{"id":14192,"date":"2019-01-30T07:53:27","date_gmt":"2019-01-30T06:53:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14192"},"modified":"2019-01-30T07:54:31","modified_gmt":"2019-01-30T06:54:31","slug":"120-jahre-nabu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14192","title":{"rendered":"120 Jahre NABU"},"content":{"rendered":"<p><em>NABU vor 120 Jahren in Stuttgart von mutiger Frau gegr\u00fcndet<\/em><\/p>\n<p>\u201eVom Paradiesvogel bis zur Feldlerche\u201c, unter diesem Motto blickt der NABU auf seinen 120. Geburtstag am 1. Februar 2019. Im Jahr 1899 gr\u00fcndete die schw\u00e4bische Vision\u00e4rin und liebevoll \u201eVogelmutter\u201c genannte Lina H\u00e4hnle in <!--more-->der Stuttgarter Liederhalle den Deutschen Bund f\u00fcr Vogelschutz (BfV). Seit dem Zusammenschluss ost-und westdeutscher Natursch\u00fctzer 1990 hei\u00dft dieser Naturschutzbund Deutschland (NABU).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6857\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Milan_montage_IMG_4561.jpg\" alt=\"Milan_montage_IMG_4561\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Milan_montage_IMG_4561.jpg 640w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Milan_montage_IMG_4561-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Milan_montage_IMG_4561-480x320.jpg 480w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Milan_montage_IMG_4561-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>In diesen 120 Jahren hat sich der NABU im Land thematisch weiterentwickelt und ist gewachsen \u2013 auf mehr als 100.000 Mitglieder im S\u00fcdwesten und \u00fcber 700.000 Mitglieder deutschlandweit. Die Themen reichen heute vom Klimaschutz \u00fcber den Schutz bedrohter Arten bis hin zur Reform der Agrarpolitik oder der Begleitung von Kommunen bei der \u00f6kologischen Entwicklung von Gr\u00fcnfl\u00e4chen. \u201eDer Naturschutz hat sich seit Lina H\u00e4hnles Zeiten nat\u00fcrlich ver\u00e4ndert, aber der Vogelschutz ist und bleibt ein zentrales Anliegen unseres Verbandes\u201c, sagt der seit November 2016 amtierende Landesvorsitzende Johannes Enssle. Und erg\u00e4nzt: \u201eMit der Feldlerche als Jahresvogel 2019 haben wir den dringend n\u00f6tigen Wandel in der europ\u00e4ischen Agrarpolitik in den Mittelpunkt unserer aktuellen Arbeit ger\u00fcckt. Wenn wir Arten wie das Rebhuhn, die Feldlerche oder auch den Kiebitz in unserer Kulturlandschaft erhalten wollen, muss sich dringend etwas \u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Lina H\u00e4hnles Bund f\u00fcr Vogelschutz \u2013 ein Verband mit langer Tradition<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Naturschutz-Vision\u00e4rin gegen \u201eSchmuckvogelausrottung\u201c<\/strong><br \/>\nLina H\u00e4hnle wusste schon fr\u00fch, Politik und Gesellschaft f\u00fcr den Naturschutz zu begeistern. Wichtig war ihr dabei, den Verein auf eine breite gesellschaftliche Basis zu stellen. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 50 Pfennig im Jahr festgelegt, um jeder und jedem den Beitritt zu erm\u00f6glichen. Als wohlhabende Ehefrau des Reichstagsabgeordneten und Fabrikanten Hans H\u00e4hnle fuhr sie in der Eisenbahn oft in der sogenannten \u201eHolzklasse\u201c (3. Klasse) mit, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Bis heute ist es das Leitbild des NABU geblieben, Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen f\u00fcr die Anliegen des Naturschutzes zu gewinnen. Unter Lina H\u00e4hnles Vorsitz \u2013 den sie 38 Jahre lang behielt \u2013 erzielte der Verband 1908 den ersten gro\u00dfen Erfolg mit einem Verbot der Jagd auf Wacholderdrosseln im damaligen Reichsnaturschutzgesetz. Die erste internationale und damals schon bildstarke Kampagne protestierte 1910 gegen die \u201eSchmuckvogelausrottung\u201c. Die Motive zeigten Damen mit opulentem Kopfputz \u2013 geschm\u00fcckt mit prachtvollen Federn von Paradiesv\u00f6geln und Reihern.