{"id":19148,"date":"2024-06-07T10:35:26","date_gmt":"2024-06-07T08:35:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19148"},"modified":"2024-06-21T17:32:01","modified_gmt":"2024-06-21T15:32:01","slug":"48000-hektar-land-geflutet-ursachenforschung-veraergert-naturschutzverbaende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19148","title":{"rendered":"48000 Hektar Land geflutet"},"content":{"rendered":"<p><em>Hochwasser \u2013 Ursachenforschung ver\u00e4rgert Naturschutzverb\u00e4nde<\/em><\/p>\n<p>Die Naturschutzverb\u00e4nde reagieren entr\u00fcstet: Insbesondere Naturschutzma\u00dfnahmen m\u00fcsse man neu bewerten, forderte Land- und Forstwirtschaftsminister<!--more--> Peter Hauk als Reaktion auf das verheerende Juni-Hochwasser: Reinigen und Pflege von B\u00e4chen und Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben d\u00fcrfe nicht an Naturschutzvorgaben scheitern. Ebenso brauche es eine Neubewertung des Bibermanagements an neuralgischen Hochwasserpunkten. \u201eZu \u00fcberpr\u00fcfen sind auch Bannw\u00e4lder, die vielerorts aufgrund des ausgeschwemmten Totholzes zum Problem wurden. Aus diesem Grund pr\u00fcfen wir in Hochwasserrisikogebieten, Bannw\u00e4lder in Schutzw\u00e4lder umzuwandeln\u201c, betonte Hauk.<br \/>\nChristoph Schramm, Waldreferent des BUND Baden-W\u00fcrttemberg ist entsetzt: \u201eNaturschutzvorgaben d\u00fcrfen nicht zum S\u00fcndenbock f\u00fcr Hochwassersch\u00e4den gemacht werden, intakte Natur sch\u00fctzt uns sogar vor Hochwasser.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-19150\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Hochwasser_Donau.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Hochwasser_Donau.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Hochwasser_Donau-160x120.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Hochwasser_Donau-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<h3><span style=\"color: #ff6600;\">Pressemeldung des Ministeriums und Kommentare der Naturschutzverb\u00e4nde<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Pressemeldung des Ministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung, L\u00e4ndlichen Raum und Verbraucherschutz\u2028 Baden-W\u00fcrttemberg zu den Hochwassersch\u00e4den in der Land- und Forstwirtschaft Baden-W\u00fcrttembergs<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Minister Peter Hauk MdL: \u201eLand- und Forstwirtschaft ist bei der Bew\u00e4ltigung der Klimafolgen nicht das Problem, sondern Teil der L\u00f6sung\u201c<\/em><\/p>\n<p>\u201eDie j\u00fcngsten Starkregenereignisse haben vor allem in den \u00f6stlichen Landesteilen zu gro\u00dfen Sch\u00e4den in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben gef\u00fchrt. Besonders betroffen sind dabei die Landkreise Bodenseekreis, Ravensburg, Sigmaringen, Biberach, Alb-Donaukreis, Reutlingen, T\u00fcbingen, G\u00f6ppingen, Ostalbkreis, Esslingen und der Rems-Murr-Kreis. Eine erste Schadensabfrage auf Landkreisebene ergab f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg \u00fcber 95 000 Hektar starkregengesch\u00e4digte und 26 000 Hektar \u00fcberschwemmte Ackerfl\u00e4chen. \u00dcber 85 000 Hektar Gr\u00fcnland waren durch Starkregen gesch\u00e4digt und \u00fcber 22 000 Hektar \u00fcberschwemmt\u201c, sagte der Minister f\u00fcr Ern\u00e4hrung, L\u00e4ndlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Freitag (07.\u00a0Juni) in Stuttgart, im Rahmen einer Pressekonferenz zu den aktuellen Hochwassersch\u00e4den in der Land- und Forstwirtschaft in Baden-W\u00fcrttemberg. Minister Peter Hauk hat sich in den vergangenen Tagen bei betroffenen Betrieben vor Ort \u00fcber die Schadenssituation in der Land- und Forstwirtschaft informiert.<\/p>\n<p>Die vielen Niederschl\u00e4ge werden nicht \u00fcberall zu Totalausf\u00e4llen f\u00fchren, allerdings ist nach jetzigem Kenntnisstand von erheblichen Ertrags- und Qualit\u00e4tsverlusten auszugehen. Die erste Gr\u00fcnfutterernte konnte bisher nur von etwa 70 Prozent der Betriebe abgeschlossen werden.