{"id":19015,"date":"2024-01-12T10:24:12","date_gmt":"2024-01-12T09:24:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19015"},"modified":"2024-02-15T10:34:53","modified_gmt":"2024-02-15T09:34:53","slug":"200-jahre-spaeter-wieder-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19015","title":{"rendered":"200 Jahre sp\u00e4ter wieder zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p><em>Erster Luchs Baden-W\u00fcrttembergs ausgewildert<\/em><\/p>\n<p>Die erste ausgewilderte Luchskatze Baden-W\u00fcrttembergs streift seit Dezember 2023 durch den Schwarzwald. <!--more-->Sie hei\u00dft Finja und wird wohl nicht wie vor 200 Jahren mit Gift, Schlageisen und Gewehr bedroht, jedoch vom Verkehr und illegalen Absch\u00fcssen. Erst im Januar wurde ein m\u00e4nnlicher Luchs bei Remchingen \u00fcberfahren. Fr\u00fcher waren die Pelze dieser scheuen J\u00e4ger mit den Pinselohren begehrt. Den letzten Luchs Deutschlands schoss 1846 ein Albj\u00e4ger bei der Ruine Reu\u00dfenstein j\u00e4h aus seinem wilden Leben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-11156\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Luchs_3BFW4480.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"164\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Luchs_3BFW4480.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Luchs_3BFW4480-160x82.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Luchs_3BFW4480-150x76.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>\u201eWei\u00dfer Bauch und sch\u00f6nes Fell \u2013 der Name Finja bedeutet in etwa die Sch\u00f6ne, die Helle und passt zur jungen Luchsdame, die als Erste den Kudern im Land den Kopf verdrehen soll. Mit ihrer heutigen Auswilderung beginnt ein bedeutendes Projekt zur Wiederansiedlung des ausgerotteten Luchses im S\u00fcdwesten. Es ist gut, dass sich Landwirtschaftsminister Peter Hauk gemeinsam mit dem WWF, dem Zoo Karlsruhe und dem Landesjagdverband der R\u00fcckkehr des Luchses verschrieben hat. Zum Schutz der Luchse braucht es die J\u00e4gergemeinschaft, als Schutzengel\u201c, sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle. \u201eDenn der Verkehr und illegale Absch\u00fcsse sind f\u00fcr Luchse die gr\u00f6\u00dfte Gefahr.\u201c<\/p>\n<p>Die Auswilderung ist nicht nur f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg bedeutsam. Mit ihr verbindet sich die Hoffnung auf baden-w\u00fcrttembergischen Nachwuchs und auf eine stabile Luchspopulation hierzulande. Diese dient dann auch als St\u00fctze f\u00fcr Luchse im Schweizer Jura, in den Vogesen und im Pf\u00e4lzer Wald, wenn ein genetischer Austausch stattfinden kann, und hat somit eine \u00fcberregionale Bedeutung. Mit der Freilassung der aus Nachzuchten stammenden Tiere alleine ist es daher nicht getan. \u201eLuchse brauchen st\u00f6rungsarme, nat\u00fcrliche W\u00e4lder. Ihre Lebensr\u00e4ume m\u00fcssen auf sicheren Wegen durch Wildtierkorridore und \u00fcber Gr\u00fcnbr\u00fccken vernetzt sein. Sonst k\u00f6nnten die Tiere allzu bald tot im Stra\u00dfengraben liegen\u201c, betont NABU-Artenschutzreferentin Alexandra Ickes.<\/p>\n<p>Enssle erg\u00e4nzt: \u201eIn unseren s\u00fcdwestdeutschen W\u00e4ldern gibt es gen\u00fcgend Platz und Wild f\u00fcr den scheuen J\u00e4ger mit den Pinselohren. Geeignete Fl\u00e4chen finden sich im Schwarzwald, im Donautal, auf der Schw\u00e4bischen Alb oder im Odenwald. Sollten sich Kuder und Katze finden, kann es mit dem Nachwuchs schnell gehen: Im Februar und M\u00e4rz ist Paarungszeit. Nach knapp drei Monaten, also im Mai und Juni, k\u00f6nnten bereits zwei bis f\u00fcnf Jungtiere geboren werden.