{"id":13640,"date":"2018-10-22T16:20:10","date_gmt":"2018-10-22T14:20:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=13640"},"modified":"2018-10-22T16:21:11","modified_gmt":"2018-10-22T14:21:11","slug":"der-feldlerche-gehts-schlecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=13640","title":{"rendered":"Der Feldlerche geht\u00b4s schlecht"},"content":{"rendered":"<p><em>NABU w\u00e4hlt Feldlerche zum Vogel des Jahres 2019<\/em><\/p>\n<p>Typischer Agrarvogel im Sinkflug \u2013 der NABU hat die Feldlerche zum \u201eVogel des Jahres 2019\u201c gew\u00e4hlt \u2013 verbunden mit der klaren Forderung an die Agrarpolitik, <!--more-->die Biodiversit\u00e4t zu f\u00f6rdern und Lebensr\u00e4ume zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13641\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/feldlerche_Vogel_NABU_Michael_Eick.jpg\" alt=\"feldlerche_Vogel_NABU_Michael_Eick\" width=\"320\" height=\"234\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/feldlerche_Vogel_NABU_Michael_Eick.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/feldlerche_Vogel_NABU_Michael_Eick-160x117.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/feldlerche_Vogel_NABU_Michael_Eick-150x110.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/>\u00a0<span style=\"color: #999999;\"><em>Foto:\u00a0NABU, Michael Eick<\/em><\/span><\/p>\n<p>Der typische Agrarvogel war bereits 1998 der NABU-Jahresvogel: \u201eAuf diese Ehre h\u00e4tte der einstige Allerweltsvogel sicher gern verzichtet. Die Ernennung zeigt, dass die Anstrengungen zum Schutz der Feldlerche nicht ausreichen, um die Art zu sch\u00fctzen. Im S\u00fcdwesten ist der kleine Feldvogel als ,gef\u00e4hrdet\u2018 auf der Roten Liste der Brutv\u00f6gel eingestuft\u201c, sagt Stefan Bosch, NABU-Fachbeauftragter f\u00fcr Vogelschutz. Der neue Jahresvogel steht stellvertretend f\u00fcr andere Feldv\u00f6gel wie Kiebitz und Rebhuhn, denen es zum Teil sogar noch schlechter geht. \u201eDie immer intensivere Landwirtschaft vertreibt die Feldlerche aus Feld und Flur. Die Bodenbr\u00fcter finden dort kaum Nistpl\u00e4tze und zu wenig Nahrung\u201c, fasst Bosch zusammen.<\/p>\n<p><strong>Ungest\u00f6rte Brutpl\u00e4tze und Insektenfutter sind Mangelware<\/strong><\/p>\n<p>In Baden-W\u00fcrttemberg lebt die Feldlerche von Fr\u00fchling bis Herbst und wandert in den Wintermonaten weitgehend nach S\u00fcdeuropa ab. \u201eDamit die Feldlerche bei uns erfolgreich br\u00fcten kann, ist sie auf Insekten, ungest\u00f6rte Brutpl\u00e4tze, eine reich strukturierte, vielf\u00e4ltige Agrarlandschaft und eine giftfreie Landwirtschaft angewiesen\u201c, fasst Bosch zusammen. Brach- und Ausgleichsfl\u00e4chen ohne Mahd w\u00e4hrend der Brutzeit, Lerchenfenster mit rund 20 Quadratmetern Fl\u00e4che im Wintergetreide und ungespritzte Ackerrandstreifen sowie Wildkrautfluren helfen dem Brutvogel beim \u00dcberleben.<\/p>\n<p>Auch in Baden-W\u00fcrttemberg ist der R\u00fcckgang der Feldlerche alarmierend. Die Population schrumpfte um bis zu 75 Prozent zwischen den 1960er und 1990er Jahren. Von den rund 310.000 Revieren (um 1990) sank die Zahl weiter und nimmt stetig ab. Als Brutvogel ist die Feldlerche eigentlich fl\u00e4chendeckend in offenen Landschaften unterhalb von 700 H\u00f6henmetern zuhause. In den Hochlagen etwa am Feldberg ist die Feldlerche heimisch. Schwach besiedelt sind dagegen der Schwarzwald und die Schw\u00e4bische Alb.<\/p>\n<p>Die Feldlerche br\u00fctet am liebsten in der Feldflur auf Fl\u00e4chen mit Weizen und Hafer sowie auf Fettwiesen. In den kalten Monaten begn\u00fcgt sie sich mit Pflanzenteilen und S\u00e4mereien. Zur Brutzeit ab April jagt sie Insekten, aber auch Spinnen, Schnecken und Regenw\u00fcrmer, um den Nachwuchs mit proteinreichem Kraftfutter zu versorgen. Doch vielerlei Gef\u00e4hrdungen machen ihr das \u00dcberleben schwer. \u201eUnsere Art der Landbewirtschaftung mit industrieller Landwirtschaft beeinflusst die Artenvielfalt in der Feldflur seit Jahrzehnten negativ. Als Lebensraumspezialist f\u00fcr die Feldflur sind Feldlerchen besonders betroffen.\u201c Die starke D\u00fcngung l\u00e4sst Pflanzen schneller wachsen, dichte Pflanzreihen lassen keinen Raum zum Br\u00fcten. Auch der R\u00fcckgang der Wiesenbewirtschaftung, die h\u00e4ufigere und fr\u00fchere Mahd und die gro\u00dffl\u00e4chigen Monokulturen mit Mais und Raps wirken sich ung\u00fcnstig aus und tragen zum Verlust von Nistpl\u00e4tzen bei.