{"id":357,"date":"2006-12-29T13:02:16","date_gmt":"2006-12-29T12:02:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=357"},"modified":"2010-11-24T17:34:09","modified_gmt":"2010-11-24T16:34:09","slug":"sprengungen-auf-dem-truppenubungsplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=357","title":{"rendered":"Sprengungen auf dem \u00dcbungsplatz"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Explosionsgefahr im M\u00fcnsinger Hardt nicht untersch\u00e4tzen<\/em><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-left: 5px; margin-right: 5px;\" src=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/media_onlinenews\/06_12_28_diether.jpg\" alt=\"\" hspace=\"5\" width=\"150\" height=\"100\" align=\"right\" \/>29.12.2006<\/strong>: Es ist Samstag, 16. Dezember 2006. Das verlassene Dorf Gruorn im M\u00fcnsiger Hardt ist komplett abgeriegelt. Der ehemalige Stabsfeldwebel und Feuerwerker bei der Bundeswehr Bernie Diether (Foto) und Sprengmeister Heinrich-Bernhard Scho bereiten die Sprengung scharfer Munition in einem Erdloch nahe des Dorfes vor. Nach zwei kurzen Warnsignalen fliegen eine Panzerfaust, ein 20-Millimeter-Geschoss und mehrere Patronen mitsamt den 500 Gramm Semtex-Sprengstoff, Steinen und Erdklumpen aus der Umgebung in die Luft.<!--more--><\/p>\n<p>Bei der Kartierung von Obstb\u00e4umen hatte Ulrich Schroefel, Gr\u00fcnfl\u00e4chenberater beim Landkreis, eine verrostete aber scharfe amerikanische \u00a089 Millimeter Panzerfaust entdeckt. \u201eUnd das, obwohl man in Gruorn schon allein wegen der traditionellen Treffen an Allerheiligen und Pfingsten schon seit Jahren das Gel\u00e4nde nach Munitionsresten absucht,\u201c zeigt Diether die T\u00fccken der m\u00f6rderischen \u00dcberbleibsel auf.<\/p>\n<p>Die Idylle auf dem ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatz tr\u00fcgt. Unter der Grasnabe der weitl\u00e4ufigen Schafweiden, zwischen den alten Weidbuchen und in den W\u00e4ldern stecken Munitionsreste aus einer Zeit von rund 100 Jahren Schie\u00dfbetrieb im Herzen der Biosph\u00e4re. Grobe Sch\u00e4tzungen gehen von rund 500 000 Geschossen mit Z\u00fcnder aus, die noch unerkannt im Boden liegen. Vielleicht hat ihr Aufschlagz\u00fcnder bei \u00dcbungen irgendwann im Laufe des vergangenen Jahrhunderts nicht ausgel\u00f6st?<\/p>\n<p>Bernie Diether kennt die Gefahren und ihre Folgen sehr genau. Immer dann, wenn F\u00f6rster, Waldarbeiter oder Besucher alte Geschosse finden, wird er alarmiert. Er beurteilt, ob er die Munition selbst abtransportieren kann, oder ob sie so gef\u00e4hrlich ist, dass ein spezielles Einsatzteam den Blindg\u00e4nger vor Ort sprengen muss.<\/p>\n<p>\u201eEin Transport der Panzerfaust w\u00e4re auch in diesem Fall zu riskant gewesen,\u201c schildert Bernie Diether die Lage, \u201edenn keiner kann voraussehen, ob und wann der Aufschlagz\u00fcnder doch noch ausl\u00f6st.\u201c Diese Problematik besteht grunds\u00e4tzlich bei allen alten Geschossen. Ihr Innenleben ist meist noch intakt, durch einen Schlag oder auch Hitzeeinwirkung k\u00f6nnen noch scharfe Geschosse explodieren.<\/p>\n<p>Solche Eins\u00e4tze sind mittlerweile Routine. So wurde im Sp\u00e4tsommer\u00a0 Heroldstatt ein Fu\u00dfweg f\u00fcr den Albverein als Zugang zum dortigen Gitterturm angelegt. Noch au\u00dferhalb der Panzerringstra\u00dfe fanden die Arbeiter bei Grabungen den Blindg\u00e4nger eines 76-Millimeter-Nebelgeschosses, das mit \u201eWei\u00dfem Phosphor\u201c gef\u00fcllt war. \u201eWei\u00dfer Phosphor\u201c brennt in Verbindung mit Luftsauerstoff mit sehr hei\u00dfer Flamme ab und erzeugt giftige D\u00e4mpfe und wei\u00dfen Nebel. Er ist nicht mit Wasser l\u00f6schbar. Wird die Flamme zum Beispiel mit Sand erstickt, brennt der Phosphor sofort wieder, sobald der Sand entfernt wird\u201c, machte Bernie Diether die Gefahr, die von diesem Schrott ausging deutlich. Der Blindg\u00e4nger wurde im Herbst dieses Jahres gesprengt.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><span style=\"color: #800000;\">SPH\u00c4RE WISSEN<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #800000;\">Wie gef\u00e4hrlich sind Blindg\u00e4nger?<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-left: 5px; margin-right: 5px;\" src=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/media_onlinenews\/06_12_28_munition.jpg\" alt=\"\" hspace=\"5\" width=\"150\" height=\"100\" align=\"right\" \/><\/strong>Rund 500 000 Geschosse mit Z\u00fcnder \u2013 so die Sch\u00e4tzungen \u2013 liegen auf dem rund 6700 Hektar gro\u00dfen Gel\u00e4nde im Erdreich verborgen. Wanderer sollten einige Vorsichtsma\u00dfnahmen beherzigen, um sich und andere nicht in unn\u00f6tige Gefahr zu bringen. So d\u00fcrfen generell keine Munitionsreste oder auch nur leere Patronenh\u00fclsen aufgesammelt werden. \u201eOft sind die Geschosse \u00e4u\u00dferlich verrostet und sehen kaputt aus, doch der Mechanismus im Inneren kann durchaus intakt sein,\u201c erkl\u00e4rt Bernie Diether. Man kann also vom \u00e4u\u00dferen Anschein her nie beurteilen, ob das Geschoss scharf ist, ob und wann es explodiert. \u201eHerumliegende Patronen einfach liegen lassen\u201c, fasst der Feuerwerker denn auch das einzig richtige Verhalten zusammen. Manche Geschosse k\u00f6nnen auch durch Hitzeeinwirkung ausgel\u00f6st werden, daher ist offenes Feuer im ehemaligen Truppen\u00fcbungsplatz verboten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Explosionsgefahr im M\u00fcnsinger Hardt nicht untersch\u00e4tzen 29.12.2006: Es ist Samstag, 16. Dezember 2006. Das verlassene Dorf Gruorn im M\u00fcnsiger Hardt ist komplett abgeriegelt. 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