{"id":2925,"date":"2011-06-30T11:00:09","date_gmt":"2011-06-30T09:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=2925"},"modified":"2011-06-30T14:03:57","modified_gmt":"2011-06-30T12:03:57","slug":"munsinger-hardt-bleibt-naturschatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=2925","title":{"rendered":"M\u00fcnsinger Hardt bleibt Naturschatz"},"content":{"rendered":"<p><em>Der ehemalige Truppen\u00fcbungsplatz wird NABU-Naturwald-Betrieb<\/em><\/p>\n<p>Gute Nachrichten f\u00fcr Schwarzspecht, Rotmilan und Raufu\u00dfkauz: Der Bundesforst wird die W\u00e4lder des ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatzes M\u00fcnsingen nach den Kriterien einer NABU-Naturwald-Gemeinde bewirtschaften. Somit wird die Keimzelle des Biosph\u00e4rengebietes als besonders wertvolle Naturoase bewahrt. Daher verleiht der NABU dem zust\u00e4ndigen Forstbetrieb \u201eM\u00fcnsinger Hardt\u201c die Auszeichnung \u201eNABU-Naturwald-Betrieb\u201c.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1231\" title=\"herbst_wandern_wald_buche_3\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/herbst_wandern_wald_buche_3.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/herbst_wandern_wald_buche_3.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/herbst_wandern_wald_buche_3-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/herbst_wandern_wald_buche_3-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Diese Auszeichnung \u00fcbergab NABU-Landesvorsitzender\u00a0Dr. Andre Baumann dem Vorstand der Bundesanstalt f\u00fcr Immobilienaufgaben (BImA), \u00a0Axel Kunze, und\u00a0Dr. Dietmar G\u00f6tze, Leiter des Bundesforstbetriebs Heuberg.<\/p>\n<p>Die F\u00f6rster des ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatzes werden den Wald nach den Kriterien des NABU bewirtschaften. \u201eIch freue mich sehr, dass die W\u00e4lder in der Keimzelle des Biosph\u00e4rengebietes besonders naturnah bewirtschaftet werden. Der NABU bedankt sich daf\u00fcr im Namen aller Tiere und Pflanzen herzlich bei Bundesforst\u201c, sagte der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann bei der Verleihung der Urkunde. \u201eIch werbe sehr daf\u00fcr, dieses vorbildliche Konzept auf das gesamte Biosph\u00e4rengebiet auszuweiten und im Rahmenkonzept festzuschreiben.\u201c Besonders vorbildlich sei neben der Waldbewirtschaftung auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen NABU und Bundesforst.<\/p>\n<p>Auch Axel Kunze, Vorstand der Bundesanstalt f\u00fcr Immobilienaufgaben, zu der der Bundesforst geh\u00f6rt, stellte den Wert der Kooperation zwischen NABU und Bundesforst \u2013 sowie dem Land \u2013 als Erfolgsfaktor heraus. \u201eGemeinsam wollen wir mit dem NABU-Naturwald-Betrieb M\u00fcnsinger Hardt einen Beitrag zum Erfolg des Biosph\u00e4rengebietes leisten und einmal mehr zeigen, dass ein Naturwald sowohl \u00f6kologisch als auch \u00f6konomisch zukunftsf\u00e4hig ist\u201c, sagte Kunze. \u201eDabei ist uns besonders wichtig, dass auch die Menschen der Region weiterhin von \u201aihrem Wald\u2019 profitieren, etwa indem er nach wie vor den gro\u00dfen Brennholzbedarf deckt.\u201c<\/p>\n<p>Der Wald auf dem ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatz umfasst knapp 2.500 Hektar. Ein F\u00fcnftel der Fl\u00e4che werde vollst\u00e4ndig aus der Nutzung fallen und sich selbst \u00fcberlassen bleiben \u2013 zum gr\u00f6\u00dften Teil als Kernzone des Biosph\u00e4rengebietes, erkl\u00e4rte der f\u00fcr das Gebiet zust\u00e4ndige Leiter des Bundesforstbetriebs Heuberg, Dr. Dietmar G\u00f6tze. Er und sein Team haben in den vergangenen Monaten gemeinsam mit weiteren Experten eine neue \u201eForsteinrichtung\u201c erarbeitet. So