<br \/>\n\u201eBesonders Milchviehbetriebe, wie auch Rinder- und Pferdehalter sind hiervon betroffen. Bei den Obst- und Gartenbaukulturen sind insbesondere Sch\u00e4den durch aufgeplatzte Kirschen und starkregengesch\u00e4digte Erdbeeren zu verzeichnen. Punktuell kam es zu \u00dcberschwemmungen von H\u00f6fen und St\u00e4llen. Sofern notwendig, konnten die untergebrachten Tiere alle rechtzeitig evakuiert werden. Eine konkrete Schadenssumme kann derzeit noch nicht abgesch\u00e4tzt werden\u201c, betonte der Minister.<\/p>\n<p>\u201eBei den Schadereignissen im Wald handelt es sich \u00fcberwiegend um Sch\u00e4den an den Waldwegen, die ausgesp\u00fclt oder durch Hangrutschungen mitgerissen wurden. Nach ersten Sch\u00e4tzungen ist aufgrund des j\u00fcngsten Hochwasserereignisses landesweit mit Sch\u00e4den im Wald von \u00fcber drei Millionen Euro zu rechnen\u201c, sagte Minister Peter Hauk.<\/p>\n<p><strong>Klimawandel bleibt Herausforderung<\/strong><br \/>\nNach Klimamodelldaten f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg muss sich das Land auch in Zukunft auf intensivere Niederschlagsereignisse einstellen. Die Land- und Forstwirtschaft ist von der gesamtgesellschaftlichen Herausforderung des Klimawandels in besonderem Ma\u00dfe betroffen. Daher hat sie bereits Strategien entwickelt, um sich an die ge\u00e4nderten Klimabedingungen aktiv anzupassen. \u201eUnsere heimische Landwirtschaft ist systemrelevant. Dem Erhalt unserer mittelst\u00e4ndischen Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft muss daher ab sofort wieder mehr Priorit\u00e4t einger\u00e4umt werden. Die Landwirtschaft ist auch bei der Bew\u00e4ltigung der Klimafolgen nicht das Problem, sondern Teil der L\u00f6sung. Landwirtschaftliche Fl\u00e4chen sind essentielle Produktionsstandorte f\u00fcr Nahrungsmittel und tragen als Retentionsr\u00e4ume auch zum Hochwasserschutz bei. Das aktuelle Hochwasserereignis hat uns gezeigt, dass zum Schutz von Leib und Leben sowie zur Sicherung der Nahrungsmittelproduktion eine generelle Neubewertung von Ma\u00dfnahmen insbesondere von Natur- und Artenschutz vorgenommen werden muss\u201c, betonte Hauk. Beispielsweise darf das Reinigen und die Pflege von B\u00e4chen und Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben nicht an Naturschutzvorgaben scheitern. Ebenso brauchen wir eine Neubewertung des Bibermanagements an neuralgischen Hochwasserpunkten. An vielen Gew\u00e4ssern verringert der Biber mit seinen D\u00e4mmen notwendigen Retentionsraum.<br \/>\n\u201eZu \u00fcberpr\u00fcfen sind auch Bannw\u00e4lder, die vielerorts aufgrund des ausgeschwemmten Totholzes zum Problem wurden. Aus diesem Grund pr\u00fcfen wir in Hochwasserrisikogebieten Bannw\u00e4lder in Schutzw\u00e4lder umzuwandeln, um dann entsprechend reagieren zu k\u00f6nnen. Auch bei der Gew\u00e4sserrenaturierung gilt es k\u00fcnftig dem Hochwasserschutz Vorrang einzur\u00e4umen, auch zum Schutz landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen. Dies haben die aktuellen Ereignisse klar gezeigt: Hochwasserschutz geht vor!\u201c, forderte Minister Peter Hauk.<\/p>\n<p><strong>Ausbau des Versicherungsangebotes notwendig<\/strong><br \/>\nDie zunehmenden Extremwetterlagen mit hohem Schadensrisiko, bringen die betriebliche Risikovorsorge als auch staatliche Ad-hoc-Hilfen zunehmend an ihre Grenzen. Daher ben\u00f6tigen landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich tragf\u00e4hige Versicherungsl\u00f6sungen zum Schutz vor witterungsbedingten Verlusten des Fruchtertrages. Baden-W\u00fcrttemberg hat bereits 2020 als erstes Land ein mit Landesmitteln finanziertes Pilotprojekt zur \u2018F\u00f6rderung von Ertragsversicherungen im Obst- und Weinbau\u2019 aufgelegt, um die Landwirte gegen Risiken wie Starkfrost, Sturm und Starkregen im Obst- und Weinbau finanziell zu unterst\u00fctzen. \u201eLeider weigert sich der Bund bisher, sich finanziell zu beteiligen. Dies w\u00e4re aber geboten. Wir m\u00fcssen die Risikoabsicherung gegen witterungsbedingte Ertragsrisiken \u00fcber Versicherungen auf eine breitere Basis zu stellen und auch f\u00fcr weitere Kulturen \u00f6ffnen\u201c, betonte Hauk. Zudem m\u00fcsste das Risikomanagement in der Landwirtschaft auch nachtr\u00e4glich noch zu einem zentralen Element im Strategiedialog Landwirtschaft und im Gesellschaftsvertrag werden.