{"id":13223,"date":"2017-05-29T10:31:21","date_gmt":"2017-05-29T08:31:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=13223"},"modified":"2026-02-11T17:38:52","modified_gmt":"2026-02-11T16:38:52","slug":"ortsportrait-gruorn-verlassenes-dorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=13223","title":{"rendered":"Ortsportrait Gruorn \u2013 verlassenes Dorf"},"content":{"rendered":"<p><!--more-->\t\t<div id=\"maps-marker-pro-c01db167\" class=\"maps-marker-pro\" style=\"width: 100%;\">\n\t\t\t<div id=\"mmp-map-wrap-c01db167\" class=\"mmp-map-wrap\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-panel-c01db167\" class=\"mmp-panel\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"mmp-map-c01db167\" class=\"mmp-map\" style=\"height: 400px;\"><\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #808000;\">Gruorn<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong><span class=\"Apple-style-span\">Soldaten verschanzten und k\u00e4mpften sich durch die gem\u00fctlichen Stuben der 235 H\u00e4user. Geschosse setzten die Dachst\u00fchle in Brand. Selbst die Stephanus-Kirche hatte der Munitionshagel nicht verschont. Heute aber herrscht dort Frieden.<\/span><\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4986\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/gruorn_3BFW8721.jpg\" alt=\"gruorn_3BFW8721\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/gruorn_3BFW8721.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/gruorn_3BFW8721-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/gruorn_3BFW8721-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Die Einsamkeit verdichtet sich zwischen den historischen Hausruinen des verlassenen Albd\u00f6rfleins Gruorn zu einer k\u00f6rperlich sp\u00fcrbaren Realit\u00e4t. Die Albmenschen hier mussten 1941 ihre Heimat verlassen, weil Kriegsspiele zum Staatsgesch\u00e4ft geh\u00f6ren. Gestern wie leider auch noch heute. Der steile Giebel der Stephanuskirche neben dem altem Schulhaus erhebt sich wie ein mahnender Finger in den Himmel, der sich \u00fcber das von Granaten und Geschossen \u00fcber das unsichtbar vernarbte St\u00fcck Schw\u00e4bische Alb spannt.<\/p>\n<blockquote><p>Heute sind die beiden restaurierten Geb\u00e4ude \u2013 das alte Schulhaus und die Stephanuskirche \u2013 ein viel besuchter Ort. Seit November 2011 f\u00fchrt ein mit 15 Infotafeln best\u00fcckte Rundweg durch die H\u00e4userreste des verlassenen Dorfs Gruorn. Hierdurch wird ein St\u00fcck Albdorfgeschichten lebendig.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Truppen\u00fcbungsplatz selbst\u00a0ist so verletzt, dass kein Mensch die Wege ohne Gefahr f\u00fcr Leib und Leben verlassen darf. Explosive Blindg\u00e4nger aber n\u00fctzen, denn sie sch\u00fctzen das sogenannte M\u00fcnsinger Hardt vor V\u00f6lkerwanderungen. Denn: Der ehemalige Truppen\u00fcbungsplatz hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem der attraktivsten Ausflugszielen der Schw\u00e4bischen Alb gemausert. Und dies, weil hier gerade und besonders nichts passiert, au\u00dfer alleine sein.<\/p>\n<p>So schnell die Soldaten vor 100 Jahren auf die Alb schw\u00e4rmten, so unerwartet zogen sie zur Jahrtausendwende wieder ab. Noch in den Jahren 1997 bis 2001 investierte der Bund rund 18 Millionen in diesen Standort. Die historischen Geb\u00e4ude des \u201eAlten Lagers\u201c haben die Feldherren restauriert, ebenso wie in neue Geb\u00e4ude und Betriebshallen investiert. Und dann? 2001 verk\u00fcndete das Verteidigungsministerium das Aus.\u00a0Dieser unplanwirtschaftliche Zickzack-Kurs l\u00f6ste entsprechende Emp\u00f6rung aus \u2013 heute ebenso wie in der Vergangenheit. Den schauerlichsten Klageruf stie\u00dfen 1941 die Bewohner der Gemeinde Gruorn in die klare, k\u00fchle Luft der Schw\u00e4bischen Alb hinaus. Der Truppen\u00fcbungsplatz sollte im Bereich dieser Gemeinde vergr\u00f6\u00dfert werden. Ihr geliebtes Dorf stand als Bauernopfer f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere politische und milit\u00e4rische Winkelz\u00fcge zur Disposition. Schach matt \u2013 bereits zwei Jahre sp\u00e4ter mussten Bauern und Vieh gehen. 665 Einwohner verloren Haus und Hof. Kein Geld der Welt f\u00fcr die Umsiedlung ersetzt Heimat und tiefe Wurzeln.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 1px solid black;\" src=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/Archiv\/media\/06_01_06_11_aufmacher_5.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"132\" align=\"right\" border=\"1\" \/><\/p>\n<p>Soldaten verschanzten und k\u00e4mpften sich durch die gem\u00fctlichen Stuben der 235 H\u00e4user. Geschosse setzten die Dachst\u00fchle in Brand. Selbst die Stephanus-Kirche hatte der Munitionshagel nicht verschont. Das Gotteshaus und das alte Schulgeb\u00e4ude durfte der Gruorner Verein wieder aufbauen. Seit 1950 hebt sich der lichte und gleichzeitig un\u00fcberwindlich dichte Vorhang um das Hardt j\u00e4hrlich f\u00fcr nur einen Tag. Erinnerungen erwachen beim traditionellen Treffen am Pfingstsonntag auf dem Gruorner Dorfplatz.