{"id":18372,"date":"2023-02-02T05:05:29","date_gmt":"2023-02-02T04:05:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18372"},"modified":"2023-02-10T19:21:02","modified_gmt":"2023-02-10T18:21:02","slug":"geht-es-mit-dem-insektenschutz-voran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18372","title":{"rendered":"Geht es mit dem Insektenschutz voran?"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eKrefelder Studie\u201c: Insektenschutz in Baden-W\u00fcrttemberg ist ins Stocken geraten<\/em><\/p>\n<p>Am 18.10.2017 hat der Entomologische Verein Krefeld mit seiner bahnbrechenden Studie f\u00fcr Aufsehen gesorgt: In nur 30 Jahren ist die Biomasse der Fluginsekten in Schutzgebieten um rund 75 Prozent zur\u00fcckgegangen, so das weltweit diskutierte Ergebnis. Das Insektensterben war <!--more-->damit pl\u00f6tzlich im Fokus von Medien und Politik. Die Studie hat damit eine l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige Diskussion \u00fcber Schwund und Schutz von Insekten ausgel\u00f6st. \u201eRettet die Bienen\u201c hie\u00df nicht zuf\u00e4llig das Volksbegehren ein Jahr sp\u00e4ter in Bayern und ab Mai 2019 in Baden-W\u00fcrttemberg. Zahlreiche weitere Studien aus ganz Europa, aber auch aus Baden-W\u00fcrttemberg, haben den negativen Trend bei den Insekten leider best\u00e4tigt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14957\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Biene_Insekt_Sphaere_Verlag-3BFW2124.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"492\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Biene_Insekt_Sphaere_Verlag-3BFW2124.jpg 640w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Biene_Insekt_Sphaere_Verlag-3BFW2124-160x123.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Biene_Insekt_Sphaere_Verlag-3BFW2124-416x320.jpg 416w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Biene_Insekt_Sphaere_Verlag-3BFW2124-150x115.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p><strong>Insektensterben auch im S\u00fcdwesten<\/strong><br \/>\nDas Insektensterben ist auch im S\u00fcdwesten ein trauriges Faktum. Betroffen sind Schmetterlinge, Schwebfliegen, Wildbienen und viele andere Insektengruppen. Problematisch ist das auch deshalb, weil Insekten eine wichtige Nahrungsquelle f\u00fcr V\u00f6gel und Flederm\u00e4use sind, weil sie Pflanzen best\u00e4uben und damit die Grundlage f\u00fcr funktionierende \u00d6kosysteme darstellen. \u201eSterben die Insekten, stirbt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auch der Mensch\u201c, gibt der baden-w\u00fcrttembergische NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle zu bedenken. Aktuell schl\u00e4gt die Wissenschaft Alarm, weil hunderte <a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/news\/2020\/10\/28880.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schwebfliegenarten in Europa vom Aussterben bedroht<\/a> sind. Sie ben\u00f6tigen eine nachhaltigere, pestizid\u00e4rmere Landwirtschaft mit vielf\u00e4ltigen Strukturen wie Bl\u00fchstreifen und Hecken, mehr Feuchtgebiete und totholzreiche W\u00e4lder, so die Zusammenfassung des Berichts der \u00a0Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) f\u00fcr die EU-Kommission.<\/p>\n<p>Einige dieser Punkte enth\u00e4lt zwar auch das Biodiversit\u00e4tsst\u00e4rkungsgesetz in Baden-W\u00fcrttemberg, das vor rund zwei Jahren verabschiedet wurde, um das Volksbegehren zu befrieden. Doch weder bei den Lebensr\u00e4umen, noch bei den Pestiziden ist bisher genug passiert. \u201eDer Ausbau der \u00d6kolandwirtschaft und die Schaffung von Refugialfl\u00e4chen als R\u00fcckzugsr\u00e4ume f\u00fcr Insekten und V\u00f6gel sind ins Stocken geraten. Der Erhalt von Streuobstwiesen und das Schottergartenverbot stehen zwar auf dem Papier, doch in der landesweiten Praxis kommen wir nur im Schneckentempo voran. Bei der Pestizidreduktion sehen wir noch zu wenig Fortschritte. Und \u00fcber allem h\u00e4ngt die Klimakrise wie eine schwarze Wolke\u201c, sagt NABU-Landeschef Johannes Enssle. Den Kopf in den Sand zu stecken sei aber keine L\u00f6sung. \u201eWir brauchen eine Landesregierung, die die Arten- und Klimakrise energisch anpackt\u201c, betont er.<\/p>\n<p><strong>Dringend notwendige Verwaltungsvorschrift steckt fest<\/strong><br \/>\nNABU-Landwirtschaftsreferent Jochen Goedecke erg\u00e4nzt: \u201eIn der Landwirtschaft, beim Fl\u00e4chenverbrauchs und beim Klimaschutz gilt es zuallererst anzusetzen, um das Artensterben zu stoppen. Damit Landwirtschaftsbetriebe aber zehn Prozent ihrer Fl\u00e4che im Ackerbau, Gr\u00fcnland und in Sonderkulturen f\u00fcr die gesetzlich verankerten Refugialfl\u00e4chen reservieren k\u00f6nnen, braucht es noch die entsprechende Verwaltungsvorschrift aus dem Haus von Landwirtschaftsminister Peter Hauk. Darauf warten wir nun schon seit eineinhalb Jahren. Damit macht sich die Landesregierung in Sachen Insektenschutz unglaubw\u00fcrdig. Zumal sie immer wieder Ausnahmegenehmigungen f\u00fcr Pestizide zum Beispiel in Wasserschutzgebieten erl\u00e4sst.