{"id":19865,"date":"2025-09-11T11:26:09","date_gmt":"2025-09-11T09:26:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19865"},"modified":"2025-10-22T11:46:20","modified_gmt":"2025-10-22T09:46:20","slug":"4-neue-supermaenner-entdeckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=19865","title":{"rendered":"4 neue Superm\u00e4nner entdeckt"},"content":{"rendered":"<p><em>Neuer Winzling mit riesigen Kr\u00e4ften im Nationalpark Schwarzwald entdeckt<\/em><\/p>\n<p>Das B\u00e4rtierchen ist Weltraum-erprobt. Das meist 0,1 bis 0,5 Millimeter winzige Gesch\u00f6pf \u00fcbersteht als bisher einzig bekannte Art Temperaturen \u00fcber 110 Grad Celsius genauso wie minus 200 Grad K\u00e4lte. Das vier- bis achtbeinige Superwesen<!--more--> \u00fcberlebt sowohl radioaktive Strahlung als auch das Vakuum des Weltalls. Im Nationalpark Schwarzwald wurden bereits 28 Arten dieser Superorganismen entdeckt, vier davon unbekannt. Eine der neuen Art nun wurde im September nach Ministerpr\u00e4sident Winfried Kretschmann benannt: \u201eRamazzottius kretschmanni \u201c, um dessen Engagement f\u00fcr Artenschutz zu w\u00fcrdigen. Bei unwirtlichen Lebensbedingungen schrumpfen die ansonsten an weiche Gummib\u00e4rchen erinnernden Lebewesen zusammen, \u00e4hnlich einem zerknautschten Staubsaugerbeutel. So k\u00f6nnen sie mehr als 20 Jahre \u00fcberdauern, um bei besseren Bedingungen in nur 30 Minuten neu zu erwachen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-19862\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Baertirchen-Ramazzottius_kretschmanni_Eye-of-Science.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"276\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Baertirchen-Ramazzottius_kretschmanni_Eye-of-Science.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Baertirchen-Ramazzottius_kretschmanni_Eye-of-Science-160x138.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Baertirchen-Ramazzottius_kretschmanni_Eye-of-Science-150x129.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>B\u00e4rtierchen nur 0,1 bis 0,5 Millimeter klein, Foto: Eye of Science<\/em><\/span><\/p>\n<p>Die neue Art ist winzig klein, hat trotzdem b\u00e4renstarke F\u00e4higkeiten und birgt noch viele Geheimnisse: Im Nationalparkzentrum am Ruhestein konnte Ministerpr\u00e4sident Winfried Kretschmann heute das B\u00e4rtierchen Ramazzottius kretschmanni kennenlernen. Es wurde weltweit erstmals im Nationalpark Schwarzwald entdeckt und wissenschaftlich beschrieben und nach Kretschmann benannt, um dessen Engagement f\u00fcr Artenschutz und Biodiversit\u00e4t zu w\u00fcrdigen.<\/p>\n<p>\u201eIch freue mich sehr \u00fcber diese Ehrung. Der Nationalpark liegt mir wie alle Schutzgebiete besonders am Herzen. Und der Erhalt der Artenvielfalt geh\u00f6rt zu den wichtigsten Aufgaben, die wir als Menschheit haben. So k\u00f6nnen wir die Zukunft unseres Planeten sichern\u201c, sagte Kretschmann. \u201eF\u00fcr mich als Biologen ist es nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Ehre, in der Nomenklatur biologischer Arten verewigt zu sein. Jedes Lebewesen ist wichtig f\u00fcr unseren Planeten \u2013 uns sei es noch so klein. Das sieht man auch daran, dass es B\u00e4rtierchen schon viel l\u00e4nger gibt als uns Menschen und sie extremen Umweltbedingungen standhalten. Damit sind B\u00e4rtierchen echte Wunderwesen der Natur.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnter den 10 000 Arten, die wir in den ersten zehn Nationalparkjahren auf unserem Gebiet nachweisen konnten, z\u00e4hlt dieses B\u00e4rtierchen definitiv zu den kleinsten \u2013 biologisch betrachtet hat es aber ganz besondere F\u00e4higkeiten und ist deshalb sehr geeignet, die Bedeutung der Artenvielfalt zu verk\u00f6rpern\u201c, best\u00e4tigte die stellvertretende Nationalparkleiterin Britta B\u00f6hr. \u201eDamit spielt es auch f\u00fcr uns in der Wildnisbildung eine gro\u00dfe Rolle\u201c, erg\u00e4nzte Charly Ebel, Fachbereichsleiter Besucherinformation. Er \u00fcberreichte dem Ministerpr\u00e4sidenten ein Modell des Tierchens, das mit blo\u00dfem Auge nur unter dem Mikroskop zu erkennen ist.