{"id":17927,"date":"2022-04-29T16:07:20","date_gmt":"2022-04-29T14:07:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=17927"},"modified":"2022-06-29T16:38:13","modified_gmt":"2022-06-29T14:38:13","slug":"herbarium-belegt-klimaerwaermung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=17927","title":{"rendered":"Herbarium belegt Klimaerw\u00e4rmung"},"content":{"rendered":"<p><em>Fr\u00fchbl\u00fcher eine Woche fr\u00fcher dran als vor hundert Jahren<\/em><\/p>\n<p>Forschungsteam der Universit\u00e4t T\u00fcbingen untersucht Verschiebung der jahreszeitlichen Entwicklung von Waldpflanzen \u2013 Herbarbelege spiegeln Klimaerw\u00e4rmung wider.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2397\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/buschwindroeschen_3BFW1505.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/buschwindroeschen_3BFW1505.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/buschwindroeschen_3BFW1505-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/buschwindroeschen_3BFW1505-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Klimawandel: Buschwindr\u00f6schen waren vor 100 Jahren eine Woche fr\u00fcher dran.<\/em><\/span><\/p>\n<p>Fr\u00fchbl\u00fchende Pflanzen in den europ\u00e4ischen W\u00e4ldern beginnen die Bl\u00fchsaison heute im Schnitt eine Woche fr\u00fcher als vor hundert Jahren. Davon zeugen Herbarbelege, wie Dr. Franziska Willems und Professor Oliver Bossdorf vom Institut f\u00fcr Evolution und \u00d6kologie der Universit\u00e4t T\u00fcbingen gemeinsam mit Professor J. F. Scheepens von der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt herausgefunden haben. Das Forschungsteam nutzte die Sammeldaten von Herbarbelegen aus mehr als einem Jahrhundert f\u00fcr eine neu entwickelte Methode der geografisch-r\u00e4umlichen Modellierung. So konnte das Team auch belegen, dass die fr\u00fchere Bl\u00fctezeit der Wildpflanzen mit der Klimaerw\u00e4rmung zusammenh\u00e4ngt. Die Studie wurde jetzt in der Fachzeitschrift New Phytologist ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Buschwindr\u00f6schen, Waldmeister, Lungenkraut und Fr\u00fchlings-Platterbse bl\u00fchen fr\u00fch im Jahr im Unterwuchs des Waldes. \u201eSie nutzen ein kritisches Zeitfenster f\u00fcr die Bl\u00fctezeit, bevor die Laubb\u00e4ume ihre Bl\u00e4tter austreiben und den Unterwuchs beschatten\u201c, erkl\u00e4rt Franziska Willems. Wenn die Temperaturen steigen, \u00f6ffnen sich die Blattknospen der B\u00e4ume tendenziell fr\u00fcher, daran m\u00fcssten sich auch die Fr\u00fchbl\u00fcher anpassen. \u201eAllerdings gehen sie das Risiko ein, dass ihre ge\u00f6ffneten Bl\u00fcten von sp\u00e4tem Frost gesch\u00e4digt werden. Au\u00dferdem kommen sie nicht ohne best\u00e4ubende Insekten aus, die zur Bl\u00fctezeit bereits aktiv sein m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Zeugen aus vergangenen Jahrhunderten<\/strong><\/p>\n<p>Herbarien als Sammlungen gepresster und getrockneter Pflanzen decken lange Zeitr\u00e4ume und gro\u00dfe Regionen ab. \u201eViele reichen 200 Jahre zur\u00fcck, weltweit werden hunderte Millionen von Belegen aufbewahrt\u201c, sagt Oliver Bossdorf. \u201ePflanzen werden meist gesammelt, wenn sie bl\u00fchen. Auf den Herbarb\u00f6gen werden das Sammeldatum und der Ort notiert. So ergibt sich eine pr\u00e4zise Momentaufnahme\u201c, sagt der Forscher.<br \/>\nF\u00fcr die Studie untersuchte das Forschungsteam mehr als 6.000 quer durch Europa gesammelte Herbarbelege von 20 Fr\u00fchbl\u00fcher-Arten, um aus den Sammeldaten Verschiebungen der Ph\u00e4nologie, also der jahreszeitlichen Entwicklungsrhythmen, abzuleiten. Um die Bedeutung der geografischen Verteilung bei der Untersuchung der Ph\u00e4nologie richtig einordnen zu k\u00f6nnen, erstellte das Team Modelle der Bl\u00fctezeiten, in denen die geografische Information mitber\u00fccksichtigt wurde, und verglich diese mit Modellen ohne r\u00e4umliche Daten. Das Ergebnis war eindeutig: \u201eDer Jahresrhythmus der Fr\u00fchbl\u00fcher und das Ausma\u00df von Verschiebungen als Antwort auf Klimaver\u00e4nderungen variiert nicht nur zwischen verschiedenen Pflanzenarten, sondern auch \u00fcber verschiedene Regionen hinweg\u201c, sagt Willems. \u201eRobuste Studien von Ph\u00e4nologie-Ver\u00e4nderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel erfordern eine gro\u00dfr\u00e4umige und langfristige Perspektive.\u201c Bisher seien solche Studien h\u00e4ufig nur geografisch begrenzt durchgef\u00fchrt worden.<\/p>\n<p>Im Durchschnitt bl\u00fchten die Pflanzen wie Einbeere, B\u00e4rlauch und Sauerklee mehr als sechs Tage fr\u00fcher als zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Diese Ver\u00e4nderungen korrelierten eng mit w\u00e4rmeren Fr\u00fchlingstemperaturen. \u201eDie Bl\u00fctezeit verschob sich pro Grad Celsius Erw\u00e4rmung um 3,6 Tage nach vorn\u201c, sagt Bossdorf. Die r\u00e4umliche Modellierung zeigte, dass die Pflanzen in manchen Teilen Europas fr\u00fcher, in manchen allerdings auch sp\u00e4ter bl\u00fchten als erwartet. \u201eBei kleinr\u00e4umigen Studien w\u00e4re das Ergebnis unklar geblieben. Der Zusammenhang zwischen der nach vorn verschobenen Bl\u00fctezeit und den steigenden Temperaturen tritt nur im gro\u00dfen \u00dcberblick klar hervor.\u201c<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>WEBcode 222061<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fchbl\u00fcher eine Woche fr\u00fcher dran als vor hundert Jahren Forschungsteam der Universit\u00e4t T\u00fcbingen untersucht Verschiebung der jahreszeitlichen Entwicklung von Waldpflanzen \u2013 Herbarbelege spiegeln Klimaerw\u00e4rmung wider.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2397,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-17927","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17927","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=17927"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17927\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17929,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/17927\/revisions\/17929"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2397"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=17927"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=17927"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=17927"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}