<\/p>\n<p><strong>Perfekt getarnt, aber trotzdem bedroht<\/strong><\/p>\n<p>Zu den bevorzugten Ackerkulturen der Feldlerche z\u00e4hlen Hafer und Luzerne bez\u00fcglich Vegetationsh\u00f6he und Struktur. \u201eWo auf riesigen Fl\u00e4chen nur noch undurchdringbares Wintergetreide, Raps oder Mais wachsen, fallen die \u00fcberlebenswichtigen zweiten und dritten Bruten aus. Wenn die Lerchen deswegen auf die vegetationsfreien Fahrspuren im Feld ausweichen, werden sie h\u00e4ufig Opfer von Nestr\u00e4ubern oder von Maschinen \u00fcberrollt\u201c, so Bosch. Der Einsatz von Insektiziden im Getreideanbau l\u00e4sst Insekten als Nahrung schwinden. Neonikotinoide st\u00f6ren die k\u00f6rperliche Kondition und die Orientierung der Singv\u00f6gel. \u201eEs fehlen aber auch Saumbiotope wie Feld- und Wegr\u00e4nder sowie B\u00f6schungen als Brut- und Nahrungsraum\u201c, kritisiert Bosch. Eine intensive Weidewirtschaft zerst\u00f6rt Bodennester.<\/p>\n<p>Der Feldlerche hilft dann auch ihre perfekte Tarnung nicht. Ihr einziger Schmuck besteht aus feinen, schwarzbraunen L\u00e4ngsstreifen und Strichen am Oberkopf und einer kleinen Federhaube. Mit nur 16 bis 18 Zentimetern K\u00f6rperl\u00e4nge und der beige bis r\u00f6tlich-braunen Gefiederf\u00e4rbung an der Oberseite ist sie im Stoppelfeld gut getarnt. Dieses Jahr wurden jedoch einige Stoppelfelder fr\u00fchzeitig untergepfl\u00fcgt, um Fl\u00e4chenbr\u00e4nde zu verhindern.<\/p>\n<p>Feldlerchen sind lebhafte S\u00e4nger. Die M\u00e4nnchen singen meist im Flug aus einer H\u00f6he von 50 bis 200 Metern, wo sie mit blo\u00dfem Auge kaum mehr zu erkennen sind. Ihr scheinbar endlos tirilierender Gesang bildet die traditionelle Klangkulisse unserer Agrarlandschaft. War es fr\u00fcher oft unm\u00f6glich, aus diesem Ger\u00e4uschteppich einen einzelnen Vogel herauszuh\u00f6ren, ist es heute eine Freude, \u00fcberhaupt eine Lerche zu h\u00f6ren. In manchen Gegenden ist der Himmel \u00fcber den Feldern sogar bereits stumm.<\/p>\n<p><strong>Mitmachen: 114 Euro mal 11 Millionen f\u00fcr mehr Natur auf dem Acker<\/strong><\/p>\n<p>\u201eViele der 11 Millionen Einwohner im S\u00fcdwesten, darunter mehr als 100.000 NABU-Mitglieder, sorgen sich angesichts des rasanten Artenschwunds. Sie erwarten zu Recht von der Politik geeignete Gegenma\u00dfnahmen. Statt ihre 114 Euro \u2013 in Summe rund 1,254 Milliarden Euro aus Baden-W\u00fcrttemberg \u2013 weiter nach dem Gie\u00dfkannenprinzip pauschal nach Hektar auszuzahlen, muss die Politik auf allen Ebenen diese Steuermittel gezielt in eine naturvertr\u00e4gliche Landwirtschaft investieren\u201c, fordert NABU-Agrarreferent Jochen Goedecke. Mit der NABU Mitmach-Aktion \u201eMeine 114 Euro\u201c k\u00f6nnen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern ihre W\u00fcnsche an eine Agrarreform direkt EU-Parlamentarier\/-innen aus ihrem Wahlkreis mitteilen und so zur Rettung der Feldlerche und anderer Feldv\u00f6gel beitragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wirksame Hilfen f\u00fcr die Feldlerche:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Brach- und Ausgleichsfl\u00e4chen ohne Mahd w\u00e4hrend der Brutzeit<\/li>\n<li>Lerchenfenster im Wintergetreide<\/li>\n<li>Mosaikreich strukturierte Agrarlandschaft<\/li>\n<li>Ackerrandstreifen, Wildkrautfluren<\/li>\n<li>Reduzierung Pestizid- und D\u00fcngereinsatz<\/li>\n<li>Kein Spritzen von Ackerrainen und Wegr\u00e4ndern<\/li>\n<li>Faire Preise f\u00fcr naturgerecht produzierte Lebensmittel, vor allem\u00a0Milchprodukte<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>WEBcode #183463<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NABU w\u00e4hlt Feldlerche zum Vogel des Jahres 2019 Typischer Agrarvogel im Sinkflug \u2013 der NABU hat die Feldlerche zum \u201eVogel des Jahres 2019\u201c gew\u00e4hlt \u2013 verbunden mit der klaren Forderung an die Agrarpolitik,<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":13641,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,14],"tags":[],"class_list":["post-13640","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-naturschutz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13640","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13640"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13640\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13643,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13640\/revisions\/13643"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/13641"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13640"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}