{"id":13011,"date":"2018-02-21T10:38:25","date_gmt":"2018-02-21T09:38:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=13011"},"modified":"2018-02-21T10:39:32","modified_gmt":"2018-02-21T09:39:32","slug":"fisch-mit-augenlampe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=13011","title":{"rendered":"Fisch mit Augenlampe"},"content":{"rendered":"<p><em>Forscher der Universit\u00e4t T\u00fcbingen entdecken erstmals bei tagaktiven Meeresbewohnern die Voraussetzungen f\u00fcr eine aktive Ortung mittels Licht<\/em><\/p>\n<p>Manche Tiere erweitern ihre Sinne, indem sie aktiv Signale aussenden und aus den Reflexionen naher Objekte ihre Umgebung oder zum Beispiel Beutetiere ausmachen \u2013 gut untersuchte Beispiele sind die Echoortung <!--more-->mit Ultraschalllauten bei Flederm\u00e4usen und Delfinen sowie die Elektroortung bei manchen Fischen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13012\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Gelbe-Spitzkopf-Schleimfisch-_Foto_Nico_K_Michiels.jpg\" alt=\"Gelbe-Spitzkopf-Schleimfisch _Foto_Nico_K_Michiels\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Gelbe-Spitzkopf-Schleimfisch-_Foto_Nico_K_Michiels.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Gelbe-Spitzkopf-Schleimfisch-_Foto_Nico_K_Michiels-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Gelbe-Spitzkopf-Schleimfisch-_Foto_Nico_K_Michiels-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Der Gelbe Spitzkopf-Schleimfisch (Tripterygion delaisi) zeigt einen blauen Blitz unterhalb des Auges. Foto: Nico K. Michiels<\/em><\/span><\/p>\n<p>Die Lichtortung, also das aktive Aussenden von Lichtstrahlen und die Auswertung der Reflexion, ist bisher nur von Tiefseefischen bekannt, die chemisch erzeugtes Licht als Suchscheinwerfer im Dauerdunkel der tiefen Ozeane nutzen. Nun hat Professor Nico Michiels vom Institut f\u00fcr Evolution und \u00d6kologie der Universit\u00e4t T\u00fcbingen gemeinsam mit seinem Team Hinweise auf den Einsatz der aktiven Lichtortung bei tagaktiven Fischen entdeckt. Die Forscher konnten erstmals nachweisen, dass Fische senkrecht einfallendes Sonnenlicht kontrolliert und in Anpassung an die Umgebung aktiv seitw\u00e4rts in Augenblitze umlenken. Die Forschungsergebnisse werden in der Fachzeitschrift\u00a0Royal Society Open Sciencever\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Bei seinen Experimenten arbeitete das Forscherteam mit dem vier Zentimeter langen Gelben Spitzkopf-Schleimfisch (Tripterygion delaisi), der im Atlantik und im Mittelmeer vorkommt. Er ern\u00e4hrt sich haupts\u00e4chlich von weitgehend durchsichtigen, weniger als einen Millimeter gro\u00dfen Kleinkrebsen. W\u00e4hrend der Mensch eine Taschenlampe ben\u00f6tigt, um mit ihrem Lichtkegel dunkle Winkel auszuleuchten, kann der Schleimfisch das Sonnenlicht f\u00fcr seine Zwecke anpassen und in dunkle Bereiche umlenken. \u201eDie anatomischen Voraussetzungen daf\u00fcr finden sich bei vielen tagaktiven Fischen mit einer gro\u00dfen Iris\u201c, sagt Michiels. \u201eDoch am Schleimfisch haben wir zum ersten Mal untersucht, wie der Mechanismus f\u00fcr die aktive Lichtortung funktionieren k\u00f6nnte.\u201c Die Schleimfische leben in rund zehn Metern Tiefe, wohin das Sonnenlicht durchdringt. \u201eEs wird von den seitlich vorstehenden Augenlinsen auf die untere Regenbogenhaut fokussiert, auf der sich rot fluoreszierende und blau reflektierende Bereiche finden\u201c, erkl\u00e4rt der Wissenschaftler. \u201eDurch Kippen und Drehen des Auges kann der Fisch den Lichtstrahl lenken und aktiv entweder rote oder blaue Augenblitze abgeben.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Zwei Blitzfarben zur Auswahl<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Fisch kann so die ersten Zentimeter seiner direkten Umgebung ausleuchten. \u201eVoraussetzung f\u00fcr die Lichtortung ist, dass die Fische die Augenblitze kontrollieren k\u00f6nnen, um selbst nicht zu Beute zu werden\u201c, sagt Michiels. Um das zu \u00fcberpr\u00fcfen, haben sich die Forscher zunutze gemacht, dass der Gelbe Spitzkopf-Schleimfisch zwei Blitzfarben zur Auswahl hat. \u201eTats\u00e4chlich haben wir festgestellt, dass die Fische die Farbe der Augenblitze an die Umgebung anpassen. Bei rotem Hintergrund senden sie blaue Augenblitze aus \u2013 und umgekehrt.\u201c Auch nehme die Frequenz der Augenblitze zu, wenn Kleinkrebse als m\u00f6gliche Beute verf\u00fcgbar sind. \u201eWir konnten jedoch nicht feststellen, dass hungrige Fische mehr Augenblitze erzeugen als satte\u201c, so der Forscher. Daher m\u00fcsse nun in weiteren Experimenten gekl\u00e4rt werden, ob die Schleimfische ihre F\u00e4higkeiten f\u00fcr die aktive Lichtortung zum Auffinden von Beute nutzen oder m\u00f6glicherweise f\u00fcr andere Zwecke. \u201eWir stehen auf diesem Forschungsgebiet noch ganz am Anfang. Die F\u00e4higkeit zur Lichtortung wurde bisher kaum beachtet\u201c, erkl\u00e4rt Michiels.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forscher der Universit\u00e4t T\u00fcbingen entdecken erstmals bei tagaktiven Meeresbewohnern die Voraussetzungen f\u00fcr eine aktive Ortung mittels Licht Manche Tiere erweitern ihre Sinne, indem sie aktiv Signale aussenden und aus den Reflexionen naher Objekte ihre Umgebung oder zum Beispiel Beutetiere ausmachen \u2013 gut untersuchte Beispiele sind die Echoortung<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":13012,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-13011","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13011"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13011\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13015,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13011\/revisions\/13015"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/13012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}