{"id":19270,"date":"2024-10-08T14:38:05","date_gmt":"2024-10-08T12:38:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19270"},"modified":"2024-10-16T15:31:20","modified_gmt":"2024-10-16T13:31:20","slug":"klimaschuetzer-wald-wird-zur-co2-quelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19270","title":{"rendered":"Wald wird zur CO2-Quelle"},"content":{"rendered":"<div class=\"medium-12 columns\">\n<p><em>Bundeswaldinventur 2022: Wald setzt erstmal mehr Kohlenstoff frei als er bindet<\/em><\/p>\n<p>Die Bundeswaldinventur 2022 hat zum vierten Mal die gro\u00dfr\u00e4umigen Waldverh\u00e4ltnisse in Deutschland nach einem einheitlichen Verfahren in allen Eigentumsarten erhoben. Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur geben Auskunft \u00fcber Zustand und Ver\u00e4nderungen in den W\u00e4ldern und sind damit Grundlage f\u00fcr politisches, gesellschaftliches und wirtschaftliches Handeln.<\/p>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ca. 150 Merkmale liefern zu verschiedensten Aspekten des Waldes ein Kaleidoskop an Informationen, die dieses komplexe Gebilde unter verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Im Zusammenhang mit weiteren Inventuren wie z. B. der Waldzustandserhebung (der j\u00e4hrlichen Erhebung der Belaubung), der Bodenzustandserhebung, naturschutzfachlichen Erhebungen wie demn Natura-2000-Monitoring und betriebswirtschaftlichen Analysen ergibt sich ein Bild des Waldes im Spiegel von Zahlen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-11134\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Naturpark-Schwarzwald-Mitte.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Naturpark-Schwarzwald-Mitte.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Naturpark-Schwarzwald-Mitte-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Naturpark-Schwarzwald-Mitte-150x99.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<div class=\"medium-8 medium-push-4 columns ce-bodytext\">\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.bundeswaldinventur.de\/vierte-bundeswaldinventur-2022\/zusammenfassung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">In der Zuammenfassung<\/a>\u00a0 der Bundeswaldinventur 2022 wird gelistet:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Der Wald ist ein wichtiger Kohlenstoffspeicher in Deutschland. 1.184 Mio. Tonnen Kohlenstoff (108 Tonnen Kohlenstoff je Hektar) sind derzeit in den lebenden B\u00e4umen gebunden. Im Totholz sind weitere 46,1 Mio. Tonnen Kohlenstoff gebunden.<\/li>\n<li>Seit der Kohlenstoffinventur 2017 hat der Kohlenstoffvorrat im Wald um 41,5 Mio. Tonnen (-3 %) abgenommen. Damit wird der Wald in dem Zeitraum 2017 bis 2022 zu einer Kohlenstoff-Quelle.<\/li>\n<li>Der R\u00fcckgang des Kohlenstoffvorrats in lebenden B\u00e4umen ist v. a. auf den hohen Vorratsverlust durch Kalamit\u00e4ten, insbesondere der Folgen der gro\u00dfen D\u00fcrre 2018 &#8211; 2021 sowie auf den Klimawandel-bedingt verminderten Zuwachs zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Klimawirksamkeit des Waldes ist neben dem Waldspeicher die Holzverwendung wichtig. Durch das Anwachsen des Produktspeichers aus heimisch geerntetem Holz werden aktuell ca. 5\u00a0Mio. Tonnen mehr Kohlendioxid aufgenommen als am Ende des Lebenszyklus der Produkte in den verschiedenen Verwendungsbereichen wieder in die Atmosph\u00e4re