{"id":17220,"date":"2021-08-10T12:45:45","date_gmt":"2021-08-10T10:45:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=17220"},"modified":"2021-10-12T14:23:44","modified_gmt":"2021-10-12T12:23:44","slug":"alarmstufe-rot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=17220","title":{"rendered":"Alarmstufe Rot"},"content":{"rendered":"<p><em>IPCC-Weltklimabericht: 230 Klimaforscher aus 66 L\u00e4nder warnen energisch<\/em><\/p>\n<p>Staaten, Regierungen, Menschen blicken sorgenvoll am 9. August auf die Ver\u00f6ffentlichung des IPCC-Weltklimaberichts. Hat uns die Klimarealit\u00e4t eingeholt? Ja. Der IPCC-Bericht zeigt deutlich <!--more-->auf, dass der Mensch das Klima bereits jetzt in einen Zustand versetzt hat, wie er in der bisherigen Menschheitsgeschichte noch nie aufgetreten ist. Die CO2-Konzentration in der Atmosph\u00e4re ist sogar so hoch wie schon seit zwei Millionen Jahren nicht mehr. Hervorgehoben wird die beispiellose Geschwindigkeit, mit denen die \u00c4nderungen voranschreiten. So gab es zumindest in den letzten 2000 Jahren keine so schnellen globalen Temperaturerh\u00f6hungen wie aktuell.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-17221\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Klima_Regen_Wolke_Gewitter_-IMG_1416.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Klima_Regen_Wolke_Gewitter_-IMG_1416.jpg 640w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Klima_Regen_Wolke_Gewitter_-IMG_1416-160x120.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Klima_Regen_Wolke_Gewitter_-IMG_1416-427x320.jpg 427w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Klima_Regen_Wolke_Gewitter_-IMG_1416-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Starkregen braut sich \u00fcber dem Turm Hursch zusammen (Foto links), ehem. Truppen\u00fcbungsplatz, 28. Juni, 19:41 Uhr<\/em><\/span><\/p>\n<p>Die Konzentrationen der Treibhausgase CO2 und Methan steigen seit 1850 sogar schneller als jemals in den letzten 800 000 Jahren. Schon bei einer globalen Erw\u00e4rmung von 1,5 Grad werden Hitzewellen sowie Starkregenereignisse und somit \u00dcberschwemmungen in Europa und vielen Regionen der Welt deutlich h\u00e4ufiger auftreten und verheerender sein.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem k\u00f6nnen besonders bei st\u00e4rkerer globaler Erw\u00e4rmung auch bislang unwahrscheinliche, aber katastrophale Ereignisse nicht ausgeschlossen werden. Hierzu z\u00e4hlen starke \u00c4nderungen in der r\u00e4umlichen Verteilung von Niederschlagsmustern sowie der Zusammenbruch der Eisschilde der Arktis und Antarktis, was einen Meeresspiegelanstieg um mehrere Meter verursachen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Um die Pariser Klimaziele noch erreichen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen laut IPCC die weltweiten Treibhausgasemissionen ab den 2020er Jahren sinken \u2013 also ab sofort. Im Jahr 2050 m\u00fcssen die globalen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen netto Null erreichen. Hierf\u00fcr sind ambitionierte Emissionsminderungen notwendig. Gleichzeitig geht der IPCC davon aus, dass zus\u00e4tzlich zu diesen Minderungen CO<sub>2<\/sub> sp\u00e4testens in der zweiten H\u00e4lfte des Jahrhunderts aus der Atmosph\u00e4re entfernt werden muss, um die Klimaziele zu erreichen.<\/p>\n<p>Seit dem letzten gro\u00dfen Sachstandsbericht des Weltklimarats sind rund sieben Jahre vergangen. In dieser Zeit machte die weltweite Zunahme von Hitze, D\u00fcrre, Waldbr\u00e4nden, Starkregen und anderen Extremen den Klimawandel immer deutlicher sp\u00fcrbar. Am 9. August legte der Weltklimarat sein Update vor, das aktuelle Forschungsergebnisse auswertet.<\/p>\n<p>Die Sachstandsberichte sind das wichtigste Ergebnis der Arbeit des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) und dienen seit mehr als 30 Jahren als solide wissenschaftliche Basis der nationalen und internationalen Klimapolitik.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bundesumweltministerin Svenja Schulze erkl\u00e4rt dazu:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEs gab schon genug Weckrufe und Appelle. Der heute vorgestellte IPCC-Bericht f\u00fchrt uns erneut vor Augen, dass die Zeit f\u00fcr die Rettung des Planeten, wie wir ihn kennen, abl\u00e4uft. Der Bericht verdeutlicht auch, viele Klimawandelfolgen k\u00f6nnen wir schon heute nicht mehr vermeiden &#8211; wir k\u00f6nnen uns als internationale Staatengemeinschaft nur bestm\u00f6glich darauf vorbereiten und anpassen. Das erleben wir auch bei uns in Deutschland: katastrophale \u00dcberschwemmungen nach Starkregen im Juli, anhaltende D\u00fcrre in den vergangenen Jahren. Auch die Hitzewellen mit Waldbr\u00e4nden in Nordamerika, Sibirien und j\u00fcngst in Griechenland und der T\u00fcrkei zeigen, dass immer mehr Regionen betroffen sind. Klimaschutz ist daher eine \u00fcberlebensnotwendige Aufgabe. Wir alle haben es jetzt in der Hand, die 2020er Jahre zu einem Klimaschutzjahrzehnt zu machen und die Erderw\u00e4rmung m\u00f6glichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Noch ist es nicht zu sp\u00e4t daf\u00fcr. Wie wir den Treibhausgasaussto\u00df senken k\u00f6nnen, wissen wir: mit einer raschen Abkehr von Kohle, \u00d6l und Gas, mit dem Ausbau der Sonnen- und Windkraft und der Produktion von gr\u00fcnem Wasserstoff als klimafreundlichem Energietr\u00e4ger.