{"id":4069,"date":"2025-09-15T15:06:47","date_gmt":"2025-09-15T13:06:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=4069"},"modified":"2025-09-22T09:39:32","modified_gmt":"2025-09-22T07:39:32","slug":"zu-den-wurzeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=4069","title":{"rendered":"Zu den Wurzeln"},"content":{"rendered":"<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Podcast_radio_logo\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Podcast_radio_logo.gif\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"30\" \/>Tradition &amp; Handwerk:\u00a0Der weite Weg der Kartoffel auf die Schw\u00e4bische Alb<\/em><\/p>\n<p><strong>Kartoffelfeste auf der Alb zelebrieren allj\u00e4hrlich die tolle Knolle. Trotzdem: Hierzulande befindet sie sich auf dem R\u00fcckzug, in Entwicklungsl\u00e4ndern aber marschiert sie voran.<\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/kartoffel_sphaere.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><!--more--><\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6233\" title=\"Kartoffel_Bauer_Aufmacher_3BFW7413\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Kartoffel_Bauer_Aufmacher_3BFW7413.jpg\" alt=\"\" width=\"512\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Kartoffel_Bauer_Aufmacher_3BFW7413.jpg 640w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Kartoffel_Bauer_Aufmacher_3BFW7413-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Kartoffel_Bauer_Aufmacher_3BFW7413-480x320.jpg 480w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Kartoffel_Bauer_Aufmacher_3BFW7413-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die sanften Strahlen der Septembersonne haben den Acker ausgetrocknet. Es staubt. Geb\u00fcckt liest Jakob Eisenschmid auf, was der Schleuderroderer ans Tageslicht wirbelte (Foto in der Diashow am Artikelende). Faustgro\u00dfe, gesunde Kartoffeln. In den 60er-Jahren war die Ernte m\u00fchsamer: \u201eK\u00fche zogen den Pflug, um die D\u00e4mme umzuwerfen, damit die Kartoffeln zum Absammeln oben lagen\u201c, erinnert sich der 83-J\u00e4hrige an die Knochenarbeit. Schneller erledigt der Nebenerwerbslandwirt aus R\u00f6merstein erst seit 1956 die Feldarbeit. Sein erster Traktor ersetzte Sensen, Hacken und das Zugvieh, weitere Maschinen folgten in den Wirtschaftswunderjahren.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\"><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3956\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-4069-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/kartoffel_SPHAERE_VERLAG.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/kartoffel_SPHAERE_VERLAG.mp3\">http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/kartoffel_SPHAERE_VERLAG.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\" style=\"margin-bottom: 1px !important;\">Podcast: <a href=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/kartoffel_SPHAERE_VERLAG.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?powerpress_pinw=4069-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/kartoffel_SPHAERE_VERLAG.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"kartoffel_SPHAERE_VERLAG.mp3\">Download<\/a><\/p><p class=\"powerpress_links powerpress_subscribe_links\">Subscribe: <a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?feed=podcast\" class=\"powerpress_link_subscribe powerpress_link_subscribe_rss\" target=\"_blank\" title=\"Subscribe via RSS\" rel=\"nofollow\">RSS<\/a><\/p><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">Eine rasante Entwicklung, dabei ist die Frucht, die die Welt ver\u00e4nderte, in Europa erst seit 400 Jahren bekannt. Entdecker des amerikanischen Kontinents hatten 1565 die Knolle aus S\u00fcdamerika im Gep\u00e4ck. Erstaunlich, aber wahr: Schon 30 Jahre sp\u00e4ter landetete sie als Ziergew\u00e4chs auf der Alb \u2013 im Schlossgarten in Wie\u00adsen\u00adsteig. Gr\u00fcblingsbaum nannte man den Exot wegen der an seiner Frucht zu Gr\u00fcbchen vertieften Augen. Baum, weil die ers-ten Pflanzen bis zu drei Meter hoch ins Kraut schossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jahrhunderte zuvor z\u00fcchteten in den Anden zwischen Bolivien und Peru die Inka und deren Vorfahren die Knol\u00adlenpflanze in allen Varianten: rot, lila, gelb, s\u00fc\u00df, bitter, mehlig oder fest. In H\u00f6henla\u00adgen bis zu 3800 Metern f\u00fchlte sich die Urkartoffel auf kargen B\u00f6den und trockenem Klima wohl. Aus ihr entwickelten die Indios viele Sorten, f\u00fcr jede H\u00f6hen- und Anbaulage eine andere. \u201ePapa\u201c (= Knolle) nannten die Inka ihre wertvolle Frucht. Ein Durchbruch gelang den Hochlandbauern im Jahr 900: Kunstvolle Bergterrassen im steilen Gel\u00e4nde und Bew\u00e4sserungssysteme bescherten reichere Ernte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Heute f\u00fchren die Bauern Perus die intelligente Anbaustrategie ihrer Vorfahren fort. Sie kultivieren an unterschiedlichen Orten auf vielen kleinen \u00c4ckern