gelangt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.bundeswaldinventur.de\/vierte-bundeswaldinventur-2022\/klimaschuetzer-wald\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Im Kapitel Klimasch\u00fctzer Wald<\/a> der Bundeswaldinventur 2022 wird berichtet:<\/strong> Der Kohlenstoffvorrat der lebenden Biomasse im Wald hat im Vergleich zur letzten BWI 2012 zwar um 1 % zugenommen. Seit der Kohlenstoffinventur 2017 aber ging er um 41,5 Mio. Tonnen (-3 %) zur\u00fcck. Da der Kohlenstoffverlust in der lebenden Biomasse in den Jahren 2017 bis 2022 jedoch h\u00f6her ist als die Zunahme beim Totholz um 11,3 Mio. Tonnen Kohlenstoff und auch der Boden diesen Verlust nicht ausgleicht, wird der Wald in diesem Zeitraum zu einer CO<sub>2<\/sub>-Quelle. Der R\u00fcckgang des Kohlenstoffvorrats in der lebenden Biomasse ist im Wesentlichen auf den hohen Vorratsverlust durch Kalamit\u00e4ten sowie auf den Klimawandel-bedingt verminderten Zuwachs zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>B\u00e4ume ben\u00f6tigen f\u00fcr ihr Wachstum das Treibhausgas Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>) und binden es durch Photosynthese in Kohlenstoff-Verbindungen im Holz, w\u00e4hrend Sauerstoff an die Luft abgegeben wird. Der Wald ist somit ein Kohlenstoffspeicher, der als Senke wirkt, wenn die Kohlenstoff-Zunahme im Wald gr\u00f6\u00dfer ist als die Freisetzung.<\/p>\n<blockquote><p>DOWNLOAD als PDF<\/p>\n<p>Die wichtigsten Ergebnisse der <strong>vierten Bundeswaldinventur 2022<\/strong> und weitere Informationen finden Sie zusammengefasst in der Brosch\u00fcre\u00a0<a class=\"download\" title=\"Download, wird in den Downloadbereich geladen\" href=\"https:\/\/www.bundeswaldinventur.de\/fileadmin\/Projekte\/2024\/bundeswaldinventur\/Downloads\/BWI-2022_Broschuere_bf-neu_01.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8222;Der Wald in Deutschland &#8211; Ausgew\u00e4hlte Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur&#8220;<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span style=\"color: #ff6600;\">Der Wald in Baden-W\u00fcrttemberg: Ergebisse der Bundeswaldinventur 2022 aus Landessicht<\/span><\/h3>\n<p><em>\u201eDie Ergebnisse der 4. Bundeswaldinventur sind eine wichtige Grundlage, um die nachhaltige Forstwirtschaft weiter zu entwickeln und um die notwendigen politischen Rahmenbedingungen daf\u00fcr zu schaffen. Die Bilanz zeigt, dass der Klimawandel zunehmend seine Spuren hinterl\u00e4sst. <\/em><\/p>\n<p>Aber auch, dass wir in Baden-W\u00fcrttemberg, insbesondere mit der bei uns praktizierten nachhaltigen Waldwirtschaft, auf einem guten Weg sind und die richtigen Ma\u00dfnahmen angepackt haben. Wir machen den Wald widerstandsf\u00e4higer und erh\u00f6hen seine Biodiversit\u00e4t. Der Waldumbau schreitet voran. Auf 88 Prozent der Landesfl\u00e4che finden wir heute Mischw\u00e4lder, ein Anstieg um 20 Prozent in den letzten 35 Jahren. Klimalabile Fichtenw\u00e4lder haben im selben Zeitraum um rund 12 Prozent abgenommen, damit auch das Risiko. Diese Erfolge sind nicht nur das Ergebnis langfristigen Engagements unserer Waldbesitzerinnen, Waldbesitzer und Forstleute, sondern auch eines liberalen Landeswaldgesetzes, das den Bewirtschaftern Freiheiten l\u00e4sst, ihnen Angebote macht, sie unterst\u00fctzt und motiviert,\u201c sagte der Minister f\u00fcr Ern\u00e4hrung, L\u00e4ndlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Dienstag (8. Oktober) in Stuttgart, anl\u00e4sslich der Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse der 4. Bundeswaldinventur.