nennen F\u00f6rster ihre ausf\u00fchrliche Planung f\u00fcr die Bewirtschaftung der W\u00e4lder der n\u00e4chsten zehn Jahre. \u201eIch glaube, dass es uns bei der Forsteinrichtung gelungen ist, sowohl eine finanziell tragf\u00e4hige Bewirtschaftung sicherzustellen, als auch in besonders hohem Ma\u00dfe den Naturschutz im Wald voranzubringen\u201c, sagte G\u00f6tze. \u201eSo setzen wir auf dem Truppen\u00fcbungsplatz die europ\u00e4ische Naturschutzrichtlinie FFH (Flora-Fauna-Habitat) engagiert um. Zudem nehmen wir besonders viel R\u00fccksicht auf V\u00f6gel, die in oder auf den B\u00e4umen nisten. Wir haben beispielsweise jeden einzelnen Horstbaum kartiert, auf die wir besonders achten werden.\u201c<\/p>\n<p>Auch der NABU beurteilt die Forsteinrichtung als besonders gelungen \u2013 und zwar sowohl das Ergebnis als auch den gesamten Prozess. So seien NABU-Vertreter von Anfang an in das transparente Verfahren eingebunden worden. \u201eIch bedanke mich f\u00fcr die gute Zusammenarbeit und freue mich, dass wir mit dem Forstbetrieb M\u00fcnsinger Hardt nun den zweiten NABU-Naturwald im Biosph\u00e4rengebiet nach Pfullingen auszeichnen konnten\u201c, sagte NABU-Landeschef Baumann.<\/p>\n<p><strong> Info: NABU-Naturw\u00e4lder<\/strong><\/p>\n<p>Als NABU-Naturwaldgemeinde zeichnet der NABU Kommunen aus, die ihre W\u00e4lder besonders naturvertr\u00e4glich bewirtschaften. So verzichten NABU-Naturwaldgemeinden auf Kahlschl\u00e4ge und Chemie im Wald. Anstatt B\u00e4ume zu pflanzen, lassen sie der Naturverj\u00fcngung den Vortritt. Au\u00dferdem verpflichten sie sich zu sanften Betriebstechniken, aktivem Waldnaturschutz sowie zur Sicherung einer wald\u00f6kologisch tragbaren Wilddichte. Die Verpflichtung, den Einsatz regionaler Unternehmen ganz besonders zu f\u00f6rdern, setzt zugleich eine wichtige Forderung des Biosph\u00e4rengebiets um. Bislang gibt es f\u00fcnf NABU-Naturwaldgemeinden: Pfullingen, Bad D\u00fcrrheim, Hirschberg, K\u00f6nigsfeld und M\u00f6nchweiler. Mit dem \u201eM\u00fcnsinger Hardt\u201c wurde nun zum ersten Mal ein Forstbetrieb anstelle einer Gemeinde ausgezeichnet.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #808000;\">Sph\u00e4re Wissen<\/span><\/strong><\/p>\n<p>\u00d6konomie und \u00d6kologie k\u00f6nnen sich vor allem in der Waldbewirtschaftung in idealer Weise erg\u00e4nzen. Voraussetzung: Der Wald wird naturnah bewirtschaftet. Mit der Aktion &#8222;Naturwaldgemeinde&#8220; zeichnet der NABU kommunale Waldbesitzer aus, die sich in besonderer Weise um die fl\u00e4chendeckende naturnahe Bewirtschaftung Ihres Waldes bem\u00fchen. Unter der Voraussetzung, dass sich der Gemeinde- bzw. Stadtrat auf die &#8222;Naturwald-Kriterien&#8220; per Beschluss f\u00fcr mindestens 10 Jahre verpflichtet, erhalten die Gemeinden vom NABU eine Urkunde. Mit der Auszeichnung &#8222;Naturwaldgemeinde&#8220; und dem Logo &#8222;Lebendiger Wald&#8220; kann die Gemeinde gegen\u00fcber Ihren B\u00fcrgern und G\u00e4sten die besonderen Bem\u00fchungen zur Erhaltung und F\u00f6rderung der Lebensqualit\u00e4t und der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen dokumentieren.<\/p>\n<p>Mit M\u00f6nchweiler hat 2003 die f\u00fcnfte Naturwaldgemeinde in Baden-W\u00fcrttemberg die Auszeichnung des NABU erhalten. Naturwaldgemeinden verpflichten sich, f\u00fcr die Dauer von zehn Jahren bestimmte Bewirtschaftungskriterien einzuhalten. Sie setzen auf eine nat\u00fcrliche Verj\u00fcngung anstelle von Pflanzungen und ziehen sanfte Betriebstechniken dem Einsatz schwergewichtiger Vollernter vor. Weitere Naturwaldgemeinden im Land sind K\u00f6nigsfeld, Bad D\u00fcrrheim, Pfullingen und Hirschberg an der Bergstra\u00dfe. Bundesweit hat der NABU 15 Gemeinden mit dem NABU-Zertifikat gek\u00fcrt.