{"id":2247,"date":"2011-04-04T21:05:34","date_gmt":"2011-04-04T19:05:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=2247"},"modified":"2019-07-18T12:03:02","modified_gmt":"2019-07-18T10:03:02","slug":"energiewende-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=2247","title":{"rendered":"Energiewende jetzt"},"content":{"rendered":"<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" title=\"radio_logo\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/radio_logo.gif\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"30\" \/> Klimaschutzregion Reutlingen: 100 Prozent Erneuerbare-Energie-Region<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/kongress_klimaschutz_3BFW56.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2251\" title=\"kongress_klimaschutz_3BFW56\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/kongress_klimaschutz_3BFW56-160x106.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"106\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/kongress_klimaschutz_3BFW56-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/kongress_klimaschutz_3BFW56-140x93.jpg 140w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/kongress_klimaschutz_3BFW56.jpg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/><\/a>Der Landkreis Reutlingen steckt sich hohe Ziele. 100 Prozent saubere Energie? Geht das? Und wie? Dies war die Fragestellung des hochkar\u00e4tig besetzten Kongresses am 2. April 2011, im Herzen des Biosph\u00e4rengebietes Schw\u00e4bische Alb, im Schloss Bad Urach. Was ein Gedankenspiel sein sollte \u2013 die Planungen des Kongresses begannen schon Anfang des Jahres \u2013 \u00a0verwandelte das Atomdrama Fokushima<!--more--> in Japan und \u00a0die historischen Landtagswahlen in Baden-W\u00fcrttemberg zu einer Art Krisensitzung, zu einer unausagesprochenen Aufforderung nun zu Handeln und endlich neue Wege nicht nur zu denken. Die kompetenten Redner begeisterten die Zuh\u00f6rer\u00a0<span style=\"color: #ff0000;\">(siehe Podcasts unten)<span style=\"color: #000000;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_2261\" style=\"width: 135px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2261\" class=\"size-full wp-image-2261\" title=\"reumann_3BFW5609\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/reumann_3BFW5609.jpg\" alt=\"\" width=\"125\" height=\"182\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/reumann_3BFW5609.jpg 125w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/reumann_3BFW5609-109x160.jpg 109w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/reumann_3BFW5609-96x140.jpg 96w\" sizes=\"auto, (max-width: 125px) 100vw, 125px\" \/><p id=\"caption-attachment-2261\" class=\"wp-caption-text\">Gastgeber: Landrat Thomas Reumann gibt mit diesem Klimaschutz-Kongress nicht nur Denkanst\u00f6\u00dfe, vielleicht l\u00e4utete er gar bei den Kommunalpolitikern die Energiewende ein.<\/p><\/div>\n<p>Die geladenen G\u00e4ste, Kreisr\u00e4te, B\u00fcrgermeister, Gemeinder\u00e4te spendierten dem Vortrag von Bundestagsabgeordneten der Gr\u00fcnen, Fritz Kuhn <span style=\"color: #ff0000;\">(siehe Podcast unten)<\/span>, \u00fcberraschend h\u00e4ufig Szenenapplaus. Die Aktualit\u00e4t der Ereignisse schufen eine ungew\u00f6hnlich kooperative Atmosph\u00e4re \u00fcber alle Parteilager hinweg. Auch der brillante Vortrag des EU-Kommissars G\u00fcnther Oettinger\u00a0lieferte tiefe, erkenntnisreiche Einblicke in die globalen Zusammenh\u00e4nge und Zw\u00e4nge der Energiedebatte <span style=\"color: #ff0000;\">(siehe Podcast unten)<\/span>. Sein Credo: \u00a0\u201e20-20-20 bis 2020&#8243;. Unter diesem Motto pr\u00e4sentierte diese Idee vor zwei Jahren EU-Kommisionspr\u00e4sident Jos\u00e9 Manuel\u00a0Barroso beim Klimaschutzgipfel\u00a0ein Konzept, bei dem Treibhausgasemissionen um 20 Prozent reduziert werden sollen, vielleicht sogar 30 Prozent\u00a0im Rahmen eines internationalen Abkommens. Der Gesamtanteil an erneuerbaren Energien soll in der EU auf ebenfalls 20 Prozent\u00a0steigen und die Energieeffizienz um 20 Prozent\u00a0erh\u00f6ht werden. Teil dieses Konzepts seien auch 10 Prozent\u00a0Biokraftstoffe. Oettinger gab deutliche Signale, den nun \u00fcberf\u00e4lligen Umbruch anzupacken.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Etwas verhaltener gab sich Tanja G\u00f6nner, die bis zur Regierungsneubildung durch die Gr\u00fcnen noch als Ministerin \u00a0f\u00fcr Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-W\u00fcrttemberg amtiert. Sie konzentrierte sich bei ihrer Rede darauf, zu referieren, welche Ziele das Land unter der F\u00fchrung CDU erreicht hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ebenso wenig Aufbruchsstimmung verbreitete Hans-Peter Villis, Vorstandsvorsitzender EnBW AG. Denn der Energieversorger liefert einen Energiemix, der sich mit satten 57 Prozent extrem atomlastig zeigt. Bei erneuerbaren Energien liegt der Stromer im L\u00e4ndle unterdurchschnittlich bei nur elf Prozent. Zum Vergleich: Der Energiemix in Deutschland setzt sich wie folgt zusammen:<\/p>\n<p><em><span style=\"color: #808080;\">Laut BDEW-Erhebung waren die konventionellen Energietr\u00e4ger auch im vergangenen Jahr die tragende S\u00e4ule der Stromerzeugung: Fast 80 Prozent des Stroms in Deutschland wurden 2010 aus Kohle, Kernenergie und Erdgas produziert. Davon entfielen 41 Prozent allein auf Kohle. Die Kernenergie stellte 23 Prozent und Erdgas 14 Prozent des Stroms. Die Erneuerbaren Energien konnten ihren Beitrag zur Stromproduktion nach Angaben des BDEW leicht auf 17 Prozent steigern. Dabei trug die Windkraft 6,2 Prozent bei. Biomasse lieferte 4,7 Prozent des Stroms. Der Anteil der Wasserkraft lag bei 3,2 Prozent. Die Photovoltaik