{"id":18393,"date":"2022-12-20T10:05:55","date_gmt":"2022-12-20T09:05:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18393"},"modified":"2023-02-14T10:23:16","modified_gmt":"2023-02-14T09:23:16","slug":"waldzustandsbericht-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18393","title":{"rendered":"Wald in Not"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2022 machen der Landespolitik sorgen<\/em><\/p>\n<p>In diesem Jahr blieb ein regenreiches Fr\u00fchjahr und ein nicht zu hei\u00dfer und trockener Sommer aus. Die erhoffte Verschnaufpause zur Revitalisierung f\u00fcr unsere W\u00e4lder, wie im Jahr 2021, mit einer Phase k\u00fchler und feuchter Witterung im Sommer hat sich kaum eingestellt und war insgesamt zu kurz. Stattdessen gab es auch heuer wieder verbreitet Hitzerekorde und D\u00fcrreperioden. Mit 46 Prozent weist fast die H\u00e4lfte der Waldfl\u00e4che im Land deutliche Sch\u00e4den auf. <!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8123\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Bad_Ditzenbach_Wald_baum_3BFW1938.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Bad_Ditzenbach_Wald_baum_3BFW1938.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Bad_Ditzenbach_Wald_baum_3BFW1938-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Bad_Ditzenbach_Wald_baum_3BFW1938-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>\u201eDie Folgen f\u00fcr den Wald von heute, spiegeln die Fehler und Inkonsequenz beim Klimaschutz von vor 20 Jahren wieder. Deshalb ist es richtig, dass wir in den vergangenen Jahrzehnten intensiv mit einem Waldumbau und Ma\u00dfnahmen gegen den Klimawandel begonnen haben. Die Wirkung eingeleiteter Ver\u00e4nderungen zeigt der Wald nicht von heute auf morgen\u201c, sagte der Minister f\u00fcr Ern\u00e4hrung, L\u00e4ndlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL am Montag (19. Dezember) im Haus des Waldes in Stuttgart, anl\u00e4sslich der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2022 mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA).<\/p>\n<p><strong>Negativrekord setzt sich fort<\/strong><br \/>\nIm Auftrag der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt nahmen Inventurtrupps im Juli und August dieses Jahres den Kronenzustand von \u00fcber 7.000 Waldb\u00e4umen und mehr als 30 Waldbaumarten auf. Im Ergebnis sind 46 Prozent der Waldfl\u00e4che in Baden-W\u00fcrttemberg deutlich gesch\u00e4digt, womit das Niveau des bisherigen Negativrekordjahres 2020 eingestellt ist.<\/p>\n<p><strong>Trockenheit setzt den Nadelb\u00e4umen zu<\/strong><br \/>\nUnter den Nadelb\u00e4umen weist die Kiefer mit einem mittleren Nadelverlust von 33 Prozent den h\u00f6chsten Wert auf. Bei Fichte, Tanne und L\u00e4rche liegt der Wert bei rund 25 Prozent. Der Fichte haben die anhaltende Trockenheit und der Borkenk\u00e4ferbefall stark zugesetzt. Bis in mittlere H\u00f6henlagen konnte der Buchdrucker 2022 dank der warmen Witterung drei Generationen ausbilden und sich damit wieder sprunghaft vermehren. Der Nadelverlust bei der Tanne ist im Wesentlichen bei j\u00fcngeren B\u00e4umen angestiegen, weil sie mit einem flacheren Wurzelwerk sensitiver auf Trockenphasen reagieren. Mit rund 21 Prozent Nadelverlust zeigt die Douglasie unter den wichtigsten Nadelb\u00e4umen den geringsten Sch\u00e4digungsgrad. Zudem best\u00e4tigen die Ergebnisse eines wissenschaftlichen Projekts der Professur f\u00fcr Waldwachstum und Dendro\u00f6kologie der Universit\u00e4t Freiburg die vergleichsweise hohe Trockenheitstoleranz der Douglasie.<br \/>\nAuch die Laubb\u00e4ume bereiten Sorgen<br \/>\nUnter den wichtigsten Laubb\u00e4umen weist der Bergahorn mit rund 18 Prozent den geringsten Anteil an Blattverlusten auf, wohingegen die Esche mit rund 43 Prozent den h\u00f6chsten Anteil aufweist.<\/p>\n<p>Beim Bergahorn ist das Ergebnis auf das geringe Durchschnittsalter der erfassten B\u00e4ume zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die hohen Blattverluste bei der Esche sind im pilzlichen Erreger des Eschentriebsterbens begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Der Laubverlust der Buche hat sich gegen\u00fcber dem Vorjahr auf 32 Prozent leicht erh\u00f6ht. Mittlerweile gelten 58 Prozent unseres h\u00e4ufigsten Laubbaumes als deutlich gesch\u00e4digt. Der Anteil ungesch\u00e4digter Buchen liegt nur noch bei neun Prozent.