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-8124\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Bad_Ditzenbach_Wald_baum_3BFW1810.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Bad_Ditzenbach_Wald_baum_3BFW1810.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Bad_Ditzenbach_Wald_baum_3BFW1810-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/Bad_Ditzenbach_Wald_baum_3BFW1810-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>\u201eW\u00e4lder sind langlebige \u00d6kosysteme, die sich in sehr langen Zeitr\u00e4umen langsam entwickeln. Der rasch verlaufende Klimawandel \u00fcberfordert diese nat\u00fcrliche Anpassungsf\u00e4higkeit. Daher unterst\u00fctzen die Waldbewirtschafter und passen die W\u00e4lder an. Der Umbau labiler Fichtenw\u00e4lder in den letzten 35 Jahren im Umfang von rund 160.000 Hektar ist eine enorme Leistung. Dies entspricht einem j\u00e4hrlichen Waldumbau von rund 4.500 Hektar oder mehr als 6.000 Fu\u00dfballfeldern. Wir brauchen jedoch auch weiterhin einen langen Atem und m\u00fcssen die Waldbesitzer und Forstleute langfristig unterst\u00fctzen,\u201c stellt Forstminister Hauk MdL fest.<\/p>\n<p>\u201eNachhaltige Waldnutzung braucht gute Daten. Nur wer wei\u00df, wie die W\u00e4lder im Detail aussehen, kann die richtigen Entscheidungen treffen. Das gilt f\u00fcr den Forstbetrieb ebenso wie f\u00fcr die Waldpolitik. Daher freuen wir uns heute nach intensiven, landesweiten Datenerhebungen und monatelanger Auswertung die aktuellen Ergebnisse der Bundeswaldinventur 2022 pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. Im Verbund mit den vielen Monitoringsystemen, die die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt kontinuierlich in Baden-W\u00fcrttemberg unterh\u00e4lt, ergibt sich mit dieser als \u00b4Mutter aller Waldinventuren\u00b4 geltenden systematischen Vermessung der B\u00e4ume ein dichtes Bild unserer W\u00e4lder im Land, von deren Risiken und Potentialen&#8220;, sagte Ulrich Schraml, Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg (FVA).<\/p>\n<p>Georg Schirmbeck, Pr\u00e4sident des Deutschen Forstwirtschaftsrates betont: \u201eDas Th\u00fcnen-Institut hat ausgerechnet, dass die Anpassung der W\u00e4lder an den Klimawandel in den n\u00e4chsten 30 Jahren einen Kapitalbedarf von \u00fcber 14 Milliarden Euro verlangen. Diese erheblichen Kosten k\u00f6nnen nur bew\u00e4ltigt werden, wenn sowohl der Bund als auch die L\u00e4nder ihre Unterst\u00fctzung bereitstellen. Das Aktionsprogramm Nat\u00fcrlicher Klimaschutz kann lediglich eine Erg\u00e4nzung zum bestehenden und allgemein anerkannten GAK-F\u00f6rderprogramm darstellen. Zudem muss der Bund wieder in die Waldforschung investieren und daf\u00fcr Mittel dauerhaft und verl\u00e4sslich bereitstellen.\u201c<\/p>\n<p>Max Reger, Vorstandsvorsitzender von ForstBW erkl\u00e4rt: \u201eDie Ergebnisse der Bundeswaldinventur zeigen, dass wir uns im Staatswald auf dem richtigen Weg befinden. ForstBW geht entsprechend seines \u00f6ffentlichen Auftrags mit gutem Beispiel voran\u201c.