{"id":18121,"date":"2022-10-14T10:54:00","date_gmt":"2022-10-14T08:54:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18121"},"modified":"2022-10-19T09:03:56","modified_gmt":"2022-10-19T07:03:56","slug":"pilze-auf-rueckzug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18121","title":{"rendered":"Pilze auf R\u00fcckzug"},"content":{"rendered":"<p><em>450 Pilze in Baden-W\u00fcrttemberg stehen auf Roter Liste<\/em><\/p>\n<p>Im L\u00e4ndle gibt es \u00fcber 3000 Gro\u00dfpilze, rund 150 sind Speisepilze und etwa 150 giftig. Allerdings stehen rund 450 Pilzarten auf der Roten Liste<!--more--> der gef\u00e4hrdeten Gro\u00dfpilze. Hauptursache: Bodenverdichtung und -versauerung sowie hohe Stickstoffeintr\u00e4ge, die \u00fcber Wind und Oberfl\u00e4chenwasser in die Pilzbiotope eingebracht werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2204\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/pilz_3BFW2144.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/pilz_3BFW2144.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/pilz_3BFW2144-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/pilz_3BFW2144-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<h3><span style=\"color: #ff6600;\">Tipps zum naturbewussten Sammeln<\/span><\/h3>\n<p>Erst war es sehr lange warm und trocken, jetzt hat es einige Tage ausgiebig geregnet. Sprie\u00dfen da die Schwammerl im Land in Massen und lohnt sich der Gang in den Wald? Der NABU Pilzbeauftragte Karl-Heinz Johe ist zuversichtlich, dass 2022 doch noch ein gutes Pilzjahr wird: \u201eDurch die Trockenheit im Sommer haben sich typische Sommerpilze wie Sommersteinpilz und Pfifferling sehr rar gemacht. Der Herbstregen l\u00e4sst jetzt vor allem R\u00f6hrlingsarten, wie Fichtensteinpilze, Birkenpilze und Rotkappen, aber auch andere Herbstpilze reichlich sprie\u00dfen. \u00dcber das Jahr gesehen bleibt 2022 voraussichtlich eher ein unterdurchschnittliches Pilzjahr, da es in den trockenen Sommermonaten in vielen Regionen gar keine Speisepilze gab.\u201c<\/p>\n<p><strong>Schnitzeljagd nach Leckerbissen im Wald<\/strong><\/p>\n<p>Gemeinsam mit anderen oder alleine Pilze zu suchen, zu sammeln und daraus etwas Schmackhaftes zu zaubern, ist ein sch\u00f6nes Hobby. Es ist wie eine Schnitzeljagd nach den besten Leckerbissen in der Natur. Sie f\u00fchrt Pilz-Fans bereits ab dem Sp\u00e4tsommer bis zum Wintereinbruch in naturnahe W\u00e4lder sowie auf nicht \u00fcberd\u00fcngte Wiesen. Sammlerinnen und Sammlern r\u00e4t NABU-Pilzexperte Johe eindringlich, nur Speisepilze zu sammeln und zu verzehren, die sie gut kennen. Macht man es richtig, schadet das Absammeln der Pilzfruchtk\u00f6rper dem eigentlichen Lebewesen Pilz im Boden nicht. \u201eRichtig hei\u00dft: vorsichtig herausdrehen oder abschneiden, nachdem man den Pilz genau bestimmt hat\u201c, erkl\u00e4rt der Fachmann und betont: \u201eDass zum Beispiel die Pilzsuche in Naturschutzgebieten und Naturdenkmalen grunds\u00e4tzlich tabu ist, versteht sich von selbst.