<br \/>\nDie Auswirkungen der l\u00e4nger anhaltenden trockenen Witterung zeigen sich nun auch verst\u00e4rkt bei unseren Hoffnungstr\u00e4gern, den heimischen Eichenarten, wie der Stiel- und Traubeneiche. Das tiefe Wurzelsystem der Eichen erreicht in der Regel auch in trockenen Jahren noch Wasserreserven im Boden. Ist, wie in diesem Jahr, der Unterboden ausgetrocknet und mancherorts das Grundwasser abgesenkt f\u00e4llt die Reserve aus. Der Blattverlust der Eichen ist auf 34 Prozent angestiegen. Damit liegt der Anteil deutlich gesch\u00e4digter Eichen bei 71 Prozent, das ist mehr als bei jeder anderen Baumart in Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p><strong>Quarant\u00e4nesch\u00e4dlinge<\/strong><br \/>\nDer Klimawandel und die zunehmende Globalisierung erh\u00f6hen zudem die Gefahr der Ausbreitung oder der passiven Verschleppung von Organismen, die erheblichen Schaden in unseren W\u00e4ldern anrichten k\u00f6nnen. Eingeschleppte Tiere und Pflanzen, die in der EU als besonders sch\u00e4dlich gelten, werden als Priorit\u00e4re Schadorganismen bezeichnet. Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung dieser eingeschleppten, besonders sch\u00e4dlichen Arten sind nur dann sinnvoll, wenn deren Zur\u00fcckdr\u00e4ngen m\u00f6glich erscheint und von allen Beteiligten konsequent umgesetzt wird. Ein Beispiel f\u00fcr ein erfolgreiches Zur\u00fcckdr\u00e4ngen ist der Asiatische Laubholzbockk\u00e4fer, der erstmals 2008 bei Kehl auftrat.<br \/>\n\u201eDank fr\u00fchzeitig ergriffener Ma\u00dfnahmen und des risikoorientierten Monitorings gilt Baden-W\u00fcrttemberg seit Anfang 2021 als befallsfrei. Zudem sind in den Jahren 2021 und 2022 keine neuen Quarant\u00e4nesch\u00e4dlinge im Wald festgestellt worden\u201c, betonte Forstminister Hauk<\/p>\n<p><strong>Entschlossen gegen den Klimawandel<\/strong><br \/>\n\u201eDie Ergebnisse des Waldzustandsberichts sind besorgniserregend. Deshalb d\u00fcrfen wir nicht nachlassen und m\u00fcssen weiter entschlossen handeln, um die gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen und gleichzeitig den Wald und die Waldwirtschaft an den Klimawandel anzupassen. Das Land hat dazu eine Reihe von Initiativen gestartet. Mit der Holzbau-Offensive f\u00f6rdert das Land das klimafreundliche Bauen mit Holz. Mit der Landesstrategie \u201aNachhaltige Bio\u00f6konomie unterst\u00fctzt die Landesregierung den Wandel zu einer auf erneuerbaren und biologischen Ressourcen beruhenden rohstoffeffizienten und kreislauforientierten Wirtschaft. Mit dem Ausbau der Windkraft im Staatswald leisten wir einen Beitrag zur Energiewende. Unsere Waldstrategie Baden-W\u00fcrttemberg, die unter Beteiligung der Akteure f\u00fcr den Wald im Land fortgeschrieben wird, tr\u00e4gt dazu bei, die notwendigen Schritte in zentralen Handlungsfeldern anzugehen, um den Wald und seine vielf\u00e4ltigen Leistungen f\u00fcr die Gesellschaft zu erhalten. Der insgesamt bessere Gesundheitszustand der jungen B\u00e4ume l\u00e4sst uns hoffen. Genau hier setzen die Forstleute mit der Pflege der W\u00e4lder an, um klimaresiliente B\u00e4ume f\u00fcr stabile Mischw\u00e4lder fr\u00fch zu f\u00f6rdern\u201c, machte Minister Hauk MdL deutlich.<\/p>\n<p>Zudem werde derzeit die Richtlinie landesweiter Waldentwicklungstypen, ein Leitfaden zum waldbaulichen Umgang mit den W\u00e4ldern im Klimawandel, von den Experten der Landesforstverwaltung, von ForstBW und FVA \u00fcberarbeitet und im kommenden Jahr ver\u00f6ffentlicht. Denn der enge Schulterschluss zwischen forstlicher Praxis und Forschung sei ein weiterer Schl\u00fcssel zur erfolgreichen Anpassung der W\u00e4lder an den Klimawandel.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Hintergrundinformationen<\/strong><br \/>\nDen kompletten Waldzustandsbericht 2022 finden Sie auf der Seite der Forstlichen<br \/>\nVersuchs- und Forschungsanstalt unter www.fva-bw.de oder direkt unter<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.fva-bw.de\/daten-und-tools\/monitoring\/die-waldzustandserhebung\/ergebnisse\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.fva-bw.de\/daten-und-tools\/monitoring\/die-waldzustandserhebung\/ergebnisse<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\">WEBcode 231076<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2022 machen der Landespolitik sorgen In diesem Jahr blieb ein regenreiches Fr\u00fchjahr und ein nicht zu hei\u00dfer und trockener Sommer aus. 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