{"id":19039,"date":"2024-02-16T09:21:16","date_gmt":"2024-02-16T08:21:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19039"},"modified":"2024-02-16T09:23:58","modified_gmt":"2024-02-16T08:23:58","slug":"riesenbrummer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19039","title":{"rendered":"Riesenbrummer"},"content":{"rendered":"<p><em>Wildbiene des Jahres 2024: Blauschwarze Holzbiene<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Die Blauschwarze Holzbiene fl\u00f6\u00dft mit ihrer Gr\u00f6\u00dfe und lautem Brummen geh\u00f6rig Respekt ein. Die Weibchen z\u00e4hlen mit zwei bis drei Zentimetern<!--more--> zu den gr\u00f6\u00dften Wildbienen in Deutschland. Die \u201eXylocopa violacea\u201c liebt Alt- und Totholz, W\u00e4rme im Offenland und in Siedlungen. Streuobstwiesen z\u00e4hlen zu den favorisierten Biotopen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-19041\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Blauschwarze_Holzbiene_Juergen-Busse.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"231\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Blauschwarze_Holzbiene_Juergen-Busse.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Blauschwarze_Holzbiene_Juergen-Busse-160x116.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Blauschwarze_Holzbiene_Juergen-Busse-150x108.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Weibchen der Blauschwarzen Holzbiene, Foto: J\u00fcrgen Busse<\/em><\/span><\/p>\n<p>Holzbienen (Xylocopa) zeichnen sich durch ihre Gr\u00f6\u00dfe und die \u00fcberwiegend schwarze K\u00f6rperbehaarung aus. In Deutschland wurden bislang drei Arten gefunden, von denen unsere Wildbiene des Jahres, die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea), am h\u00e4ufigsten und am weitesten verbreitet ist. Die Weibchen z\u00e4hlen mit zwei bis drei Zentimetern zu den gr\u00f6\u00dften Wildbienen in Deutschland und fallen durch ihre bl\u00e4ulich gl\u00e4nzenden Fl\u00fcgel auf. Deutlich kleiner mit 14 bis 16 Millimeter ist ihre Verwandte, die Kleine Holzbiene (Xylocopa iris). Sie tritt vereinzelt im Elsass und in Baden am s\u00fcdlichen Oberrhein auf. Die dritte im Bunde ist die S\u00fcdliche Holzbiene (Xylocopa valga). Sie ist erst seit 2009 in Deutschland nachgewiesen und breitet sich seitdem in Richtung Norden aus. Die Weibchen sind von denen der Blauschwarzen Holzbiene \u00e4u\u00dferlich nicht zu unterscheiden.<\/p>\n<p><strong>Lebensweise &amp; Verbreitung<\/strong><br \/>\nUnsere Wildbiene des Jahres besiedelt unterschiedliche, stets w\u00e4rmebetonte Lebensr\u00e4ume im Offenland wie auch in Siedlungen. Streuobstwiesen z\u00e4hlen zu den favorisierten Biotopen. Dabei bestimmt das Angebot an Holzstrukturen zur Nestanlage das Vorkommen der Blauschwarzen Holzbiene. Die Weibchen nagen ihre linienf\u00f6rmigen Bauten mit in Reihe angelegten Brutzellen in totes Holz. Das k\u00f6nnen abgestorbene B\u00e4ume, Balken oder Pf\u00e4hle sein. Das Holz muss noch eine gen\u00fcgende H\u00e4rte aufweisen und darf noch nicht morsch sein. Beim Bl\u00fctenbesuch ist die Blauschwarze Holzbiene nicht sehr w\u00e4hlerisch: Sie bevorzugt zwar Schmetterlings- und Lippenbl\u00fctler, besucht aber insgesamt Pollenquellen aus \u00fcber zehn Pflanzenfamilien. Regelm\u00e4\u00dfig ist sie auch in D\u00f6rfern und St\u00e4dten zu finden, etwa an begr\u00fcnten Fassaden mit Gei\u00dfblatt oder Blauregen oder an Beeten mit Muskateller-Salbei oder Gro\u00dfbl\u00fctigen Platterbsen.