<br \/>\nGerade den Anteil an naturnahen und sehr naturnahen W\u00e4ldern hebt Max Reger besonders hervor. Im Staatswald ist die t\u00e4gliche Arbeit der F\u00f6rsterinnen und F\u00f6rster bereits seit mehreren Jahrzehnten auf die Pflege und den Erhalt struktur- und artenreiche W\u00e4lder ausgerichtet, so der Vorstandsvorsitzende. \u201eSolche gut strukturierten Best\u00e4nde sind zugleich klimaangepasst, sie gew\u00e4hrleisten, dass wir auch in Zukunft multifunktionale W\u00e4lder in Baden-W\u00fcrttemberg haben. Diese liefern nicht nur den wertvollen Rohstoff Holz, oder dienen als Lebensraum f\u00fcr viele tausend Tiere, Pflanzen und Pilze, sondern auch als Erholungsraum f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung, Wasserspeicher, Klimamanager und vieles mehr.\u201c Zudem findet man \u00fcberall zahlreiche Biotopb\u00e4ume in den Staatsw\u00e4ldern Baden-W\u00fcrttembergs. \u201eWir f\u00fchren ganz konkret den Nachweis, dass es gelingt, Waldwirtschaft, Klimaschutz und Naturschutz eng miteinander zu verzahnen, so dass zum Wohle aller der Wald optimal alle seine Funktionen entfalten kann\u201c. Man d\u00fcrfe sich nun aber nicht auf den aktuellen Begebenheiten ausruhen. \u201eUnsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ForstBW setzen sich jeden Tag mit ganzer Energie daf\u00fcr ein, die uns anvertrauten W\u00e4lder fit f\u00fcr eine Zukunft zu machen, die von massiven Unsicherheiten durch den Klimawandel gekennzeichnet ist\u201c.<\/p>\n<p><strong>Nadelbaumanteil geht zur\u00fcck<\/strong><br \/>\nDie Fl\u00e4chenanteile der Nadelb\u00e4ume sind weiter zur\u00fcckgegangen und belaufen sich nun auf 51,5 Prozent. Der Fichtenanteil hat sich um drei Prozent reduziert und liegt jetzt bei 31 Prozent. F\u00fcr Forstminister Peter Hauk ist aber auch klar: \u201eDer regionale und nachwachsende Rohstoff Holz ist ausreichend verf\u00fcgbar. Mit der Ernte von B\u00e4umen, pflegen wir den Wald und stabilisieren ihn, erh\u00f6hen seine Mischung und senken das Risiko. Vom Holzvorrat von insgesamt 495 Millionen Kubikmeter hat die Fichte heute einen Anteil von 185 Millionen Kubikmetern. In der Holzverwendung m\u00fcssen wir uns jedoch auf k\u00fcnftige Ver\u00e4nderungen bei den verf\u00fcgbaren Sortimenten einstellen. Diese Weiterentwicklung unterst\u00fctzen wir, in dem wir die Bio\u00f6konomie st\u00e4rken und innovativen Holzverwendungsm\u00f6glichkeiten am Technikum Laubholz zur Marktreife f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Wald als Klimasch\u00fctzer<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4838\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/baum_totholz_IMG_0731.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/baum_totholz_IMG_0731.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/baum_totholz_IMG_0731-160x120.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/baum_totholz_IMG_0731-140x105.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><br \/>\nW\u00e4lder sind unsere wichtigsten terrestrischen Kohlenstoffspeicher. Trotz der enormen Waldsch\u00e4den der letzten Jahre konnte in Baden-W\u00fcrttemberg der gebundene Kohlenstoff in der lebenden Biomasse in etwa gehalten werden. \u201eMit 373 Festmetern Holzvorrat pro Hektar haben die W\u00e4lder im Land im bundesweiten Vergleich die zweith\u00f6chsten Vorr\u00e4te. Auch europaweit sind dies Spitzenwerte. Trotzdem l\u00e4sst die Kohlenstoffsenkenleistung der W\u00e4lder nach. Der Zuwachs an Biomasse ist um rund 12 Prozent gegen\u00fcber der letzten Inventurperiode (2002 bis 2012) zur\u00fcckgegangen. Daher ist es umso wichtiger, dass wir auch au\u00dferhalb des Waldes Kohlenstoffspeicher