\u00a0Um das Gel\u00e4nde rankten sich Mythen und Phantasien wie eine Rosenhecke um Grimms Dornr\u00f6schen. Doch hier handelte es sich nicht um ein M\u00e4rchen, sondern f\u00fcr die Bewohner am Rande des Truppen\u00fcbungsplatzes um ernste Realit\u00e4t. Denn: Wie die spitzen Dornen in Grimms M\u00e4rchen hielten die Verbote und Schilder die Bewohner \u00fcber 100 lange Jahre auf Distanz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff6600;\"><b>Wandertipp:\u00a0Milit\u00e4rt\u00fcrme auf dem ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatz<\/b><\/span><\/p>\n<blockquote><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7669\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Turm_Hursch_Sonne_IMG_0708.jpg\" alt=\"Turm_Hursch_Sonne_IMG_0708\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Turm_Hursch_Sonne_IMG_0708.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Turm_Hursch_Sonne_IMG_0708-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/Turm_Hursch_Sonne_IMG_0708-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Rosarote Aussichten zeigt die Schw\u00e4bische Alb, nicht nur von seinen gewaltigen Stahlgittert\u00fcrmen. Der Abzug des Milit\u00e4rs vom Truppen\u00fcbungsplatz M\u00fcnsingen Ende 2005\u00a0er\u00f6ffnete f\u00fcr dem Tourismus neue Perspektiven: Der letzte Soldat ging, das Biosph\u00e4renreservat kam.<\/p>\n<p>Fast w\u00e4re es schiefgegangen. Das Kleinod ehemaliger Truppen\u00fcbungsplatz h\u00e4tte heute keinen der faszinierenden Stahlgittert\u00fcrme mehr, daf\u00fcr vielleicht\u00a0eine Autostra\u00dfe zwischen Zainingen und M\u00fcnsingen. Nicht auszudenken, was dies f\u00fcr das in den Startl\u00f6chern kauernde Biosph\u00e4rengebiet bedeutet h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Doch engagierte B\u00fcrger verhinderten, dass diese einmalige, \u00fcber 100 Jahre konservierte Kulturlandschaft von einem Asphaltband durchschnitten worden w\u00e4re. Heute redet keiner mehr dar\u00fcber, das m\u00e4chtige Gel\u00e4nde schweigt \u2013 wohltuend. Die fast schon mystische Ruhe, die wie ein schwerer Teppich st\u00f6rende Laute d\u00e4mpft, dringt \u00fcber die sanften Erhebungen in die zivilisationslose Weite. Einzig Schafe achten darauf, dass die kargen Magerrasen nicht verwildern, verbuschen, zu einem Wald werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-6591\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/Turm_Hursch_84FB2057-150x150.jpg\" alt=\"Turm_Hursch_84FB2057\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/Turm_Hursch_84FB2057-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/Turm_Hursch_84FB2057-92x92.jpg 92w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-4113\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/turm_IMG_1249-150x150.jpg\" alt=\"turm_IMG_1249\" width=\"150\" height=\"150\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-6589\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/heroldstatt_turm_84FB4644-150x150.jpg\" alt=\"heroldstatt_turm_84FB4644\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/heroldstatt_turm_84FB4644-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/heroldstatt_turm_84FB4644-92x92.jpg 92w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-4112\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/turm_84FB8908-150x150.jpg\" alt=\"turm_84FB8908\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>WEBcode 191215<\/em><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soldaten verschanzten und k\u00e4mpften sich durch die gem\u00fctlichen Stuben der 235 H\u00e4user. Geschosse setzten die Dachst\u00fchle in Brand. Selbst die Stephanus-Kirche hatte der Munitionshagel nicht verschont. Heute aber herrscht dort Frieden.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4986,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[54],"tags":[],"class_list":["post-13223","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ortsportrait"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13223","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13223"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13223\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20260,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13223\/revisions\/20260"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4986"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13223"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13223"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13223"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}