{"id":239,"date":"2010-11-17T21:10:56","date_gmt":"2010-11-17T20:10:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=239"},"modified":"2017-04-04T10:07:49","modified_gmt":"2017-04-04T08:07:49","slug":"schafer-des-jahres","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=239","title":{"rendered":"Sch\u00e4fer des Jahres"},"content":{"rendered":"<p><em>NABU und Bundesforst zeichnen Familie Stotz f\u00fcr besonderes Engagement aus<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-240\" title=\"Schaf_IMG_3981\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/IMG_3981.jpg\" alt=\"Schafe auf dem ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatz M\u00fcnsingen\" width=\"160\" height=\"107\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/IMG_3981.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/IMG_3981-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/><\/p>\n<p><strong>M\u00fcnsingen<\/strong> \u2013 Die Familie Stotz aus M\u00fcnsingen ist \u201eSch\u00e4fer des Jahres 2010\u201c. NABU Baden-W\u00fcrttemberg und Bundesforst ehren mit dieser Auszeichnung allj\u00e4hrlich Sch\u00e4fereibetriebe, die sich in besonderer Weise um die Erhaltung der wertvollen Kulturlandschaft rund um den ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatz M\u00fcnsingen verdient machen. <!--more-->\u201eWir gratulieren der Familie Stotz herzlich und freuen uns, dass sich die Jury in diesem Jahr f\u00fcr einen besonders innovativen Betrieb entschieden hat\u201c, sagten der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann sowie Lydia Nittel, Leiterin Funktionsbereich Naturschutz des Bundesforstbetriebs Heuberg, bei der Urkundenverleihung am heutigen Mittwoch in M\u00fcnsingen. Die Auszeichnung wird seit 2008 vergeben und ist mit 2.000 Euro dotiert.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><span style=\"font-family: Arial;\">B\u00e4rbel und Gerhard Stotz betreiben gemeinsam mit ihrem Sohn Christian einen Gemeinschaftsbetrieb, der aus rund 2.500 Mutterschafen und 1.000 bis 1.500 L\u00e4mmern besteht. Die Familie bewirtschaftet damit eine Pachtfl\u00e4che von 630 Hektar auf dem ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatz. Ferner geh\u00f6ren Fl\u00e4chen rund um M\u00fcnsingen sowie bis ins Lautertal zum Betrieb dazu. \u201eWir sind Sch\u00e4fer in der f\u00fcnften Generation und f\u00fchlen uns aus dieser Tradition heraus mit unserer heimischen Kulturlandschaft in besonderem Ma\u00dfe verbunden\u201c, betonen die Preistr\u00e4ger.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><span style=\"font-family: Arial;\">Positiv bewertete die Jury, dass die Tiere der Familie Stotz nicht in der Koppel gehalten, sondern traditionell geh\u00fctet werden. \u201eDa die Sch\u00e4fer ihre Herde sehr gut f\u00fchren, k\u00f6nnen sich die beweideten Fl\u00e4chen hervorragend entwickeln: Weder fressen die Schafe zu viel ab, noch \u00fcberwuchern die Fl\u00e4chen\u201c, erkl\u00e4rt Nittel. \u201eSo haben auch Bodenbr\u00fcter wie Heidelerche und Wachtel eine Chance zum Br\u00fcten und das kulturhistorisch einmalige Landschaftsbild\u00a0 bleibt erhalten.\u201c Die Familie Stotz bewirtschaftet auch sehr hochwertige Naturschutzfl\u00e4chen au\u00dferhalb des ehemaligen Schie\u00dfplatzes, die jedoch steil und daher schwierig zu beweiden sind. Besonders lobte die Jury die Haltung der Tiere im Winter: Die Stallhaltung ist auf ein Minimum beschr\u00e4nkt, die St\u00e4lle verf\u00fcgen \u00fcber Tageslicht und Stroheinstreu, die Tiere sind gesund und werden mit ausgezeichnetem Futter aus der Region versorgt. Ein Teil der Herde zieht im Stile der echten Wandersch\u00e4ferei im Winter nach Oberschwaben auf die Winterweide.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><span style=\"font-family: Arial;\">Ganz besonders \u00fcberzeugte die Jury, dass die Familie Stotz auch bei der Vermarktung innovative Wege beschreitet. So erzeugen sie Lammfleisch von h\u00f6chster Qualit\u00e4t, mit dem sie neben der Sternegastronomie vor allem auch die regionale Spitzengastronomie beliefern. Eine besondere Auszeichnung hierf\u00fcr erhielten sie im vergangenen Jahr, als sie vom Gourmet-Ratgeber Gault Millau als einziger Sch\u00e4fer in Baden-W\u00fcrttemberg zum Genussbotschafter gew\u00e4hlt wurden. \u201eBeeindruckt bin ich, dass die Familie Stotz als \u201aVordenker\u2019 im Bezug auf die F\u00f6rderung regionaler Wirtschaftskreisl\u00e4ufe nun auch den Versuch wagt, die Wolle wieder zu vermarkten\u201c, sagte NABU-Landeschef Baumann. \u201eDas mag auf den ersten Blick vielleicht ganz selbstverst\u00e4ndlich klingen \u2013 das ist es aber nicht. Seit Jahren ist Wolle in Deutschland gr\u00f6\u00dftenteils ein \u201aAbfallprodukt\u2019, da die Wollpreise durch \u00dcberangebote aus \u00dcbersee am Boden liegen und kaum die Kosten f\u00fcr die Schafschur decken. Mit der gesch\u00fctzten Marke \u201aalbmerino\u2019 beschreitet die Familie Stotz nun wieder traditionelle Wege auf neue Art und Weise. Das begeistert mich.\u201c Neben Handstrickwolle hat der Betrieb seit Herbst nun auch die erste Kollektion auf die Beine gestellt \u2013 in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls in der Region ans\u00e4ssigen Naturtextilienhersteller Flomax aus St. Johann G\u00e4chingen, der das Vorhaben mit gro\u00dfem Engagement und Know-how vorantrieb.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: x-small;\"><span style=\"font-family: Arial;\">Der NABU-Landesvorsitzende w\u00fcnscht sich, dass die wichtige Aufgabe der Wandersch\u00e4fer im Land auch von der Politik st\u00e4rker erkannt und anerkannt wird: \u201eF\u00fcr die Erhaltung der Kulturlandschaft und der Artenvielfalt sind die Sch\u00e4fer unersetzlich. Ich fordere die Landesregierung daher auf, dieses besondere Engagement auch zu honorieren und einen angemessenen Landschaftspflegebonus f\u00fcr die arbeitsintensive H\u00fctehaltung zu zahlen.\u201c Die derzeitige politische Realit\u00e4t sieht leider anders aus: Selbst die bereits angek\u00fcndigte Erh\u00f6hung der F\u00f6rders\u00e4tze des MEKA f\u00fcr die naturvertr\u00e4gliche Bewirtschaftung von Wiesen und Weiden sowie der Landschaftspflegerichtlinie f\u00fcr die H\u00fctehaltung um lediglich zehn Euro pro Hektar ab 2010 fiel beim Ministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und L\u00e4ndlichen Raum wieder dem Rotstift zum Opfer.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00fcnsingen \u2013 Die Familie Stotz aus M\u00fcnsingen ist \u201eSch\u00e4fer des Jahres 2010\u201c. 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