<\/p>\n<p>So gelang es ihr auch den damaligen US-Pr\u00e4sidenten Woodrow Wilson als Mitglied und Verfechter f\u00fcr einen besseren Schutz von Wildv\u00f6geln zu gewinnen. Der Einsatz f\u00fcr die Vogelwelt ist bis heute ein zentraler Bestandteil der NABU-Arbeit und reicht mit der \u201eStunde der Gartenv\u00f6gel\u201c \u00fcber die \u201eStunde der Winterv\u00f6gel\u201c bis hin zu Forschungs- und Schutzprojekten f\u00fcr bedrohte Vogelarten.<\/p>\n<p>Im Jahr 1911 kaufte Lina H\u00e4hnle am Federsee Fl\u00e4chen und gr\u00fcndete damit eines der ersten Naturschutzgebiete in privater Hand. Sp\u00e4ter entstand am Federsee das NABU-Naturschutzzentrum. Heute geh\u00f6rt das Federseemoor mit seinem 140 Hektar gro\u00dfen Federsee zu den gr\u00f6\u00dften und bedeutendsten Naturschutzgebieten in Baden-W\u00fcrttemberg und beherbergt viele seltene und bedrohte Arten.<\/p>\n<p>Lina H\u00e4hnles Weitblick zeigte sich auch darin, dass sie \u2013 gemeinsam mit dem \u00f6rtlichen Oberf\u00f6rster Walter Staudacher \u2013 ihre Forderungen nach einem Naturschutzgebiet am Federsee auf eine wissenschaftliche Basis stellte. Sie lud namhafte Forscher ein, die die Entwicklung des Gebietes wissenschaftlich dokumentierten und ihre Untersuchungen ver\u00f6ffentlichten \u2013 damals war das etwas v\u00f6llig Neues. Der Kauf von aus Naturschutzsicht wertvollen Fl\u00e4chen, um \u00d6kosysteme dauerhaft zu sch\u00fctzen, ist bis heute aktuell. Aus 16 Hektar im Federseemoor wurden mehr als 1.100 Hektar in NABU-Besitz in ganz Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Meilensteine des Naturschutzes am Federsee<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>1911 NABU-Gr\u00fcnderin Lina H\u00e4hnle kauft 16 Hektar Riedfl\u00e4chen im heutigen Banngebiet<br \/>\nStaudacher. Bau des Federseestegs.<\/li>\n<li>1939 Ausweisung von 1.410 Hektar als \u201eNaturschutzgebiet Federsee\u201c<\/li>\n<li>1954 Das NSG Federsee wird Jagdbanngebiet<\/li>\n<li>1968 Pr\u00e4dikat \u201eEuropareservat\u201c<\/li>\n<li>1981 Bau von Ringleitung und Kl\u00e4ranlage zur Verbesserung der Wasserqualit\u00e4t des Federsees<\/li>\n<li>1997 EU-LIFE-Projekt \u201eSicherung und Entwicklung der Natur in der Federseeland-<br \/>\nschaft\u201c<\/li>\n<li>2009 EU-LIFE+-Projekt \u201eRestauration von Habitaten im Federseemoor\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Federseemoor ist Teil des europ\u00e4ischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 und umfasst auf fast 3.000 Hektar rund um den Federsee eng verzahnt gro\u00dfe Schilfr\u00f6hrichte, kalkreiche S\u00fcmpfe, Hochmoorreste, \u00dcbergangsmoore und Moorw\u00e4lder. Es beherbergt bedeutsame Populationen europaweit gesch\u00fctzter Tier- und Pflanzenarten. Vom Aussterben bedrohte Fischarten wie Schlammpeitzger und Steinbei\u00dfer geh\u00f6ren dazu, daneben der Goldene Scheckenfalter oder die Orchidee Torfglanzkraut. Eine K\u00e4ferart hat sogar ihr einziges deutsches Vorkommen am Federsee. Die Artenliste des Federseemoors belegt mehr als 270 Vogelarten, \u00fcber 700 Pflanzenarten \u2013 darunter zehn Orchideen \u2013 und etwa 600 verschiedene Schmetterlinge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NABU vor 120 Jahren in Stuttgart von mutiger Frau gegr\u00fcndet \u201eVom Paradiesvogel bis zur Feldlerche\u201c, unter diesem Motto blickt der NABU auf seinen 120. Geburtstag am 1. Februar 2019. 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