{"id":19131,"date":"2024-06-12T15:51:56","date_gmt":"2024-06-12T13:51:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19131"},"modified":"2024-06-24T20:16:12","modified_gmt":"2024-06-24T18:16:12","slug":"42000-jahre-alte-perlen-ausgestellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19131","title":{"rendered":"42000 Jahre alte Perlen ausgestellt"},"content":{"rendered":"<p><em>Urgeschichtliches Museum Blaubeuren pr\u00e4sentiert eiszeitlichen Schmuck<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Keine Rubine, keine Diamanten oder Smaragde. Und doch sind die Schmuckst\u00fccke, denen das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren (urmu) seine neu gestalteten R\u00e4ume widmet, von unsch\u00e4tzbarem Wert. 279 Fundst\u00fccke, <!--more-->die Arch\u00e4ologen aus dem UNESCO-Welterbegebiet \u201eH\u00f6hlen und Eiszeitkunst der Schw\u00e4bischen Alb\u201c geborgen haben, pr\u00e4sentiert das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren (urmu) in seinem neu gestalteten Ausstellungsbereich zum Thema Schmuck der Eiszeitmenschen. Die neuen R\u00e4ume sind seit 11. Juni 2024 f\u00fcr das Puplikum ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-19140\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Schmuck\u00a9URMU.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Schmuck\u00a9URMU.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Schmuck\u00a9URMU-160x93.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Schmuck\u00a9URMU-150x87.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Ausstellungsthema: Schmuck im Urgeschichlichen Museum Blaubeuren, \u00a9 URMU<\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Im ersten Raum<\/strong> macht eine Gesamtschau eiszeitlichen Schmucks aus der Region den Auftakt. Schm\u00fcckten sich die Menschen schon vor mehr als 100.000 Jahren mit Schneckenh\u00e4usern oder Muschelschalen, die leicht in Anh\u00e4nger verwandelt werden konnten, sind die bis zu 42.000 Jahre alten Perlen aus Mammutelfenbein aus dem UNESCO-Welterbe \u201eH\u00f6hlen und Eiszeitkunst der Schw\u00e4bischen Alb\u201c der bislang \u00e4lteste Nachweis f\u00fcr die komplexe Herstellung von Schmuck weltweit. Besonders hervorzuheben sind die doppelt sowie teilweise dreifach gelochten Perlen, die \u00fcber einen Zeitraum von 6.000 Jahren im Ach- und Lonetal nachweisbar sind. \u201eSolche Perlen sind bisher ausschlie\u00dflich von der Schw\u00e4bischen Alb bekannt\u201c, sagt Prof. Nicholas Conard von der Abteilung f\u00fcr \u00c4ltere Urgeschichte und Quart\u00e4r\u00f6kologie an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen und wissenschaftlicher Direktor des urmu. Damit deuteten die Grabungsfunde aus den H\u00f6hlen des Ach- und Lonetals darauf hin, dass die eiszeitlichen Menschen schon vor mehr als 40.000 Jahren bestimmte Schmucktraditionen gewahrt und Perlen zur Kennzeichnung ihrer Gruppenidentit\u00e4t angefertigt h\u00e4tten, sagt Conard weiter, \u201ees ist ein gro\u00dfes Gl\u00fcck, dass die Perlen hier nun eine w\u00fcrdigende Pr\u00e4sentation erhalten und wir aufgrund der vielen Funde in allen erdenklichen Bearbeitungsphasen auch die Abfolge der Arbeitsschritte bei der Herstellung von Elfenbeinperlen darstellen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus finden in der Pr\u00e4sentation der Funde aus der Region auch Schmuckst\u00fccke aus anderen Materialien \u2212 wie solche aus Rentierz\u00e4hnen oder schwarzem Gagat, einer Form fossilen Holzes, \u2212 ihren Raum. Diese Materialien waren im Ach- und Lonetal beliebt, nachdem im Zuge des Klimawandels die Mammutherden abgewandert waren und der Rohstoff Elfenbein damit rar geworden war.<\/p>\n<p><strong>Der zweite Raum<\/strong> beleuchtet die Bedeutung des Sichschm\u00fcckens. Denn Schmuck ist wertvoll in mehrfachem Sinne: zum einen als kostbares Handwerksprodukt, zum anderen ideell \u2013 im Spiel um Sch\u00f6nheit, Sinn und Repr\u00e4sentation und auch im Ausdruck von Zugeh\u00f6rigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppe oder zu einem Geschlecht. In diesem Kontext schlagen zwei au\u00dfergew\u00f6hnliche Exponate die Br\u00fccke in die Gegenwart: ein Goldreif des international renommierten Goldschmieds und K\u00fcnstlers Rudolf Dentler sowie die Olympiamedaille, die Dieter Baumann, einer der erfolgreichsten Langstreckenl\u00e4ufer der deutschen Sportgeschichte, dem urmu als tempor\u00e4re Leihgabe \u00fcberl\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Neue