{"id":18867,"date":"2023-12-05T10:20:52","date_gmt":"2023-12-05T09:20:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18867"},"modified":"2025-12-05T10:32:23","modified_gmt":"2025-12-05T09:32:23","slug":"geben-nehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=18867","title":{"rendered":"Geben &#038; Nehmen"},"content":{"rendered":"<p><em>Kultur: 150 Jahre Villa Laiblin in Pfullingen<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Heute wird viel Geld verdient, aber zur\u00fcck geben Reiche nur wenig. In Pfullingen lebte<!--more--> und wirkte einer dieses seltenen Menschentyps vor 150 Jahren: Louis Laiblin, Privatier und M\u00e4zen. Er entschloss sich, seine Heimatstadt sch\u00f6ner zu machen.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-18865\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Pavillon_Laiblin_Foto-Burgermeister_1921.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"430\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Pavillon_Laiblin_Foto-Burgermeister_1921.jpg 640w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Pavillon_Laiblin_Foto-Burgermeister_1921-160x108.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Pavillon_Laiblin_Foto-Burgermeister_1921-476x320.jpg 476w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Pavillon_Laiblin_Foto-Burgermeister_1921-150x101.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #008080;\"><em>Laiblin-Pavillon in Pfullingen: Das Wirken und Denken des Kunstm\u00e4zens Louis Laiblin (Foto rechts) soll in seinem historischen Pavillon wieder aufleben. (Historische Aufnahme des Pfullinger Pavillons, 1921; Foto-Burgemeister)<\/em><\/span><\/p>\n<p>Was w\u00e4re diese Seele geworden ohne ihren Garten?\u201c, fragt die Lyrikerin Elisabeth Rupp gleich zu Beginn ihres autobiographischen Romans \u201eIm Zweige\u201c aus dem Jahre1922. Aber etwas Sch\u00f6nes gab es auch au\u00dferhalb des Zauns, der das h\u00e4usliche Gr\u00fcn ihrer Gro\u00dfeltern in Reutlingen begrenzte: Louis Laiblins Park samt Pavillon in Pfullingen.<\/p>\n<p>Rupp schreibt weiter in ihrem Buch: \u201eEine Wegstunde von R. entfernt besa\u00df ein Verwandter, still und f\u00fcrstlich in gro\u00dfem Park, eine Villa, Wagen und Pferde und einen f\u00fcrchterlich b\u00f6sen Hund, der mit wilden S\u00e4tzen am Gitter hinaufsprang uns bellte, wenn der Wagen mit uns die breite Einfahrt hinaufknirschte. Dann kam der Onkel h\u00e4ndereibend und voll Willkommen aus einer entfernten Gartenecke, und sein junger Hausvogt, ein kleiner beweglicher Romane, half uns, \u00fcberst\u00fcrzt plaudernd, aus dem Wagen. Wir wurden mit allen erdenklichen Leckereien bewirtet, im Garten herum gef\u00fchrt und fotografiert.\u201c Rupp verfasst viele Gedichte, einige sind Louis Laiblin gewidmet. Sie lernt bei ihm den Reutlinger Holzschneider Wilhelm Laage kennen, der ihre Gedichtb\u00e4nde illustriert.<\/p>\n<p>Laiblin stammte aus der seit 1722 durch Papierproduktion wohlhabend gewordenen Familie Laiblin. Louis Laiblin, geboren 1861, ging seinen eigenen Weg als M\u00e4zen. Als Liebhaber von Kunst und Kultur unterst\u00fctzte er seit dem fr\u00fchen Tod seiner jungen Frau 1897 die Pfullinger Vereine mit gro\u00dfartigen Bauten zur Aus\u00fcbung ihrer Aktivit\u00e4ten. Dazu z\u00e4hlen die Pfullinger Hallen f\u00fcr Musik und Sport, der Sch\u00f6nbergturm f\u00fcr den Schw\u00e4bischen Albverein, das Sch\u00fctzenhaus, selbst der Erlenhof in idyllischer Lage im Westen der Gemarkung war als K\u00fcnstlerkolonie gedacht.<\/p>\n<p>Die Stadtgesellschaft profitierte nicht nur finanziell: So erhielten Kinder, Jugendliche und besonders Begabte Hilfeleistungen. Auch unterst\u00fctzte er die Stadt bei etlichen Vorhaben und bei Personalengpass. Seine Heimatstadt sollte sch\u00f6n sein. So lie\u00df er Pl\u00e4tze bauen und Alleen an mehreren Stra\u00dfen pflanzen.<\/p>\n<p>Besonders zugetan war er Kunstschaffenden und Literaten. Er beauftragte entweder direkt oder stand durch Kosten\u00fcbernahmen von Drucken und Buchver\u00f6ffentlichungen beiseite.<\/p>\n<p>Es waren illustre G\u00e4ste, die vor rund 100 Jahren in der Villa Laiblin mit Park und Pavillons ein- und ausgingen. Louis Laiblin, Privatier und M\u00e4zen, war mit vielen ber\u00fchmten K\u00fcnstlern und K\u00fcnstlerinnen befreundet: Literaturnobelpreistr\u00e4ger Hermann Hesse, Maler Klaus Stirner, Albert Fierz, Holzschneider Wilhelm Laage, Kunstprofessor Adolf H\u00f6lzel, die Lyrikerin Elisabeth Rupp und ihre Schwester, die Bildhauerin Maria Rupp, z\u00e4hlten dazu.<\/p>\n<p>Louis Laiblin legte die Samenk\u00f6rner f\u00fcr eine dauerhafte kulturfreundliche Entwicklung in Pfullingen. Im Laufe eines Jahrhunderts ging vieles verloren, aber auch vieles blieb. Daran kn\u00fcpft der Geschichtsverein Pfulling jetzt an: Der Laiblin-Pavillon soll wieder leben.<\/p>\n<p><em>Prof. Waltraud Pustal<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Rund 125000 Euro kostet die Sanierung des Pavillons. Sie kann nur erfolgen, wenn mindestens die H\u00e4lfte \u00fcber Spenden und F\u00f6rdergelder getragen wird. Die andere H\u00e4lfte finanziert die Stadt. Der Geschichtsverein freut sich \u00fcber Spenden (<a href=\"https:\/\/www.geschichtsverein-pfullingen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"color: #008080;\">https:\/\/www.geschichtsverein-pfullingen.de\/<\/span><\/a>)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.geschichtsverein-pfullingen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"color: #008080;\"><em>Geschichtsverein Pfullingen<\/em><\/span><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\">WEBcode 241134<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kultur: 150 Jahre Villa Laiblin in Pfullingen<\/p>\n<p>Heute wird viel Geld verdient, aber zur\u00fcck geben Reiche nur wenig. In Pfullingen lebte und wirkte einer dieses seltenen Menschentyps vor 150 Jahren: Louis Laiblin, Privatier und M\u00e4zen. 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