{"id":14917,"date":"2019-08-28T13:10:04","date_gmt":"2019-08-28T11:10:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14917"},"modified":"2019-10-22T12:18:42","modified_gmt":"2019-10-22T10:18:42","slug":"wasser-aus-dem-weltall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=14917","title":{"rendered":"Wasser aus dem Weltall"},"content":{"rendered":"<p><em>Erst der Einschlag von Meteoriten machte Leben auf der Erde m\u00f6glich<\/em><\/p>\n<p>Forschungsteam der Universit\u00e4t T\u00fcbingen belegt, dass ein Gro\u00dfteil des Wassers und Kohlenstoffs im Erdmantel aus dem \u00e4u\u00dferen Sonnensystem stammt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4734\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/elba_IIMG_5151.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/elba_IIMG_5151.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/elba_IIMG_5151-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/01\/elba_IIMG_5151-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>60 Prozent des heute auf der Erde vorhandenen Wassers stammen von Meteoriten.<\/em><\/span><\/p>\n<p>Meteoriten aus dem \u00e4u\u00dferen Sonnensystem brachten in der sp\u00e4ten Entwicklung unserer Erde Wasser, Kohlenstoff und andere fl\u00fcchtige Stoffe in gro\u00dfer Menge in den Erdmantel ein. Erst dadurch wurde die Erde bewohnbar. F\u00fcr dieses Szenario liefern Dr. Mar\u00eda Varas-Reus, Dr. Stephan K\u00f6nig, Aierken Yierpan und Professor Ronny Sch\u00f6nberg aus der Isotopengeochemie der Universit\u00e4t T\u00fcbingen gemeinsam mit Dr. Jean-Pierre Lorand von der Universit\u00e9 de Nantes in ihrer Studie neue Belege. Den Nachweis f\u00fchren sie \u00fcber Isotopenmessungen des chemischen Elements Selen mit einem Verfahren, das k\u00fcrzlich an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen entwickelt wurde. Gleiche Isotopensignaturen im Gestein des Erdmantels und bei bestimmten Typen von Meteoriten verrieten den Forschern die Herkunft des Selens sowie von gro\u00dfen Mengen Wasser und anderer lebensnotwendiger Stoffe. Das Forschungsteam ver\u00f6ffentlichte die neue Studie in der Fachzeitschrift Nature Geoscience.<\/p>\n<p>Eigentlich d\u00fcrfte Selen im Erdmantel nicht zu finden sein. \u201eEs wird von Eisen angezogen. Daher ging es in der Fr\u00fchgeschichte unseres Planeten in den eisenreichen Kern der Erde ein\u201c, erkl\u00e4rt Mar\u00eda Isabel Varas-Reus. Dem Erdmantel sei es dadurch entzogen worden. \u201eDie vorherigen Selensignaturen wurden dort vollst\u00e4ndig gel\u00f6scht.\u201c Das Selen, das heute im Erdmantel zu finden ist, m\u00fcsse daher nach der Entstehung des Erdkerns hinzugekommen sein. \u201eSozusagen im letzten Moment der Erdentstehung, nachdem sich auch unser Mond gebildet hatte\u201c, erg\u00e4nzt die Wissenschaftlerin. Eine genaue Zeitangabe sei schwierig, dies k\u00f6nne zwischen 4,5 und 3,9 Milliarden Jahren vor heute gewesen sein.<\/p>\n<p><strong>Aufwendiges Messverfahren<\/strong><\/p>\n<p>Das Forschungsteam nahm an verschiedenen Stellen Proben von Erdmantelgestein, das durch plattentektonische Prozesse an die Oberfl\u00e4che gelangte und dort hinsichtlich seiner Selenisotopie seit der Erdentwicklung unver\u00e4ndert geblieben war. Darin bestimmten sie die Isotopensignaturen des Selens. Als Isotope werden Atome des gleichen chemischen Elements mit unterschiedlichem Gewicht bezeichnet. \u201eSelenisotopenmessungen bei hohen Konzentrationen sind schon l\u00e4nger m\u00f6glich, etwa bei Proben aus Fl\u00fcssen\u201c, sagt Varas-Reus. \u201eIm Gestein ist jedoch die Selenkonzentration sehr gering. Es muss bei hohen Temperaturen herausgel\u00f6st werden, und Selen ist fl\u00fcchtig. Das macht die Messungen schwierig.\u201c Erst seit kurzem ist mit einem neuartigen Verfahren die Messung der Selenisotope aus Gestein m\u00f6glich geworden. Stephan K\u00f6nig hat das aufwendige Aufbereitungsverfahren gemeinsam mit seiner Forschergruppe im Rahmen seines ERC Grants, dem vom Europ\u00e4ischen Forschungsrat gef\u00f6rderten Projekt O2RIGIN, entwickelt.<\/p>\n<p>Dass Meteoriten dem Erdmantel Stoffe hinzugef\u00fcgt haben, wurde schon seit langer Zeit vermutet. \u201eMan hat aber eher auf Meteoriten aus dem inneren Sonnensystem gesetzt\u201c, berichtet Varas-Reus. \u201eDaher waren wir sehr \u00fcberrascht, dass die Selenisotopensignaturen aus dem Erdmantelgestein sehr pr\u00e4zise mit einem bestimmten Steinmeteoritentyp aus dem \u00e4u\u00dferen Sonnensystem \u00fcbereinstimmten.\u201c Dies seien kohlige Chondriten, die aus dem Sonnensystem jenseits des Asteroideng\u00fcrtels, aus dem Bereich der Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, stammen. Die Selenisotopensignaturen verschiedener Meteorite hatte der Geologe Dr. Jabrane Labidi, ein fr\u00fcherer O2RIGIN Mitarbeiter in einer fr\u00fcheren Studie erhoben.<\/p>\n<p>Was die kohligen Chondriten beim Einschlag auf der fr\u00fchen Erde au\u00dfer Selen sonst noch mitbrachten, konnte das Forschungsteam auch quantifizieren: \u201eNach unseren Berechnungen stammen rund 60 Prozent des heute auf der Erde vorhandenen Wassers aus dieser Quelle. Nur so konnten sich Ozeane bilden\u201c, sagt Varas-Reus. Weitere fl\u00fcchtige Stoffe aus den Meteoriten trugen zur Entstehung der sch\u00fctzenden Erdatmosph\u00e4re bei. \u201eSo wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass sich auf der Erde das Leben in seiner heutigen Form entwickeln konnte.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erst der Einschlag von Meteoriten machte Leben auf der Erde m\u00f6glich Forschungsteam der Universit\u00e4t T\u00fcbingen belegt, dass ein Gro\u00dfteil des Wassers und Kohlenstoffs im Erdmantel aus dem \u00e4u\u00dferen Sonnensystem stammt.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4234,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-14917","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14917","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14917"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14917\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14992,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14917\/revisions\/14992"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4234"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14917"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14917"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14917"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}