{"id":14913,"date":"2019-08-29T12:51:11","date_gmt":"2019-08-29T10:51:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14913"},"modified":"2019-08-29T12:56:17","modified_gmt":"2019-08-29T10:56:17","slug":"hintergruende-aus-der-klimaforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14913","title":{"rendered":"Hintergr\u00fcnde aus der Klimaforschung"},"content":{"rendered":"<p><em>Worum geht es beim Weltklimarats-IPCC-Bericht \u00fcber Ozean und Kryosph\u00e4re?<\/em><\/p>\n<p>Im Vorfeld des neuen Sonderberichts des Weltklimarats <!--more-->Im Vorfeld des neuen Sonderberichts des Weltklimarats IPCC erkl\u00e4rten Expertinnen und Experten beim Pressegespr\u00e4ch des Deutschen Klima-Konsortiums und des Konsortiums Deutsche Meeresforschung die wissenschaftlichen Hintergr\u00fcnde. Sie legten mit Blick auf den aktuellen Forschungsstand dar, wie deutlich sich der Klimawandel bereits im Ozean und der Kryosph\u00e4re zeigt und welch elementare Rolle diese Ver\u00e4nderungen in Zukunft f\u00fcr Menschen auf der ganzen Welt spielen werden. <span style=\"color: #808080;\"><em>(Unter dem Begriff Kryosph\u00e4re bezeichnet die Wissenschaft jenen Bereich der Erdoberfl\u00e4che, der von Eis bedeckt ist.)<\/em><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-12687\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Schnee_IMG_2455.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Schnee_IMG_2455.jpg 640w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Schnee_IMG_2455-160x120.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Schnee_IMG_2455-427x320.jpg 427w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Schnee_IMG_2455-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>\u201eWir sehen heute bereits die Folgen von einem Grad Erw\u00e4rmung: Die Meeresspiegel steigen, die Eisschilde in Gr\u00f6nland und der Antarktis schrumpfen, Klimazonen und \u00d6kosysteme werden verlagert \u2013 und das wirkt sich auch auf die Lebensr\u00e4ume, Artenvielfalt und den Menschen aus&#8220;, sagte Professor Hans-Otto P\u00f6rtner beim Pressegespr\u00e4ch. Er ist Meeresbiologe am Alfred-Wegener-Institut und Ko-Vorsitzender der Arbeitsgruppe II des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), kurz Weltklimarat. Diese Arbeitsgruppe und die dazugeh\u00f6rige Gesch\u00e4ftsstelle in Bremen leiten die Erstellung des Sonderberichts \u00fcber den Ozean und die Kryosph\u00e4re in einem sich wandelnden Klima (SROCC).<\/p>\n<p>Mit Kryosph\u00e4re \u2013 vom griechischen Wort Kryos f\u00fcr kalt oder Eis \u2013 werden in der Wissenschaft die gefrorenen Komponenten des Systems Erde bezeichnet. Der Begriff fasst damit Meereis, Inlandeis und Schelfeis, Gebirgsgletscher, Schnee sowie Permafrost und Eisdecken auf Binnengew\u00e4ssern zusammen. \u201eAuch wenn der Ozean und die Kryosph\u00e4re vielen von uns weit entfernt erscheinen, beeinflussen sie unser Leben \u2013 etwa in Bezug auf Wetterextreme und Klima, Gesundheit und Kultur, die Versorgung mit Nahrung und Wasser. Und die negativen Ver\u00e4nderungen werden sich in Zukunft noch verst\u00e4rken, wenn wir den menschengemachten Klimawandel nicht bremsen\u201c, so P\u00f6rtner weiter.<\/p>\n<p><strong>Eisschilde in Gr\u00f6nland und Antarktis tragen massiv zum Anstieg des Meeresspiegels bei<\/strong><br \/>Die schrumpfenden Eisschilde sind nur ein Beispiel f\u00fcr die Folgen der Erw\u00e4rmung. Seit dem f\u00fcnften IPCC-Sachstandsbericht von 2013 konnten viele weitere Ver\u00e4nderungen beobachtet werden. Der kommende Sonderbericht wird einen umfassenden \u00dcberblick zum aktuellen Stand der Wissenschaft liefern.<br \/>Professorin Angelika Humbert sagte: \u201eWir haben in den vergangenen Jahren zum Beispiel die Eisschilddynamik besser verstanden. Dadurch konnten wir die Klimamodelle und die Projektionen des globalen Meeresspiegelanstiegs bereits verbessern. Denn welche Inseln und K\u00fcstenregionen der Erde k\u00fcnftig noch bewohnbar sein werden, h\u00e4ngt vor allem davon ab, wie stark die Eismassen Gr\u00f6nlands und der Antarktis weiter abnehmen werden. Eins zeigt der aktuelle Forschungsstand ganz sicher: Die Eisschilde verlieren an Masse, sie tragen massiv zum Anstieg des Meeresspiegels bei \u2013 und in Zukunft wird sich das noch beschleunigen. Jedoch gibt es dazu weiterhin mehrere offene Fragen, an denen die internationale Forschungsgemeinschaft intensiv arbeitet, deshalb ist die Bandbreite der Projektionen noch gro\u00df.