aufbauen, in dem wir mit Holz bauen und es in der Bio\u00f6konomie verwenden\u201c, betont Hauk. Zudem sei die Bindung von Kohlendioxid je Hektar in jungen, heranwachsenden W\u00e4ldern viel h\u00f6her, als in \u00e4lteren Best\u00e4nden, so dass der junge Wald stark als Kohlenstoffsenke wirke. \u201eEs ist ein Trugschluss ausschlie\u00dflich \u00e4lteren W\u00e4ldern ein Senkenpotential zuzuschreiben, in dem man sie weniger nutzt und Vorr\u00e4te aufbaut, denn damit potenziert sich leider auch ihr Ausfallrisiko\u201c, betonte Minister Hauk.<\/p>\n<p><strong>Waldsch\u00e4den und Klimaanpassung der W\u00e4lder<\/strong><br \/>\nDie Waldsch\u00e4den der letzten Jahre spiegeln sich auch in den Ergebnissen der Bundeswaldinventur f\u00fcr Baden-W\u00fcrttemberg wider. Trotzdem haben die Fortschritte beim Waldumbau das Land bisher vor gr\u00f6\u00dferen Sch\u00e4den bewahrt. \u201eDank des sehr hohen Anteils von rund 76 Prozent zwei- und mehrschichtiger W\u00e4lder haben die Waldsch\u00e4den nur auf einem Prozent der Waldfl\u00e4che zu fl\u00e4chigen Nutzungen gef\u00fchrt\u201c, sagte Minister Hauk. Im bundesweiten Vergleich sei dies ein sehr niedriger Wert. Die meisten Sch\u00e4den konnten durch selektive Nutzungen aufgefangen werden.<\/p>\n<p>Die Baumverj\u00fcngung besteht mittlerweile zu rund 72 Prozent aus meist klimaanpassungsf\u00e4higeren Laubb\u00e4umen. Die heimischen Eichenw\u00e4lder sind auf einen Anteil von rund neun Prozent und des trockenheitstoleranten Nadelbaums Douglasie auf vier Prozent gestiegen. Auch der Anteil der selteneren Hainbuchen und Ahornarten ist gestiegen. F\u00fcr die Klimaanpassung der W\u00e4lder sind das positive Ergebnisse. \u201eViele klimaanpassungsf\u00e4hige Baumarten, wie die Eichen, sind unter den heutigen Verh\u00e4ltnissen konkurrenzschw\u00e4cher als der h\u00e4ufigste Laubbaum, der Buche.<br \/>\nDaher sind diese Erfolge nicht mit Fl\u00e4chenstilllegungen zu erreichen, sondern nur mit einer zielf\u00fchrenden aktiven Waldpflege\u201c, betont Minister Hauk.<\/p>\n<p>\u201eDiese positiven Entwicklungen sind das Ergebnis und der Erfolg von mehr als 30 Jahren naturnaher Waldwirtschaft und der Umsetzung der Waldnaturschutzkonzepte in Baden-W\u00fcrttemberg. Der Klimawandel ver\u00e4ndert die Rahmenbedingungen und damit die Lebensr\u00e4ume. Daher brauchen wir mehr denn dynamische und flexible Artenmanagement-Ma\u00dfnahmen im Rahmen der nachhaltigen Waldwirtschaft, statt statischer Schutzgebiete, die Wanderbewegungen \u00fcber Biotopvernetzungen erm\u00f6glichen\u201c, stellt Minister Hauk fest.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ff6600;\"><strong>Hintergrundinformationen:<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Die Entwicklung der W\u00e4lder wird seit 1987 bundesweit systematisch erfasst. Seit der 2. Bundeswaldinventur im Jahr 2002 f\u00fchren Bund und L\u00e4nder die Inventur alle zehn Jahre durch. F\u00fcr die 4. Bundeswaldinventur haben die Aufnahmetrupps, koordiniert durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-W\u00fcrttemberg, an 13.277 Probepunkten mehr als 100.000 B\u00e4ume ab einem Durchmesser in Brusth\u00f6he von mindestens sieben Zentimetern erfasst. Hinzu kommen weitere rund 150.000 junge B\u00e4ume. Hochgerechnet wachsen in den W\u00e4ldern Baden-W\u00fcrttembergs fast 19 Milliarden B\u00e4ume.