<br \/>\nUnsere Wildbiene des Jahres 2024 ist in Baden-W\u00fcrttemberg weit verbreitet, mit einem deutlichen Schwerpunkt in den Flussniederungen. Sie kommt mittlerweile deutschlandweit vor, nachdem die w\u00e4rmeliebende Art in den letzten Jahren ihr Areal im Zuge der Klimaerw\u00e4rmung aus dem S\u00fcdwesten in die n\u00f6rdlichen Bundesl\u00e4nder und dar\u00fcber hinaus bis nach D\u00e4nemark ausgedehnt hat.<\/p>\n<p><strong>Die Mutter erlebt den Nachwuchs<\/strong><br \/>\nDie frisch entwickelten M\u00e4nnchen und Weibchen einer Holzbienen-Generation erscheinen im Sp\u00e4tsommer und suchen sich ein \u00dcberwinterungsquartier in Hohlr\u00e4umen von Lehm- und L\u00f6\u00dfw\u00e4nden, in Spalten zwischen Mauersteinen oder \u00e4hnlichen Substraten. Im kommenden Fr\u00fchling kommt es zur Paarung der Geschlechtstiere und die frisch begatteten Weibchen beginnen etwa ab Ende April ihre Nester in Holzst\u00e4mme, -pf\u00e4hle oder -balken zu nagen. Die Entwicklung der Larven, die von dem eingetragenen Vorrat aus Pollen und Nektar leben, vollzieht sich in der kurzen Zeit von etwa zwei Monaten. Bei den meisten Solit\u00e4rbienen verschlie\u00dft das Weibchen nach der Nestversorgung den Eingang und stirbt. Nicht so die Blauschwarze Holzbiene: Sie bewacht den unverschlossenen Nesteingang und erlebt so das Schl\u00fcpfen ihres Nachwuchses \u2013 eine Besonderheit in der Fortpflanzungsbiologie von solit\u00e4ren Wildbienen.<\/p>\n<p><strong>Wohnraum gesucht<\/strong><br \/>\nEin gutes Angebot an Alt-und Totholz ist f\u00fcr die Wildbiene des Jahres 2024 ein zentrales Requisit im Lebensraum. Die Holzbiene nagt ihr Nest in ausreichend m\u00fcrbes, aber nicht morsches, Altholz. Das kann in ganz oder teilweise abgestorbenen Obstb\u00e4umen, in alten Holzbalken von Geb\u00e4uden oder in Zaunpfosten verf\u00fcgbar sein. Auch aufgeschichtetes Brennholz ist geeignet, sofern das Holz die geeignete H\u00e4rte aufweist. Abgestorbene Obstb\u00e4ume sollten als stehendes Totholz m\u00f6glichst lange in der Landschaft belassen werden, um der Holzbiene einen Nistplatz zu bieten. Falls sich die Wildbiene in unserem Wohnumfeld ein Nest baut, sind spannende Beobachtungen gewiss. Dabei ist das Tier harmlos, auch wenn die imposante Erscheinung und das laute Brummen Respekt einfl\u00f6\u00dfen k\u00f6nnen \u2013 Holzbienen z\u00e4hlen zu den sanften Riesen.<br \/>\nAuch bei Wildbienen-Nisthilfen k\u00f6nnen wir an die Blauschwarze Holzbiene denken: Neben dem \u00fcblichen Angebot an Bambusr\u00f6hren und Hartholzbl\u00f6cken bietet sich an, einen alten Baumstamm aufzustellen. Es ist wichtig, die Nisthilfe in die Sonne zu stellen, um dem W\u00e4rmeanspruch der Tiere gerecht zu werden. Nat\u00fcrlich kann man einen solchen Holzstamm auch separat aufstellen.