{"id":19304,"date":"2024-07-25T10:12:38","date_gmt":"2024-07-25T08:12:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19304"},"modified":"2024-10-17T10:43:21","modified_gmt":"2024-10-17T08:43:21","slug":"otter-in-hoehle-gefunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19304","title":{"rendered":"Otter in H\u00f6hle gefunden"},"content":{"rendered":"<p><em>Fund des Jahres 2024 im Urgeschichtlichen Museums Blaubeuren ausgestellt<\/em><\/p>\n<p>Diese au\u00dfergew\u00f6hnliche eiszeitliche Figur aus der Welterbeh\u00f6hle \u201eHohle Fels\u201c soll die Darstellung eines Otters sein, sie repr\u00e4sentiert wom\u00f6glich die Wassertiere.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-19305\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Hohle_Fels_Tierfigur_Otter_c_Universitaet_Tuebingen_Foto_Ria_Litzenberg.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"136\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Hohle_Fels_Tierfigur_Otter_c_Universitaet_Tuebingen_Foto_Ria_Litzenberg.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Hohle_Fels_Tierfigur_Otter_c_Universitaet_Tuebingen_Foto_Ria_Litzenberg-160x68.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Hohle_Fels_Tierfigur_Otter_c_Universitaet_Tuebingen_Foto_Ria_Litzenberg-150x64.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Fund des Jahres: Elfenbeinfigur, vermutliche die Darstellung eines Otters \/ Universit\u00e4t T\u00fcbingen, Foto: Ria Litzenberg<\/em> <\/span><\/p>\n<p>Mammut, Wisent, Wildpferd, H\u00f6hlenl\u00f6we und H\u00f6hlenb\u00e4r \u2013 mehr als 30 fig\u00fcrliche Kunstobjekte aus der J\u00fcngeren Altsteinzeit wurden in den H\u00f6hlen der Schw\u00e4bischen Alb bei arch\u00e4ologischen Ausgrabungen schon entdeckt. Die Mehrheit bildet imposante Tiere ab, die f\u00fcr die eiszeitliche Steppenlandschaft typisch sind. Jetzt haben Arch\u00e4ologen aus der Welterbeh\u00f6hle Hohle Fels nahe Schelklingen den K\u00f6rper einer Figurine aus Mammutelfenbein geborgen, die die Annahme best\u00e4tigt, dass die eiszeitliche Elfenbeinkunst vielf\u00e4ltiger war als lange vermutet.<\/p>\n<blockquote><p>Universit\u00e4t T\u00fcbingen interpretiert den Fund als Otter und pr\u00e4sentierte die Figur als \u201eFund des Jahres\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Team von Professor Nicholas Conard der Abteilung \u00c4ltere Urgeschichte und Quart\u00e4r\u00f6kologie der Universit\u00e4t T\u00fcbingen interpretiert den Fund als Otter und pr\u00e4sentierte die Figur als \u201eFund des Jahres\u201c. \u201eUnter den eiszeitlichen Kunstfunden der Region gibt es bereits die Figuren zweier Fische und die eines Wasservogels\u201c, sagt Professor Conard, \u201edas neue St\u00fcck zeigt, dass sich die Menschen damals viel st\u00e4rker mit Wassertieren auseinandergesetzt haben, als wir bislang dachten. Schlie\u00dflich erfordert das Schnitzen eines solchen St\u00fcckes aus Elfenbein viel Arbeit sowie detaillierte Kenntnisse des Aussehens und der Eigenschaften des dargestellten Tieres.\u201c<\/p>\n<p>Die Elfenbeinfigurine ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Arch\u00e4ologische Ausgrabungen in Baden-W\u00fcrttemberg, herausgegeben vom Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege Baden-W\u00fcrttemberg, wissenschaftlich beschrieben. Die Figur wurde in tieferen Schichten der altsteinzeitlichen Kulturstufe des sogenannten Aurignacien geborgen. Somit stammt sie aus dem gleichen Zeithorizont wie die ber\u00fchmte Venus-Figur und die Fl\u00f6te aus dem Hohle Fels und ist fast 40.000 Jahre alt, entstanden also in einer Zeit, als die ersten anatomisch modernen Menschen in Europa ankamen. Der aktuelle Fund ist im Gegensatz zu anderen Figurinen nicht mit verzierenden Ritzmustern