{"id":3480,"date":"2011-09-16T04:05:58","date_gmt":"2011-09-16T02:05:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=3480"},"modified":"2011-09-14T08:09:55","modified_gmt":"2011-09-14T06:09:55","slug":"mauereidechse-%e2%80%93-reptil-des-jahres-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=3480","title":{"rendered":"Mauereidechse \u2013 Reptil des Jahres 2011"},"content":{"rendered":"<p><em>Verein Amphibien\/Reptilien-Biotop-Schutz Baden-W\u00fcrttemberg sammelt Daten<\/em><\/p>\n<p>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Herpetologie und Terrarienkunde e.V. (DGHT) hat die Mauereidechse zum Reptil des Jahres 2011 gew\u00e4hlt. Die eher unauff\u00e4llig hell- bis mittelbraun oder grau gemusterte Eidechse mit dem dunklen Seitenband ist die kleinste unserer vier Eidechsenarten. Wie ihr Name verr\u00e4t, lebt das schnellf\u00fc\u00dfige Reptil gerne an Mauern, wobei sie da (berechtigterweise) durchaus w\u00e4hlerisch ist.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3481\" title=\"Mauereidechse_Kaiserstuhl_P\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Mauereidechse_Kaiserstuhl_P.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Mauereidechse_Kaiserstuhl_P.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Mauereidechse_Kaiserstuhl_P-160x128.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Mauereidechse_Kaiserstuhl_P-140x112.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Die Mauereidechse, wissenschaftlich <em>Podarcis muralis<\/em>, ist vor allen Dingen im Mittelmeerraum zuhause. In Deutschland kommt sie schwerpunktm\u00e4\u00dfig in den vom Klima beg\u00fcnstigten Bundesl\u00e4ndern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-W\u00fcrttemberg, vor. Hier kann man ihr insbesondere in Weinanbaugebieten und Gleisschotterfl\u00e4chen entlang der Bahnlinie begegnen.<\/p>\n<p>Wer die Mauereidechse beobachten m\u00f6chte, braucht etwas Geduld und sch\u00f6nes Wetter. Sogar im Winter kann man sie beim Sonnenbaden auf einem warmen Stein antreffen. Mit den Revierk\u00e4mpfen der M\u00e4nnchen \u2013 etwa Anfang M\u00e4rz \u2013 beginnt ihre Hauptaktivit\u00e4tszeit. Bald darauf finden sich auch die Weibchen ein. Etwa ein Monat nach der Paarung gr\u00e4bt das Weibchen 10-20 Zentimeter lange G\u00e4nge in lockeres und sandiges Erdreich, wo sie ihre Eier ablegt. Je nach Wetterverh\u00e4ltnissen kann es sechs bis elf Wochen dauern, bis die Jungtiere schl\u00fcpfen. Die machen sich alsbald auf Nahrungssuche, denn je mehr Energiereserven jetzt angefuttert werden k\u00f6nnen, desto besser stehen die Chancen, gut durch den Winter zu kommen. Insekten, Spinnen, Asseln oder auch mal Weintrauben stehen auf der Speisekarte. Ebenfalls \u00fcberlebensnotwendig ist ein geeigneter \u00dcberwinterungsplatz. Tiefe, frostfreie Spalten, in denen die Temperatur nicht unter f\u00fcnf Grad Celsius fallen kann, sind dazu ideal.<\/p>\n<p>Heute sind die meisten ihrer Lebensr\u00e4ume in unseren Breiten menschgemacht. So liebt die Mauereidechse unverfugte Mauern in Weinbergen (Trockenmauern), Gleisschotterfl\u00e4chen entlang der Bahnlinie, Steinbr\u00fcche und Abraumfl\u00e4chen mit beginnender Sukzession, aber auch Uferfl\u00e4chen und D\u00e4mme. Neben den\u00a0 beschriebenen Versteckpl\u00e4tzen braucht sie Bereiche ohne Vegetation, um sich zu sonnen und die Eier abzulegen, aber auch vegetationsreiche Abschnitte, die sich zur Jagd eignen. Ihre urspr\u00fcnglichen Lebensr\u00e4ume, wie naturnahe Flusst\u00e4ler mit Schotterfl\u00e4chen, Felsen und Blockhalden sind kaum mehr vorhanden. Und auch die Lebensr\u00e4ume aus Menschenhand sind durch die Intensivierung der Landwirtschaft, Flurbereinigungen, den Einsatz von Herbiziden im Weinbau und die Sanierung von altem Gem\u00e4uer in den vergangenen 50 Jahren deutlich zur\u00fcck gegangen. So kommt es, dass sich heute die zehn gr\u00f6\u00dften Vorkommen entlang von Bahnlinien befinden. Durch den Bau von Gewerbe- und Wohngebieten auf Bahnfl\u00e4chen sind jetzt auch diese Lebensr\u00e4ume bedroht.<\/p>\n<p>Wer eine Mauereidechse beobachtet hat, kann seinen Fund dem Verein Amphibien\/Reptilien-Biotop-Schutz (ABS) melden. Die ABS ist in Baden-W\u00fcrttemberg die zentrale Anlaufstelle f\u00fcr das Erfassen von Amphibien und Reptilien und schafft somit eine wichtige Grundlage f\u00fcr Schutzprojekte. Wichtig bei einer Meldung an die ABS sind Angaben \u00fcber den genauen Fundort, den Lebensraum und das Datum der Beobachtung. Fundmeldungen bitte an folgende e-Mail-Adresse der ABS senden: laufer@bfl-laufer.de.<\/p>\n<p>Eine Brosch\u00fcre mit ausf\u00fchrlichen Informationen zur Mauereidechse ist bei der DGHT-Gesch\u00e4ftsstelle, Telefon 02225\/703333, Mail gs@dght.de erh\u00e4ltlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verein Amphibien\/Reptilien-Biotop-Schutz Baden-W\u00fcrttemberg sammelt Daten Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Herpetologie und Terrarienkunde e.V. (DGHT) hat die Mauereidechse zum Reptil des Jahres 2011 gew\u00e4hlt. Die eher unauff\u00e4llig hell- bis mittelbraun oder grau gemusterte Eidechse mit dem dunklen Seitenband ist die kleinste unserer vier Eidechsenarten. 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