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Hintergrund<\/strong>:<br \/>\nDas Kuratorium \u201eWildbiene des Jahres\u201c w\u00e4hlt seit 2013 j\u00e4hrlich eine besonders interessante Wildbienenart aus, um an ihrem Beispiel die spannende Welt dieser Tiere bekannter zu machen. Zugleich soll die Wildbiene des Jahres dazu ermuntern, in die Natur zu gehen und das Tier in seinem Lebensraum zu beobachten. Damit wirkt die Initiative auch im Sinne einer Wissenschaft f\u00fcr alle (Citizen Science) und bringt mehr Klarheit \u00fcber das aktuelle Vorkommen der Wildbiene des Jahres. Das Kuratorium \u201eWildbiene des Jahres\u201c ist beim Arbeitskreis Wildbienen-Kataster Baden-W\u00fcrttemberg angesiedelt, einer Sektion des Entomologischen Vereins Stuttgart 1869 e.V. am Naturkundemuseum Stuttgart. Der NABU Baden-W\u00fcrttemberg unterst\u00fctzt die Initiative \u201eWildbiene des Jahres\u201c.<\/p>\n<p><strong>Die Initiative Wildbiene des Jahres:<\/strong><br \/>\nMit der Blauschwarzen Holzbiene wurde zum zw\u00f6lften Mal die Wildbiene des Jahres gew\u00e4hlt. Dem Kuratorium war es stets ein Anliegen, mit der \u201eJahresbiene\u201c einen Einblick in die spannende Welt dieser wichtigen Bl\u00fctenbest\u00e4uber zu gew\u00e4hren.<\/p>\n<p>Nicht selten sorgen allein die deutschen Namen f\u00fcr einen \u201eAha-Effekt\u201c. Hier die Liste der ausgew\u00e4hlten Wildbienen:<br \/>\n2013:\u00a0\u00a0\u00a0 Die zweifarbige Schneckenhausbiene<br \/>\n2014:\u00a0\u00a0\u00a0 Die Garten-Wollbiene<br \/>\n2015:\u00a0\u00a0\u00a0 Die Zaunr\u00fcben-Sandbiene<br \/>\n2016:\u00a0\u00a0\u00a0 Die Bunte Hummel<br \/>\n2017:\u00a0\u00a0\u00a0 Die Knautien-Sandbiene<br \/>\n2018:\u00a0\u00a0\u00a0 Die Gelbbindige Furchenbiene<br \/>\n2019:\u00a0\u00a0\u00a0 Die Senf-Blauschillersandbiene<br \/>\n2020:\u00a0\u00a0\u00a0 Die Auen-Schenkelbiene<br \/>\n2021:\u00a0\u00a0\u00a0 Die Mai-Langhornbiene<br \/>\n2022:\u00a0\u00a0\u00a0 Die Rainfarn-Maskenbiene<br \/>\n2023:\u00a0\u00a0\u00a0 Die Fr\u00fchlings-Seidenbiene<br \/>\n2024:\u00a0\u00a0\u00a0 Die Blauschwarze Holzbiene<\/p>\n<p>Die Flyer zu den Wildbienen der Jahre 2013 bis 2024 k\u00f6nnen unter der Homepage des Wildbienen-Katasters heruntergeladen werden: <a href=\"https:\/\/www.wildbienen-kataster.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.wildbienen-kataster.de<\/a>.<br \/>\nAb Anfang Januar 2024 kann der neue Flyer zur Blauschwarzen Holzbiene unter <a href=\"mailto:bdj@wildbienen-kataster.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">bdj@wildbienen-kataster.de<\/a> in gedruckter Form bestellt werden.<\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\"><em>WEBcode 241045<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wildbiene des Jahres 2024: Blauschwarze Holzbiene Die Blauschwarze Holzbiene fl\u00f6\u00dft mit ihrer Gr\u00f6\u00dfe und lautem Brummen geh\u00f6rig Respekt ein. 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