{"id":18550,"date":"2023-05-23T10:23:53","date_gmt":"2023-05-23T08:23:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18550"},"modified":"2023-06-21T11:13:17","modified_gmt":"2023-06-21T09:13:17","slug":"nabu-vogel-des-jahres-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18550","title":{"rendered":"NABU-Vogel des Jahres 2023"},"content":{"rendered":"<p><em>Das Braunkehlchen lebt am Federsee, gr\u00f6\u00dftes Moorgebiet Baden-W\u00fcrttembergs<\/em><br \/>\n<em>\u00a0<\/em><br \/>\nEs ist braun, klein, unscheinbar \u2013 und wurde trotzdem zum Jahresvogel 2023 des NABU gew\u00e4hlt. Das Braunkehlchen ist kein schillernder Star in der Vogelwelt. Sein leises Verschwinden <!--more-->wird vielleicht auch deshalb nur in der Fachwelt bemerkt und mit Zahlen dokumentiert. Seit den 1950er Jahren ist sein Bestand um 96 Prozent geschrumpft. Die verbliebenen vier Prozent (Stand 2020) verteilen sich auf nur sieben Brutgebiete in ganz Baden-W\u00fcrttemberg. Das wichtigste davon liegt am Federsee. Wo liegen die Ursachen f\u00fcr diesen dramatischen Abw\u00e4rtstrend und wie l\u00e4sst er sich stoppen?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-18551\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Braunkelchen_NABU-BW_Monika_Podgorski_Naturgucker.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Braunkelchen_NABU-BW_Monika_Podgorski_Naturgucker.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Braunkelchen_NABU-BW_Monika_Podgorski_Naturgucker-160x92.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Braunkelchen_NABU-BW_Monika_Podgorski_Naturgucker-150x86.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #999999;\"><em>Foto: Braunkelchen, NABU BW, Monika Podgorski, Naturgucker <\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Auf Insektenjagd auf den Federsee-Feuchtwiesen<\/strong><\/p>\n<p>Das Braunkehlchen hat sich den Federsee nicht zuf\u00e4llig als Hauptwohnsitz im S\u00fcdwesten ausgesucht. Mit seinen 33 Quadratkilometern ist das gr\u00f6\u00dfte Moor S\u00fcdwestdeutschlands ein (\u00dcber-)Lebensraum und Vogelparadies ersten Ranges \u2013 f\u00fcr das Braunkehlchen, aber auch weitere gef\u00e4hrdete Arten wie den Schilfrohrs\u00e4nger oder die Rohrweihe. Mehr als 270 Vogelarten wurden im Gebiet nachgewiesen, unter anderem vom NABU-Ornithologen Jost Einstein: \u201eDas Feuchtgebiet hier bietet vieles, was dem Braunkehlchen gef\u00e4llt: eine wasserreiche Landschaft voller Insekten und mit vielf\u00e4ltigen Strukturen und Brachen, auf denen es ungest\u00f6rt und gesch\u00fctzt br\u00fcten kann\u201c, erkl\u00e4rt Einstein, der zugleich Vorsitzender der Ornithologischen Gesellschaft Baden-W\u00fcrttemberg ist.<\/p>\n<p>Dass es dem Braunkehlchen hier so gut gef\u00e4llt, daf\u00fcr sorgen die vielf\u00e4ltigen Naturschutzma\u00dfnahmen. \u201eBrachfl\u00e4chen bieten dem kleinen Singvogel gesch\u00fctzte Nistpl\u00e4tze und die Moorwiesen werden erst im August gem\u00e4ht, wenn die Jungv\u00f6gel ausgeflogen sind. In den naturnahen Bl\u00fchwiesen rundum findet es ausreichend Nahrung\u201c, erkl\u00e4rt NABU-Zentrumsleiterin Fritzsch. Weil das Braunkehlchen sein Nest gut getarnt am Boden baut, hat es in weiten Teilen der Agrarlandschaft keine Chance mehr, erfolgreich zu br\u00fcten. \u201eWenn der Zugvogel Ende April aus seinem mehr als 5000 Kilometer entfernten \u00dcberwinterungsgebiet s\u00fcdlich der Sahara zu uns zur\u00fcckkehrt, sind viele Wiesen schon das erste Mal gem\u00e4ht. Weitere Schnitte in schneller Folge verhindern eine erfolgreiche Jungenaufzucht. Ged\u00fcngte Wiesen sind zudem artenarm und beherbergen nur wenig Insekten \u2013 es fehlt dort dem Braunkehlchen die Nahrung\u201c, erkl\u00e4rt Fritzsch das Problem der intensiven Landwirtschaft. Auch durch Umbruch, Entw\u00e4sserung, Aufforstung und Bebauung gingen Lebensr\u00e4ume des Agrarvogels im Gr\u00fcnland verloren.<\/p>\n<p><strong>Isolierte Kleinpopulationen sind stark gef\u00e4hrdet<\/strong><\/p>\n<p>Die noch verbliebenen Best\u00e4nde des Braunkehlchens im Land sind stark gef\u00e4hrdet. Sie liegen weit auseinander und sind meist nur noch klein. Ver\u00e4nderungen in den Gebieten k\u00f6nnen schnell zum Erl\u00f6schen der Best\u00e4nde f\u00fchren. Auch der Klimawandel kann sich vernichtend auswirken, wenn Brutgebiete durch Starkregen \u00fcberflutet werden oder die Insektennahrung durch lange Trockenheit versiegt. \u201eF\u00fcr das \u00dcberleben des vom Aussterben bedrohten Braunkehlchens ist es wichtig, seine verbliebenen Lebensr\u00e4ume konsequent zu sch\u00fctzen und zu vernetzen. Noch besteht Hoffnung f\u00fcr den kleinen Wiesenbr\u00fcter\u201c, sagt Vogelsch\u00fctzer Jost Einstein.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">WEBcode 232066<\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Braunkehlchen lebt am Federsee, gr\u00f6\u00dftes Moorgebiet Baden-W\u00fcrttembergs \u00a0 Es ist braun, klein, unscheinbar \u2013 und wurde trotzdem zum Jahresvogel 2023 des NABU gew\u00e4hlt. 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