<\/p>\n<p><strong>Weltraumerprobt ohne Schutzanzug<\/strong><br \/>\nDie B\u00e4rtierchen sind zum Beispiel die bisher einzig bekannte Art, die einen Weltraumflug ohne Schutzanzug \u00fcberlebten. \u201eDas haben sie einer ihrer Superkr\u00e4fte zu verdanken, die sie bei extremen Bedingungen zusammenschrumpfen l\u00e4sst, so dass sie Temperaturen \u00fcber 110 Grad Celsius genauso wie bis zu \u2013 200 Grad problemlos \u00fcberstehen\u201c, erkl\u00e4rte Prof. Ralph O. Schill, Zoologe von der Universit\u00e4t Stuttgart und einer der f\u00fchrenden B\u00e4rtierchen-Experten. In diesem Zustand, in dem die ansonsten an weiche Gummib\u00e4rchen erinnernden Lebewesen, einem zerknautschten Staubsaugerbeutel \u00e4hneln, k\u00f6nnen sie mehr als 20 Jahre \u00fcberdauern. Um dann, bei besseren Bedingungen, innerhalb von 30 Minuten zu neuem Leben zu erwachen.<\/p>\n<p>Da bei der Gr\u00fcndung des Nationalparks vor elf Jahren keine verwendbaren Daten \u00fcber B\u00e4rtierchen aus dem Nationalparkgebiet vorlagen, unternahm Prof. Schill 2016 eine Erstuntersuchung dieser Artengruppe, die gerne auf und in feuchten Moosen und Flechten lebt. In der Umgebung des Wilden Sees, bei den Allerheiligen-Wasserf\u00e4llen und auf zwei Wei\u00dftannen im Bereich des Nationalparkzentrums konnte Schill insgesamt 28 B\u00e4rtierchenarten nachweisen, darunter vier noch unbekannte. Das entspricht mehr als 30 Prozent aller bisher bekannten Arten in Deutschland.<\/p>\n<p>\u201eKlein bedeutet nicht unwichtig\u201c, betonte Ministerpr\u00e4sident Winfried Kretschmann, nach dem auch schon eine Kaktus- und eine Wespenart benannt ist.\u00a0 \u201eJedes Lebewesen hat eine Funktion, und in gewissem Ma\u00dfe ist es sogar so: je kleiner, desto basaler f\u00fcr das Leben auf unserem Planeten.\u201c Der unsichtbare Bereich des Nationalparks sei \u201eohne Frage der Bereich mit der gr\u00f6\u00dften Artenvielfalt\u201c, best\u00e4tigte Britta B\u00f6hr. \u00a0\u201eUnd diese Entdeckungen unterstreichen, wie wichtig der Nationalpark f\u00fcr seltene und bisher unbekannte Arten ist.\u201c Neben den B\u00e4rtierchen z\u00e4hlten dazu auch die Moose, Flechten und Pilze. Erlebbar wird deren wundersame verborgene Welt f\u00fcr die G\u00e4ste des Schutzgebiets im Nationalparkzentrum am Ruhestein.<\/p>\n<h2><span style=\"color: #008000;\">Sph\u00e4re-Wissen<\/span><\/h2>\n<blockquote><p>B\u00e4rtierchen, auch als \u201eTardigraden\u201c bekannt, geh\u00f6ren zu den au\u00dfergew\u00f6hnlichsten Lebewesen der Erde. Sie besiedeln extreme Lebensr\u00e4ume \u2013 von hei\u00dfen W\u00fcsten \u00fcber tropische Regenw\u00e4lder bis hin zu Gletschern und der Tiefsee. Ihre einzigartige F\u00e4higkeit, vollst\u00e4ndig auszutrocknen oder einzufrieren und dennoch zu \u00fcberleben, macht sie zu wahren \u00dcberlebensk\u00fcnstlern. Weltweit sind bislang knapp 1.500 Arten beschrieben, doch in Deutschland ist ihre Artenvielfalt noch weitgehend unerforscht.<\/p>\n<p>Die nur rund 800 Mikrometer gro\u00dfen Tiere der Art Ramazzottius kretschmanni besitzen eine r\u00f6tlich-beige F\u00e4rbung &#8211; ungew\u00f6hnlich f\u00fcr B\u00e4rtierchen, die meist farblos oder unscheinbar sind. Sie leben bevorzugt in Moosen. Bemerkenswert ist ihr Vorkommen in den Baumkronen: Da die Tiere nicht aktiv an St\u00e4mmen hinaufklettern k\u00f6nnen, gelangen sie mithilfe spezieller Strategien in luftige H\u00f6hen \u2013 etwa indem sie im ausgetrockneten Zustand vom Wind verdriftet oder mit Moosst\u00fccken durch V\u00f6gel in die Baumkronen transportiert werden.<\/p>\n<p>In Deutschland sind nach aktuellem Stand insgesamt 99 B\u00e4rtierchenarten bekannt \u2013 91 Arten, die im Moos leben, und 8 Arten aus der Nord- und Ostsee. Mit 80 nachgewiesenen Arten steht Baden-W\u00fcrttemberg bundesweit an der Spitze. Damit leben rund 88 Prozent aller in Deutschland bekannten B\u00e4rtierchenarten im S\u00fcdwesten \u2013 ein Beleg f\u00fcr die Bedeutung der Region als Hotspot der Biodiversit\u00e4t.<\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #808080;\">WEBcode 253066<\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neuer Winzling mit riesigen Kr\u00e4ften im Nationalpark Schwarzwald entdeckt Das B\u00e4rtierchen ist Weltraum-erprobt. Das meist 0,1 bis 0,5 Millimeter winzige Gesch\u00f6pf \u00fcbersteht als bisher einzig bekannte Art Temperaturen \u00fcber 110 Grad Celsius genauso wie minus 200 Grad K\u00e4lte. 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