\u201c Zugleich fehle es an einer passenden Kampagne. \u201eThe L\u00e4nd kann auch Artenschutz \u2013 aber nur, wenn die Landwirtinnen und Landwirte von den Ma\u00dfnahmen \u00fcberzeugt sind und sich Naturschutzleistungen auch finanziell lohnen. Daf\u00fcr braucht es Finanzmittel, die im Haushaltsplan von Gr\u00fcn-Schwarz f\u00fcr 2023\/2024 bisher fehlen.\u201c<\/p>\n<p>Positiv bewertet der NABU, dass die Krefelder Studie viele aufger\u00fcttelt hat. Zahlreiche Initiativen von Landwirtschaft und Kommunen versuchen ihren Beitrag zum Insektenschutz zu leisten. Kommunen legen insektenfreundliche Gr\u00fcnfl\u00e4chen an, Unternehmen engagieren sich mit mehr Bl\u00fctenangebot auf dem Werksgel\u00e4nde und auch soziale Einrichtungen wie die Evangelische Heimstiftung setzen Ma\u00dfnahmen im Umfeld ihrer Geb\u00e4ude um. Auch viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger greifen Ideen von Naturschutzverb\u00e4nden wie dem NABU auf, um ihren Balkon und Garten insektenfreundlicher zu gestalten. Die Politik hat die Lichtverschmutzung etwas reduziert und Gew\u00e4sserrandstreifen gesch\u00fctzt. Auf europ\u00e4ischer Ebene k\u00f6nnten das EU-Renaturierungsgesetz und die EU-Verordnung zum nachhaltigen Einsatz zu Pflanzenschutzmitteln eine Trendwende beim Insektensterben herbeif\u00fchren, sofern sich die ambitionierten Ziele wirklich durchsetzen lassen und nicht wieder \u2013 wie bei der Europ\u00e4ischen Agrarpolitik \u2013 auf den letzten Metern verw\u00e4ssert werden.<\/p>\n<p>\u201eBaden-W\u00fcrttemberg kann mit seinem Biodiversit\u00e4tsst\u00e4rkungsgesetz vorangehen und der EU zeigen, wie es geht. Daf\u00fcr muss die von Winfried Kretschmann angef\u00fchrte Regierungskoalition aber auch beweisen, dass sie nicht nur gut darin ist, Ziele in Gesetze zu schreiben, sondern dass sie diese Ziele auch erreichen kann\u201c, res\u00fcmiert NABU-Chef Enssle den aktuellen Stand.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-14409\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/INSEKT_3BFW1496.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/INSEKT_3BFW1496.jpg 640w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/INSEKT_3BFW1496-160x107.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/INSEKT_3BFW1496-481x320.jpg 481w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/INSEKT_3BFW1496-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<hr \/>\n<blockquote><p>Entwicklung:<br \/>\nNach der Ver\u00f6ffentlichung im Oktober 2017 ist das Ergebnis der \u201eKrefelder Studie\u201c durch viele weitere Untersuchungen best\u00e4tigt worden. Als Haupttreiber des Insektenschwunds gelten insbesondere die intensive Landwirtschaft, der Klimawandel, die Verst\u00e4dterung und Fl\u00e4chenversiegelung sowie der hohe Einsatz von Pestiziden. In der Folge haben auf Bundesebene SPD und CDU den Insektenschutz im Koalitionsvertrag aufgenommen (2018) und das \u201eAktionsprogramm Insektenschutz\u201c (2019) ver\u00f6ffentlicht. In Baden-W\u00fcrttemberg trat das Biodiversit\u00e4tsst\u00e4rkungsgesetz (2020) in Kraft. 2021 hat der Bundestag schlie\u00dflich das Insektenschutzpaket verabschiedet.<\/p>\n<p>In Folge der \u201eKrefelder Studie\u201c rief der NABU den <a href=\"https:\/\/www.insektensommer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Insektensommer<\/a> ins Leben. Dar\u00fcber hinaus startete das <a href=\"https:\/\/www.dina-insektenforschung.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NABU-Forschungsprojekt DINA<\/a>, bei dem die Insektenvielfalt in Naturschutzgebieten dokumentiert wird. Von den bundesweit 21 Monitoring-Gebieten liegen vier im S\u00fcdwesten.<\/p>\n<p>Weitere Infos des NABU BW zum <a href=\"https:\/\/baden-wuerttemberg.nabu.de\/tiere-und-pflanzen\/insekten-und-spinnen\/insektensterben\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Insektensterben<\/a><\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\">WEBcode 231063<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eKrefelder Studie\u201c: Insektenschutz in Baden-W\u00fcrttemberg ist ins Stocken geraten Am 18.10.2017 hat der Entomologische Verein Krefeld mit seiner bahnbrechenden Studie f\u00fcr Aufsehen gesorgt: In nur 30 Jahren ist die Biomasse der Fluginsekten in Schutzgebieten um rund 75 Prozent zur\u00fcckgegangen, so das weltweit diskutierte Ergebnis. 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