\u201c<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sollte man sich naturschonend verhalten und das Wild im Wald nicht unn\u00f6tig st\u00f6ren, sp\u00e4testens mit beginnender D\u00e4mmerung die Suche einstellen und sich dann nur noch auf festen Waldwegen bewegen. \u00dcber regionale Sammelverbote kann man sich beim Forstamt oder der Stadtverwaltung informieren. \u201eEinige Speisepilze sind durch das Bundesartenschutzgesetz vollst\u00e4ndig gesch\u00fctzt. Tr\u00fcffel aller Arten, seltene R\u00f6hrlinge wie der Anh\u00e4ngsel-R\u00f6hrling (Boletus appendiculatus) und Porlinge wie der Schafporling d\u00fcrfen nicht im Korb landen\u201c, erkl\u00e4rt Johe.<\/p>\n<p><strong>Pilze sind wichtig f\u00fcrs Naturgef\u00fcge<\/strong><\/p>\n<p>Die im Sommer und Herbst an der Oberfl\u00e4che sichtbaren Pilz-Fruchtk\u00f6rper dienen den Pilzen zur Fortpflanzung. Mit den Sporen besiedeln sie neue Lebensr\u00e4ume. Beim Transport der Sporen helfen Wind und Tiere. Der gr\u00f6\u00dfere Teil des Pilzes w\u00e4chst als fein verzweigtes Geflecht, Myzel genannt, beispielsweise im Erdboden, in Holz oder in Laub- und Nadelstreu. Jede Pilzart bevorzugt dabei einen bestimmten Lebensraum. Maronen entdeckt man oft unter Kiefern und Fichten, Pfifferlinge sowie Steinpilze in Laub- und Nadelw\u00e4ldern. Wiesen-Champignon findet man vor allem auf Wiesen und Weiden. Pilze sind wichtige Helfer in der Natur, weil sie totes organisches Material zersetzen und dem nat\u00fcrlichen Kreislauf zuf\u00fchren. Andere sind wichtige Symbiosepartner f\u00fcr Pflanzen. Viele Baumarten verdanken ihre Wuchskraft und Gesundheit ihren Pilzpartnern.<\/p>\n<p><span style=\"color: #808000;\">Allerdings gibt es auch bei Pilzen einen starken Artenr\u00fcckgang: rund 450 der \u00fcber 3.000 Pilzarten in Baden-W\u00fcrttemberg stehen auf der Roten Liste der gef\u00e4hrdeten Gro\u00dfpilze. Als Hauptursachen f\u00fcr den Schwund nennt Johe Umweltprobleme wie die Bodenverdichtung und -versauerung sowie hohe Stickstoffeintr\u00e4ge, die \u00fcber Wind und Oberfl\u00e4chenwasser in die Pilzbiotope eingebracht werden.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong>Tipps kompakt f\u00fcr naturbewusstes Sammeln von Speisepilzen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>In Baden-W\u00fcrttemberg gibt es \u00fcber 3.000 unterschiedliche Gro\u00dfpilze, rund 150 davon sind Speisepilze und etwa circa 150 sind giftig. Von diesen sind ungef\u00e4hr zehn Arten t\u00f6dlich giftig. Etwa 90 Prozent der t\u00f6dlichen Pilzvergiftungen gehen auf den Gr\u00fcnen Knollenbl\u00e4tterpilz (Amanita phalloides) und dessen wei\u00dfh\u00fctige Variante zur\u00fcck. Sie werden immer wieder mit Champignons verwechselt. Deshalb soll man nur Speisepilze sammeln, die man sicher bestimmen kann.<\/li>\n<li>Das \u201eWaldgesetz f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg\u201c erlaubt es, auf schonende Art Waldfr\u00fcchte (auch Pilze) in orts\u00fcblicher Menge zu sammeln. Ein Sammeln in Naturschutzgebieten, Naturdenkmalen und Nationalparks ist tabu. Zus\u00e4tzlich sind einige <a href=\"https:\/\/www.lubw.baden-wuerttemberg.de\/natur-und-landschaft\/besonders-und-streng-geschuetzte-arten\/-\/asset_publisher\/mLOnhW6V5oKk\/content\/pilze?inheritRedirect=false&amp;redirect=https%3A%2F%2Fwww.lubw.baden-wuerttemberg.de%2Fnatur-und-landschaft%2Fbesonders-und-streng-geschuetzte-arten%3Fp_p_id%3D101_INSTANCE_mLOnhW6V5oKk%26p_p_lifecycle%3D0%26p_p_state%3Dnormal%26p_p_mode%3Dview%26p_p_col_id%3Dcolumn-2%26p_p_col_pos%3D1%26p_p_col_count%3D3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pilzarten<\/a> laut Bundesartenschutzverordnung komplett gesch\u00fctzt und d\u00fcrfen nicht gesammelt werden. F\u00fcr private Zwecke darf man maximal zwei Kilo Pilze, wie Pfifferlinge und Steinpilze, pro Person und Tag sammeln. F\u00fcr gewerbem\u00e4\u00dfiges Sammeln braucht man in Deutschland eine beh\u00f6rdliche Sammelgenehmigung des Landratsamts.