{"id":17214,"date":"2021-09-24T10:20:28","date_gmt":"2021-09-24T08:20:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=17214"},"modified":"2022-10-18T11:57:45","modified_gmt":"2022-10-18T09:57:45","slug":"mehr-licht-ins-dunkel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=17214","title":{"rendered":"Mehr Licht ins Dunkel"},"content":{"rendered":"<p><em>K\u00fcnstlich gelichtete W\u00e4lder helfen, Arten zu sch\u00fctzen<br \/>\n<\/em><\/p>\n<div data-canvas-width=\"206.05333333333328\">Deutsche W\u00e4lder sind heute durchschnittlich sieben bis zehn Meter h\u00f6her und tragen das 1,5-fache Holz- und Vegetationsvolumen wie vor etwa<\/div>\n<div data-canvas-width=\"659.0400000000002\">50 Jahren. Sie sind damit dunkler, feuchter und das Bestandsklima ist k\u00fchler als in fr\u00fcheren W\u00e4ldern. Verlierer dieser eint\u00f6nigen Waldwirtschaft sind Insekten, Tiere und Pflanzen, die trockene Waldfreifl\u00e4chen und Waldr\u00e4nder lieben.<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Tagfalter und <span style=\"color: #808000;\">Widderchen<\/span> und der Alpenbock sind in dichten W\u00e4ldern vom Aussterben bedroht, ebeneso viele Samenpflanzen, Farne, Mosse und Flechten.<\/p>\n<blockquote><p>Widderchen: Schmetterling aus der Familie der Widderchen. Das Bergkronwicken-Widderchen (Zygaena fausta) &#8211; sein lateinischer Name bedeutet Gl\u00fccksbringer. Wie die meisten Widderchen besitzt auch das Bergkronwicken-Widderchen verdickte und gebogene F\u00fchler, die an die H\u00f6rner eines Widders erinnern. Die schwarz-rot gefleckten Fl\u00fcgeldecken beben ihm ein unverwechselbares pr\u00e4chtiges Aussehen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Seit Ende September 2021 wird im Forstrevier Lenningen ein Projekt des Sonderprogramms zur St\u00e4rkung der biologischen Vielfalt umgesetzt. Lichte Waldstrukturen werden erweitert, um seltene und bedrohte Arten wie den Berglaubs\u00e4nger und verschiedene Widderchenarten zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-17216\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Lichtwald_Baum_-3BFW1091.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Lichtwald_Baum_-3BFW1091.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Lichtwald_Baum_-3BFW1091-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Lichtwald_Baum_-3BFW1091-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Im Forstrevier Lenningen auf der Gemarkung Gutenberg werden schon seit Jahrzehnten regelm\u00e4\u00dfig Felsen freigestellt, Lebensr\u00e4ume gepflegt und somit lichtliebende Arten gef\u00f6rdert. Lichte Waldstrukturen sind nat\u00fcrlicherweise kaum mehr zu finden, auch lichte Waldrandbereiche sind selten geworden. Das von der UNESCO ausgezeichnete Biosph\u00e4rengebiet Schw\u00e4bische Alb z\u00e4hlt jedoch zu den wenigen Naturr\u00e4umen im Land, in denen sich letzte Vorkommen der hochgradig gef\u00e4hrdeten Lichtwaldarten erhalten haben.<\/p>\n<p>Der Anteil trockener Lichtw\u00e4lder betr\u00e4gt in Baden-W\u00fcrttemberg nur 0,6 Prozent der gesamten Walsfl\u00e4che von rund 1,3 Millionen Hektar \u2013 also nur 8750 Hektar. Davon befinden sich alleine rund 5250 Hektar auf der Schw\u00e4bischen Alb. Typische historiche Nutzungsformen waren die Waldweide, sogenannte Hutew\u00e4lder in denen die Hirten und Bauern ihre Schafe und Rinder zur Nahrungsaufnahme hineintrieben.<\/p>\n<p><strong>Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde (\u201ezum Segen\u201c, so die Meinung damals bis heute) die fl\u00e4chendeckende Waldweide und Laubstreunutzung verboten<\/strong>.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff0000;\">Jedoch: Hutew\u00e4lder werden von Klimaexperten als wichtiger Baustein im Klimaschutz angesehen, da sie bis zu f\u00fcnfmal so viel CO<sub>2<\/sub> einlagern wie baumlose Weiden. <sup id=\"cite_ref-14\" class=\"reference\"><\/sup>Das Project Drawdown listet sie unter den Top-10-Ma\u00dfnahmen gegen den Klimawandel. Laut Berechnungen des Projektes k\u00f6nnen damit bis 2050 etwa 31 Gigatonnen CO<sub>2<\/sub> reduziert werden.