{"id":14641,"date":"2019-06-24T15:51:40","date_gmt":"2019-06-24T13:51:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14641"},"modified":"2019-07-05T08:42:01","modified_gmt":"2019-07-05T06:42:01","slug":"fast-wie-urwald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14641","title":{"rendered":"Fast wie Urwald"},"content":{"rendered":"<p data-canvas-width=\"475.1699999999999\"><em>Nationalpark Schwarzwald \u2013 Heimat f\u00fcr mehr als 4400 Tiere, Pilze und Pflanzen<\/em><\/p>\n<p>\u201eWir haben bisher mehr als 2.100 Tierarten, davon 1.400 Insektenarten, mehr als 1.050 Pilzarten, fast 600 Farn- und Bl\u00fctenpflanzen sowie mehr als 200 verschiedene Flechten und fast 400 Moosarten im Nationalpark <!--more-->erfasst\u201c, berichtet Nationalparkleiter Dr. Wolfgang Schlund. Das sind rund 20 Prozent der in Baden-W\u00fcrttemberg insgesamt vorkommenden Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. Seit f\u00fcnf Jahren gibt es den Nationalpark Schwarzwald \u2013 f\u00fcr die Forscherinnen und Forscher ein guter Zeitpunkt, um eine erste Zwischenbilanz zur Biodiversit\u00e4t in dem jungen Schutzgebiet zu ziehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14732\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Hirschka\u0308fer_IMG_1656.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Hirschka\u0308fer_IMG_1656.jpg 640w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Hirschka\u0308fer_IMG_1656-160x120.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Hirschka\u0308fer_IMG_1656-427x320.jpg 427w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Hirschka\u0308fer_IMG_1656-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Die wertvollsten Arten unter den Insekten und Spinnentieren sind vor allem sogenannte Reliktvorkommen von \u00fcberwiegend im hohen Norden und den Hochgebirgen verbreiteten Arten, wie der Blockhalden-Wolfspinne, des Pechbraunen Bartl\u00e4ufers oder des Boschs Berg-Damml\u00e4ufers, den es weltweit nur in Baden-W\u00fcrttemberg gibt. Unter den Pilzen fanden sich auch Arten, die sich nur unter urwald\u00e4hnlichen Bedingungen entwickeln, zum Beispiel die Zitronengelbe Tramete. \u201eNach einem ersten Fund am Wilden See noch im Gr\u00fcndungsjahr des Nationalparks haben wir mittlerweile ein weiteres Vorkommen dieser spannenden Art im Gebiet entdeckt\u201c, berichtet Dr. Flavius Popa, Mykologe im Nationalpark. Der kleine Pilz kommt nur unter Bedingungen vor, die durch gro\u00dfe Mengen an Totholz gekennzeichnet sind, wie sie typischerweise dann entstehen, wenn sich die Natur frei entwickeln darf.<br \/>\n\u201eDie grundlegende Erfassung der Arten im Schutzgebiet ist wichtig, um langfristig zu dokumentieren und zu verstehen, wie sich die Biodiversit\u00e4t bei einer nat\u00fcrlichen Waldentwicklung und im Zuge des zunehmend sp\u00fcrbaren Klimawandels ver\u00e4ndert\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Marc F\u00f6rschler, der den Fachbereich \u00d6kologisches Monitoring, Forschung und Artenschutz im Nationalpark Schwarzwald leitet. \u201eEs gibt in Deutschland nur sehr wenige so umfassende Langzeitstudien zur Biodiversit\u00e4ts-Entwicklung, wie wir sie hier im Nationalpark durchf\u00fchren k\u00f6nnen\u201c, erg\u00e4nzt Dr. Stefanie G\u00e4rtner, zust\u00e4ndig f\u00fcr die Erfassung der Flora im Prozessschutz-Gebiet. Seit Gr\u00fcndung des Schutzgebiets 2014 ist die Sammlung dieser Daten eine der Kernaufgaben des Nationalparkteams.<\/p>\n<p>Neben der Erfassung einzelner Artengruppen laufen seit 2017 standardisierte Erhebungen auf dauerhaft markierten Fl\u00e4chen. \u201eDurch diese verschiedenen Untersuchungen wissen wir bereits viel mehr \u00fcber den hiesigen Bestand an Tier-, Pilz- und Pflanzenarten\u201c, erl\u00e4utert Dr. J\u00f6rn Buse, Sachbereichsleiter f\u00fcr wirbellose Tiere und Biodiversit\u00e4t im Nationalpark. Beispielsweise waren bis zur Ausweisung des Nationalparks weniger als 300 K\u00e4ferarten aus dem Gebiet bekannt \u2013 nun sind bereits mehr als 750 nachgewiesen.<br \/>\nTrotz gezielter Suche fanden sich unter den K\u00e4fern im Nationalparkgebiet bislang keine Urwaldrelikte. \u201eDas h\u00e4ngt vermutlich mit der weitgehenden Entwaldung dieses Gebiets vor 200 bis 300 Jahren zusammen\u201c, erkl\u00e4rt Buse. Er und seine Kollegen rechnen aber in den kommenden Jahren mit Nachweisen vieler weiterer, bisher im Nordschwarzwald noch unbekannter Arten. Vor allem bei den Insekten sind einige artenreiche Gruppen, wie die Zweifl\u00fcgler, die Zikaden, die Wanzen und auch die Hautfl\u00fcgler noch weitestgehend unbearbeitet. \u201eIm Nationalpark d\u00fcrfte es sicherlich insgesamt etwa 3.000 Insektenarten geben\u201c, sagt Buse. \u201eAuch bei den Pilzen erwarten wir mit steigendem Totholz und \u00e4lter werdenden Baumbest\u00e4nden noch spannende Urwaldzeigerarten wie beispielsweise den Rosenroten Baumschwamm\u201c, erg\u00e4nzt Popa.<\/p>\n<p><strong>Sph\u00e4re-Wissen:<\/strong><br \/>\nVor Gr\u00fcndung des Nationalparks 2014 beschr\u00e4nkten sich die naturkundlichen Erfassungen im Nordschwarzwald auf einzelne Artengruppen, die vor allem im Rahmen des EU-LIFE Projektes \u201eGrindenschwarzwald\u201c vom damaligen Naturschutzzentrum Ruhestein erhoben wurden. Diese zu erg\u00e4nzen und zu systematisieren ist eine Aufgabe der Nationalparkverwaltung. In den ersten f\u00fcnf Jahren wurde das Arteninventar umfassend erfasst um Basiswissen f\u00fcr kommende Forschungen zu schaffen. Und das nicht nur im Wald, sondern auch auf den besonderen Standorten des Nordschwarzwalds, wie den Grinden, Blockhalden, Karseen und Missen. Auf dieser Grundlage k\u00f6nnen zuk\u00fcnftig auch die Wirkungen des Klimawandels auf die Artenzusammensetzung analysiert werden. All diese verschiedenen Erkenntnisse dienen Naturschutz und Forstwirtschaft au\u00dferhalb der Schutzgebietsgrenzen als wertvolle Referenz.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\"><em>WEBcode #192466<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nationalpark Schwarzwald \u2013 Heimat f\u00fcr mehr als 4400 Tiere, Pilze und Pflanzen \u201eWir haben bisher mehr als 2.100 Tierarten, davon 1.400 Insektenarten, mehr als 1.050 Pilzarten, fast 600 Farn- und Bl\u00fctenpflanzen sowie mehr als 200 verschiedene Flechten und fast 400 Moosarten im Nationalpark<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2204,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-14641","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-naturschutz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14641"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14641\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14785,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14641\/revisions\/14785"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2204"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}