{"id":4403,"date":"2022-09-08T02:00:58","date_gmt":"2022-09-08T00:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=4403"},"modified":"2023-12-06T12:12:18","modified_gmt":"2023-12-06T11:12:18","slug":"mehr-wein-als-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=4403","title":{"rendered":"Mehr Wein als Wasser"},"content":{"rendered":"<p><em>Landschaft &amp; Geschichte: Pfullinger Trinksitten<\/em><\/p>\n<p><strong>Die R\u00f6mer brachten den Pfullingern den Wein. So lernten nicht nur die sonnenverw\u00f6hnten Badener die s\u00fc\u00dfen Fr\u00fcchte schmecken, auch die Menschen an den unterk\u00fchlten Hanglagen der Alb suchten nach W\u00e4rme und Licht f\u00fcr ihre Trauben.<\/strong><\/p>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"pdf\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/pdf.gif\" alt=\"PDF-Download: Print-Artikel runterladen\" width=\"39\" height=\"18\" \/>PDF-Download:\u00a0<\/em><em><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/weinbau_pfullingen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Print-Artikel runterladen<\/a><\/em><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4406\" title=\"wein_trinken_IMG_6388_2\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/wein_trinken_IMG_6388_2.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/wein_trinken_IMG_6388_2.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/wein_trinken_IMG_6388_2-106x160.jpg 106w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/wein_trinken_IMG_6388_2-93x140.jpg 93w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Prost Mahlzeit \u2013 so wie sich die Sitten der V\u00f6lker wandeln, \u00e4ndern sich auch die Gewohnheiten, zu trinken. Die Ausstellung in Pfullingen (Kasten unten) zeigt die Geschichte und Bedeutung der unter\u00adschiedlichs\u00adten in Pfullingen produzierten Getr\u00e4nke und den daraus resultierten Trinkgewohnheiten.<\/p>\n<p>Denn: Wasser war knapp, nicht nur auf der kargen Alb. In ganz Europa galt das k\u00fchle Nass keineswegs als neutrales Tafelgetr\u00e4nk. Bis zur modernen Trinkwasseraufbereitung ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts genossen auch die \u00c4rmsten zu jeder Mahlzeit milden Alkohol. Wein im S\u00fcden, Bier im Norden. Beide Getr\u00e4nke gab es in unterschiedlichster Qualit\u00e4t und Sorten.<\/p>\n<p>Der Weingenuss kam schon 58 vor Christi Geburt mit den R\u00f6mern nach Nordeuropa. Der vergorene Traubensaft spielte bei den Ritualen der christlichen Kirchen schon immer eine besondere Rolle. Besonders in den Anbaugebieten aber hie\u00df es: \u201eGib uns Wein und das t\u00e4gliche Brot\u201c.<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t des Alltagsweins war eher gering, es handelte sich um alkoholisierten Traubensaft aus zweiter und dritter Pressung. Die Pfullinger bevorzugten ein Gemisch aus Apfelmost, Birnen mit Wasser und Wein. W\u00e4hrend des gesamten 17. Jahrhunderts war zum Schutz des Weinbaus das Mosten verboten. Bis zum Jahr 1776 durfte daher in Wirtschaften kein Most ausgeschenkt werden. Nur wenige Orte erhielten wie Pfullingen die Erlaubnis, Wein und Most als Mischling zum Verkauf anzubieten.<\/p>\n<p>Das Pfullinger Klarissenkloster hatte den Rebenanbau im Mittelalter sehr gef\u00f6rdert, er betrug aber bis 1520 nur 2,5 Morgen (1 Morgen = ca. 0,24 Hektar). Bis 1562 erweiterten die Weinbauern die Fl\u00e4chen auf 68,5 Morgen, meist \u201eIn Seiten\u201c (Seitenhalde). W\u00e4hrend der Bl\u00fctezeit des Pfullinger Weinbaus 1824 beanspruchten die Reben satte 384 Morgen sonnigstes Albhangland. Den besten Wein ernteten die Pfullinger im Katzenbohl am Fu\u00df des Ursulabergs und in der Lindach am oberen Georgenberg. Im Schutz der Berge wurde Weinbau auf immerhin \u00fcber 20 Morgen sogar bis Unter- und Oberhausen betrieben \u2013 allerdings schon vor 1850 aufgegeben.<\/p>\n<p>Auf Wein folgte Hopfen. Der experimentierfreudige Pfullinger Amtsschreiber Wilhelm Steeb gr\u00fcndete 1840 die Klosterbrauerei. Den dazugeh\u00f6rigen Hopfengarten legte er in den \u201eSandwiesen\u201c (heute Villa Laiblin) an. Der unternehmerische Erfolg blieb ihm versagt. Nach mehreren Betriebs\u00fcberg\u00e4ngen ab 1858 erwarb die Brauereidynastie Sigel im Jahr 1868 die Brauerei. Markenzeichen wird ein rotes Wachssiegel mit einem M\u00f6nch, ein \u00fcbersch\u00e4umendes Glas Bier in der Hand. Adolf Sigel pflanzte 1880 seinen Hopfen direkt am Georgenberggipfel, Gewann \u201eHinterm Berg\u201c. Der Hopfen bl\u00fchte um Pfullingen bis zu Beginn des 20. Jahrhundert. Dann wichen Hopfen und Rebst\u00f6cke den heute noch landschaftspr\u00e4genden Streuobstwiesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Von Waltraud Pustal<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4405\" title=\"KArte_Weinbau_Pfullingen\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/KArte_Weinbau_Pfullingen.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"109\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/KArte_Weinbau_Pfullingen.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/KArte_Weinbau_Pfullingen-160x54.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/KArte_Weinbau_Pfullingen-140x47.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Wein statt Wasser: Die Karte zeigt, dass Weinbau (gelb) nicht nur das Pfullinger Trinkverhalten pr\u00e4gte, sondern auch die Landschaft.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"pdf\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/11\/pdf.gif\" alt=\"PDF-Download: Print-Artikel runterladen\" width=\"39\" height=\"18\" \/>PDF-Download:\u00a0<\/em><em><a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/weinbau_pfullingen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Print-Artikel runterladen<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Printausgabe: Sph\u00e4re 2\/2010, Seite 20<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>WEBcode 241178<\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Landschaft &#038; Geschichte: Pfullinger Trinksitten<\/p>\n<p>Die R\u00f6mer brachten den Pfullingern den Wein. 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