretenen Natursch\u00fctzer, J\u00e4ger und Tierhalter einig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><span style=\"color: #ff6600;\">Sph\u00e4re-Wissen:<\/span><\/h4>\n<p>Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Luchs &amp; Wolf Baden-W\u00fcrttemberg, bestehend aus 20\u00a0Vertreterinnen und Vertretern aus der Landwirtschaft, der J\u00e4gerschaft, von Naturschutzverb\u00e4nden und betroffenen Beh\u00f6rden, befasst sich seit dem Jahr 2004 mit der R\u00fcckkehr des Luchses und seit 2008 auch mit der des Wolfes nach Baden-W\u00fcrttemberg. \u00dcbergreifend herrscht in der AG gro\u00dfe Einigkeit dar\u00fcber, dass der Umgang mit diesen Arten in entsprechenden Managementpl\u00e4nen und Fachkonzepten festgeschrieben werden sollte. Solcher Konzepte bedarf es insbesondere beim Wolf zur Entsch\u00e4rfung von Konfliktpotentialen mit der Weidetierhaltung.<\/p>\n<p>Das Papier der AG Luchs &amp; Wolf finden Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Empfehlungen_AG_LuchsWolf.pdf\" target=\"_blank\">hier &gt;&gt;<\/a><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #ff6600;\">Umweltminister fordert:<\/span> \u201eUnsere Aufgabe ist es gleicherma\u00dfen, Nutztiere zu sch\u00fctzen und dem Wolf das \u00dcberleben zu erm\u00f6glichen\u201c, so\u00a0\u00a0Minister Franz Untersteller.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Nachdem in Widdern (Landkreis Heilbronn) mehrere Schafe durch einen Wolfsangriff get\u00f6tet wurden, hat sich Umwelt und Naturschutzminister Franz Untersteller daf\u00fcr ausgesprochen, umgehend die Voraussetzungen daf\u00fcr zu schaffen, dass Nutztierhalter in Baden-W\u00fcrttemberg ausgebildete Herdenschutzhunde einsetzen k\u00f6nnen. \u201eHerdenschutzhunde sind ein wirksamer Schutz gegen Wolfsangriffe. Wir m\u00fcssen deshalb die Tierschutz-Hundeverordnung so gestalten, dass unsere Sch\u00e4ferinnen und Sch\u00e4fer sie auch einsetzen d\u00fcrfen\u201c, sagte Untersteller heute (24.10.) in Stuttgart. \u201eStatt leichtfertig dar\u00fcber zu reden, wie wir den Wolf am besten loswerden, m\u00fcssen wir doch dar\u00fcber nachdenken, wie wir unsere Nutztiere optimal sch\u00fctzen und zugleich dem Wolf das \u00dcberleben erm\u00f6glichen. Das ist unsere Aufgabe und das verstehe ich unter verantwortungsbewusstem Tier- und Artenschutz.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Anpassung der Tierschutz-Hundeverordnung n\u00f6tig<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Minister pl\u00e4dierte deshalb daf\u00fcr, in einem ersten Schritt die Verordnung des Bundes in Baden-W\u00fcrttemberg k\u00fcnftig \u2013 anders als bisher \u2013 im Sinne des zust\u00e4ndigen Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft auszulegen. Das BMEL hatte erst im Sommer mit einem Brief klargestellt, dass es sehr wohl m\u00f6glich sei, Herdenschutzhunde auf Weiden mit Elektroz\u00e4unen einzusetzen \u2013 obwohl in der Tierschutz-Hundeverordnung stromf\u00fchrende Vorrichtungen in Hundezwingern verboten w\u00fcrden. Eine Weide sei jedoch kein Zwinger im Sinne der Verordnung, so das Bundesministerium.<\/p>\n<p>\u201eIch finde, dass sich Baden-W\u00fcrttemberg dieser Haltung anschlie\u00dfen sollte und werde mich daf\u00fcr beim zust\u00e4ndigen Landwirtschaftsminister einsetzen\u201c, erkl\u00e4rte Untersteller. Bislang vertrete das Ministerium eine andere und sehr strenge Linie in dieser Frage, die dem Herdenschutz entgegenstehe.<\/p>\n<p>In einem zweiten Schritt, so Untersteller weiter, sei es dringend geboten, dass Baden-W\u00fcrttemberg sich in Berlin f\u00fcr eine Anpassung der Tierschutzhunde-Verordnung einsetze. Tierschutz sei nat\u00fcrlich ein hohes Gut, sagte Untersteller, aber wenn die Verordnung beispielsweise verlange, dass f\u00fcr Hunde, die im Freien eingesetzt werden, ein witterungsgesch\u00fctzter und w\u00e4rmeged\u00e4mmter Liegeplatz zur Verf\u00fcgung stehen muss, dann sei das auch eine Vorschrift zu Lasten der Wandersch\u00e4ferei in Baden-W\u00fcrttemberg und anderswo: \u201eWandern mit einer ged\u00e4mmten Hundeh\u00fctte unterm Arm geht einfach nicht\u201c, sagte Untersteller.<\/p>\n<p>\u201eDie Wandersch\u00e4ferinnen und -sch\u00e4fer leisten aber eine unverzichtbare Arbeit zum Erhalt unserer Kulturlandschaften. Wenn wir ihnen helfen wollen, ihre Herden und Existenz mit Schutzhunden zu sch\u00fctzen, m\u00fcssen wir das N\u00f6tige daf\u00fcr auch tun. Das geht meiner Auffassung nach ohne den Tierschutz zu schleifen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitsgemeinschaft (AG) Luchs &amp; Wolf Baden-W\u00fcrttemberg fordert klare Empfehlungen f\u00fcr Management von Wolf und Luchs \u201eDer Wolf kehrt zur\u00fcck, ob wir das wollen oder nicht. 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