{"id":17715,"date":"2022-05-01T02:38:42","date_gmt":"2022-05-01T00:38:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=17715"},"modified":"2022-02-16T12:45:50","modified_gmt":"2022-02-16T11:45:50","slug":"17715","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=17715","title":{"rendered":"Strom in Fluss"},"content":{"rendered":"<p><em>Energie: Albwasserkraft als Motor der Energiewende<\/em><\/p>\n<p>Alles flie\u00dft \u2013 das Thema Wasserkraft aber stockt. Ein Strudel an B\u00fcrokratie hemmt den Tatendrang.<!--more--><\/p>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"pdf\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/pdf.gif\" alt=\"PDF-Download: Print-Artikel runterladen\" width=\"39\" height=\"18\" \/>PDF-Download: <\/em><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Albwasserkraft_Sphaere-Verlag.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Print-Artikel runterladen<\/em><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-17717\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wasserkraft_Muensingen_Seeburg_84FB5442.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wasserkraft_Muensingen_Seeburg_84FB5442.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wasserkraft_Muensingen_Seeburg_84FB5442-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wasserkraft_Muensingen_Seeburg_84FB5442-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>M\u00fcnsinger Kraftwerk Seeburg nahe Ermsursprung.<\/em><\/span><\/p>\n<p>Strom flie\u00dft, wenn der Fluss str\u00f6mt. Die sauberste aller Naturenergien aber tr\u00f6pfelt in der \u00f6ffentlichen Energiewende-Diskussion wenig beachtet vor sich hin. Windkraft und Sonnenenergie schlagen h\u00f6here Wellen. Dabei flutet Wasserkraft schon \u00fcber 100 Jahre das gr\u00fcne Gewissen. Trotz Solar- und Windkraft-Boom tr\u00e4gt Wasser mit satten 9,4 Prozent an der Stromerzeugung im L\u00e4ndle bei (Bund 3,3%). Zum Vergleich: Windkraft verbessert mit nur 6,8 Prozent Baden-W\u00fcrttembergs gr\u00fcne Bilanz (im Bund 23,7%, Daten 2020).<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend Solarpanele Deutschlands D\u00e4cher erobern und Windr\u00e4der die st\u00fcrmische Albh\u00f6hen, f\u00fcrchten Wasserkraftwerksbetreiber, dass ihr Engagement in den Untiefen stets neuer Verordnungen verlandet. Elmar Reitter, Kaftwerksbetreiber aus Rechtenstein an der Donau am Fu\u00dfe der Alb, beklagt: \u201eWir sind bei unseren Genehmigungsverfahren einer Unsicherheit der Fachbeh\u00f6rden ausgesetzt. Sinnvolle Forderungen zum Fischschutz werden zwar formuliert, aber niemand wei\u00df, wie man diese praktiziert.\u201c Deshalb setzte Reitter beim Thema \u201ewie baue ich eine Fischabstiegsanlage, die meiner Beh\u00f6rde gef\u00e4llt\u201c, 150000 Euro in den Neckarsand. Seit zehn Jahren versucht er vergeblich, sein Kraftwerk bei Reutlingen-Oferdingen EU-konform zu gestalten. Eifrig will er den Vorstellungen von Fischerei und Naturschutz entsprechen. \u201eDoch auf Plan folgt neuer Plan, auf Vorschrift folgt neue Vorschrift\u201c, beschreibt Reitter die Situation. Wie von einem Strudel gefangen, zieht B\u00fcrokratie seinen Tatendrang in die Tiefe statt in Richtung Energiewende nach vorn. Sein Problem und das aller Wasserkraftwerke ist: Sie versperren den Fischen den Weg. Flussaufw\u00e4rts ebnen bereits erfolgreich Fischaufstiegsanlagen den Wasserbewohnern ihren Weg, nicht aber einen ungef\u00e4hrdeten Abstieg. Seit 2012 ringt das Umweltbundesamt um tiefere Einsichten. Ein Monitoring sollte die tats\u00e4chliche Sch\u00e4digung der Fische erfassen, abh\u00e4ngig von verschiedenen bereits realisierten L\u00f6sungen von Barrieren oder fischfreundlichen Turbinen.<br \/>\nAlles flie\u00dft, besonders im Strome der Erkenntnis. Deshalb ist bis heute f\u00fcr die Betreiber kein verl\u00e4sslicher Ankerplatz in Sicht, um in ruhigem Fahrwasser mit mehr Planungssicherheit in sinnvollen Fischschutz zu investieren.