{"id":18070,"date":"2022-10-06T09:40:35","date_gmt":"2022-10-06T07:40:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18070"},"modified":"2022-10-06T09:40:35","modified_gmt":"2022-10-06T07:40:35","slug":"verborgenes-aufgedeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18070","title":{"rendered":"Verborgenes aufgedeckt"},"content":{"rendered":"<p><em>Sonderausstellung 2022\/23: Spuren in der Landschaft Pfullingen und Eningen unter Achalm<\/em><\/p>\n<p>Landschaft als Spiegel der Gesellschaft: Wo Landschaft, einer der zentralen Begriffe der Geographie, im sichtbaren Ma\u00dfe durch Menschen, Gesellschaften und Kulturen aktiv gestaltet und genutzt wurde, spricht man von Kulturlandschaft. Im Umkehrschluss<!--more--> erlaubt die Ausgestaltung der Kulturlandschaft die Rekonstruktion (fr\u00fcherer) gesellschaftlicher und sozial-\u00f6konomischer Dynamik: Landschaft wird zum Spiegel der Gesellschaft, regionale Besonderheiten und \u00f6rtliche Eigenheiten sind ablesbar.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-18069\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Karte_Verborgenes_Pfullinger_Geschichtsverein.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"516\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Karte_Verborgenes_Pfullinger_Geschichtsverein.jpg 640w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Karte_Verborgenes_Pfullinger_Geschichtsverein-160x129.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Karte_Verborgenes_Pfullinger_Geschichtsverein-397x320.jpg 397w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Karte_Verborgenes_Pfullinger_Geschichtsverein-150x121.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>Historische Kulturlandschaftsforschung besch\u00e4ftigt sich mit der Landschaft und sieht die darin enthaltenen Relikte als Quellen, gleicherma\u00dfen als origin\u00e4res Geschichtsbuch. Die Besonderheit und Schwierigkeit dieses \u201aLandschaftsbuches&#8216; besteht aber darin, dass viele Geschichten auf nur einer Seite, der Landschaft eben, \u00fcber- und nebeneinander geschrieben sind. In der Urkundenforschung wird f\u00fcr ein antikes oder mittelalterliches Schriftst\u00fcck, das wiederholt ver\u00e4ndert und neu beschrieben worden ist, der Begriff Palimpsest verwendet. Unter den zuletzt aufgetragenen Zeilen schimmern hier fr\u00fchere Eintr\u00e4ge noch durch. Diese \u00e4lteren \u201eEintr\u00e4ge\u201c (Nutzungen) gilt es in der historischen Kulturlandschaftsforschung zu finden: seien es durch andauernde Bewirtschaftung \u00fcberformte Ackerspuren, verflachte Weinbergstufen, verf\u00fcllte Steingruben und sogar Bohnerzgruben, komplexe W\u00e4sserwiesensysteme, \u00dcberreste intensivster Beweidungsfl\u00e4chen in Feldflur und Wald, historischer Streuobstanbau auf vormaligen Weinbergen, einstige Arten des Waldbaus, kaum noch erkennbare Anlage von Alleen und, allem voran, die ehemaligen oft extrem m\u00fchsam zu erklimmenden Wirtschaftswege am Albtrauf.<\/p>\n<p><strong>Verborgene Spuren aufgedeckt<\/strong><br \/>\nDie aktuelle Ausstellung des Geschichtsvereins Pfullingen nimmt genau diese verborgenen Spuren unter die Lupe und deckt sie mithilfe der Wissenschaftler Prof. Dr. Hans-Joachim Rosner und Dr. Christoph Morrissey am Geographischen Institut der Universit\u00e4t T\u00fcbingen auf. Es handelt sich um die verbliebenen, noch sichtbaren Elemente historischer, teilweise \u00fcber Jahrhunderte von unseren Vorfahren angewandter Landnutzungen. Nach einem ausgekl\u00fcgelten System von Luftbildauswertung, Auswertung von Fernerkundungsdaten, insbesondere Laserscanning-Daten (LIDAR), digitaler Erfassung im geographischen Informationssystem (GIS) und schlie\u00dflich pers\u00f6nlicher \u00dcberpr\u00fcfung vor Ort, Klassifizierung und Dokumentation per Foto, wurde \u00fcber die Jahre 2019 bis 2021 ein umfassendes Werk zusammengetragen. Die Ergebnisse dieser Arbeit, beauftragt und unterst\u00fctzt vom Geschichtsverein, gef\u00f6rdert vom Biosph\u00e4rengebiet Schw\u00e4bische Alb, werden nun im n\u00e4chsten Schritt der \u00d6ffentlichkeit verst\u00e4ndlich zur Verf\u00fcgung gestellt. Begonnen wird mit dieser Ausstellung mit Begleitprogramm, eine Ver\u00f6ffentlichung als Beitrag zur Pfullinger Geschichte soll unmittelbar folgen. Konzipiert als Wanderausstellung soll sie auch in Schule und Studium einsetzbar sein.