{"id":18063,"date":"2022-09-15T17:36:16","date_gmt":"2022-09-15T15:36:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18063"},"modified":"2022-09-15T17:38:45","modified_gmt":"2022-09-15T15:38:45","slug":"kolibri-der-kein-kolibri-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18063","title":{"rendered":"Kolibri, der kein Kolibri ist"},"content":{"rendered":"<p><em>NABU-Insektensommer: \u00dcberraschungssieger Kolibrifalter<\/em><\/p>\n<p>Eine Besonderheit im S\u00fcdwesten ist das Taubenschw\u00e4nzchen (Macroglossum stellatarum): Flatterte es im August-Z\u00e4hlzeitraum bundesweit auf Platz neun, belegt es in Baden-W\u00fcrttemberg nach Acker- und Erdhummel einen stolzen dritten Platz und landet damit noch vor der Steinhummel. <!--more-->Der langr\u00fcsselige Nachtfalter erinnert im Flug an einen Kolibri. Mehr als 70 Mal in der Sekunde schl\u00e4gt er mit den Fl\u00fcgeln und kann so in der Luft stehen. Gute \u00dcberwinterungsm\u00f6glichkeiten waren vermutlich der Grund daf\u00fcr, dass jetzt bei der Insekten-Z\u00e4hlaktion so viele Taubenschw\u00e4nzchen zu sehen waren. \u201eDer tagaktive Nachtfalter stammt aus dem Mittelmeerraum und profitiert davon, dass unsere Winter durch den Klimawandel immer milder werden\u201c, berichtet Alexandra Ickes vom NABU Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-18062\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Taubenschwaenzchen-_MG_3425.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"405\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Taubenschwaenzchen-_MG_3425.jpg 640w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Taubenschwaenzchen-_MG_3425-160x101.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Taubenschwaenzchen-_MG_3425-506x320.jpg 506w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Taubenschwaenzchen-_MG_3425-150x95.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Weit vorne ist auch der Kleine Fuchs. Den Tagfalter kann man gut an seinen farbenpr\u00e4chtigen orange-braunen Fl\u00fcgeln erkennen. Beliebtester Beobachtungsort war der heimische Garten. Dass viele Menschen bei der Aktion mitgemacht haben, ist f\u00fcr den NABU Grund zur Freude: \u201eDer Insektensommer ist eine tolle Chance, die unglaublich vielf\u00e4ltige Insektenwelt besser kennenzulernen. Ich bin \u00fcberzeugt, dass der eine oder die andere beim Beobachten sein Herz f\u00fcr die Krabbler und ihren Schutz entdeckt\u201c, so Ickes. Insekten sind f\u00fcr uns Menschen und die Natur insgesamt lebenswichtig. Rund 90 Prozent der Pflanzen weltweit werden durch Insekten best\u00e4ubt. Zahlreiche Studien belegen, dass die Insektenbest\u00e4nde in Deutschland deutlich zur\u00fcckgehen. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind etwa die intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und eine eint\u00f6nige, ausger\u00e4umte Landschaft.<\/p>\n<p>Seit f\u00fcnf Jahren gehen im Juni und August tausende Menschen auf Insektensp\u00fcrsuche. Dieses Mal haben sich in den beiden Z\u00e4hlzeitr\u00e4umen der NABU-Mitmachaktion \u201eInsektensommer\u201c im Juni und August insgesamt \u00fcber 18.300 Menschen beteiligt, rund 2.000 davon aus Baden-W\u00fcrttemberg. Damit z\u00e4hlten bundesweit \u00fcber 5.000 Hobbyforscherinnen und -forscher mehr mit als im Vorjahr. Gesamtsieger auf Bundesebene sind die Hummeln. Acker-, Stein- und Erdhummel wurden auch durch die \u201eEntdeckungsfrage\u201c besonders h\u00e4ufig gemeldet. Sie lautete dieses Jahr \u201eKannst Du Hummeln am Hintern erkennen?\u201c und war eine Einladung zum Mitmachen an alle, die zum ersten Mal genauer bei Insekten hinschauen wollten.