<\/span><\/p>\n<p>Im Auftrag der Gesch\u00e4ftsstelle des Biosph\u00e4rengebiets wurden f\u00fcr alle St\u00e4dte und Gemeinden des Biosph\u00e4rengebiets sogenannte &#8222;Biodiversit\u00e4ts Checks&#8220; durchgef\u00fchrt, in denen naturschutzfachlich besonders bedeutsame Arten und Lebensr\u00e4ume dargestellt werden. F\u00fcr die Biosph\u00e4ren-St\u00e4dte und -Gemeinden im Landkreis Esslingen wurde im Rahmen einer vertiefenden Untersuchung ein Gutachten zu &#8222;Zielarten der lichten Trockenw\u00e4lder mit besonnten Felsstrukturen&#8220; erarbeitet. Darin werden Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung teils hochgradig gef\u00e4hrdeter Arten der Fauna lichter Trockenw\u00e4lder erl\u00e4utert und potenziell geeignete Ma\u00dfnahmenfl\u00e4chen ausgewiesen. Teile der H\u00e4nge im Forstrevier Lenningen im Bereich Donntal\/Braike wurden mit h\u00f6chster Priorit\u00e4t als Ma\u00dfnahmenfl\u00e4chen identifiziert.<\/p>\n<p>Aktuell werden in ausgew\u00e4hlten Hangbereichen Geh\u00f6lze entfernt. Dadurch soll eine Keimung und Bestandsausweitung der Bergkronwicke (Schmetterling, siehe oben) erreicht werden. Diese dient als Raupennahrungspflanze f\u00fcr Schmetterlinge wie das in Baden-W\u00fcrttemberg heimische Elegans-Widderchen und das Bergkronwicken-Widderchen. Weitere Artenschutzbelange werden bei der Ma\u00dfnahmendurchf\u00fchrung ber\u00fccksichtigt: H\u00f6hlenb\u00e4ume mit m\u00f6glicher Quartierfunktion bleiben erhalten, Vorkommen des seltenen und gesch\u00fctzten Gabelzahnmooses werden geschont und vorhandene Brutb\u00e4ume des Alpenbockes, eines auff\u00e4llig bl\u00e4ulich schimmernden K\u00e4fers, werden belassen und zus\u00e4tzliche Alpenbockst\u00f6cke geschaffen.<\/p>\n<p>Die anspruchsvollen und umfangreichen Waldarbeiten erfordern im steilen Hangbereich sogar den Einsatz eines Seilkrans.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-7848\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/HIRSCH_BEARBEITET_3BFW1524.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/HIRSCH_BEARBEITET_3BFW1524.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/HIRSCH_BEARBEITET_3BFW1524-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/HIRSCH_BEARBEITET_3BFW1524-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Konkurrenz: Jedes Wild, besonders der Rothirsche bevorzugen Lebensr\u00e4ume mit einer engen Verzahnung aus strukturreichen W\u00e4ldern, Dickungen, und gro\u00dfen offenen Lichtungen. Die derzeitige gesetzliche Regelung sieht jedoch ein Abschussgebot f\u00fcr Rotwild au\u00dferhalb ausgewiesener Rotwildgebiete vor. So bleibt als M\u00f6glichkeit, einen Hirsch zu bestaunen, nur ein Besuch am Rande des UNESCO Biosph\u00e4renreservats im Laichinger Wildgehege f\u00fcr Rotwild und Wildschweine oder ein Ausflug in den Sch\u00f6nbuch.<\/em><\/span><\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"gei9yqFTds\"><p><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18073\">Lichter Wald f\u00fcr Schwarzen Apollofalter<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Lichter Wald f\u00fcr Schwarzen Apollofalter&#8220; &#8212; Sph\u00e4re\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18073&#038;embed=true#?secret=cQzYBbMNLB#?secret=gei9yqFTds\" data-secret=\"gei9yqFTds\" width=\"520\" height=\"293\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em> WEBcode #213304<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcnstlich gelichtete W\u00e4lder helfen, Arten zu sch\u00fctzen Deutsche W\u00e4lder sind heute durchschnittlich sieben bis zehn Meter h\u00f6her und tragen das 1,5-fache Holz- und Vegetationsvolumen wie vor etwa 50 Jahren. Sie sind damit dunkler, feuchter und das Bestandsklima ist k\u00fchler als in fr\u00fcheren W\u00e4ldern. 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