{"id":14506,"date":"2019-05-09T10:30:46","date_gmt":"2019-05-09T08:30:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14506"},"modified":"2019-07-05T08:50:57","modified_gmt":"2019-07-05T06:50:57","slug":"14506","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14506","title":{"rendered":"Alles flie\u00dft in zu geordneten Bahnen"},"content":{"rendered":"<p><em>Globale Studie erfasst Zustand von Fluss\u00f6kosystemen<\/em><\/p>\n<p>Weniger als ein Viertel aller Fl\u00fcsse weltweit flie\u00dft auf der gesamten L\u00e4nge ungehindert durch Staud\u00e4mme oder menschengemachte Regulierungen ins Meer. <!--more-->Unter den mehr als tausend Kilometer langen Fl\u00fcssen kann nur rund ein Drittel dem von der Natur vorgegebenen Lauf folgen. Das ergab eine umfangreiche Studie eines gro\u00dfen internationalen Wissenschaftlerteams aus Mitgliedern der Naturschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) und von Forschungseinrichtungen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-12318 size-full\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/lechtal_fluss_kies_IMG_0059.jpg\" alt=\"lechtal_fluss_kies_IMG_0059\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/lechtal_fluss_kies_IMG_0059.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/lechtal_fluss_kies_IMG_0059-160x120.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/lechtal_fluss_kies_IMG_0059-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Tiroler Lech in \u00d6stereich z\u00e4hlt zu den letzten Wildfl\u00fcssen Europas (<a style=\"color: #999999;\" href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=12309\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">siehe Reisetipp<\/a>)<\/em><\/span><\/p>\n<p>An der Studie waren ma\u00dfgeblich Professorin Christiane Zarfl vom Zentrum f\u00fcr Angewandte Geowissenschaften der Universit\u00e4t T\u00fcbingen sowie auch Klement Tockner, langj\u00e4hriger Direktor des Leibniz-Instituts f\u00fcr Gew\u00e4sser\u00f6kologie und Binnenfischerei (IGB) und Professor f\u00fcr aquatische \u00d6kologie an der Freien Universit\u00e4t Berlin, beteiligt.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<blockquote><p>Drei Viertel der Fl\u00fcsse weltweit durch menschliche Eingriffe in ihrem Lauf beeintr\u00e4chtigt<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li>\n<blockquote><p>Globale Studie unter Beteiligung der Universit\u00e4t T\u00fcbingen erfasst den Zustand von Fluss\u00f6kosystemen<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Team bezog zw\u00f6lf Millionen Flusskilometer weltweit in die Studie ein. Untersucht wurde vor allem jeweils die Vernetzung des Flusses mit seinem \u00dcberschwemmungsgebiet und dem Grundwasser sowie der Stoffaustausch mit den verbundenen Biotopen \u2013 die Forscher fassen diese Eigenschaften als Konnektivit\u00e4t des Flusses zusammen. Diese kann als Ma\u00df gelten f\u00fcr den Zustand eines Flusses, der mit ihm verbundenen \u00d6kosysteme und deren Artenvielfalt. Die Quantifizierung und Kartierung sollen au\u00dferdem als Grundlage f\u00fcr den Erhalt der letzten naturbelassenen Fl\u00fcsse dienen und eine Priorisierung von Renaturierungsma\u00dfnahmen unterst\u00fctzen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><strong>\u00d6kosysteme mit gro\u00dfer Artenvielfalt<\/strong><\/p>\n<p>Frei flie\u00dfende Fl\u00fcsse lassen global die \u00d6kosysteme mit der gr\u00f6\u00dften Artenvielfalt und Dynamik entstehen, vergleichbar tropischen Regenw\u00e4ldern und Korallenriffen. Zugleich bieten Fl\u00fcsse zum Beispiel f\u00fcr die S\u00fc\u00dfwassernutzung, Bew\u00e4sserung in der Landwirtschaft, durch Fischfang und Energiegewinnung aus Wasserkraft wichtige Lebensgrundlagen f\u00fcr viele Millionen von Menschen. So z\u00e4hlte das Wissenschaftlerteam in der neuen Studie allein rund 2,8 Millionen D\u00e4mme, hinter denen Reservoire von mindestens tausend Quadratmetern Wasserfl\u00e4che entstanden sind, auf den zw\u00f6lf Millionen untersuchten Flusskilometern. \u201eDas f\u00fchrt zur Fragmentierung des Flusslaufs und hat teilweise schwerwiegende Auswirkungen auf das ganze Flusssystem\u201c, sagt Christiane Zarfl. Durch die Weiterentwicklung der Infrastruktur f\u00fcr eine steigende Zahl von Menschen seien Fl\u00fcsse und ihre \u00d6kosysteme weltweit zunehmend bedroht.