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber den NABU-Insektensommer:<\/strong><\/p>\n<p>Der NABU-Insektensommer ist eine gemeinsame Aktion des NABU und seines bayerischen Partners Landesbund f\u00fcr Vogelschutz. Die Daten der Z\u00e4hlaktion werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden transparent und zeitnah auf <a href=\"https:\/\/www.NABU.de\/insektensommer-ergebnisse\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.NABU.de\/insektensommer-ergebnisse<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Eine genaue Auswertung der Daten erfolgt im Herbst, dann werden die Datens\u00e4tze der f\u00fcnf Jahre detailliert unter die Lupe genommen.<br \/>\nMehr: <a href=\"https:\/\/www.insektensommer.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.insektensommer.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Mit dem NABU Baden-W\u00fcrttemberg Wildbienen erleben und sch\u00fctzen: Patenschaft<\/strong><br \/>\nWildbienen sind faszinierend, vielf\u00e4ltig und wichtig: In Baden-W\u00fcrttemberg leben mehr als 460 Arten. Sie sind ein existenzieller Teil der biologischen Vielfalt und bei der Best\u00e4ubung von Nutz- und Wildpflanzen unverzichtbar. Doch mehr als die H\u00e4lfte der Wildbienenarten ist gef\u00e4hrdet. Wer Wildbienen helfen m\u00f6chte, kann f\u00fcr bl\u00fchende Pflanzen und Nistpl\u00e4tze auf dem Balkon und im Garten sorgen, auf Bio im Einkaufskorb achten und den NABU durch eine Patenschaft oder Geschenkpatenschaft unterst\u00fctzen. Der NABU Baden-W\u00fcrttemberg setzt sich f\u00fcr den Schutz der Wildbienen im Land ein. Mit einer Vielzahl an Projekten sorgen wir daf\u00fcr, dass Wildbienen mehr bl\u00fctenreiche Lebensr\u00e4ume in Stadt und Dorf finden. Patinnen und Paten erhalten regelm\u00e4\u00dfig spannende Hintergrundberichte und werden zu einer exklusiven Exkursion eingeladen. Weitere Infos unter: <a href=\"https:\/\/www.NABU-BW.de\/Patenschaften\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.NABU-BW.de\/Patenschaften<\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Natur-Tipp des BUND Baden-W\u00fcrttemberg<\/em><\/p>\n<h2>Der Kolibri, der ein Schmetterling ist<\/h2>\n<p>Mit etwas Gl\u00fcck k\u00f6nnen Garten-Besitzer*innen ab Mitte Juni bis in den September Taubenschw\u00e4nzchen beobachten<\/p>\n<p>Viele nennen es auch Garten-Kolibri. Denn das Taubenschw\u00e4nzchen (Macroglossum stellatarum) schwirrt gerne mit rund 80 Fl\u00fcgelschl\u00e4gen pro Sekunde in unseren G\u00e4rten herum. So schafft es in einer Minute bis zu 150 Besuchen an Bl\u00fcten. Dabei bleibt es wie ein kleiner Hubschrauber in der Luft vor der Bl\u00fcte stehen, um mit seinem R\u00fcssel Nektar zu saugen. Damit ist es anderen Schmetterlingen weit \u00fcberlegen. Denn sie kommen durchschnittlich auf zehn bis 15 Fl\u00fcgelschl\u00e4gen in der Sekunde.<\/p>\n<p><strong>Naturbeobachtung<\/strong><\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich kommt das Taubenschw\u00e4nzchen aus dem Mittelmeerraum. Die Tiere m\u00f6gen es trocken und warm. Sie profitieren vom Klimawandel. Taubenschw\u00e4nzchen k\u00f6nnen in unterschiedlichen Landschaftsr\u00e4umen vorkommen. Sie sind \u00fcberall da, wo es nektarreiche Futterpflanzen gibt. Die Garten-Kolibris saugen gerne an blauen und rotvioletten Bl\u00fcten mit langen und engen Bl\u00fctenkelchen wie dem Rotklee und Luzernen, aber auch an Garten- und Balkonpflanzen wie Fuchsien, Petunien, Buddleja und Phlox. Dagegen meiden sie dichte W\u00e4lder.<\/p>\n<p>Taubenschw\u00e4nzchen fliegen gerne bei sch\u00f6nem Wetter mit viel Sonne und wenig Wind aus. Sie kommen auch in Parks, G\u00e4rten oder in St\u00e4dten an Balkonen vor, wenn dort bl\u00fchende Pflanzen wachsen. In Mitteleuropa k\u00f6nnen Schmetterlings-Freund*innen die Falter vor allem ab Ende Juni bis in den August und sogar September beobachten.<\/p>\n<p><strong>Aussehen: \u00c4hnlichkeit mit Tauben<\/strong><\/p>\n<p>Den kleinen Schw\u00e4rmer erkennt man relativ einfach. Sein Name verr\u00e4t schon vieles. Er hat schwarz-, braun- und wei\u00dfgef\u00e4rbte Haarb\u00fcschel an seinem Hinterleib, die an Schwanzfedern von Tauben erinnern. Der Saugr\u00fcssel sieht aus wie ein langer, d\u00fcnner Schnabel. Taubenschw\u00e4nzchen haben graubraune Vorderfl\u00fcgeloberseiten mit zwei unauff\u00e4lligen, schmalen, gewellten, dunkelbraunen Binden. Die deutlich kleineren Hinterfl\u00fcgel sind orangebraun und am Au\u00dfenrand schwarz umrandet.