{"id":14429,"date":"2018-04-03T14:42:44","date_gmt":"2018-04-03T12:42:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14429"},"modified":"2022-01-10T19:25:27","modified_gmt":"2022-01-10T18:25:27","slug":"5290-orchester-und-theater-wollen-unesco-titel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14429","title":{"rendered":"5290 deutsche Orchester und Theater wollen UNESCO-Titel"},"content":{"rendered":"<p><em>Nominierung der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft f\u00fcr die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes in Paris eingereicht. Zwischenstaatlicher Ausschuss der UNESCO entscheidet 2019.<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Auf dem Weg zur internationalen Anerkennung der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit ist ein weiterer Meilenstein erreicht: Das Ausw\u00e4rtige Amt hat den Antrag offiziell der UNESCO \u00fcbergeben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14430\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Musik_3BFW6594.jpg\" alt=\"Musik_3BFW6594\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Musik_3BFW6594.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Musik_3BFW6594-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Musik_3BFW6594-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Die Szene der Theater und Orchester in Deutschland zeichnet sich durch eine besonders hohe Dichte und Vielfalt im Hinblick auf Genres, \u00c4sthetiken, Ausdrucksmittel, Sprache und Auff\u00fchrungsanl\u00e4sse aus. \u00dcber die Aufnahme dieser Kulturform in die internationale UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes entscheidet ein Zwischenstaatlicher Ausschuss Ende 2019.<\/p>\n<p>Staatsministerin Michelle M\u00fcntefering betont aus diesem Anlass: \u201eDer deutsche Vorschlag der Theater- und Orchesterlandschaft f\u00fcr die UNESCO-Liste steht beispielhaft f\u00fcr modernes Immaterielles Kulturerbe. Die Nominierung zeigt, dass Theater und Orchester wichtige R\u00e4ume der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung, der \u00f6ffentlichen Debatte und kritischen Reflexion sind. Sie macht auch deutlich, welch hohe Bedeutung die zahlreichen internationalen Kooperationen und Koproduktionen von Theatern und Orchestern haben: Sie f\u00f6rdern interkulturelle Begegnungen und Kommunikation auch jenseits des politischen Diskurses und damit das Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander. Genau diesen Dialog und diese gesellschaftlich wichtigen Freir\u00e4ume wollen wir mit Hilfe internationaler Kulturpolitik weiter ausbauen und st\u00e4rken.\u201c<br \/>\nDer Pr\u00e4sident des Deutschen B\u00fchnenvereins Ulrich Khuon unterstreicht: \u201eTheater und Orchester schaffen kulturelle R\u00e4ume f\u00fcr Erz\u00e4hlungen, Reflexionen und Gespr\u00e4che innerhalb ihrer lokalen Gemeinschaften und tragen damit wesentlich zu Lebensqualit\u00e4t und Identit\u00e4t bei. Diese wichtigen sozio-kulturellen R\u00e4ume m\u00fcssen wir erhalten und weiterentwickeln. Deutschland hat die reichste Theaterlandschaft der Welt. Etwa die H\u00e4lfte aller Opernh\u00e4user auf der ganzen Welt ist in Deutschland situiert. Und was Schauspielh\u00e4user angeht, gibt es eine \u00e4hnliche Dichte.\u201c<br \/>\nDer Generalsekret\u00e4r des Deutschen Musikrats und Pr\u00e4sident des Deutschen Kulturrats Prof. Christian H\u00f6ppner unterstreicht: \u201eDie Dichte der Theater- und Orchesterlandschaft und die kulturelle Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen f\u00fchrt im Amateur- wie auch im Profibereich zu t\u00e4glich gelebter Transkulturalit\u00e4t. In Zeiten auseinanderdriftender Gesellschaften und der zunehmenden Abschottung in digitalen Echokammern hat dies einen unsch\u00e4tzbaren Wert f\u00fcr das Zusammenleben in Vielfalt.\u201c<br \/>\nDie Theater- und Orchesterlandschaft in Deutschland wird durch die rund 140 Staats- und Stadttheater sowie Landesb\u00fchnen mit Orchestern und 130 Opern-, Symphonie-, Rundfunk- oder Kammerorchestern sowie Kammerphilharmonien gepr\u00e4gt. Dazu kommen rund 220 private Theater, 100 Theater- und Symphonieorchester ohne feste Spielst\u00e4tten, 2.200 freie Spielst\u00e4tten, Gruppen und Ensembles und rund 2.500 Amateurtheaterb\u00fchnen, die zur Lebendigkeit der Szene einen bedeuten Beitrag leisten.<br \/>\nHistorisch resultieren Dichte und Vielfalt der Theater- und Orchesterlandschaft aus der gro\u00dfen Zahl kleiner Staaten und Herzogt\u00fcmer im 18. und 19. Jahrhundert auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Diese gr\u00fcndeten Theater und Orchester als repr\u00e4sentativen Ausdruck ihrer Hingabe zu Kunst und Kultur. Sp\u00e4ter baute ein selbstbewusstes B\u00fcrgertum diese Vielfalt und Dichte weiter aus. Pr\u00e4gend ist bis heute das Repertoire- und Programmsystem mit einem dauerhaft engagierten Ensemble, mit dem Inszenierungen und Musikst\u00fccke \u00fcber Monate oder Jahre hinweg verf\u00fcgbar sind. Hinzu kommt eine sehr lebendige freie Szene sowie die vielf\u00e4ltigen Amateurtheater und -orchester.<br \/>\n2014 wurde die \u201eDeutsche Theater- und Orchesterlandschaft\u201c auf Initiative des Deutschen B\u00fchnenvereins und des Deutschen Musikrats in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Ein Eintrag ist die Vorbedingung f\u00fcr eine UNESCO-Nominierung.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"UNESCO-Nominierungsfilm Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft\" width=\"520\" height=\"293\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/18wx_gWZvPg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #ff6600;\"><strong>Hintergrund<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Zum Immateriellen Kulturerbe z\u00e4hlen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, m\u00fcndliche \u00dcberlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. 177 Staaten sind dem UNESCO-\u00dcbereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes beigetreten. Der Zwischenstaatliche Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe setzt sich aus 24 gew\u00e4hlten Vertragsstaaten der Konvention zum Immateriellen Kulturerbe zusammen. Er entscheidet j\u00e4hrlich \u00fcber die Aufnahme neuer Kulturformen in die Listen des Immateriellen Kulturerbes. Bisher sind 366 Formen des Immateriellen Kulturerbes auf der internationalen Repr\u00e4sentativen Liste eingetragen, 47 Elemente auf der Liste des dringend erhaltungsbed\u00fcrftigen Immateriellen Kulturerbes und 17 Gute Praxisbeispiele zur Erhaltung immateriellen Kulturerbes.<br \/>\nKriterien f\u00fcr die Anerkennung sind unter anderem eine nachweisbare Lebendigkeit und eine identit\u00e4tsstiftende Komponente f\u00fcr die Tr\u00e4gergemeinschaft der Kulturform, die Entwicklung von Erhaltungsma\u00dfnahmen, eine weitreichende Beteiligung der Tr\u00e4gergemeinschaft und die Eintragung in ein nationales Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Mit der Einschreibung verpflichten sich die Vertragsstaaten, das Immaterielle Kulturerbe auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>WEBcode #191053<\/em><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nominierung der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft f\u00fcr die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes in Paris eingereicht. 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