{"id":13902,"date":"2018-12-19T11:10:20","date_gmt":"2018-12-19T10:10:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=13902"},"modified":"2018-12-19T11:10:20","modified_gmt":"2018-12-19T10:10:20","slug":"80-000-kilometer-wasserleitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=13902","title":{"rendered":"80.000 Kilometer Wasserleitung"},"content":{"rendered":"<p><em>Mega-Wasserkan\u00e4le weltweit im Vergleich<\/em><\/p>\n<p>Wassertransfer-Megaprojekte sollen in Zukunft S\u00fc\u00dfwasserversorgung weltweit gew\u00e4hrleisten \u2013 Forschende haben bestehende und geplante Kan\u00e4le erstmals erfasst und gegen\u00fcber gestellt.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-10611\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schwarzwald_Holz_Wasser_Wirtschaft_3BFW3958.jpg\" alt=\"Schwarzwald_Holz_Wasser_Wirtschaft_3BFW3958\" width=\"320\" height=\"481\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schwarzwald_Holz_Wasser_Wirtschaft_3BFW3958.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schwarzwald_Holz_Wasser_Wirtschaft_3BFW3958-106x160.jpg 106w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schwarzwald_Holz_Wasser_Wirtschaft_3BFW3958-212x320.jpg 212w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Schwarzwald_Holz_Wasser_Wirtschaft_3BFW3958-99x150.jpg 99w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Es gibt immer mehr gro\u00dfe Kan\u00e4le und Rohrleitungen, die S\u00fc\u00dfwasser aus wasserreichen Regionen dorthin transportieren, wo es als Trinkwasser oder f\u00fcr Industrie und Landwirtschaft ben\u00f6tigt wird. 34 Mega-Anlagen existieren bereits, 76 weitere sind in Planung oder werden gebaut; doch neben den Vorteilen des Wassertransfers sind die Auswirkungen auf Mensch und \u00d6kosysteme enorm. Christiane Zarfl, Professorin f\u00fcr Umweltsystemanalyse von der Universit\u00e4t T\u00fcbingen, hat gemeinsam mit ihrer Doktorandin Oleksandra Shumilova vom Leibniz-Institut f\u00fcr Gew\u00e4sser\u00f6kologie und Binnenfischerei (IGB) und weiteren Forschungseinrichtungen diese sogenannten Wassertransfer-Megaprojekte (WTMP) nun erstmals systematisch erfasst. Die Ergebnisse wurden k\u00fcrzlich in der Fachzeitschrift Frontiers in Environmental Science ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>\u201eK\u00fcnstliche Fl\u00fcsse\u201c und riesige Rohre, also gewaltige Wassertransferanlagen, sollen in Zukunft die weltweite Wasserversorgung gew\u00e4hrleisten, denn Klimawandel, Industrie und Landwirtschaft lassen in manchen Regionen das Wasser knapp werden. In einigen L\u00e4ndern, beispielsweise in China und den USA, sind WTMP bereits heute ein wichtiger Faktor. Zum Beispiel verbindet der knapp 1500 km lange S\u00fcd-Nord-Kanal Chinas wasserreichen S\u00fcden mit dem durstigen Norden, in dem sich unter anderem die Hauptstadt Peking befindet.<\/p>\n<p>\u201eWassertransfer-Megaprojekte k\u00f6nnen f\u00fcr die Menschen in den betroffenen Regionen viele Vorteile bringen\u201c, erkl\u00e4rt Shumilova. \u201eGleichzeitig gibt es aber h\u00e4ufig auch negative Auswirkungen auf sozialer, wirtschaftlicher und \u00f6kologischer Ebene; vor allem in den Gebieten, denen Wasser entnommen wird.\u201c Wasser gehe verloren durch Verdunstung oder Lecks, Regionen versalzten, Schadstoffe und invasive Arten k\u00f6nnten sich besser ausbreiten. Au\u00dferdem gebe es ein h\u00f6heres Konfliktpotential zwischen L\u00e4ndern, die dasselbe Flusseinzugsgebiet teilten.<\/p>\n<p>\u201eWir haben Informationen zu allen aktuell bestehenden und bis zum Jahr 2050 geplanten Wassertransfer-Megaprojekten in einer Datenbank gesammelt\u201c, erkl\u00e4rt Zarfl. \u201eWichtige Daten waren f\u00fcr uns beispielsweise die Wassermenge, die transferiert wird, die zu \u00fcberwindende Entfernung, die geplanten und tats\u00e4chlichen Kosten und der Zweck des Wassertransfers\u201c. Als WTMP gelten Bauprojekte, die \u00fcber 1 Milliarde US-Dollar kosten, mindestens 190 Kilometer \u00fcberwinden oder mehr als 0,23 km\u00b3 Wasser pro Jahr transportieren. Wenn alle im Bau befindlichen und geplanten Gro\u00dfprojekte fertiggestellt sind, werden die WTMP zusammen 1910 km\u00b3 Wasser transportieren; das ist etwa die 26-fache j\u00e4hrliche durchschnittliche Wassermenge des Rheins. Hintereinandergelegt sind sie etwa doppelt so lang wie der \u00c4quator, \u00fcber 80.000 Kilometer. Die Gesamtkosten aller Bauvorhaben sch\u00e4tzen die Forscherinnen und Forscher auf voraussichtlich 2700 Milliarden US-Dollar.<\/p>\n<p>Bislang wurden allerdings weder die Parameter der WTMP noch die Auswirkungen von einer zentralen Stelle gesammelt. Diese L\u00fccke schlie\u00dft das Forschungsprojekt und schafft damit eine Voraussetzung f\u00fcr international vereinbarte Kriterien, die den Aufbau, die Leistungsf\u00e4higkeit und die Auswirkungen der k\u00fcnstlichen Fl\u00fcsse auf Mensch und Umwelt vergleichbarer machen. \u201eBei der Planung k\u00fcnftiger Megaprojekte wird es somit leichter, Kosten und Umweltfolgen einzusch\u00e4tzen und dem Nutzen gegen\u00fcberzustellen\u201c, erl\u00e4utert Zarfl. \u201eIn k\u00fcnftigen Forschungen m\u00f6chten wir vor allem die Auswirkungen dieser gewaltigen Projekte untersuchen und die Risiken, die damit verbunden sind.\u201c<\/p>\n<p><em><strong>Publikation:<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Oleksandra Shumilova, Klement Tockner, Michele Thieme, Anna Koska, Christiane Zarfl: Global Water Transfer Megaprojects: A Potential Solution for the Water-Food-Energy Nexus? In: Frontiers in Environmental Science. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3389\/fenvs.2018.00150\" target=\"_blank\">https:\/\/doi.org\/10.3389\/fenvs.2018.00150<\/a><\/em><!--more--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mega-Wasserkan\u00e4le weltweit im Vergleich Wassertransfer-Megaprojekte sollen in Zukunft S\u00fc\u00dfwasserversorgung weltweit gew\u00e4hrleisten \u2013 Forschende haben bestehende und geplante Kan\u00e4le erstmals erfasst und gegen\u00fcber gestellt.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5076,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-13902","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13902","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=13902"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13902\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13903,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/13902\/revisions\/13903"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5076"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=13902"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=13902"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=13902"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}