\u00a0Das Pariser Abkommen gibt uns den Weg vor, der UN-Klimagipfel in Glasgow in drei Monaten ist der entscheidende Moment, in dem die Weltgemeinschaft liefern muss. Wir brauchen von m\u00f6glichst vielen weiteren Staaten ambitionierte Klimaziele und bei den offenen Verhandlungspunkten absoluten Einigungswillen. Mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz und der Deutschen Anpassungsstrategie hat Deutschland einen wichtigen Beitrag beim Klimaschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel geleistet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bundesforschungsministerin Anja Karliczek erkl\u00e4rt dazu:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDer Bericht des Weltklimarates ist wieder einmal ein nicht mehr zu \u00fcberh\u00f6rendes Warnsignal. Dank verbesserter Beobachtungen, Messungen und Klimamodelle gibt es heute nicht mehr den geringsten Zweifel daran, dass wir Menschen es sind, die das Klima weltweit ver\u00e4ndern. Damit stehen wir nat\u00fcrlich und sehr klar in der Verantwortung, auch gemeinsam etwas zu \u00e4ndern. Wir werden deshalb nochmals sp\u00fcrbarer in Wissenschaft und Forschung investieren, um dem Klimawandel mit aller Kraft entgegenzutreten. Deutschland soll das Zentrum f\u00fcr die Entwicklung von klimafreundlichen Technologien werden. Hierzu z\u00e4hlen neben dem Gr\u00fcnen Wasserstoff f\u00fcr eine klimaneutrale Industrie auch Methoden zur CO<sub>2<\/sub>-Entnahme aus der Atmosph\u00e4re. Wichtig ist, dass wir die Menschen in unserem Land auf dem Weg zu einer nachhaltigen und CO<sub>2<\/sub>-freien Gesellschaft und Wirtschaft durch Dialoge und Forschung und Entwicklung abholen und mitnehmen. Mein Haus hat in den vergangenen Jahren bereits viel auf den Weg gebracht, damit wir unsere ehrgeizigen Klimaziele erreichen. In den kommenden Jahren geben wir allein f\u00fcr Forschung f\u00fcr Nachhaltigkeit mehr als vier Milliarden Euro aus. Wir engagieren uns beispielsweise f\u00fcr die E-Mobilit\u00e4t, Gr\u00fcnen Wasserstoff, f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft und die Bildung f\u00fcr Nachhaltigkeit. Die Hochwasserkatastrophe in West- und S\u00fcddeutschland zeigt einmal mehr auf, dass wir uns auch auf Wetterextreme, die mit fortschreitendem Klimawandel h\u00e4ufiger erwartet werden, sehr gut vorbereiten m\u00fcssen. Forschung muss dabei helfen, Extremwetter noch genauer regional vorherzusagen und Handlungsempfehlungen f\u00fcr kommunale und infrastrukturelle Vorsorge- und Anpassungsma\u00dfnahmen in besonders durch Hitze und \u00dcberflutungen gef\u00e4hrdeten Gebieten zur Verf\u00fcgung zu stellen. Mein Haus f\u00f6rdert die grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung zu Klimaauswirkungen und -anpassungen schon jetzt mit einem Volumen von 65 Millionen Euro pro Jahr. In Zukunft gilt es, die Forschungsergebnisse noch gezielter und vor allem schneller in die Anwendung bringen.\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hintergrund zum Sechsten IPCC-Sachstandsbericht:<\/strong><\/p>\n<p>Der vorliegende, erste Band des Sechsten IPCC-Sachstandsberichts informiert \u00fcber die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. Die kommenden zwei B\u00e4nde des Berichts werden im Februar und M\u00e4rz 2022 erscheinen. Sie informieren \u00fcber den weltweiten Kenntnisstand zu Risiken und Folgen des Klimawandels f\u00fcr Menschen und \u00d6kosysteme, die M\u00f6glichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel und Optionen zur Minderung des Klimawandels.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.de-ipcc.de\/250.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Link zum Sechsten IPCC-Sachstandsbericht &gt;&gt;<\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #808080;\">WEBcode #213303<\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>IPCC-Weltklimabericht: 230 Klimaforscher aus 66 L\u00e4nder warnen energisch Staaten, Regierungen, Menschen blicken sorgenvoll am 9. August auf die Ver\u00f6ffentlichung des IPCC-Weltklimaberichts. Hat uns die Klimarealit\u00e4t eingeholt? Ja. 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