{"id":4813,"date":"2012-02-03T17:39:29","date_gmt":"2012-02-03T16:39:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=4813"},"modified":"2012-02-03T17:40:15","modified_gmt":"2012-02-03T16:40:15","slug":"ritterschlag-fur-dickkopfweizen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/?p=4813","title":{"rendered":"Ritterschlag f\u00fcr Dickkopfweizen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><em>Bundesanstalt nimmt Schw\u00e4bischen Dickkopf-Landweizen in Rote\u00a0Liste gef\u00e4hrdeter Nutzpflanzen auf \u2013 2012 erste gr\u00f6\u00dfere Ernte<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0\u201eMan muss essen, was man retten will\u201c, lautet die Devise von Jan Sneyd, pensionierter Professor der Hochschule f\u00fcr Wirtschaft und Umwelt in N\u00fcrtingen (HFWU). Und der Erfolg gibt ihm Recht. Vorrangig unterst\u00fctzt durch das Traditionsb\u00e4ckerhaus Veit in Bempflingen erfolgte jetzt so etwas wie der Ritterschlag f\u00fcr den vom Aussterben bedrohten Dickkopfweizen, den zu retten<!--more--> sich beide Parteien auf die Fahnen geschrieben haben: Die Bundesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung in Bonn hat nun dem Antrag zur Aufnahme in die Rote Liste bedrohter Nutzpflanzen stattgegeben. Der Schw\u00e4bische Dickkopf-Landweizen bleibt damit als Kulturgut und Lebensmittel erhalten. Nach der Ernte 2012 soll es die ersten Dickk\u00f6pfli-Br\u00f6tchen beim B\u00e4ckerhaus Veit zu kaufen geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0<a href=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/weizen_feld_acker_3BFW6730.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4814\" title=\"weizen_feld_acker_3BFW6730\" src=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/weizen_feld_acker_3BFW6730.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" srcset=\"https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/weizen_feld_acker_3BFW6730.jpg 320w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/weizen_feld_acker_3BFW6730-160x106.jpg 160w, https:\/\/www.biosphaere-alb.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/weizen_feld_acker_3BFW6730-140x93.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eIch freue mich sehr, dass unser gemeinsames Engagement, das ja nun schon \u00fcber mehrere Jahre l\u00e4uft, zu diesem Erfolg, zur Aufnahme in die Rote Liste bedrohter Nutzpflanzen gef\u00fchrt hat\u201c, sagte Erdmute Veit-Murray, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des B\u00e4ckerhause Veit. \u201eProfessor Sneyd und wir vom B\u00e4ckerhaus hatten von Anfang an dasselbe Interesse: \u201aSch\u00fctzen durch n\u00fctzen\u2019, betonte die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es war ein langer Weg von der ersten \u00c4hre bis zur ersten richtigen Ernte im vorigen Jahr: Dr. Jan Sneyd hegte und pflegte schon w\u00e4hrend seiner Zeit als Dozent an der Hochschule in N\u00fcrtingen alte Getreide-Landsorten und die Rettung dieser Sorten hat ihn auch im Ruhestand nicht losgelassen. \u201eDie Weizensorten und Landsorte aus der Dickkopfreihe waren in Baden-W\u00fcrttemberg noch vor 60 Jahren sehr verbreitet, dann aber durch die ertragsst\u00e4rkeren Hochzuchtsorten fast v\u00f6llig verdr\u00e4ngt\u201c, erz\u00e4hlt er. 2008 stand der Dickkopfweizen vor dem Exitus. Zwei Jahre w\u00e4ren die restlichen K\u00f6rner noch keimf\u00e4hig gewesen, dann w\u00e4re er unwiederbringlich ausgestorben gewesen. \u201eH\u00e4nderingend habe ich Interessenten gesucht, doch alle haben abgewunken\u201c, so Sneyd. Der Zufall kam ihm genau zu diesem Zeitpunkt zu Hilfe. Der Professor lernte Erdmute Veit-Murray kennen, Chefin des B\u00e4ckerhauses Veit, und sie zeigte sich von Anfang an dem Projekt gegen\u00fcber aufgeschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In einem mehrj\u00e4hrigen Projekt konnte aber ein qualitativ hochwertiger Genotyp mit mittlerem Ertrag unter anderem im Freilichtmuseum Beuren und auf den \u201eSpitz\u00e4ckern\u201c in Neckarhausen bei Walter Wahl gerettet und 2011 auf dem Haldenhof in Beuren-Balzholz erfolgreich vermehrt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eUnser bisherigen Untersuchungen der Inhaltsstoffe, Back- und Eiwei\u00dfeigenschaften verliefen vielversprechend\u201c, versichert die Firmenchefin. Bereits im Jahre 2012 erwarten Professor Sneyd und Erdmute Veit-Murray eine gr\u00f6\u00dfere K\u00f6rnerernte und dann wird es auch erste schmackhafte \u201eDickk\u00f6pfli\u201c \u2013Br\u00f6tchen in den Veit B\u00e4ckereifachgesch\u00e4ften und beim \u201eSlow-Food Tag\u201c im Freilichtmuseum Beuren am 23.September geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eF\u00fcr mich hat sich mit diesem Projekt eine ganz neue Sicht auf das Prinzip der Nachhaltigkeit er\u00f6ffnet, das wir seit Jahren verfolgen\u201c, betont Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Erdmute Veit-Murray. \u201eMir war nicht bewusst, dass wenn die Landwirte bestimmte alte Sorten nicht mehr anbauen, diese auf den Feldern aussterben und dann nur noch im K\u00fchlraum der Hochschule oder Genbanken begrenzte Zeit keimf\u00e4hig gehalten werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sie sieht das Engagement ihres Hauses als einen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Region. \u201eWir haben als mittelst\u00e4ndische B\u00e4ckerei, die in der Region ihre Wurzeln hat und f\u00fcr die Region produziert, eine Verantwortung und die nehmen wir auch gerne wahr\u201c, sagt Erdmute Veit-Murray.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #808000;\">Sph\u00e4re-Wissen:<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Wie kommt ein Produkt in die Rote Liste bedrohter Arten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es gibt mehrere strenge Kriterien: beispielsweise muss ein Weizengenotyp (keine eingetragene oder zugelassene Sorte!) vor allem an die nat\u00fcrlichen regionalen Bedingungen angepasst sein, es muss sich um eine einheimische Pflanze handeln, sie muss historisch und kulturell bedeutend sein, von genetischer Erosion bedroht und es muss ein Nutzungspotential (\u201eEssen, was man retten will\u201c) vorhanden sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesanstalt nimmt Schw\u00e4bischen Dickkopf-Landweizen in Rote\u00a0Liste gef\u00e4hrdeter Nutzpflanzen auf \u2013 2012 erste gr\u00f6\u00dfere Ernte \u00a0\u201eMan muss essen, was man retten will\u201c, lautet die Devise von Jan Sneyd, pensionierter Professor der Hochschule f\u00fcr Wirtschaft und Umwelt in N\u00fcrtingen (HFWU). 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