stellte 2,0 Prozent des Stroms und der Anteil regenerativen Stroms aus M\u00fcllkraftwerken betrug 0,8 Prozent. <\/span><\/em><\/p>\n<p><em><span style=\"color: #808080;\">Quelle: Strommix 2010,\u00a0Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)<\/span><\/em><\/p>\n<ul style=\"text-align: left;\">\n<li><em><span style=\"color: #808080;\">Atomstrom &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211; 23 %<\/span><\/em><\/li>\n<li><em><span style=\"color: #808080;\">Kohle &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; 41 %<\/span><\/em><\/li>\n<li><em><span style=\"color: #808080;\">Erdgas &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;- 14 %<\/span><\/em><\/li>\n<li><em><span style=\"color: #99cc00;\">erneuerbare Energien &#8212;&#8211; 17 %<\/span><\/em><\/li>\n<li><em><span style=\"color: #99cc00;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Wind &#8212;&#8212;&#8212;&#8211; 6,2 %<\/span><\/em><\/li>\n<li><em><span style=\"color: #99cc00;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Biomasse &#8212;&#8212; 4,7 %<\/span><\/em><\/li>\n<li><em><span style=\"color: #99cc00;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Wasser &#8212;&#8212;&#8211; 3,2 %<\/span><\/em><\/li>\n<li><em><span style=\"color: #888888;\"><span style=\"color: #99cc00;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; <\/span><em><span style=\"color: #99cc00;\">Photovoltaik &#8212; 2,0 %<\/span><\/em><\/span><\/em><\/li>\n<li><em><span style=\"color: #888888;\"><em><span style=\"color: #99cc00;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; M\u00fcllkraft &#8212;&#8212; 0,8 %<\/span><\/em><\/span><\/em><\/li>\n<li><em><span style=\"color: #808080;\">sonstige Energietr\u00e4ger&#8212;&#8211; 5 % <\/span><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\">Immerhin r\u00e4umte er ein, dass die EnBW den Anteil des Atomstroms auf 45 Prozent senken wolle. Die Problematik der erneuerbaren Energieen sei, dass Windr\u00e4der und Solarzellen unter Umst\u00e4nden Strom liefern, wenn ihn keiner braucht. Darum m\u00fcssen wohl gigantische Pumpspeicherkraftwerke her, die es wohl hier so nicht geben kann, so die pessimistische Einsch\u00e4tzung des Vorstandsvorsitzenden. Der Gr\u00fcnen-Politiker Kuhn dagegen argumentiert mit intelligenter Netzauslastung. Die Stromspitzen senken und die Stomt\u00e4ler (beispielsweise Nachts) auff\u00fcllen mit \u00fcber Zeitschaltuhren- oder Tarif-gesteuerten elektrischen Verbrauchern. Die Waschmaschine muss nicht mittags laufen, wenn alle Kochplatten der Republik um 12 Uhr gl\u00fchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Fazit dieser Redner und \u00a0die Reaktionen des Auditoriums zeigen: Es ist zu schaffen. Reutlingen kann eine \u201e100% Erneuerbare-Energie-Region\u201c werden. Die Klimaerw\u00e4rmung scheint nur wenig eindr\u00fccklich den ernst der globalen Energielage zu vermitteln. Um die Bilder von Fukushima aber kommt die Welt nun nicht mehr vorbei, dies war im Bad Uracher Schloss deutlich zu sp\u00fcren.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: left;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"radio_logo\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/radio_logo.gif\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"30\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/oettinger_3BFW5625.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"oettinger_3BFW5625\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/oettinger_3BFW5625-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> <em>Interview: EU-Kommissar G\u00fcnther Oettinger<\/em><\/p>\n<div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2712\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-2247-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/guenther_oettinger_energie.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/guenther_oettinger_energie.mp3\">http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/guenther_oettinger_energie.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\" style=\"margin-bottom: 1px !important;\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/guenther_oettinger_energie.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?powerpress_pinw=2247-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a 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src=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/interaktive_karte\/PDFpool\/media\/energiekonzepte_biosphaere_.jpg\" alt=\"Energiekonzepte\" width=\"250\" height=\"163\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"pdf\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/pdf.gif\" alt=\"PDF-Download: Print-Artikel runterladen\" width=\"39\" height=\"18\" \/><a href=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/interaktive_karte\/PDFpool\/PDF\/Lesetipp_biosphaere_themen\/energiekonzepte_biosphaere_schaebische_alb.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Print runterladen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=1275\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Link zum Artikel<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>Weiterf\u00fchrende Klima-Artikel:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"?p=191\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Alb soll Klimaschutzregion werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"?p=1020\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Perpetuum Mobile<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimaschutzregion Reutlingen: 100 Prozent Erneuerbare-Energie-Region Der Landkreis Reutlingen steckt sich hohe Ziele. 100 Prozent saubere Energie? 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