<\/p>\n<p>Wie bei allen Raupen aus der Familie der Schw\u00e4rmer haben auch die Taubenschw\u00e4nzchen-Raupen am Hinterleib einen auff\u00e4lligen Stachel: das Analhorn. Bei der Taubenschw\u00e4nzchen-Raupe ist es bl\u00e4ulich mit gelber Spitze. Damit versuchen sie Fressfeinde abzuschrecken.<\/p>\n<p><strong>Lebensweise: rastloser Schw\u00e4rmer mit hohem Energiebedarf<\/strong><\/p>\n<p>Die meisten Schw\u00e4rmer sind d\u00e4mmerungs- und nachtaktiv. Nicht aber das Taubenschw\u00e4nzchen. Es ist rastlos von Sonnenaufgang bis -untergang unterwegs. Das kostet viel Energie. Zum Gl\u00fcck ist es m\u00fchelos in der Lage, in sehr kurzer Zeit sehr viel Nektar zu tanken. Eine t\u00f6dliche Gefahr k\u00f6nnen allerdings gef\u00fcllte Bl\u00fcten ohne Nektar werden. Wenn es diese Bl\u00fcten erfolglos anfliegt, sind seine Energiereserven sehr schnell aufgebraucht.<\/p>\n<p>Taubenschw\u00e4nzchen erledigen alles im Flug \u2013 so auch das Eierlegen. Das Weibchen heftet ein bis zwei Eier an die Spitze von Labkrautpflanzen. Denn Wald-Labkraut, Wiesen-Labkraut, Echtes-Labkraut oder Kletten-Labkraut sind die Leibspeisen der Raupen. Nach sechs bis acht Wochen verpuppen sie sich. Dabei verkriechen sie sich im Erdreich und bauen ein Gespinst aus lockeren F\u00e4den. Noch im selben Jahr schl\u00fcpfen die Falter und die n\u00e4chste Generation fliegt wieder zur\u00fcck in den S\u00fcden. Nur wenige schaffen es bei uns an gut gesch\u00fctzten Orten als Falter zu \u00fcberwintern.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrliche Feinde gibt es hierzulande vor allem f\u00fcr die Raupen, die ein Leckerbissen f\u00fcr insektenfressende Singv\u00f6gel sind. Der erwachsene Schmetterling ist als Nahrungsquelle zu gro\u00df und zu dick. Nur in w\u00e4rmeren Weinbaugebieten wie dem Kraichgau oder dem Kaiserstuhl wird ihnen der Bienenfresser als Gro\u00dfinsektenj\u00e4ger gef\u00e4hrlich. Auch diese V\u00f6gel sind aus den Mittelmeer-Regionen zu uns eingewandert.<\/p>\n<blockquote><p>Der BUND engagiert sich:<br \/>\nauf allen politischen Ebenen gegen das Insektensterben<br \/>\nf\u00fcr bl\u00fctenreiche Wiesen, die nur zweimal im Jahr gem\u00e4ht werden und f\u00fcr G\u00e4rten und Balkone mit vielen nektarspendenden Pflanzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bund-bawue.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.bund-bawue.de\/<\/a><\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p>WEBcode 22305<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NABU-Insektensommer: \u00dcberraschungssieger Kolibrifalter Eine Besonderheit im S\u00fcdwesten ist das Taubenschw\u00e4nzchen (Macroglossum stellatarum): Flatterte es im August-Z\u00e4hlzeitraum bundesweit auf Platz neun, belegt es in Baden-W\u00fcrttemberg nach Acker- und Erdhummel einen stolzen dritten Platz und landet damit noch vor der Steinhummel.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":18062,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[66],"tags":[],"class_list":["post-18063","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-qr-code-link"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18063","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=18063"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18063\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":18066,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/18063\/revisions\/18066"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/18062"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=18063"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=18063"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=18063"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}