{"id":14757,"date":"2019-07-08T09:54:11","date_gmt":"2019-07-08T07:54:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14757"},"modified":"2019-07-04T09:57:23","modified_gmt":"2019-07-04T07:57:23","slug":"sport-ist-herzenssache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14757","title":{"rendered":"Sport ist Herzenssache"},"content":{"rendered":"<p><em>Forschung: Sport hilft, verlorene Herzmuskelzellen zu regenerieren<\/em><\/p>\n\n\n<p>Wissenschaftlicher Nachweis ist gelungen. Sportler haben ges\u00fcndere Herzen und bessere Aussichten einen Herzinfarkt zu \u00fcberstehen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"213\" height=\"320\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Laufsport_-IMG0043-213x320.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14758\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Laufsport_-IMG0043-213x320.jpg 213w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Laufsport_-IMG0043-106x160.jpg 106w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Laufsport_-IMG0043-100x150.jpg 100w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Laufsport_-IMG0043.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><figcaption>Ausdauersport: Laufen oder Radfahren bringt kranke Herzen wieder in Schwung.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>S\u00e4ugetierherzen haben eine gro\u00dfe Schw\u00e4che: Sind sie erst einmal ausgewachsen, k\u00f6nnen sie kaum noch neue Muskelzellen bilden. Sch\u00e4den am Herzmuskel \u2013 etwa nach einem Infarkt \u2013 gelten daher als irreversibel und sind f\u00fcr eine hohe Zahl von Todesf\u00e4llen verantwortlich. Bei Untersuchungen an M\u00e4usen konnten Wissenschaftler um die Heidelberger Kardiologin Dr. med. Carolin Lerchenm\u00fcller nun jedoch zeigen, dass die Zahl neu gebildeter Kardiomyozyten sich durch Ausdauersport deutlich steigern l\u00e4sst. F\u00fcr die Forschungsarbeit, die im vergangenen Jahr im Wissenschaftsjournal Nature Communications erschienen ist, wurde Lerchenm\u00fcller mit dem Pr\u00e4ventionspreis ausgezeichnet. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis verleiht allj\u00e4hrlich die Deutsche Stiftung Innere Medizin (DSIM) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Innere Medizin e.V. (DGIM) auf dem Internistenkongress.<br \/> \u00a0<br \/> Dass Sport gut f\u00fcr das Herz ist, kann als Gemeinplatz gelten \u2013 wissenschaftlich zu beweisen oder gar zu quantifizieren ist die Aussage jedoch nur schwer. Der diesj\u00e4hrigen Preistr\u00e4gerin ist dies nun in aufw\u00e4ndigen Versuchsreihen gelungen. Im Rahmen der ausgezeichneten Studie stellte sie der H\u00e4lfte ihrer Versuchstiere \u00fcber acht Wochen hinweg ein Laufrad zur Verf\u00fcgung, der anderen H\u00e4lfte nicht. W\u00e4hrend der gesamten Zeit erhielten die M\u00e4use per Infusion DNA-Bausteine, die anstelle von normalem Stickstoff (14N) dessen \u201eschwere\u201c Variante 15N enthielten. Per Massenspektrometrie lie\u00df sich daher neu gebildetes von bereits zuvor bestehendem oder lediglich repariertem Erbgut unterscheiden \u2013 und damit auch neu entstandene Herzmuskelzellen identifizieren.<br \/> \u00a0<br \/> Wie sich am Ende der achtw\u00f6chigen Versuchsspanne zeigte, waren die Herzen der trainierten Tiere nicht nur gr\u00f6\u00dfer und schwerer geworden, sie hatten auch mehr als viermal so viele neue Kardiomyozyten, also Herzmuskelzellen, gebildet wie die Herzen der untrainierten Tiere. In einer zweiten Versuchsreihe konnten Lerchenm\u00fcller und ihr Team diesen Befund auch bei M\u00e4usen best\u00e4tigen, die vor Beginn der Trainingsphase einem k\u00fcnstlich verursachten Herzinfarkt ausgesetzt worden waren.<br \/> \u00a0<br \/> Den Forschern gelang es dar\u00fcber hinaus, ein biochemisches Bindeglied zu identifizieren, dem offenbar eine Mittlerrolle zwischen sportlicher Aktivit\u00e4t und Regeneration des Herzmuskels zukommt: Eine als miR-222 bezeichnete mikro-RNA wird unter Training vermehrt gebildet. Als die Forscher diese mikro-RNA blockierten, verhinderte das den positiven Effekt des Sports auf die Entstehung neuer Herzmuskelzellen. Ob sich hieraus m\u00f6gliche Ans\u00e4tze f\u00fcr eine medikament\u00f6se Unterst\u00fctzung des Regenerationsprozesses ergeben, muss in weiteren Studien untersucht werden.<br \/> \u00a0<br \/> Die Preiskommission begr\u00fcndet ihre Entscheidung unter anderem mit der vielf\u00e4ltigen Methodik der Studie, die ein breites Spektrum von der Erfassung des Verhaltens \u2013 die Laufrad-M\u00e4use liefen im Schnitt 5,5 Kilometer am Tag \u2013 \u00fcber klinische Parameter bis hin zu histologischen und biochemischen Untersuchungen umfasst. \u201eDie Arbeit zeigt, dass die Neubildung von Kardiomyozyten in einem Rahmen gesteigert werden kann, der durchaus gesundheitsrelevant sein kann\u201c, sagt Professor Dr. med. J\u00fcrgen Sch\u00f6lmerich, Vorsitzender der DSIM aus Wiesbaden. Dass dieser Prozess sowohl in gesunden, als auch in vorgesch\u00e4digten Herzen angesto\u00dfen werden konnte, belege die gro\u00dfe Bedeutung, die dem Sport sowohl in der Prim\u00e4r- als auch in der Sekund\u00e4rpr\u00e4vention von Herzerkrankungen zukomme.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background has-very-light-gray-background-color\"> Dr. med. Carolin Lerchenm\u00fcller leitet seit 2017 das Labor f\u00fcr kardiales Remodeling und Regeneration in Heidelberg. Der Pr\u00e4ventionspreis wurde ihr w\u00e4hrend der DGIM-Jahrestagung traditionsgem\u00e4\u00df im Rahmen der Festlichen Abendveranstaltung verliehen. <\/p>\n\n\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>WEBcode #192465<\/em><\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschung: Sport hilft, verlorene Herzmuskelzellen zu regenerieren Wissenschaftlicher Nachweis ist gelungen. 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