versehen. Er hat mit 5,9 Zentimetern L\u00e4nge, 1,5 Zentimetern H\u00f6he und einem halben Zentimeter Breite eine l\u00e4ngliche, aber gedrungene Form und einen kurzen, spitz zulaufenden Schwanz. Die Beine des Tiers sind sehr kurz, der Hals dagegen sehr lang. Der Kopf ist abgebrochen und fehlt. \u201eIn den vergangenen Jahren ist es uns immer wieder gelungen, nach aufmerksamer Suche Bruchst\u00fccke von Funden zu ihrem urspr\u00fcnglichen Erscheinungsbild zusammenzuf\u00fcgen\u201c, beschreibt Professor Conard die Hoffnung, dass der Kopf noch gefunden werden kann: \u201eSolch fehlende Teile sch\u00fcren in uns die Erwartung, diese noch irgendwo im Sediment der H\u00f6hle auszugraben oder sie unter den geborgenen und noch nicht ausgelesen Funden auszumachen. So k\u00f6nnten wir die Figur erg\u00e4nzen und verbindlich bestimmen.\u201c<\/p>\n<p>Die Gestalt der kopflosen Elfenbeinfigur aber ist so einzigartig, dass sie die Wissenschaftler darin best\u00e4tigt, von der ehemals popul\u00e4ren Deutung abzur\u00fccken, dass nur gro\u00dfe oder gef\u00e4hrliche Tiere in eiszeitlichen J\u00e4ger- und Sammlergesellschaften der k\u00fcnstlerischen Darstellung f\u00fcr w\u00fcrdig befunden worden waren. \u201eWir wissen heute nicht, was die Menschen damals an einem Otter fasziniert haben k\u00f6nnte, aber mit Sicherheit haben sie beobachtet, wie wendig er sich im Wasser bewegt, wie f\u00fcrsorglich er seinen Nachwuchs aufzieht und welch ein raffinierter Fischj\u00e4ger er ist\u201c, meint Dr. Stefanie K\u00f6lbl, gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Direktorin des urmu, wo der Fund nun f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit ausgestellt wird. \u201eDass das Ensemble der Elfenbeintiere jetzt um eine neue, offensichtlich kleinere Tierart angewachsen ist, gibt Raum f\u00fcr neue \u00dcberlegungen \u00fcber den symbolischen Gehalt der Eiszeitkunst.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Das urmu liegt inmitten der Steinzeith\u00f6hlen, die von der UNESCO 2017 zum Welterbe \u201eH\u00f6hlen und Eiszeitkunst der Schw\u00e4bischen Alb\u201c ernannt wurden. Das Museum f\u00fcr altsteinzeitliche Kunst und Musik in Baden-W\u00fcrttemberg und Forschungsmuseum der Universit\u00e4t T\u00fcbingen erkl\u00e4rt das eiszeitliche Leben der J\u00e4ger und Sammler am Rand der Schw\u00e4bischen Alb vor 40.000 Jahren. Prominentestes Exponat ist das Original der \u201eVenus vom Hohle Fels\u201c.<\/p>\n<p>\u00d6ffnungszeiten: Di bis So und feiertags, 10 bis 17 Uhr \u2013 <a href=\"https:\/\/www.urmu.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.urmu.de<\/a><\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\"><em>WEBcode 243071<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fund des Jahres 2024 im Urgeschichtlichen Museums Blaubeuren ausgestellt Diese au\u00dfergew\u00f6hnliche eiszeitliche Figur aus der Welterbeh\u00f6hle \u201eHohle Fels\u201c soll die Darstellung eines Otters sein, sie repr\u00e4sentiert wom\u00f6glich die Wassertiere.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":19305,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-19304","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19304","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=19304"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19304\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19308,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/19304\/revisions\/19308"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/19305"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=19304"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=19304"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=19304"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}