\u201c<\/p>\n<blockquote><p><strong>Zur Nachricht, dass ein m\u00e4nnlicher Luchs Anfang Januar auf der Autobahn bei Remchingen \u00fcberfahren wurde<\/strong>, kommentiert Martin Bachhofer, Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des BUND Baden-W\u00fcrttemberg: \u201eDer get\u00f6tete Luchs an der A 8 bei Remchingen Anfang Januar ist nur ein weiterer trauriger Tiefpunkt in der langen Reihe von Unf\u00e4llen dieser Art. Mehr als 30.000 Wildtierunf\u00e4lle hat die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W\u00fcrttemberg (FVA) f\u00fcr die Jahre 2021 und 2022 erfasst. Es zeigt sich wieder und wieder, dass die Stra\u00dfen Baden-W\u00fcrttembergs die Landschaft zerteilen und Lebensr\u00e4ume von Wildtieren zerschneiden. Wir fordern deshalb schon lange, dass es keine neuen Stra\u00dfen mehr geben darf. Wir haben genug davon.\u201c Die Zerschneidung gef\u00e4hrdet vor allem seltene Tierarten mit wenigen Nachkommen wie etwa den Luchs. Einst unerbittlich verfolgt, galt der Luchs in Baden-W\u00fcrttemberg lange als ausgestorben und geh\u00f6rt nun zu den seltensten Tierarten. Nur f\u00fcnf m\u00e4nnliche Luchse waren bisher in Baden-W\u00fcrttemberg sesshaft. \u201eDas \u00fcberfahrende Tier ist also ein herber Verlust f\u00fcr die Artenvielfalt im Land ebenso wie der Wolfswelpe, der Ende 2023 im Hochschwarzwald Opfer des Verkehrs wurde. Erst im Dezember wurde im Nordschwarzwald mit gro\u00dfem, auch finanziellem Aufwand Luchs-Weibchen Finja ausgewildert. Damit sie oder ihre m\u00f6glichen Nachkommen nicht dasselbe Schicksal ereilt, braucht es Querungshilfen wie z.B. Wildtierbr\u00fccken \u00fcber alle viel befahrenen, breiten Stra\u00dfen und Schienenwege. Die Vernetzung von Lebensr\u00e4umen untereinander muss endlich Standard in allen Planungen werden. Eine fachliche Grundlage gibt es ja: den so genannten \u201eGeneralwildwegeplan\u201c. An der Stelle w\u00e4re eine Planungsbeschleunigung wichtig, das geht nur schleppend voran. Fazit aus dem traurigen Ereignis: Neue Zerschneidungen darf es nicht geben und Ma\u00dfnahmen zur Wiedervernetzung von Lebensr\u00e4umen f\u00fcr Tiere sollten schneller vorangetrieben werden\u201c, fordert der BUND-Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Wegen seines kostbaren Pelzes und weil er als Jagdkonkurrent galt, wurde der Luchs in der Vergangenheit stark verfolgt und vor mehr als 200 Jahren in Baden-W\u00fcrttemberg mit Gift, Schlageisen und Gewehr ausgerottet.<\/li>\n<li>1970 begannen erfolgreiche Wiederansiedlungsversuche, etwa in der Schweiz und in Slowenien. Gesicherte Hinweise auf Luchse im Schwarzwald liegen seit 1998 vor.<\/li>\n<li>Weil bei Luchsen vor allem die m\u00e4nnlichen Kuder wandern und die Luchsweibchen nur relativ kurze Distanzen zur\u00fccklegen, ist die Reetablierung einer gesunden Luchspopulation in Baden-W\u00fcrttemberg ohne menschliches Zutun sehr unwahrscheinlich.<\/li>\n<li>Aktuell leben sechs Luchse, von denen f\u00fcnf sesshaft und m\u00e4nnlich sind, im Land. Ihre Wahlheimat ist der S\u00fcdschwarzwald, die Schw\u00e4bische Alb und die Bodenseeregion nahe der Schweiz (siehe <a href=\"https:\/\/www.fva-bw.de\/monitoring-luchs-wolf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.fva-bw.de\/monitoring-luchs-wolf<\/a>).<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\"><em>WEBcode 241044<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erster Luchs Baden-W\u00fcrttembergs ausgewildert Die erste ausgewilderte Luchskatze Baden-W\u00fcrttembergs streift seit Dezember 2023 durch den Schwarzwald.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6174,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-19015","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19015","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19015"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19015\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19018,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19015\/revisions\/19018"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6174"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19015"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19015"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19015"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}