Funde, neue arch\u00e4ologische Erkenntnisse<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Er\u00f6ffnung der neuen Schmuckr\u00e4ume schlie\u00dft das urmu die grundlegende Erneuerung seiner Dauerausstellung ab. Das Museum hatte die Stadt Blaubeuren 1965 auf Anregung der Universit\u00e4t T\u00fcbingen als Einraumschau eingerichtet, um arch\u00e4ologische Fundst\u00fccke aus der Region rund um Blaubeuren der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich zu machen. Mehrfach erweitert, pr\u00e4sentiert das zentrale Museum f\u00fcr altsteinzeitliche Kunst und Musik in Baden-W\u00fcrttemberg und Forschungsmuseum der Universit\u00e4t T\u00fcbingen seit 2014 ein einzigartiges Ensemble eiszeitlicher Kunst aus H\u00f6hlen der T\u00e4ler der Ach und der Lone am S\u00fcdrand der Schw\u00e4bischen Alb \u2212 mit der Venus vom Hohle Fels, der \u00e4ltesten bekannten Menschendarstellung, als prominentestes Exponat. \u201eSeitdem die Dauerausstellung im Mai vor zehn Jahren er\u00f6ffnet wurde, wurden zahlreiche neue Funde gemacht und neue arch\u00e4ologische Erkenntnisse gewonnen\u201c, sagt Dr. Stefanie K\u00f6lbl, gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Direktorin des urmu, \u201edem m\u00fcssen wir Rechnung tragen.\u201c<\/p>\n<p>Nach Ausrufung der Fundh\u00f6hlen zum UNESCO-Welterbe \u201eH\u00f6hlen und Eiszeitkunst der Schw\u00e4bischen Alb\u201c im Jahr 2017 hat das Museum eine Neukonzeption unter Ber\u00fccksichtigung der neusten Erkenntnisse und Funde angestrebt. Im Jahr 2021 schlie\u00dflich er\u00f6ffneten die R\u00e4ume zu den Themen Farbe und Klang. Dabei ist ein v\u00f6llig neuer Raum f\u00fcr die fr\u00fchen Nachweise der Malerei auf der Schw\u00e4bischen Alb gestaltet worden. Au\u00dferdem wurde eine einzigartige Pr\u00e4sentation pr\u00e4historischer Musikinstrumente konzipiert, in der seitdem die komplexen Herstellungsprozesse von Fl\u00f6ten aus Vogelknochen und Mammutelfenbein erlebbar sind. Mehr als 40 originale Exponate aus allen Phasen der Produktionskette sowie zahlreiche Videos machen die Entstehung der Instrumente anschaulich. Professionelle Musikerinnen haben die unterschiedlichen Anspielarten der Blasinstrumente f\u00fcr H\u00f6rstationen und eine Mitmachstation eingespielt. Im vergangenen Jahr erhielt dann die Abteilung zur Werkzeugnutzung mit der Integration neuer Funde aus dem UNESCO-Welterbegebiet eine weitreichend aktualisierte Ausstellung. \u201eMit den fast 300 Schmuckst\u00fccken in unseren R\u00e4umen vervollst\u00e4ndigen wir nun das Bild der eiszeitlichen J\u00e4ger- und Sammlergesellschaft als eine Gemeinschaft mit ausgepr\u00e4gtem symbolischem Denken\u201c, sagt K\u00f6lbl, \u201eund dass wir so reich an Funden zum Ursprung der Kultur vor 40.000 Jahren best\u00fcckt sind, hat es seit Bestehen des Museums noch nie gegeben.\u201c<\/p>\n<p>Insgesamt hat die Stiftung \u201eUrgeschichtliches Museum &amp; Galerie 40.000 Jahre Kunst\u201c rund 480.000 Euro in die Modernisierung und Aktualisierung der Ausstellung investiert. Sie erhielt daf\u00fcr unter anderem eine ma\u00dfgebliche F\u00f6rderung durch das Investitionsprogramm Nationaler Kulturg\u00fcter (INK) und durch den Innovationsfonds Kunst des Landes Baden-W\u00fcrttemberg. Die F\u00f6rderung durch den Bund unterstreicht die nationale Bedeutung, die das urmu in der Museumslandschaft hat.<\/p>\n<hr \/>\n<h3><span style=\"color: #808000;\">Sph\u00e4re-Wissen<\/span><\/h3>\n<p>Das urmu liegt in unmittelbarer N\u00e4he der Steinzeith\u00f6hlen, die von der UNESCO 2017 zum Welterbe \u201eH\u00f6hlen und Eiszeitkunst der Schw\u00e4bischen Alb\u201c ernannt wurden. Als das zentrale Museum f\u00fcr altsteinzeitliche Kunst und Musik in Baden-W\u00fcrttemberg und Forschungsmuseum der Universit\u00e4t T\u00fcbingen stellt das urmu das eiszeitliche Leben am Rand der Schw\u00e4bischen Alb vor 40.000 Jahren vor. H\u00f6hepunkte sind die \u00e4lteste Kunst und die \u00e4ltesten Musikinstrumente der Menschheit mit Originalfunden aus der Region. Prominentestes Exponat ist das Original der \u201eVenus vom Hohle Fels\u201c. <a href=\"https:\/\/www.urmu.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.urmu.de<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #808080;\">WEBcode 242073<\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urgeschichtliches Museum Blaubeuren pr\u00e4sentiert eiszeitlichen Schmuck Keine Rubine, keine Diamanten oder Smaragde. 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