{"id":18415,"date":"2023-01-16T12:25:12","date_gmt":"2023-01-16T11:25:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18415"},"modified":"2023-02-16T13:03:26","modified_gmt":"2023-02-16T12:03:26","slug":"urige-winterkleidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18415","title":{"rendered":"Urige Winterkleidung"},"content":{"rendered":"<p><em>Menschen nutzen B\u00e4renfelle seit mindestens 300.000 Jahren<\/em><\/p>\n<p>Menschen nutzen seit mindestens 300.000 Jahren B\u00e4renfelle, um sich vor der kalten Witterung zu sch\u00fctzen. Das legen Schnittspuren auf dem Mittelfu\u00df- und dem Fingerknochen eines H\u00f6hlenb\u00e4ren nahe<!--more-->, die in der altpal\u00e4olithischen Fundstelle im nieders\u00e4chsischen Sch\u00f6ningen entdeckt wurden. Damit ist dies einer der \u00e4ltesten Belege dieser Art weltweit. Die Forschungsarbeit f\u00fchrte ein arch\u00e4ologisches Team der Universit\u00e4t T\u00fcbingen und des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (SHEP) in T\u00fcbingen gemeinsam mit einem Kollegen der Universit\u00e4t Leiden durch. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Journal of Human Evolution ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-11871\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/baer_3BFW4535.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"191\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/baer_3BFW4535.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/baer_3BFW4535-160x96.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/baer_3BFW4535-150x90.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>\u201eSchnittspuren auf Knochen werden in der Arch\u00e4ologie oft als Hinweis auf die Verwertung von Fleisch interpretiert\u201c, erkl\u00e4rt der T\u00fcbinger Forscher Ivo Verheijen. \u201eDoch an Hand- und Fu\u00dfknochen ist kaum Fleisch zu gewinnen. In diesem Fall k\u00f6nnen wir solch feine und pr\u00e4zise Schnittspuren auf das sorgf\u00e4ltige Abziehen des Fells zur\u00fcckf\u00fchren.\u201c Das Winterfell eines B\u00e4ren bestehe sowohl aus langen Deckhaaren, die eine luftige Schutzschicht bilden, als auch aus kurzen, dichten Haaren, die besonders gut isolieren. B\u00e4ren, so auch die ausgestorbenen H\u00f6hlenb\u00e4ren, brauchten ein stark isolierendes Fell f\u00fcr den Winterschlaf. \u201eDiese neu entdeckten Schnittspuren sind ein Hinweis darauf, dass die Menschen in Nordeuropa vor etwa 300.000 Jahren im Winter auch dank warmer B\u00e4renfelle \u00fcberleben konnten\u201c, sagt der Forscher, der Doktorand im Forschungsprojekt Sch\u00f6ningen und Mitarbeiter des Nieders\u00e4chsischen Landesamtes f\u00fcr Denkmalpflege ist.<\/p>\n<p><strong>Starkes Indiz f\u00fcr die Jagd<\/strong><br \/>\nDoch wie wurden die B\u00e4renfelle beschafft? \u201eDer Fundort Sch\u00f6ningen spielt eine entscheidende Rolle in der Diskussion um den Ursprung der Jagd, denn hier wurden die weltweit \u00e4ltesten Speere entdeckt\u201c, sagt Ivo Verheijen weiter. Haben die damaligen Menschen auch B\u00e4ren gejagt? \u201eDaf\u00fcr gibt es einschl\u00e4gige Hinweise\u201c, sagt der Forscher. \u201eWenn an einer arch\u00e4ologischen Fundstelle ausschlie\u00dflich erwachsene Tiere gefunden werden, gilt dies in der Regel als Indiz f\u00fcr die Jagd \u2013 und in Sch\u00f6ningen geh\u00f6rten alle gefundenen Knochen und Z\u00e4hne von B\u00e4ren zu erwachsenen Individuen.\u201c Zudem m\u00fcsse ein B\u00e4renfell zeitnah nach dem Tod des Tieres abgezogen werden, da sonst die Haare verlorengehen und das Fell unbrauchbar wird. \u201eDas Tier wurde geh\u00e4utet, es konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht lange tot sein\u201c, erkl\u00e4rt Verheijen.<\/p>\n<p>Der Fund er\u00f6ffne eine neue Perspektive, sagt auch der T\u00fcbinger Professor Nicholas Conard, der Leiter des Forschungsprojekts Sch\u00f6ningen. Die Lage der Schnittspuren weise darauf hin, dass auch die Felle der H\u00f6hlenb\u00e4ren verwertet wurden. \u201eTiere wurden also nicht nur f\u00fcr die Ern\u00e4hrung genutzt, sondern auch ihre Felle waren f\u00fcr das \u00dcberleben in der K\u00e4lte unerl\u00e4sslich\u201c, sagt Conard. Im weitesten Sinne k\u00f6nne die Versorgung mit B\u00e4renfellen als eine der \u00e4ltesten aktiven Anpassungen fr\u00fcherer Menschen an das Klima im Norden angesehen werden.<\/p>\n<p>Die arch\u00e4ologische Ausgrabung an den pal\u00e4olithischen Fundstellen in Sch\u00f6ningen sowie die wissenschaftliche Untersuchung sind ein Langzeitprojekt der Universit\u00e4t T\u00fcbingen in Kooperation mit der Senckenberg Gesellschaft f\u00fcr Naturforschung und dem Nieders\u00e4chsischen Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege. Das Projekt wird vom Nieders\u00e4chsischen Ministerium f\u00fcr Wissenschaft und Kultur in Hannover finanziert.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\">WEBcode #231074<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschen nutzen B\u00e4renfelle seit mindestens 300.000 Jahren Menschen nutzen seit mindestens 300.000 Jahren B\u00e4renfelle, um sich vor der kalten Witterung zu sch\u00fctzen. 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