Hunderte Sorten. Auf diese Weise wappnen sie sich gegen wechselnde Klimabedingungen und verhindern, dass Pflanzenkrankheiten die gesamte Kartoffelernte vernichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Erste Spuren der Kartoffel in Europa dokumentierte im Jahr 1565 ein Geschenk K\u00f6nig Philipp II von Spanien an den kranken Papst Pius IV. Zur Genesung bekam dieser die bis bis dato unbekannten Knollen geschickt. Dass Menschen in Spanien schlie\u00dflich begannen, die Frucht anzubauen und Handel zu treiben, belegen Notizen in den B\u00fcchern des Hospital de la Sangre in Sevilla aus dem Jahr 1573. Erst 200 Jahre sp\u00e4ter erweckte Friedrich der Gro\u00dfe in Deutschland das Ziergew\u00e4chs aus dem Dornr\u00f6schenschlaf. Er befahl den Bauern 1756, die Knolle in Preu\u00dfen als Gem\u00fcse anzubauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Siegeszug der Kartoffel als Grundnahrungsmittel begann. Zu Kriegszeiten sicherte die Knolle in Deutsch\u00adland mit 150 Kilogramm pro Person und Jahr das \u00dcberle\u00adben. In den fetten Jahren dagegen a\u00dfen die Menschen mehr Fleisch, der Bedarf an Speisekartoffeln halbierte sich. Heute liegt er bei nur 69 Kilogramm. Wegen billiger Mastmittel sank der Futterkartoffelanbau drastisch. Heute werden nur noch 1,2 Prozent der Ernte verf\u00fcttert, 60 Prozent kommen als Gem\u00fcse auf den Markt, 30 Prozent dienen zur Herstellung von St\u00e4rke. Nachdem die vielseiti\u00adge Frucht ihr Dickmacher-Image verloren hatte, sch\u00e4tzen die Menschen sie nun als wert\u00advoller Lieferant von Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In Entwicklungsl\u00e4ndern aber geh\u00f6rt die Kartoffel zu den vier wichtigsten Grundnahrungsmitteln neben Weizen, Reis und Mais. Hier werden 53 Prozent der weltweiten Kartoffelmenge produziert, mehr als in den Industriel\u00e4ndern. Und dies aus einem ganz bestimmten Grund. In Gebieten mit wenig fruchtbaren B\u00f6den sch\u00e4tzen Bauern die Effizienz der Knolle. Sie enth\u00e4lt ebenso viele Kalorien wie Weizen, ben\u00f6tigt aber nur die H\u00e4lfte der An\u00adbau\u00adfl\u00e4\u00adche. Sie l\u00e4sst sich in gro\u00dfer H\u00f6he kultivieren und braucht zum Wachsen weniger Wasser als Reis \u2013 die Kar\u00adtoffel erf\u00e4hrt im Kampf gegen den weltweiten Hunger eine Renaissance. Doch: Des einen Freud, des anderen Leid. In Irland verwandelte sich der Kartoffelsegen 1845 bis 1849 in einen Fluch. Eine Million Menschen starben, als ein Pilz aus Nordamerika auf das f\u00fcr ihn g\u00fcnstige feuchtkalte Klima traf. Nur zwei Kartoffelsorten hatten die Bauern kultiviert \u2013 der Pilz befiel beide, alles war verfault.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">An Missernten erinnert sich auch Eisenschmid. Er wei\u00df aber auch: \u201eFr\u00fcher waren die Sorten resistenter, anders als die feinen Sorten heute.\u201c Und: \u201eJedes Haus hatte hier oben seinen Acker und eine Handvoll Vieh. Heute beherrschen wenige Gro\u00dfe den Markt\u201c. Zur\u00fcck zu den Wurzeln? Auch bei Eisenschmids gibt\u00b4s Kartoffeln zu kaufen, nicht nur im Supermarkt. Dort allerdings nicht alleine als Gem\u00fcse, sondern zu 50 Prozent als Tiefk\u00fchl\u00adkost oder Industrieware wie Pommes oder Chips.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><script type=\"text\/javascript\">\nvar flashvars1 ={\nautoplay:\"false\",\nflashId:\"1\",\nFKey:\"\",\nGalleryPath:\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/plugins\/oqey-gallery\",\nGalleryID:\"8-4069\",\nFirstRun:\"1\"\n};\nvar params1     = {bgcolor:\"#ffffff\", allowFullScreen:\"true\", wMode:\"transparent\"};\nvar attributes1 = {id: \"oqeygallery1\"};\nswfobject.embedSWF(\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/oqey_gallery\/skins\/oqeymainsk\/oqeymainsk.swf\", \"flash_gal_1\", \"500\", \"300\", \"8.0.0\", \"\", flashvars1, params1, attributes1);\n<\/script>\n<div class=\"oqeytitle\">Tradition und Handwerk: Kartoffeln auf der Schw\u00e4bischen Alb<\/div><div id=\"flash_gal_1\" style=\"margin: 0 auto;\">\n<div class=\"oqeyslider\" style=\"background:#ffffff;border:thin solid #8dd3fb;\"><div class=\"oqey-slideshow cycle-slideshow1\"  data-cycle-loader=true data-cycle-progressive=\"#slides1\" data-cycle-manual-speed=\"500\" data-cycle-timeout=0 data-cycle-prev=\".prevControl1\" data-cycle-next=\".nextControl1\" data-cycle-slides=\">div,>img\"><span class=center><span class=\"prevControl prevControl1\"><\/span><span class=\"nextControl nextControl1\"><\/span><\/span><div class=\"oqeyincolumn\"><img decoding=\"async\" class=\"lazy1\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/oqey_gallery\/galleries\/tradition-und-handwerk-kartoffeln-auf-der-schwabischen-alb\/galimg\/kartoffel_bauer_img_6458.jpg\" title=\"\" style=\"max-width:100%;min-width:100%;height:auto;\"\/><\/div>\n<\/div><script id=\"slides1\" type=\"text\/cycle\" data-cycle-split=\"---\">\n<div><img decoding=\"async\" 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