<\/p>\n<p><strong>Aus der Hochwassersituation ziehen wir folgende Schl\u00fcsse:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Wir ben\u00f6tigen eine Fl\u00e4chenf\u00f6rderung f\u00fcr die Bereitstellung von Retentionsfl\u00e4chen.<\/li>\n<li>Wir fordern die rechtliche Anerkennung von produktionsintegrierten Kompensationsma\u00dfnahmen, die dem Hochwasserschutz dienen, in der anstehenden Novelle \u00d6kokontoverordnung.<\/li>\n<li>Wir fordern mehr Flexibilit\u00e4t der Naturschutzverwaltung in Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Ma\u00dfnahmen.<\/li>\n<li>Wir ben\u00f6tigen schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren f\u00fcr den Bau von Hochwasserschutzanlagen.<\/li>\n<li>Wir m\u00fcssen die Renaturierung von Gew\u00e4ssern in hochwassergef\u00e4hrdeten Gebieten auf den Pr\u00fcfstand zu stellen.<\/li>\n<li>die Versiegelung von Feld- und Waldwegen z.B. zum Bau von Radschnellwegen muss vermieden werden.<\/li>\n<li>Wir pr\u00fcfen die Umwandlung von Bannw\u00e4ldern in Schutzw\u00e4lder in Hochwassergebieten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>F\u00f6rder- und Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten des Landes im Falle von Liquidit\u00e4tsproblemen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Das Land unterst\u00fctzt die baden-w\u00fcrttembergischen Betriebe insbesondere im Rahmen des Agrarumweltprogramms FAKT II.<\/li>\n<li>Baden-W\u00fcrttemberg unterst\u00fctzt die Landwirtschaft im Hinblick auf den Ausbau der Klimaresilienz ferner durch verschiedene F\u00f6rderprogramme, die den pr\u00e4ventiven Schutz vor klimatischen Risiken wie Hagel, Starkfrost, Trockenheit und Hitze betreffen.<\/li>\n<li>Auch im Bereich der Waldwegeinstandsetzung ist eine F\u00f6rderung mit bis zu 70 Prozent nach Schadereignissen grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich. Die aktuellen Sch\u00e4den \u00fcbersteigen das derzeit verf\u00fcgbare Mittelvolumen. Daher werden wir aufgrund der Notlage landesseitig pr\u00fcfen, ob die erforderlichen Mittel f\u00fcr die Hochwassersch\u00e4den entsprechend freigegeben werden k\u00f6nnen. Zudem ben\u00f6tigen wir im Bundeswaldgesetz mehr Flexibilit\u00e4t f\u00fcr Reaktionsm\u00f6glichkeiten auf Landesebene.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dar\u00fcber hinaus pr\u00fcft das Land derzeit, ob f\u00fcr vom Hochwasser betroffene Kommunen eine ELR-Sonderausschreibung \u201aUnwetterhilfe\u2018 darstellbar ist. Die Behebung von Unwettersch\u00e4den in Flurneuordnungsverfahren werden wir f\u00f6rdern.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\">WEBcode 242066<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochwasser \u2013 Ursachenforschung ver\u00e4rgert Naturschutzverb\u00e4nde Die Naturschutzverb\u00e4nde reagieren entr\u00fcstet: Insbesondere Naturschutzma\u00dfnahmen m\u00fcsse man neu bewerten, forderte Land- und Forstwirtschaftsminister<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":19150,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-19148","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19148","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19148"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19148\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19157,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19148\/revisions\/19157"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/19150"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19148"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19148"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19148"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}