<\/p>\n<p>Lebensraum Wald<br \/>\nDie Qualit\u00e4t der Waldlebensr\u00e4ume f\u00fcr viele Arten alter W\u00e4lder wurde verbessert. Die W\u00e4lder werden \u00e4lter und naturn\u00e4her und die B\u00e4ume dicker. So gelten mehr als 80 Prozent der Waldfl\u00e4che als naturnah und fast 20 Prozent sind \u00fcber 120 Jahre alt. Mittlerweile hat jeder dritte Baum (36 %) einen Durchmesser in Brusth\u00f6he von mehr als 50 Zentimetern. Im Jahr 1987 lag der Anteil an dicken B\u00e4umen noch bei 16 Prozent. Die Anzahl der B\u00e4ume, die \u00e4lter als 160 Jahre und zugleich einen Durchmesser in Brusth\u00f6he von mehr als 80 Zentimeter haben, hat sich seit 1987 auf rund 700.000 vervierfacht.<br \/>\nF\u00fcr die Forstbetriebe bedeutet dies gleichzeitig auch ein steigendes Risiko, das B\u00e4ume absterben. So hat der Anteil an Totholz deutlich zugenommen und liegt mittlerweile bei rund 34 Kubikmeter pro Hektar. Das entspricht rund einem Zehntel der gesamten Holzbiomasse. Das stehende Totholz hat sich um den Faktor 2,5 erh\u00f6ht und liegt aktuell bei 4,4 Kubikmeter pro Hektar. Auch B\u00e4ume mit wertvollen Habitatstrukturen, wie H\u00f6hlen oder Kronentotholz sind h\u00e4ufiger geworden. Im Durchschnitt kommen auf einem Hektar 7,5 Biotopb\u00e4ume vor.<\/p>\n<ul>\n<li>Alle Ergebnisse der 4. Bundeswaldinventur finden Sie unter:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.fva-bw.de\/daten-tools\/monitoring\/bundeswaldinventur\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.fva-bw.de\/daten-tools\/monitoring\/bundeswaldinventur<\/a><\/li>\n<li>Die Brosch\u00fcre mit den ausgew\u00e4hlten Ergebnissen finden Sie hier:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.fva-bw.de\/fileadmin\/publikationen\/sonstiges\/2024_BWI2022_Der_Wald_in_Baden-Wuerttemberg_Chancen_fuer_morgen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.fva-bw.de\/fileadmin\/publikationen\/sonstiges\/2024_BWI2022_Der_Wald_in_Baden-Wuerttemberg_Chancen_fuer_morgen.pdf<\/a><\/li>\n<li>Informationen zur Waldstrategie Baden-W\u00fcrttemberg 2050 finden Sie hier: <a href=\"https:\/\/www.mlr-bw.de\/waldstrategie\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.mlr-bw.de\/waldstrategie<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\"><em>WEBcode 243061<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundeswaldinventur 2022: Wald setzt erstmal mehr Kohlenstoff frei als er bindet Die Bundeswaldinventur 2022 hat zum vierten Mal die gro\u00dfr\u00e4umigen Waldverh\u00e4ltnisse in Deutschland nach einem einheitlichen Verfahren in allen Eigentumsarten erhoben. Die Ergebnisse der Bundeswaldinventur geben Auskunft \u00fcber Zustand und Ver\u00e4nderungen in den W\u00e4ldern und sind damit Grundlage f\u00fcr politisches, gesellschaftliches und wirtschaftliches Handeln.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":19070,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-19270","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19270","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19270"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19270\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19273,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19270\/revisions\/19273"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/19070"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19270"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19270"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}