<br \/>\nDie Arbeit hat den Anspruch, einen m\u00f6glichst vollst\u00e4ndigen \u00dcberblick zu geben. Etliche dieser Spuren und Relikte in der Landschaft hat man m\u00f6glicherweise schon einmal gesehen, vielleicht, oder wahrscheinlich sogar \u00fcbersehen. \u201eMan sieht nur, was man wei\u00df\u201c, bemerkte Johann Wolfgang von Goethe. Um hier die Augen zu \u00f6ffnen, Verst\u00e4ndnis und Hintergrundwissen zu schaffen, werden f\u00fcr die Dauer der Ausstellung regelm\u00e4\u00dfig \u201everborgene Spuren aufgedeckt\u201c und in den lokalen und sozialen Medien, der Homepage des Geschichtsvereins und auf kostenlosen Losebl\u00e4ttern in der Ausstellung als Themen genauer pr\u00e4sentiert. Geplant sind zus\u00e4tzliche Gespr\u00e4chsrunden mit \u201eZeitzeugen\u201c, soweit noch m\u00f6glich, F\u00fchrungen, Veranstaltungen. Der Geschichtsverein freut sich nat\u00fcrlich \u00fcber alle Hinweise zu verborgenen Elementen, die sogar dieser Arbeit verborgen blieben. Das ist ein Aufruf: Alle sind aufgefordert, uns Hinweise und Entdeckungen mitzuteilen.<\/p>\n<p><strong>Wandel der Landnutzungen<\/strong><br \/>\nUnd noch etwas ist sehr spannend: Das Thema Landnutzungswandel. F\u00fcr das Projektgebiet wurden fl\u00e4chendeckende, verl\u00e4ssliche Daten zur Ver\u00e4nderung der Landnutzung \u00fcber den Zeitraum von etwa 200 Jahren erhoben. Als Quellen hierf\u00fcr kamen ausschlie\u00dflich Kartenwerke in Betracht. Sie stellen die wichtigste historisch-geographische Quellengruppe dar. Ausgewertet wurden die Flurkarten ab etwa 1820 im Ma\u00dfstab 1 : 2.500 und die ab etwa 1908 vorliegenden, auf der w\u00fcrttembergischen topographischen Landesaufnahme beruhenden Topographischen Karten im Ma\u00dfstab 1 : 25.000. F\u00fcr das Projekt wurden drei Zeitschnitte erhoben: um 1830, um 1908 und um 2020. Die Ver\u00e4nderungen sind sehr beeindruckend. Parallel werden Informationen zur Geschichte, zur Kartographie und modernsten Analyse-Methoden gegeben.<br \/>\nNeben den wissenschaftlichen Auswertungen werden in Erg\u00e4nzung zur k\u00fcrzlich erschienenen Neuauflage des Pfullinger Flurnamenbuches von Dipl.-Geograph Oliver Meiser auch die Flur- bzw. Gewannnamen auf Pfullinger und Eninger Gemarkung kartographisch pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p><strong>Schutzgebiete<\/strong><br \/>\nDie Bedeutung dieser historischen Nutzungsarten dokumentiert sich in dem ausgepr\u00e4gten Schutzgebietssystem das Pfullingen und Eningen unter Achalm umgibt. Die Ausstellung gibt einen aktuellen \u00dcberblick aller Schutzgebiete und stellt den Zusammenhang zur Landnutzung her. Die Thematik der Biologischen Vielfalt geht einher mit der Vielfalt der Kulturlandschaft, origin\u00e4re Themen des Biosph\u00e4rengebiets Schw\u00e4bische Alb.<\/p>\n<p><em>Prof. Waltraud Pustal<\/em><br \/>\n<em>Vorsitzende Geschichtsverein Pfullingen e. V.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ort und \u00d6ffnungszeiten<\/strong><\/p>\n<p>In der Stadtb\u00fccherei Pfullingen vom 21. September 2022 bis 28. Januar 2023<br \/>\n<span style=\"color: #ff6600;\">Ausstellung <strong>\u201eVerborgenes aufgedeckt\u201c<\/strong> Spuren in der Landschaft Pfullingen und Eningen unter Achalm<\/span><\/p>\n<p>Das Begleitprogramm umfasst F\u00fchrungen und Veranstaltungen, die rechtzeitig bekannt gegeben werden. F\u00fchrungen f\u00fcr Schulklassen und Gruppen sind m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Stadtb\u00fccherei Pfullingen, Passy-Platz 1, 72793 Pfullingen, Tel. (07121) 70304200. Dienstag und Donnerstag von 14:00 \u2013 18:30 Uhr, Mittwoch und Freitag von 9:00 \u2013 12:00 und 14:00 bis 17:30 Uhr, Samstag von 10:00 \u2013 12:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.<\/p>\n<hr \/>\n<p>WEBcode 22328<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonderausstellung 2022\/23: Spuren in der Landschaft Pfullingen und Eningen unter Achalm Landschaft als Spiegel der Gesellschaft: Wo Landschaft, einer der zentralen Begriffe der Geographie, im sichtbaren Ma\u00dfe durch Menschen, Gesellschaften und Kulturen aktiv gestaltet und genutzt wurde, spricht man von Kulturlandschaft. 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