<\/p>\n<div id=\"attachment_1293\" style=\"width: 129px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1293\" class=\"wp-image-1293 size-medium\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Energie_wasserkraft_m\u00fchlrad-119x160.jpg\" alt=\"\" width=\"119\" height=\"160\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Energie_wasserkraft_m\u00fchlrad-119x160.jpg 119w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Energie_wasserkraft_m\u00fchlrad-104x140.jpg 104w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Energie_wasserkraft_m\u00fchlrad.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 119px) 100vw, 119px\" \/><p id=\"caption-attachment-1293\" class=\"wp-caption-text\">Wasserrad (Schmiechtal): Die Erfindung liegt 2500 Jahre zur\u00fcck.<\/p><\/div>\n<p>Dabei geh\u00f6rt Wasserkraft zum kulturhistorischen Gesch\u00e4ft der Alb wie das Tal zu den Bergen und die Quelle zum Fluss. Die Albwasserkraft erhellte nicht nur zu Urgro\u00dfvaters Zeiten das Gem\u00fct von Getreidebauern und M\u00fcllern, sondern auch Opas Wohnstube strahlte ab 1920 im Schein elektrischen Lichts. Gleich hinter der str\u00f6mungsfreudigen Quelle der Erms bei Seeburg liefert M\u00fcnsingens historisches Wasserkraftwerk bereits seit 102 Jahren Strom \u2013 bei Sonne und Regen, bei Flaute oder Sturm zuverl\u00e4ssig bis heute 65 Kilowatt (Foto oben). Und dies zu einer Zeit, da Ende der 1920er Jahre selbst Gro\u00dfst\u00e4dter Berlins erst zu 50 Prozent am Stromnetz hingen.<\/p>\n<p>Schnell brachte das Alb-Wasser das spannungsgeladene Gesch\u00e4ft in Fluss. Noch heute geh\u00f6rt die Erms von Seeburg bis Metzingen und die Echaz bei Pfullingen mit zusammen 39 Kraftanlagen von 88 der gesamten Neckar-Alb-Region zu den gr\u00fcnen Leistungstr\u00e4gern (Datenlage 2010).<br \/>\nDamit dies so bleibt, schilderte Reitter in einem <a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=17700\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schreiben an Abgeordnete des EU-Parlaments<\/a>, des Bundes- und Landtags die Sorgen und N\u00f6te der Wasserkraftler. Denn: Er soll ja weiter flie\u00dfen, der heimische, seit 100 Jahren bew\u00e4hrte Wasserstrom.<\/p>\n<hr \/>\n<ul>\n<li>Reitters\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=17700\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schreiben an Abgeordnete der EU-, Bundes- und Landparlamente<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Abstiegshilfe: F\u00fcr Fisch und Wasserkraftbetreiber?<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-17718\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wasserkraft_Rechtenstein-IMG_1277.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wasserkraft_Rechtenstein-IMG_1277.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wasserkraft_Rechtenstein-IMG_1277-160x120.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Wasserkraft_Rechtenstein-IMG_1277-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Wasserkraftwerk Rechtenstein.<\/em><\/span><\/p>\n<p>Wer soll das bezahlen? Elmar Reitter, Kraftwerksbetreiber, erz\u00e4hlt: F\u00fcnf Jahre habe er ab 2009 den Fischauf- und Abstieg f\u00fcr das Wasserkraftwerk Reutlingen-Oferdingen bis zur Genehmigungsreife geplant. Kosten: 100000 Euro. Doch im Laufe der Zeit gesellten sich neue Fischabstiegsverordnungen dazu. Weitere 50000 Euro Investition f\u00fcr Umplanungen waren die Folge. Heute befindet sich das Kraftwerk immer noch in der Genehmigungsschleife. \u201eWas aber erwartet mich nach f\u00fcnf Jahren, wenn der Umbau mal steht, fragt sich Reitter besorgt, denn f\u00fcr die Umsetzung der Planungen sind \u00fcber eine Million Euro f\u00e4llig.<\/p>\n<blockquote><p>Elmar Reitter: Betreiber mit Sitz in Rechtenstein an der Donau (Foto oben) betreut weitere Wasserkraftwerke. Er bietet auf Anfrage im Kraftwerk Obermarchtal Gruppenf\u00fchrungen an (Tel. 07373-915299).<\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Printausgabe: Sph\u00e4re 1\/2022, Seite 30<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Energie: Albwasserkraft als Motor der Energiewende Alles flie\u00dft \u2013 das Thema Wasserkraft aber stockt. 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