<\/li>\n<li>Naturfreundinnen und -freunde sammeln nur frisch und appetitlich aussehende Pilze und lassen junge oder zu alte Exemplare stehen, ebenso wie besch\u00e4digte Pilze, die ihre Pilzsporen noch verteilen k\u00f6nnen, um sich zu vermehren.<\/li>\n<li>F\u00fcr eine naturvertr\u00e4gliche Pilzernte den Pilz mit einem Messer behutsam herausdrehen und entstandene L\u00f6cher mit Erde oder Laub bedecken. So wird das Pilzgeflecht geschont und kann nicht austrocknen. Speisepilze, die man gut kennt, kann man mit einem scharfen Messer knapp \u00fcber dem Boden abschneiden. Zur Pilzberatung, die in Gemeinden als auch von der <a href=\"https:\/\/www.dgfm-ev.de\/service\/pilzsachverstaendige\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Mykologie<\/a> (DGfM) angeboten werden, m\u00fcssen Pilze als Ganzes gebracht werden.<\/li>\n<li>Die gesammelten, ges\u00e4uberten K\u00f6stlichkeiten in luftdurchl\u00e4ssigen Naturk\u00f6rben transportieren und bis zur Verarbeitung in offenen Plastik- oder Keramikschalen im Gem\u00fcsefach des K\u00fchlschranks lagern. Wildpilze sollten k\u00fchl und trocken aufbewahrt. Am besten innerhalb von 24 Stunden zubereiten und verzehren, davor etwa zehn Minuten garen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Weitere Infos:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Wer sich f\u00fcr Pilze interessiert, kann mit dem NABU losziehen oder sich selbst zum Pilz-Coach ausbilden lassen. <a href=\"https:\/\/www.pilzschule-schwaebischer-wald.de\/pilzcoach.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.pilzschule-schwaebischer-wald.de\/pilzcoach.html<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.dgfm-ev.de\/pilzesammeln-und-vergiftungen\/speisepilze\/wildpilze?name=Pilze_uneinheitl_beurt_Speisewert_20190620.pdf&amp;reattachment=047265223d08c00f624683dfc8513f1f\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Liste der Pilze<\/a>, die h\u00e4ufig zu gesundheitlichen Problemen f\u00fchren der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Mykologie (DGfM)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"zZHetiA9ze\"><p><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18085\">Gl\u00fccksbringer 2022<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Gl\u00fccksbringer 2022&#8220; &#8212; Sph\u00e4re\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18085&#038;embed=true#?secret=SExagsLyWt#?secret=zZHetiA9ze\" data-secret=\"zZHetiA9ze\" width=\"520\" height=\"293\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\">WEBcode 223077<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>450 Pilze in Baden-W\u00fcrttemberg stehen auf Roter Liste Im L\u00e4ndle gibt es \u00fcber 3000 Gro\u00dfpilze, rund 150 sind Speisepilze und etwa 150 giftig. 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