<br \/>\n<strong><\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #808000;\">NABU-Kriterien zur Waldbewirtschaftung in Naturwaldgemeinden<\/span><\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Vollst\u00e4ndiger Verzicht auf kahlschlagsweise Nutzung der W\u00e4lder<\/strong><br \/>\nDie Naturwaldgemeinde verpflichtet sich, ihren Wald auf der gesamten Betriebsfl\u00e4che kahlschlagsfrei zu bewirtschaften. Durch Kahlschl\u00e4ge wird das zuvor vorhandene, f\u00fcr die W\u00e4lder typische, sch\u00fctzende Bestandsinnenklima durch ein Freilandklima mit extremen Witterungsbedingungen ersetzt. Die N\u00e4hrstoffsituation der Waldb\u00f6den wird durch Kahlschl\u00e4ge nachhaltig verschlechtert.<\/li>\n<li><strong>Verzichtung auf Pflanzung &#8211; Vorrang der Naturverj\u00fcngung<\/strong><br \/>\nDie Naturwaldgemeinde nutzt kostenlose Absaat der B\u00e4ume und tr\u00e4gt dadurch zur generativen Bewahrung des stand\u00f6rtlich angepassten Erbmaterials der Baumpopulation bei. Die nat\u00fcrliche Verj\u00fcngung der Baumarten hat daher Vorrang vor k\u00fcnstlichen Bestandsbegr\u00fcndungen.<\/li>\n<li><strong>Verzicht auf Chemieeinsatz<\/strong><br \/>\nDie Naturwaldgemeinde unterl\u00e4sst jeden Chemieeinsatz im Stadtwald, auch den Einsatz nicht spezifischer, biologischer Forstschutzmittel und die k\u00fcnstliche Minerald\u00fcngung. Kalkungen erfolgen nur zur Kompensation von schadstoffbedingten Versauerungen im Oberboden nach Nachweis der Notwendigkeit durch vorhergehende Bodenuntersuchungen.<\/li>\n<li><strong>Sanfte Betriebstechnik<\/strong><br \/>\nEine am Einzelbaum orientierte Wertholzerzeugung in naturnahen Wirtschaftsw\u00e4ldern setzt selektive und waldpflegliche Arbeitstechniken voraus. Gegen\u00fcber Gro\u00dfmaschinen, deren Einsatz maschinengerechte, gro\u00dffl\u00e4chig einheitliche W\u00e4lder voraussetzt, ist die Arbeitskraft von Mensch, angepasste Techniken und Pferdeeinsatz in strukturreichen W\u00e4ldern \u00fcberlegen. Die Technik ist an die Grunds\u00e4tze einer naturnahen Waldbewirtschaftung anzupassen und nicht die Art der Waldbewirtschaftung an die technischen M\u00f6glichkeiten.<\/li>\n<li><strong>Aktiver Waldnaturschutz<\/strong><br \/>\nDie Naturwaldgemeinde bewirtschaftet ihren Wald &#8222;biologisch nachhaltig&#8220;. Durch eine naturnahe Waldbewirtschaftung und durch gezielte Ma\u00dfnahmen des Biotop- und Artenschutzes bewahrt sie dessen biologische Eigenart und Vielfalt.<\/li>\n<li><strong>Sicherung wald\u00f6kologisch tragbarer Wilddichten<\/strong><br \/>\nEine naturnahe Waldwirtschaft strebt den Aufbau sich selbst verj\u00fcngender, produktiver und vielf\u00e4ltiger Mischw\u00e4lder an. Dieses Ziel ist nur erreichbar, wenn die Schalenwildbest\u00e4nde eine Naturverj\u00fcngung aller vorkommender Baumarten zulassen. Die Naturwaldgemeinde verpflichtet sich dazu, die Jagd im Kommunalwald an dem Ziel waldvertr\u00e4glicher Wildbest\u00e4nde auszurichten und die Jagdorganisation bzw. Jagdpachtvertr\u00e4ge zum n\u00e4chstm\u00f6glichen Zeitpunkt anzupassen.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>(Quelle: NABU Baden-W\u00fcrttemberg)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ehemalige Truppen\u00fcbungsplatz wird NABU-Naturwald-Betrieb Gute Nachrichten f\u00fcr Schwarzspecht, Rotmilan und Raufu\u00dfkauz: Der Bundesforst wird die W\u00e4lder des ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatzes M\u00fcnsingen nach den Kriterien einer NABU-Naturwald-Gemeinde bewirtschaften. Somit wird die Keimzelle des Biosph\u00e4rengebietes als besonders wertvolle Naturoase bewahrt. 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