<\/p>\n<p><strong>Konnektivit\u00e4t als Ma\u00df<\/strong><\/p>\n<p>Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelten in ihrer Studie eine neue Methode, um den Zustand eines Flusses zu beurteilen. Zentrales Ma\u00df ist dabei die Konnektivit\u00e4t eines Flusses mit Bewertungen zum freien Wasserfluss, zu den Bewegungsm\u00f6glichkeiten von Organismen sowie zum Transport von Sedimenten, organischen Stoffen, N\u00e4hrstoffen und Energie. In die umfassende Untersuchung gingen vier Dimensionen ein: in Flie\u00dfrichtung, flussauf- und abw\u00e4rts im Flussbett; \u00fcber die Flussufer hinaus, zwischen dem Hauptbett des Flusses und der Aue; in vertikaler Richtung zwischen dem Grundwasser, dem Fluss und der Atmosph\u00e4re sowie in zeitlicher Abh\u00e4ngigkeit bedingt durch die Jahreszeiten.\u00a0 Dar\u00fcber beurteilte das Wissenschaftlerteam, welche Fl\u00fcsse noch als frei flie\u00dfend betrachtet werden k\u00f6nnen. \u201eHeute sind sie weitgehend auf abgelegene Regionen wie die Arktis, das Amazonasbecken und das Kongobecken beschr\u00e4nkt\u201c, sagt Christiane Zarfl. \u201eIn dicht bev\u00f6lkerten Erdregionen wie Nordamerika, Europa und S\u00fcdasien sind nur noch wenige sehr lange Fl\u00fcsse frei flie\u00dfend, allen voran der Irrawaddy und der Saluen.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<blockquote><p>Der Tagliamento in Friaul, Oberitalien, ist einer der letzten Wildfl\u00fcsse Europas.<\/p><\/blockquote>\n<p>2015 verabschiedeten zahlreiche Nationen beim UNO-Nachhaltigkeitsgipfel in New York Nachhaltigkeitsziele, die auch den Schutz beziehungsweise die Wiederherstellung wassergebundener \u00d6kosysteme vorsehen. Dennoch seien zurzeit mehr als 3.700 neue und gro\u00dfe D\u00e4mme zur Wasserkraftnutzung in Planung, sagt die Wissenschaftlerin, zum Beispiel in den Balkanstaaten, im Amazonasgebiet, vor allem aber in Asien, in China und im Himalaja. Au\u00dferdem seien etwa in Indien, China und Brasilien gro\u00dfe Bew\u00e4sserungsvorhaben geplant oder bereits im Bau, die das Ausbaggern von Fl\u00fcssen, ihre Kanalisierung oder den Bau von Talsperren oder D\u00e4mmen erfordern. \u201eWir haben nun erstmals ein umfassendes Informationssystem mit hoher Aufl\u00f6sung zu den Fl\u00fcssen der Erde angelegt. Es soll auch dazu dienen, die Zusammenh\u00e4nge und Abh\u00e4ngigkeiten der \u00d6kosysteme und die Folgen k\u00fcnftiger Eingriffe deutlich zu machen\u201c, erkl\u00e4rt Christiane Zarfl. \u00dcbergeordnetes Ziel sei die Erhaltung der letzten frei flie\u00dfenden Fl\u00fcsse der Erde.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\"><em>WEBcode #192468<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Globale Studie erfasst Zustand von Fluss\u00f6kosystemen Weniger als ein Viertel aller Fl\u00fcsse weltweit flie\u00dft auf der gesamten L\u00e4nge ungehindert durch Staud\u00e4mme oder menschengemachte Regulierungen ins Meer.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":12318,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-14506","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14506"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14506\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14787,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14506\/revisions\/14787"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/12318"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}