\u201c Die Glaziologin vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Polar- und Meeresforschung (AWI), die nicht am Bericht beteiligt war, betonte aber auch: \u201eEntscheidend f\u00fcr die Eisschilde ist, dass die Erw\u00e4rmung von Ozean und Atmosph\u00e4re begrenzt wird. Daf\u00fcr muss der Aussto\u00df von Treibhausgasen real sinken \u2013 das ist es, was z\u00e4hlt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Heutiges Handeln beeinflusst Meeresspiegel bis in die n\u00e4chsten Jahrhunderte<\/strong><br \/>\u201eWir Menschen leben auf der ganzen Welt in engem Kontakt zum Ozean, die Gro\u00dfst\u00e4dte am Meer wachsen und der K\u00fcstenraum wird intensiv genutzt \u2013 schauen Sie nach Rotterdam, New York oder Shanghai. Deshalb wird der kommende Sonderbericht eine wichtige Grundlage f\u00fcr Politikerinnen und Politiker liefern, zum Beispiel um die zunehmenden Risiken durch Sturmfluten besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen\u201c, sagte Professor Detlef Stammer, Direktor des Centrums f\u00fcr Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) der Universit\u00e4t Hamburg und Leiter des Weltklimaforschungsprogramms (WCRP).<\/p>\n<p>\u201eEinerseits arbeiten wir Forscherinnen und Forscher mit dem globalen mittleren Meeresspiegelanstieg, einem Durchschnittswert, um die langfristige Entwicklung beurteilen zu k\u00f6nnen. Andererseits steigt der Meeresspiegel nicht gleichm\u00e4\u00dfig wie in einer Badewanne. Satelliten-Beobachtungen helfen hier, die regionalen Unterschiede zu analysieren \u2013 was besonders f\u00fcr den K\u00fcstenschutz vor Ort relevant ist\u201c, erkl\u00e4rte der Ozeanograph. Er sagte weiter: \u201eEs ist wichtig zu wissen, dass der Meeresspiegel selbst nach dem Stopp der Erderw\u00e4rmung f\u00fcr mehrere Jahrhunderte weiter steigen wird, was an der Tr\u00e4gheit des Klimasystems liegt. Unser heutiges Handeln hat also sogar weit in der Zukunft noch Folgen. Wir haben es in der Hand, ob der Meeresspiegel immer schneller und extremer steigen wird \u2013 oder ob er gebremst werden kann, um Lebensraum f\u00fcr Mensch und Natur zu erhalten.\u201c<\/p>\n<p>Der Sonderbericht \u00fcber den Ozean und die Kryosph\u00e4re soll am 25. September in Monaco der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt werden. Er wird zusammen mit dem IPCC-Sonderbericht \u00fcber Landsysteme und dem Bericht des Weltbiodiversit\u00e4tsrat bedeutende Fakten f\u00fcr die diesj\u00e4hrige Weltklimakonferenz in Chile liefern.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wichtig zu wissen<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Der Weltklimarat verfolgt keine spezielle Klimapolitik.<\/strong>\n Der IPCC bietet mit seinen Berichten die Grundlagen f\u00fcr \nwissenschaftsbasierte Entscheidungen der Politik, ohne politische \nHandlungsempfehlungen zu geben.&nbsp; <\/li><li><strong>Der Weltklimarat betreibt keine eigene Forschung.<\/strong>\n Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in seinem Auftrag an \nden neuen Berichten arbeiten, sammeln und bewerten daf\u00fcr die neuen \nErkenntnisse aus anerkannten Publikationen.&nbsp; <\/li><li><strong>Die Regierungsvertreterinnen und -vertreter haben keinen Einfluss auf die wissenschaftlichen Berichte.<\/strong>\n Sie diskutieren und verabschieden im letzten Schritt der \nBerichtserstellung lediglich die Zusammenfassungen f\u00fcr politische \nEntscheidungstr\u00e4ger (SPM \u2013 Summary for Policymakers) mit den \nForschenden. Satz f\u00fcr Satz werden die SPMs in mehrt\u00e4gigen Sitzungen \ndurchgearbeitet und verabschiedet. Regierungen k\u00f6nnen bei diesen \nSitzungen Formulierungen vorschlagen, es d\u00fcrfen jedoch nur Informationen\n aus den zugrundeliegenden Berichten genutzt werden. Das letzte Wort \nhaben stets die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. K\u00f6nnen sich \nPolitik und Wissenschaft einmal nicht einigen, wird die Aussage in der \nZusammenfassung weggelassen \u2013 sie findet sich aber nach wie vor im \nBericht.<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Worum geht es beim Weltklimarats-IPCC-Bericht \u00fcber Ozean und Kryosph\u00e4re? 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